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Revue Pamiatky a múzeá - Resümee 4/2005

13. apríla 2012

Der zweite Untergang großmährischer Burgstätten
ZDENĚK FARKAŠ
Das erste Drittel der dreißiger Jahre des 9. Jahrhunderts bedeutete eine grundsätzliche Wende im Leben der Donau- und Marchslawen. Irgendwann zwischen den Jahren 830 bis 833 formierte sich ein Staatsgebilde, für das später in der historischen Literatur der Name Großmähren bzw. Großmährisches Reich geprägt wurde. Nach heutigen Erkenntnissen begannen schon in der Zeit vor Großmähren befestigte Zentren zu entstehen. Eines der wichtigsten strategischen Gebiete Großmährens war auch das Gebiet des heutigen Bratislava (Preßburg) mit seiner weiteren Umgebung. Das sichere Überqueren von March und Donau ermöglichten Furte unterhalb der heutigen Burg Bratislava, im heutigen Devínska Nová Ves und bei Devínske Jazero. Die slawischen Strategen waren sich der Wichtigkeit der Straßen, die durch das heutige Bratislava führten, bewusst. Daher entstanden hier auf den Trümmern älterer Befestigungen wichtige großmährische Festungen, und zwar über dem Zusammenfluss von March und Donau sowie über der Donaufurt. Die zwei wichtigsten Burgstätten wurden von kleineren Befestigungen ergänzt, die wichtige Straßenzüge kontrollieren und schützen sollten. Die großmährische Fortifikation im Zentrum von Devínska Nová Ves auf einem mäßigen Felsvorsprung über der Mündung des Baches Mláka (Stupavský potok) in die March hatte offensichtlich schon in der Römerzeit einen Vorgänger. Zwei weitere Burgstätten baute man auf einem Vorsprung des Berges Devínska Kobyla.
Die Blüte der ersten Burgstätte auf dem deutlichen Hügel mit dem Namen Na pieskoch, Pieskovec bzw. Sandberg wird aufgrund der Funde von Keramikbruchstücken in das 9. Jahrhundert datiert. Nach Erdarbeiten Anfang der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts blieb von ihr ein Teil des südlichen Grabens erhalten. Die um etwas niedriger gelegene Burgstätte Nad lomom bzw. Na skale kontrollierte direkt den Übergang neben der March, aber auch über den Sattel des Piesočník in Richtung zum Devín. Bei einer archäologischen Grabung wurden unter anderem Reste von zwei Behausungen gefunden, von denen eine in das 9. Jahr und die andere in die erste Hälfte des 10. Jahrhunderts datiert werden kann. Obwohl die Burgstätte bislang gut sichtbar ist im Gelände, fallen gegenwärtig ganze Teile davon durch einen unorganisierten Aufbau von Eigenheimen zum Opfer.
Der schrittweise Niedergang der Befestigungen aus der Zeit Großmährens ist heute um so tragischer, als die Archäologen häufig Vorwürfe und Beschwerden anhören müssen, dass in der Slowakei keine ausreichende Menge repräsentativer Funde aus dem 9. Jahrhundert zur Verfügung steht, die in Zahl und Qualität vergleichbar wären mit dem benachbarten Mähren. Dafür müssen bedeutende und potentiell erforschbare Standorte aber unbedingt wirksam geschützt werden.

Münzschatz aus Svätý Jur
MAREK BUDAJ – PETER NAGY
Zu den Sammlungen des Archäologischen Museums des SNM ist ein Schatz von 845 Münzen hinzugekommen, der bei einer Grabung um die Jahreswende 2004/2005 entdeckt wurde, die in Svätý Jur durchgeführt wurde. Die Münzen wurden im Karner der unweiten Kirche St. Georg gefunden. Den größten Teil des Fundes bilden heimische, also ungarische Prägungen, von denen die Denare von Ferdinand II. aus der Kremnitzer Münze von 1626 am zahlreichsten vertreten sind. Sie tragen keine Spuren eines längeren Umlaufs, und so ist offensichtlich, dass sie sehr bald, nachdem sie in Umlauf gebracht wurden, verborgen wurden. Von den tschechischen Prägungen bilden eine relativ große Anzahl die Prager Groschen von Vladislav II. (1471 – 1516) und Ferdinand I. (1526 – 1564), die in unseren Funden relativ selten sind, ähnlich die Taler aus der Zeit Ferdinand II., geprägt in den Münzanstalten von Prag, České Budejovice bzw. Kutná Hora. Im Fund waren auch Münzen aus wenig bekannten regionalen Gebieten bzw. dem Bistum Chur, der Stadt Konstanz, bzw. aus dem Gebiet Ostfriesland vertreten, wertvoll sind auch Stadtprägungen aus Straßburg bzw. Taler aus den spanischen Niederlanden oder Spanien selbst. Eine immense Bedeutung haben auch Prägungen des Salzburger Erzbistums, wo fast alle Jahrgänge der Prägungen Salzburger Erzbischöfe, beginnend mit Erzbischof Leonard Keutschach (1495 – 1519) und endend mit Marcus Sittic (1612 – 1619) enthalten sind. Auch unter den polnisch-schlesischen Münzen fanden sich relativ wertvolle Prägungen, z.B. Regierungsmünzen Ferdinands I. oder 24-Kreuzerstücke Ferdinands II. Es überraschen auch nicht die zahlreichen Münzen aus den österreichischen Gebieten angesichts der engen Verbindung mit unseren Ländern schon seit dem Mittelalter. Teil des Schatzes war auch ein kleiner Siegelstock, an dem eine Brezel, an beiden Seiten je ein Sternchen und die Buchstaben S S dargestellt waren.
Funde mit ähnlicher Zusammensetzung gelangten wie im Fall Svätý Jur auf unser Gebiet vor allem während des Dreißigjährigen Krieges. Versteckt wurde der Schatz offenbar im Jahr 1626, was am ehesten mit dem Aufstand von Gabriel Bethlen in Verbindung gebracht werden kann. Ein Teil der niederländisch-dänischen Truppen unter Führung des Generals Peter Ernst von Mansfeld sollte in Ungarn mit Behtlen zusammentreffen. Der Befehlshaber der Habsburger Truppen Albrecht von Wallenstein hielt sich ebenfalls im September bis Dezember 1626 mit dem Großteil seiner Armee auf dem Gebiet der heutigen Slowakei auf und am Ende des Feldzuges vom 18. November bis 12. Dezember 1626 hatte er vorübergehend das Stabsquartier im unweiten Modra errichtet. Da die Soldaten wegen des Proviants häufig auch Svätý Jur aufsuchen mussten, konnten sie das Geld für den Einkauf bei dem einheimischen Produzenten gelassen haben (da hier auch der Siegelstock gefunden wurde, konnte es der hiesige Bäcker gewesen sein). Die Umstände des Versteckens des Lederbeutels mit einer größeren Summe können wir auch unter einem anderen Gesichtspunkt betrachten. Derjenige, der ihn versteckte, rechnete wohl damit, dass ihn zwischen den Knochen niemand suchen würde. Die Tatsache, dass die hohe Summe an Ort und Stelle blieb, zeugt davon, dass das Jahr 1626 tatsächlich bewegt war.

Beglaubigungsorte
RICHARD MARSINA
In der ältesten Phase der gesellschaftlichen Entwicklung wurden Rechtshandlungen und Rechtsverkehr in mündlicher Form abgewickelt. In der weiter entwickelten Phase der gesellschaftlichen Entwicklung ging man zur schriftlichen Fixierung der Beziehungen über. Im Königreich Ungarn begann sich das regelmäßigere schriftliche Erfassen von vermögensrechtlichen Übertragungen im weltlichen Bereich erst ab dem letzten Viertel des 12. Jahrhunderts durchzusetzen und kam dann im Laufe des 13. Jahrhunderts voll zum Tragen. Für diese Erfordernisse entstand das Institut der Beglaubigungsorte (loca credibilia), die bis ins dritte Viertel des 19. Jahrhunderts öffentliche Notare ersetzten. Beglaubigungsorte im Königreich Ungarn waren das einzige spezifische Institut, das in Europa ohne Beispiel war. Schon spätestens an der Wende des 12. und 13. Jahrhunderts bestand im ungarischen Landesrecht gerade der entwickelte Begriff des sogenannten authentischen Siegels. Neben dem königlichen Siegel galten auch die Siegel bedeutender Kircheninstitutionen als authentisch. Deshalb war die Verwaltung der Beglaubigungsorte von Anfang an den Kapiteln und Konventen anvertraut. Obwohl Beglaubigungsorte faktisch und praktisch bei Kircheninstitutionen tätig waren und ihre Urkunden unter ihrem Namen ausfertigten, gehörte ihre Tätigkeit in den Wirkungsbereich des ungarischen weltlichen Landesrechts. Die Entstehung der Beglaubigungsorte im Königreich Ungarn kann man mit dem Verfall der sogenannten Pristaldie in Zusammenhang bringen. Bis ins erste Drittel des 13. Jahrhunderts war es üblich, die Durchführung vermögensrechtlicher Übertragungen durch eine speziell damit betraute Person, genannt (lateinisch) pristaldus bezeugen zu lassen; der Name Pristald(us) ist wahrscheinlich aus dem kroatischen Wort pristav entstanden, das einen Teilnehmer, einen Menschen bezeichnet, der dabei war. Kam es zu einem Vermögensstreit, dann musste derselbe Pristald die Berechtigung der betreffenden vermögensrechtlichen Übertragung glaubwürdig bezeugen. Die Tätigkeit der Beglaubigungsorte war schon seit dem 13. Jahrhundert auf dreierlei Dinge gerichtet: das schriftliche Erfassen einer Rechtshandlung auf Wunsch (privater) Parteien oder Obrigkeiten; auf Wunsch der Obrigkeiten waren sie Zeugen und Ausführende der Amtshandlung und gaben darüber einen schriftlichen Bericht ab; sie bewahrten die ihnen durch Privatpersonen oder Obrigkeiten anvertrauten, beziehungsweise doppelt ausgefertigten Schriftstücke und fertigten auf Ansuchen beglaubigte (verifizierte) Abschriften davon an. Aus der Sicht der Urkundenlehre (Diplomatik) kennen wir schon aus dem 13. Jahrhundert drei Urkundenarten der Beglaubigungsorte. Das waren Privilegien, die mit einem angehängten Siegel versiegelt wurden und deren Gegenstand vorwiegend vermögensrechtliche Übertragungen waren; offene Briefe – Patente mit auf dem Rücken aufgedrücktem Siegel; verschlossene Briefe mit Verschlusssiegel, von denen die meisten Relationen (Mitteilungen) bildeten.
Der territoriale Wirkungsbereich der einzelnen Beglaubigungsorte stabilisierte sich mit der Zeit so, dass die Beglaubigungsorte bei den Domkapiteln öffentliche Notarfunktionen auf ihrem Kirchenterritorium (Diözese oder Archidiakonat) und in den daran angrenzenden Komitaten ausüben konnten, und die konventualen Beglaubigungsorte der Orden (Klöster) in dem Komitat, in dem ihr Sitz war, und in den daran angrenzenden Komitaten. Somit hatte jeder die Möglichkeit, sich an mehrere Beglaubigungsorte zu wenden. Die ältesten Belege für die Tätigkeit eines Beglaubigungsortes in der Slowakei stammen aus Nitra (1229), Bratislava (1236), Spiš (1245), Jasov (1247), Turiec (1251), Šahy (1255), Hronský Svätý Beňadik (1302), Zobor (1333). Die Tätigkeit der Beglaubigungsorte im Königreich Ungarn wurde mit dem Artikel 35 über königliche öffentliche Notare im Jahr 1874 endgültig aufgehoben.

Sommersitze der Bürger von Trnava
JOZEF TIHÁNYI – IVAN GOJDIČ
Etwa sechs Kilometer nordwestlich von Trnava, an der Straße, die die Stadt mit den Weinorten im Vorgebirge der Kleinen Karpaten verbindet, liegt der Ort Suchá nad Parnou. Unmittelbar davor befinden sich nördlich oberhalb der Straße in Richtung von Trnava lange Hügel, welche die Täler genannt Ružová und Vlčia dolina bilden.
Die Bürger von Trnava besaßen schon im 14. Jahrhundert Weingärten in der Gemeindeflur von Suchá nad Parnou. In ihren Weingärten bauten sie sich zunächst nur Winzerhütten. Es ist anzunehmen, dass einige der noch stehenden Objekte in ihrem Kern bis ins 18. Jahrhundert reichen, als es hier vor allem gerade um Produktionsräume ging. An die Umbauten in Sommersitze und an den Aufbau neuer Hütten ging man irgendwann nach der Mitte des 19. Jahrhunderts heran.
Im Laufe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wechselten fast alle Objekte ihre Besitzer und gleichzeitig auch ihre Funktion. Sie gingen entweder ganz ein oder ihre späteren Besitzer bauten sie nach dem Verlust der ursprünglichen Funktion verhältnismäßig radikal um. Aus ihnen wurden übliche dörfliche landwirtschaftliche Wohnhäuser, Ende des Jahrhunderts wurden aus einigen von ihnen (wieder) Wochenendhütten. Gegenwärtig sind nur einige Objekte erhalten, die ihre ursprüngliche Funktion repräsentieren.

Die Kapelle der Familie Sztáray in Michalovce
JANA POHANIČOVÁ     
Der deutsche Architekt Friedrich Wilhelm (bzw. Frigyes Vilmos) Fröde wirkte in den Jahren 1869 – 1880 als Stadtarchitekt in Wien und war danach meist im Osten unseres Gebietes tätig. In den Jahren 1880 – 1896 leitete er parallel die Bauarbeiten an der Erneuerung des Doms von Košice und der Pfarrkirche St. Ägidius in Bardejov und 1894 auch der Pfarrkirche in Sabinov. Weniger bekannt ist seine Beteiligung an kleineren Bauten, wie der Grabstätte der Familie Sztáray in Michalovce. Ihre Form gilt in der Fachliteratur als freie Kopie der gotischen Kapelle St. Michael in Košice, deren erste Erneuerung (beendet 1885) gerade von Fröde geleitete wurde. Die Kapelle in Michalovce ließ der Angehörige eines der einflussreichsten Adelsgeschlechter in der Region Zemplín, Graf Anton Sztáray (1839 – 1893) bauen. Seine bedeutende Position am Bischofsamt in Košice ermöglichte ihm Kontakte mit Architekten – Restauratoren, die an der Erneuerung des Doms und der Kapelle St. Michael beteiligt waren.

Das historische Theatergebäude in Prešov
DARINA PETRANSKÁ
Das alte Theater in Prešov, das der Architekt Michal Repaszký in den Jahren 1879 – 1881 erbaute, ist als eines von acht historischen Theatergebäuden in der Slowakei erhalten. Wenn wir diese Theater unter dem typologischen Aspekt untersuchen, können wir sagen, dass es außer einer gewissen Abweichung im Falle des Adelstheaters der Familie Erdődy in Hlohovec von 1802, bei allen anderen in Bratislava, Trnava, Martin, Košice, Prešov, Levoča, Spišská Nová Ves übereinstimmend um den architektonischen Typ einer Guckkastenbühne geht. Bei diesem Typ wird meist ein hufeisenförmiger Grundriss für den Zuschauerraum gewählt (in feinen Modifikationen), im Parterre mit Sesselreihen und Logen und Rängen, situiert am Außenrand des Parterres. Häufig sind mehrere Rang- und Logenreihen übereinander angeordnet. Ein wichtiges architektonische Element der Guckkastenbühne ist das Theaterportal. Es trennt den Zuschauerraum von der Bühne und begrenzt den Sichtwinkel, die Schauöffnung für den Zuschauer. Aus einem Teil der Logen in der Nähe des Portals und der oberen Ränge ist die Sicht der Bühne verzerrt, was ein Handicap dieses Theatertyps ist.
Die Entwicklung des Theatergebäudes im 19. Jahrhundert führte diesen Bautyp zu den klassischen architektonischen Formen hin, die einerseits die Forderungen der grundlegenden dramatischen Gattungen vergegenständlichten, aber gleichzeitig widerspiegelte ihr architektonisch-gestalterischer Apparat zeitgenössische künstlerische Trends. Der Schöpfer des Theaters von Prešov übernahm die Grundlage der Guckkastenbühne und reduzierte sie für die Erfordernisse der Wanderbühne, des Provinztheaters.

Musikalische Motive an Zipser Orgeln aus dem 17. Jahrhundert
KATARÍNA CHMELINOVÁ – JANA KALINAYOVÁ-BARTOVÁ
Die repräsentative Gestaltung des Instruments und der Reichtum seiner Ausschmückung waren ein Ausdruck der führenden Position der Orgel in der Hierarchie des sakralen Mobiliars. Im Laufe des 17. Jahrhunderts begann bei uns in der Ausschmückung der Orgelprospekte die Schnitzkunst zu dominieren. So wie bei Altären arbeiteten die Autoren hauptsächlich mit Architekturelementen. Die ornamentale Ausschmückung wurde häufig mit einer figuralen Dekoration kombiniert, in der auch musikalische Motive ihren Platz hatten.
Die Figuren spielender Engel sind das häufigste Motiv, das in der Ausschmückung der Orgelgehäuse und Prospekte auftaucht. Die Engelsmusik hatte aber nicht nur eine dekorative Funktion, sondern war gleichzeitig Träger symbolischer Bedeutungen, die mit ihrer Tradition bis in die ersten Jahrhunderte des Christentums zurückreichen. Die an vielen Prospekten befindlichen Figuren Trompete blasender Engel haben ihren Ursprung in der Darstellung des Jüngsten Gerichts und apokalyptischer Visionen (vor allem die Erscheinungen des hl. Johannes), ihr symbolischer Sinngehalt hat sich leicht von den Kontexten der Verkündigung und Ausübung der Gerechtigkeit Gottes an den Sündern in die Ebene der Verbreitung der Stimme Gottes vom Himmel auf die Erde verschoben. Dieser Bedeutung entsprach auch ihre Positionierung meist an den obersten Türmen des Prospekts. Die trompetenden Engel als Vermittler von Gottes Wort wurden so ein Teil der Symbolik der Himmelsliturgie.
Musikalische Motive in der figuralen Ausschmückung der barocken Orgeln sind neben spielenden Engeln an die Figuren biblischer Musiker gebunden. Die wichtigste Stellung unter ihnen nahm König David ein. David taucht an Zipser Barockorgeln, aber auch andernorts in der Slowakei und Europa mit der Harfe auf, die zu der Zeit schon sein unabänderliches Attribut war, jedoch nicht der historischen Tatsache entspricht. Das Instrument, auf dem David die Zuhörer durch sein Spiel entzückte, war vermutlich eine Lyra. Zur Vertauschung der Instrumente trugen zwei griechische und lateinische Bibelübersetzungen bei.
Die Situierung Davids außer der zentralen vertikalen Achse des Orgelprospekts verlangte bei dem symmetrischen Konzept des Aufbaus dieser Instrumente die Hinzufügung eines figuralen Pendants zu ihm. Im katholischen Milieu war dieses vor allem die heilige Cäcilie, die als Schutzpatronin der Musiker galt. In der evangelischen Gemeinschaft, die den Heiligenkult ablehnt, wurden Figuren aus dem Alten Testament bevorzugt.
Mit dem Reichtum des ornamentalen und figuralen Schnitzschmucks ragen unter den Orgeln bei uns vor allem die Werke der nordöstlichen Slowakei, der Gebiete Spiš (Zips) und Šariš (Scharosch) heraus.

Unbekannte Wappen an den Altären in Bratislava
JANA ORŠULOVÁ
Die Vorbereitung eines neuen Denkmalverzeichnisses in der Slowakei begleitet die Revision des Registers der mobilen nationalen Kulturdenkmäler in bekannten sakralen Objekten von Bratislava. Bei der Bilddokumentation der Hauptaltäre wurden in der frühbarocken Kirche der hl. Maria Magdalena in Rusovce und in der St. Nikolaus-Kirche in Bratislava von 1661 Familienwappen entdeckt, die wegen der Unzugänglichkeit und schwierigen Dokumentierbarkeit bisher weder beschrieben noch identifiziert worden sind.
Der interessanteste Teil des Altarschmucks der ersten Kirche ist eines von drei Wappen an der Kartusche am Hauptaltar, das bisher bei der Beschreibung der künstlerischen Ausschmückung überhaupt nicht als Familienwappen angeführt wurde, vielleicht deshalb, weil der Anker in der Kirchensymbolik das Attribut der Hoffnung und Glaubensstärke ist. Ich habe ihn als Wappen des Adelsgeschlechts Stubenberg identifiziert: auf einem schwarzen Schild befindet sich ein umgekehrter silberner (weißer) Anker mit einem durch einen Ring gefädelten goldenen Seil. Die Stubenbergs sind ein Adelsgeschlecht, das aus der Steiermark stammt. Seit 1655 lebten und besaßen sie Besitztümer auch schon in Ungarn (Lokalität Székelyhíd, südöstlich von Debrecín im Komitat Bihar). Die Schutzpatrone des Kirchenbaues, die Mitglieder des Geschlechts Zichy, schlossen mehrere Male Ehebünde mit den Frauen des Geschlechts Stubenberg.
Ich nehme an, dass die Spenderin mit größter Wahrscheinlichkeit unter den direkten Nachfahren der Eheleute – der Baumeister der Kirche zu suchen ist.
Die Kirche St. Nikolaus auf der Bratislavaer Vorburg ließ die Witwe von Paul Pálffy (1589 – 1655) Gräfin Franziska, geborene Khuen († 1672) erbauen. Paul Pálffy war ein bedeutender Adeliger, dessen Karriere ihren Höhepunkt im Dienste der Habsburger fand. Er erreichte die höchsten Funktionen in der Landesverwaltung. Die Familiensteinwappen des Ehepaars Pálffy (Pálffy und Khuen) runden zusammen mit der Plastik des Schutzpatrons der Kirche St. Nikolaus die Ausschmückung des Eingangsportals ab.
Die Wappen auf der Kartusche am Hauptaltar habe ich als Wappen von Johann Anton Pálffy (1642 – 1694, Bratislava), des ältesten Sohnes des Bauherren und seiner ersten Gemahlin Agnes (andere Angabe: Anna Mária Nádasdy de Nádasd († 1683) identifiziert. Die Allianzwappen der Eheleute Pálffy konnten hier während der Jahre 1668 (Eheschließung) bis 1683 (Tod der Ehefrau), vielleicht erst nach dem Tod der Witwe von Paul Pálffy, Franziska, geborene Khuen († 1672), spätestens jedoch 1685 angebracht worden sein, als Johann Anton zum zweiten Mal heiratete. Die Identifizierung der Wappen in St. Nikolaus hat also nicht nur die Spender des Altars, sondern relativ genau auch die Zeit seiner Entstehung in einer Spanne von etwa fünfzehn, vielleicht nur elf Jahren bestimmt.

Spanische Kunst aus slowakischen Sammlungen
PAVEL ŠTĚPÁNEK
Im Sommer 2005 waren in einer Ausstellung im Schloss Bojnice größtenteils Kunstwerke versammelt, die in slowakischen Sammlungen spanischen Künstlern zugeschrieben werden. Die größte Kollektion ist zweifellos die Malerei, Plastik und Keramik auf der Burg Červený Kameň. Das bekannteste Porträt aus dieser Sammlung ist das von Philipp III., eine Werkstattvariante des Porträts Philipps III. aus dem Königspalast in Madrid, dessen Autor einer der Maler aus der Werkstatt des Hofmalers Juan Pantoja de la Cruz aus der Zeit um 1603 ist.
Die wichtigsten Beispiele der spanischen Malerei des 17. Jahrhunderts sind jedoch die Bilder aus der Slowakischen Nationalgalerie. Ein unzweifelhaftes Beispiel eines Madrider Gemäldes aus der Zeit um 1640 ist die Allegorie des Monats Mai (Stillleben mit Früchten, Gemüse und Blumen) von Antonio Barrera. Zwei weitere Bilder, zufällig mit einer Murilla-Inspiration, stammen aus der Sammlung von J. V. Novák aus Prag, der sie 1904 in Barcelona erwarb. Es handelt sich um die das Kind umarmende Madonna, eine relativ getreue Umschrift des Bildes von Murilla, bekannt als Madona della Sedia. Das zweite Werk ist die Rast auf der Flucht nach Ägypten.
Das Museum Bojnice besitzt drei interessante Bilder. Von zweien nehmen wir an, dass ihr Autor der Maler Luis Tovar aus Granada. Das dritte Bild ist die Madonna im Blumenkranz, deren entfernter Ausgangspunkt Brueghels, und überhaupt, flämische Bilder sind, dessen Farbgestaltung und die leichte Handschrift jedoch auf den Madrider Nachfolger des besten spanischen Blumenmalers Juan de Arrellana verweisen.

Tiráž
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