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Revue Pamiatky a múzeá - Resümee 3/2005

13. apríla 2012

Prešov im Lauf der Zeit. Über architektonische und künstlerische Kostbarkeiten der Stadt
DARINA PETRANSKÁ
Der älteste Steinbau, der auf dem Gebiet der Stadt Prešov (Eperies) in kompakter Form erhalten ist, ist die römisch-katholische Pfarrkirche St. Nikolaus. Sie wurde naturgemäß an den wichtigsten Ort, in die Mitte des spindelförmigen Hauptplatzes gestellt. Mit ihrem Bau wurde um 1347 begonnen und ihre heutige Form erhielt sie  in den Jahren 1512–1519 unter der Leitung von Meister Ján (Johann) Brengyseyn und Meister Mikuláš (Nikolaus) von Levoča (Leutschau). Schon 1429 wird in den urkundlichen Quellen eine Stadtschule erwähnt. Sie befand sich in der Nähe der Kirche. Mit einer höheren Studienform an die Stadtschule anzuschließen, beschlossen die Delegierten der oberungarischen protestantischen Stände auf der Tagung in Košice (Kaschau) am  18. November 1665. Ein Jahr darauf wurde bereits der Grundstein für die höhere evangelische Schule gelegt, die ihre heutige Form nach dem Brand von 1887 nach einem Projekt von Karol Benkó erhielt. Der älteste Orden in der Stadt waren die Karmeliter. Um 1380 bauten sie ein Kloster mit einer Kirche, die später in Kirche der hl. Dreifaltigkeit umbenannt wurde. Das heutige Erscheinungsbild verdankt die Kirche dem Umbau in den Jahren 1709 bis 1718, unter der Leitung des Baumeisters Tornyossi von Košice.
Die wirtschaftliche Blüte der Stadt um die Mitte des 15. Jahrhunderts zeigte sich auch darin, dass auf schmalen mittelalterlichen Parzellen Steinbauten zu entstehen begannen. Den entscheidenden Einfluss auf die Bürgerhäuser hatte jedoch die Renaissance. Das älteste Renaissanceportal, datiert 1508, befindet sich in der Durchfahrt des Hauses in der Hauptstraße (Hlavná ulica) Nr. 108. Das Barock bereicherte die Stadt auch mit mehreren Palastbauten. Wohl am bekanntesten ist das sogenannte Klobušicky-Palais in der Nähe des Gebäudeensembles des griechisch-katholischen Bistums. Das Rathaus von Prešov befindet sich heute in der Häuserzeile an der Westfront der Hlavná ulica. Im Mittelalter tagte der Stadtrat jedoch in einem Gebäude, das in der inneren Fläche des spindelförmigen Hauptplatzes situiert war, wo es zusammen mit weiteren öffentlichen und sakralen Bauten allein schon durch die Lage seine Bedeutung personifizierte. Das Gebäude ist auch auf der Gaspar-Vedute von 1758 festgehalten und zwar an der Stelle des heutigen Neptun-Brunnens im südlichen Park des Hauptplatzes. Es ist nicht bekannt, was die Ursache seines Untergangs war, andererseits wird schon zurzeit der Entstehung der Vedute jenes Gebäude als Rathaus erwähnt, in dem es bis heute seinen Sitz hat. Nach der wohl größten Feuersbrunst in der Stadt im Jahr 1887 wurde es in die heute Form umgebaut und diese Bauphase spiegelt sich vor allem an der Hauptfassade wider. Im Südteil des Hauptplatzes stehen einander zwei monumentale Gebäude gegenüber – das sogenannte Szentandrássy-Palais und das Gebäude „Schwarzer Adler“. Beide repräsentativen Gebäude entstanden Ende des 19. Jahrhunderts als historisierende Bauten. Schon im ausklingenden Mittelalter befand sich im Schwarzen Adler ein Gasthof gleichen Namens. 1878 beschloss der Stadtrat die Adaptation des Hauses auf eine Weise, die es ermöglichte, im Gebäude auch das langfristig geplante Theater unter zu bringen. Den architektonischen Entwurf für den großzügigen Umbau erarbeitete der Bauherr und Architekt Michal Repaský von Košice. Die Bosák-Bank (Bosáková banka) an der Ecke der Kreuzung, die den Eintritt in den historischen Stadtteil eröffnet, ist ein einzigartiger Bau mit formensprachlichen Merkmalen, in denen die Sezession sich mit Historismen überschneidet. Errichtet wurde er in den Jahren 1923–1924 für die amerikanisch-slowakische Bank, die Michal Bosák gehörte. Der Autor des architektonischen Bauentwurfs war Architekt Viliam Glasz, Absolvent  der Königlichen Bauschule in Budapest.
Ein eigenes Kapitel der Kulturgeschichte von Prešov bilden die jüdischen Denkmäler. Zu ihnen kann auch der Neptun-Brunnen im Stadtpark, eine Stiftung des  jüdischen Kaufmanns Markus Holländer, gezählt werden. Die der jüdischen Ethnie dienenden Gebäude verteilten sich nach und nach in zwei Zentren. Im nordwestlichen Teil des Wallgrabens entstand ein jüdisches Suburbium, das nach der Teilung von den orthodoxen Juden genutzt wurde. Auf der anderen Seite der Stadt,  im Ostteil des Wallgrabens, befinden sich die Synagoge und das Schulgebäude, die dem neologischen Zweig der Gläubigen gehörten.
Der Kalvarienberg von Prešov ist in der freien Landschaft auf einem Hügel südwestlich der Stadt situiert, seine Konsekration fand 1769 statt. 

Prešov – Zentrum der kulturellen Vielfalt
MÁRIA POLÁKOVÁ
Die geografische Lage Prešovs beschied der Stadt die Rolle einer Kreuzung mehrerer Kulturen, sie ist der Sitz von drei Bistümern: des Bistums des östlichen Distrikts der evangelischen Kirche, des Griechisch-katholischen und des Orthodoxen Bistums. In der Mitte des typischen linsenförmigen historischen Stadtkerns stehen vier für das Leben und die Geschichte Prešovs sehr wichtige Objekte. Es sind dies zwei Kirchen und zwei Schulen und es ist gewiss kein Zufall, dass ganz in der Nähe zwei christliche Kirchen stehen, die römisch-katholische Kirche St. Nikolaus und die evangelische Kirche (A.B.) der Heiligen Dreifaltigkeit, die zu den wenigen während der Reformation gebauten protestantischen Kirchen in der Slowakei gehört. An der Nordseite grenzt sie an das sogenannte Alte Evangelische Kollegium, dem bedeutendsten Denkmal des protestantischen Schulwesens in unserer Kulturgeschichte. Die griechisch-katholische Kathedralkirche des hl. Johannes des Täufers entstand aus der Spitalkirche, die wiederum vom Minoritenorden übernommen wurde. Kathedrale wurde sie nach der Errichtung des Bistums im Jahr 1818.
Mit dem Bau der orthodoxen Kathedralkirche des hl. Alexander Newski wurde 1946 begonnen und 1950 wurde sie geweiht. Bezug zur Kathedralkirche hat das Bistum, das  seit 1993 (nach der Proklamierung der Slowakischen Republik) ein eigenständiges orthodoxes Erzbistum bildet. Die Kathedralkirche des hl. Alexander Newski ist auch die zentrale Kirche der orthodoxen Kirche in Tschechien und in der Slowakei. Das erzbischöfliche Amt der orthodoxen Kirche ist nahe bei der Kirche angesiedelt.
Die orthodoxe Synagoge in der Ringstraße (Okružná ulica) im maurischen Stil stammt von 1898. Von allen Synagogen in Prešov ist sie die größte und funktionsfähig. Ihr Inneres schmücken beachtliche ornamentale Malereien, die trotz der Ungunst der Geschichte ihre ursprüngliche Farbigkeit und die komplette Komposition bewahrt haben.

Der Baumeister Juraj Byrtus. Regionale Abwandlung der Tradition
JANA  POHANIČOVÁ
Juraj (Georg) Byrtus stammte aus Schlesien (er wurde am 7. Januar  1897 in der Gemeinde  Mosty u Jablunkova geboren). Nach dem Ablegen der Meisterprüfungen und einem kurzen Aufenthalt in Banská Bystrica (Neusohl) zog er für ständig nach Michalovce (Großmichel) um, wo er bis zu seinem Tod am 9. Januar 1962 als Projektant und Baumeister tätig war. Er entwarf Sakralbauten für die römisch-katholische, die griechisch-katholische und die evangelische Kirche. Er war Projektant und in vielen Fällen auch Baumeister von mehr als zehn Kirchen in den Regionen Zemplín und Šariš.
Seine Kirchen verbinden mehrere spezifische Merkmale, vor allem die Inklination zur gotischen und östlichen – altrussischen und byzantinischen Inspiration, die in Verbindung mit rustikalisierten Sezessionsmotiven einen interessanten regionalen Modus schuf. Sie entspringen in der Region, in der Juraj Byrtus tätig war. Die Anfänge seines Schaffens sind mit dem Bau der griechisch-katholischen Kirche der Sendung des hl. Geistes in Michalovce verbunden, wo er als Ausführender eines nach dem Entwurf von Vladimír Sičinský errichteten Baues tätig war, der einen entscheidenden Einfluss auf sein weiteres Wirken hatte.
Hinsichtlich der Raumkonzeption stellen alle Kirchen von Byrtus ein einschiffiges Konzept mit rechteckigem Schiff und halbrundem Abschluss (Christkönigskirche in Malý Šariš, Kirche St. Anna in Čemerné oder die Kirche in Hudcovice) bzw. mit polygonalem Abschluss des Presbyteriums dar (z. B. Kirche der hll. Kyrill und Method in Giraltovce, kalvinische Kirche in Lúčky bei Michalovce und die heute bereits nicht mehr bestehende Herz-Jesu-Kirche in Svidník). In der Disposition der einschiffigen Kirche (Saalkirche) wird die für Byrtus typische Andeutung des Transepts – des Querschiffes angewandt, was an der Fassade in dem mit einem leicht ansteigenden spitzen Bogen beendeten Risalit zum Ausdruck kommt. Das gemeinsame Merkmal der genannten Kirchen ist auch die offene Arkadenvorhalle, über der sich ein aus dem Grundriss vorgeschobene quadratische oder polygonale Turm erhebt.
In dem breiten Spektrum der slowakischen Architekturszene der Zwischen- und Nachkriegszeit stellt das Byrtussche Schaffen einen konservativen Pol dar, der einer stets gegenwärtigen historisierenden Entwicklungslinie entspringt.

Eine Galerie mit ungewöhnlichem Profil
MARTA HREBÍČKOVÁ
Prešov, die drittgrößte Stadt der Slowakei ist nicht nur das administrative Zentrum der Region mit der größten Anzahl Kulturdenkmäler in der Slowakei, sondern auch der Sitz einer der ältesten slowakischen Galerien. Einhundertzehn Jahre, nachdem in Prešov die erste (verzeichnete) Kunstausstellung (Kunstgewerbeausstellung  1846) stattgefunden hatte, wurde hier eine Galerie gegründet. 
Die Galerie Šarišská galéria profilierte sich seit ihrer Gründung als eine regionale Galerie, die das Bild der Geschichte der bildenden Kunst in ihrem Wirkungskreis vom Mittelalter bis in die Gegenwart systematisch aufbaut. Der Schwerpunkt ihrer Akquisitions- und Fachtätigkeit war das breiter verstandene Gebiet der Nordostslowakei. Heute sind wir uns viel stärker der Bedeutung des systematischen Aufbaus einer repräsentativen Kunstsammlung der Region als Abbild der Qualität, des Reichtums und der Vielfalt seiner künstlerischen Tradition und Gegenwart bewusst. Das, was lange Zeit „minder“ angesehen war, d. h. eine gewisse Betonung des Regionalismus in allen Gebieten der fachlichen Tätigkeit, erweist sich heute als ihr Vorzug. Die Šarišská galéria kann heute als eine der wenigen Galerien in der Slowakei eine wirklich repräsentative Kollektion über die Entwicklung der Kunst ihrer Region vom  Ende des 15. Jahrhunderts bis in die Gegenwart zusammenstellen, was ihr die Chance bietet, ein interessanter Ort auf der touristischen Landkarte zu werden.

Porträts der Familie Sztáray im Museum Zemplínske múzeum in Michalovce
DANA BARNOVÁ – MARTIN MOLNÁR
Der Ausstellungsbetrieb und das gesellschaftlich exponierte Schaffen im Auftrag der Kirche, des Adels oder der Stadtgemeinde, sind seit Ende des 17., vor allem aber in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts nahezu ausschließlich von Ausländern bestimmt. Die Slowakei, die sich in jeder Beziehung in den Machtbereich des Wiener Hofes eingliedert, unterliegt der Expansion Österreichs und vor allem Wiens auch im Bereich der Kunst. Der Einfluss der österreichischen Malerei setzt sich zusammen mit den künstlerischen Äußerungen der heimischen Meister durch. Das Territorium der Ostslowakei erreicht der Einfluss der österreichischen Kunst erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als das Porträt sich seine Position festigt. In den Vordergrund rückt das prunkhafte und vorwiegend Ganzfigur- oder Dreiviertelporträt, das den Vorbildern des französischen Repräsentationsporträts folgt, aber auch das bescheidenere, sachlichere Bürgerporträt, das die Darstellung der halben Figur und der Büste bevorzugt. Obwohl viele Angehörige des Adels und des hohen Klerus sich weiterhin in Wien bzw. bei ihren Reisen auch in das entlegenere Ausland porträtieren ließen und von Zeit zu Zeit fremde Porträtisten auf ihre Sitze riefen, wuchsen um die Mitte des 18. Jahrhunderts auch die Reihen der heimischen Porträtisten – Spezialisten, auch wenn ihre Namen weiterhin nur selten aus der Anonymität heraustreten.
Das Museum Zemplínske múzeum in Michalovce verwaltet in seinem Fundus auch eine Gruppe von Porträts aus der Familiengalerie der Sztárays, die es in den Jahren 1958–1972 erwarb. Dieses Adelsgeschlecht hatte fast zweihundert Jahre einen markanten Einfluss auf die Entwicklung in der Stadt. Vor einigen Jahren richtete das Museum in dem Schloss, wo es heute seinen Sitz hat, einen repräsentativen Porträtraum mit Bildern der Vertreter dieses Geschlechts und ihrer Verwandtschaft ein. Die Porträts sind meist unsigniert, in den Jahren 1725–1930 entstanden und bislang in der Fachliteratur nicht veröffentlicht. Das älteste der Porträts ist das Bildnis von Imrich Sztáray, dem Maria Theresia 1740 für treue Dienste das Amt des Hauptgespans (Hauptverwalters) des Ungwarer Komitats verlieh. Imrich Sztáray war königlicher Geheimrat und Kammerherr und 1764 Teilnehmer des Reichstages.

Die Kirche des hl. Erzengels Michael in Príkra  und ihre Restaurierung
VLADISLAV GREŠLÍK
Wie in anderen Vorgebirgsdörfern der Nordostslowakei so auch in Príkra (unweit des Dukla-Passes) ist die Kirche die Dominante der Landschaft. Der Stifter der Kirche des hl. Erzengels Michael war, wie die in den Balken hinter dem Altar geschnitzte Inschrift bezeugt,  Ivan Juhasevyč Skrjavskyj im Jahr 1776.
Die dreiteilige Kirche ist eine Variante des Lemkovsky Kirchentypus. Die einzigartige Silhouette der Holzkonstruktion mit pyramidenartigem stufenförmigem Abschluss und Turmknöpfen mit handgeschmiedeten Kreuzen in Originalform über jedem Volumen ist ein natürlicher Bestandteil des Dorfpanoramas. Der Ikonostas stellt die irgendwann Anfang des 17. Jahrhunderts aufgekommene ukrainische Gestaltungsvariante dieser Wand dar, die das Allerheiligste und das Kirchenschiff trennt und gleichzeitig verbindet.  Die Ikone der Jungfrau Maria ist ein Übergangstypus zwischen Hodegetria und Eleusa. Die Ikone des hl. Nikolaus ist ein modifizierter ikonographischer Typus, der in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auftauchte. Die Bordüren an der Kleidung auf diesen Ikonen sind mit einem feinen Netz von sich kreuzenden Linien verziert. Die Tafeln sind in tiefe, plastisch gestaltete Barockrahmen eingesetzt, die, wie erhaltene Denkmäler bezeugen, hauptsächlich Anfang des 18. Jahrhunderts Beliebtheit erwarben. Die innere Rahmenfläche ist mit einem vergoldeten niedrigen Reliefpflanzenornament verziert, das an beiden Hauptikonen durch eine symbolische grüne Einfärbung ergänzt ist. Ähnliche Ikonen kommen im 18. Jahrhundert auch an weiteren Orten nicht nur der Ostslowakei, sondern auch gleich hinter ihren heutigen Grenzen in den Südostgebieten Polens, im Westen der Ukraine und im Nordosten Ungarns vor. Bei uns konnte diese Malerei zu jener Zeit auch von basilianischen Mönchen vermittelt worden sein, die sich sehr aktiv an der Ausschmückung der griechisch-katholischen Kirche der damaligen Eparchie Mukatschewo beteiligten. Eine ähnliche Gestaltung der gemalten und geschnitzten Teile findet man auch im nahen Miroľa und im entlegeneren Kalná Roztoka, was auf ihre gemeinsamen Ausgangspunkte beziehungsweise eine nahestehende Werkstatt hindeuten könnte.
Die zentrale Kirchenikone in Príkra ist die des Erzengels Michael, die sich stilistisch deutlich von den vorherigen unterscheidet. Das Reliefornament ist hier durch eine braune und blaue Marmorierung ersetzt. Markante Rokokoelemente an der Kleidung des Erzengels und die weiche Modellierung der Gesichter lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die Ausschmückung des Innenraums der drei Kilometer entfernten Kirche in Bodružal (Ikonostas aus dem Jahr 1794), die Wandmalereien (1793, 1797) und einen Teil des Ikonostas in Kožany, das Jüngste Gericht aus Rakovčík (1785) sowie die Wandmalereien in der Kirche von Kožuchovce (1785). Aus dem Angeführten ist ersichtlich, dass in dieser Region annähernd fünfzehn Jahre ein von der Rokokomalerei beeinflusster Meister tätig war. Nach dem ältesten und am umfangreichsten erhaltenen Denkmal könnten wir ihn arbeitsmäßig als Meister der Wandmalereien von Kožuchovce bezeichnen. Die Ikonografie der Ikone ist eine Art Schnittpunkt zweier Typen: der Erzengel Michael als himmlischer Archistratege und die Synaxis des Erzengels Michael, die in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auch in der Slowakei recht verbreitet war.
Ausgehend von der Stilistik der einzelnen Ikonen des Ikonostas ist offensichtlich, dass sie von mindestens drei Autoren geschaffen wurden. Drei Ikonen des hiesigen Ordens entstanden wahrscheinlich später, d. h. zurzeit der Errichtung des Gotteshauses um das Jahr 1776. Ein weiterer Autor (oder Autoren) malte eine Reihe von Festen, Aposteln und Propheten. Wir könnten sie in die Zeit von 1776–1795 datieren, als Ivan Juhasevyč hier tätig war. Die Kirchenikone des hl. Erzengels Michael könnte um 1794 entstanden sein, als in der nahen Umgebung mindestens fünfzehn Jahre ein Meister wirkte, der 1794 den Ikonostas in der Pfarrkirche Bodružal malte. Es könnte sich also um einen relativ gut ausgebildeten Maler handeln, der in der Region eine längerfristige Betätigung fand. Es ist allerdings noch zu früh, von seinen Nachfolgern oder einer Schule zu sprechen.

Fund mittelalterlicher Wandmalereien in der Kirche Turňa nad Bodvou
ĽUBOMÍR CÁP – PETER GOMBOŠ
Der heutige Ort Turňa nad Bodvou  (Torna an der Bodva) war im Mittelalter eine bedeutende Siedlung, 1432 erlangte sie den Status einer freien Stadt (civitas) und bis 1881, als das Torner Komitat aufgehoben wurde, war sie Komitatsstadt. Die römisch-katholische Kirche Mariä Himmelfahrt entstand im 13. Jahrhundert an der Stelle einer Holzkirche. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts gelangte sie für ein ganzes Jahrhundert in die Hände der Protestanten, was sich auch auf die formalen Veränderungen der Innenausschmückung ausgewirkt haben dürfte. 
Stratigraphische Sonden bei einer Restaurierungsuntersuchung haben gezeigt, dass die Wandmalereien an der Rückwand der Sedilien in einer fast geschlossenen Schicht erhalten geblieben sind. Die Maloberfläche ist durch mittelalterliche eingeritzte Graffiti beschädigt. Im unteren Teil des Süd-, Südost-, Ost- und zum Teil auch des Nordostpolygons (in eine Höhe von etwa zwei Metern vom heutigen Fußbodenniveau) befinden sich sieben unterlebensgroße weibliche Heiligenfiguren. Die Figuren sind mit einer illusionistischen Architektur umrahmt. Der beste Erhaltungsgrad ist an der Süd- und der Südostwand. Die Innenleibung der Fenster ist mit monochromen Rahmen mit alternierender Farbgestaltung versehen. In den Rahmen sind in Streifen übereinander Halbfiguren mit Schriftbändern um die Köpfe dargestellt. An der Ostwand, wo das zentrale Motiv dargestellt sein sollte, ist über dem Streifen der Heiligen im linken unteren Teil eine Gruppe von Köpfen mit Heiligenscheinen erhalten. Ihr Blick ist schräg nach oben zu dem angenommenen Zentrum der Komposition gerichtet.
Die Mal- und Gestaltungsqualität der freigelegten Wandmalerei ist hoch. Die detaillierte Durchgestaltung der Inkarnate und die weiche, präzise Bearbeitung des Haars kommt der Qualität der historischen Tafelmalerei nahe. In formaler Hinsicht manifestieren sich in den Gemälden Merkmale des Schönen Stils.

Großmährische Gräber bei der Kirche der hl. Margareta in Kopčany
PETER BAXA – VIKTOR FERUS –RENATA GLASER-OPITZOVÁ – † JANA KATKINOVÁ
Eines der Zentren des Großmährischen Reiches war die Burgstätte Valy bei Mikulčice, errichtet in der Flussaue der March (Morava). Seit 1954 finden auf der Burgstätte Mikulčice-Valy archäologische Grabungen statt, die beachtliche Erkenntnisse von europaweiter Bedeutung brachten. Auf dieser Burgstätte wurden unter anderem die Grundrisse von zwölf Kirchen erforscht, von denen die Negative der Grundmauern oder Torsi der Gründungsstreifen erhalten sind. In der Nachbarschaft der Burganlage, am linken Flussufer  befindet sich der Ort Kopčany mit der Kirche der hl. Margareta von Antiochia.  Über die Entwicklung des Umlandes dieser Kirche in Kopčany im Zeitraum vom 9. bis ins 14. Jahrhundert haben wir keine schriftlichen Informationen. Seit 1998 führt das Denkmalamt der Slowakischen Republik unter der Leitung von P. Baxa eine systematische und komplexe archäologische Untersuchung des Katasters Kopčany durch. Ziel der Forschung war die Suche nach einer Antwort auf die Frage – warum und von wem wurde die Kirche der hl. Margareta in der Flussaue der March errichtet.
Die Antwort war um so schwerer, weil praktisch nach einem halben Jahrhundert der  Erforschung der großmährischen Zeit auf dem Territorium Großmährens kein einziger stehender gemauerter kirchlicher oder weltlicher Bau aus dem 9. bis zur ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts gefunden wurde. Es zeigte sich, dass es spätestens im Laufe des 11. Jahrhunderts zum Untergang der ersten Bauphase der Kirche gekommen war, und  dass die Kirche sich im Raum einer Siedlungsballung vom 9. bis zum Beginn des 10. Jahrhundert mit Bindungen an die Burgstätte Mikulčice-Valy befindet. Die Aufnahme der Fundorte deutete zudem die Existenz einer historischen Straße von der Burgstätte über die March nach Osten an. Die Kirche selbst, wie die Untersuchung des Inneren des Schiffs und des Friedhofs südlich des Schiffes und der Vorhalle bestätigte, wurde an der Stelle einer älteren Siedlung errichtet. In ihrem Inneren und der nächsten Umgebung fanden bis zum 17. – 18. Jahrhundert Grablegungen statt.
Eine grundsätzliche Wendung in der Datierung der Kirche bewirkte der Fund von bislang drei großmährischen Gräbern im Jahr 2004. Die Untersuchung des Kircheninneren und die ersten zwei Etappen der Erforschung des Friedhofs bei der Kirche bestätigten, dass sie an einem Ort gebaut wurde, wo vorher nicht begraben wurde, das heißt, dass sie primär gegenüber den Gräbern ist. Im Kirchenschiff fand man Reste des Grabes 74, das nach dem Untergang der ersten Bauetappe entstand und Schmuck aus dem 11. Jahrhundert enthielt. Bei der Südwand des Kirchenschiffes und seiner abgerissenen Vorhalle wurden unter den Gräbern des Kirchenfriedhofs aus dem 16. – 18. Jahrhundert drei Gräber ermittelt: Grab 3/98, 96/04 und 106/04 des ältesten Begrabungshorizonts bei der Kirche, die mit ihrer Plazierung die Kirche im Umfang des Schiffes und des Narthex respektieren.
Aus den Gräbern 3/98 und 106/04 (?) stammen charakteristische großmährische Schmuckstücke – zwei vergoldete Bronzeknöpfe, ein goldener Ohrring mit einer Öse und ein silbener mit Trommel verzierter Ohrring. Nach Analogien sind sie bislang, angesichts des Standes der Analyse des Veligrader Schmucks, grob datierbar in das 9. bis frühe 10. Jahrhundert.
Die Bedeutung des archäologischen Fundes, der den Bau der Kirche der hl. Margareta zuverlässig spätestens in die Zeit der Regierung Rastislavs I. oder Svätopluks I. datiert,  stellt die eigentliche Architektur und ihre Bedeutung im Kontext der Burgstätte Mikulčice-Valy in ein besonderes Licht. Ein dominanter morphologischer Zug der Dispositionslösung der Kirche ist die longitudinale Dreiteilung in Narthex – Schiff – Presbyterium, die sich mit größter Wahrscheinlichkeit auch in die stoffliche Struktur übertrug. Wenn wir die Datierung aufgrund der archäologischen Forschung akzeptieren, dann sind direkte Vorbilder für die Kirche in Kopčany im karolingischen Kulturkreis zu suchen, vermittelt dank der dominanten Stellung des Salzburger Erzbistums bei der Christianisierung des Territoriums nördlich der Donau nach der Synode im Jahr 796. Von den nahezu identischen Grundrissen können wir anführen die Kilianskirche in Höxter (780–800), St. Justus, Laurentius und Bartholomäus in Flums (um 800), die Kirche St. Jakob und Martin in Rauris (9. Jh.), St. Laurentius in Winterthur (9. – 10. Jh.), St. Peter und Paul in Bodfeld (9. oder 11. Jh.) sowie Kirchen  in Sudburg (9. Jh.). Dieser Typ ist wahrscheinlich abgeleitet von den großen Benediktiner Klosterkirchen mit gleicher Dispositionsgliederung, die wir zum Beispiel in Lorsch–Altenmünster aus den Jahren 760–764 oder in  Regensburg–Niedermünster aus der Mitte des 8. Jahrhunderts finden. Im Kontext der großmährischen Sakralarchitektur ist die Disposition der Kirche St. Margareta atypisch. Die archäologische Grabung in der weiteren Umgebung des Objekts könnte bei der Bestimmung ihrer Funktion hilfreich sein. Es ist auch die Möglichkeit nicht auszuschließen, dass es sich um eine Klosterkirche handelt.
Die Kirche St. Margareta von Antiochia ist bislang die einzige in der Masse fast komplett erhaltene, nachweislich großmährische Kirche. Dank ihrem Erhaltungsgrad ist sie ein einmaliges Zeugnis und ein Beweis für die christlichen Kulturtraditionen, die die mitteleuropäische Region formen. Der Bau enthält eine Fülle von ursprünglichen Elementen sowie architektonischen und baulichen Details. Nach der Beendigung der Forschungsarbeiten und der Wiederherstellung wird sie eines der zentralen Objekte  des in Vorbereitung befindlichen Archäologieparks Mikulčice-Kopčany sein.

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