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Revue Pamiatky a múzeá - Resümee 1/2007

21. apríla 2012

Zdeněk Farkaš

Dzeravá skala – Höhlensiedlung der Spätsteinzeit

Die Höhle Dzeravá skala befindet sich im Kataster der Gemeinde Plavecký Mikuláš (Landkreis Malacky). Der etwa 22 m tiefe Felsenhohlraum ist bekannt als bedeutende archäologische Lokalität. In den Jahren 1912 – 1913 fand J. Hillebrand hier Spuren einer Besiedlung im so genannten Jungpaläolithikum. 1923 entdeckte F. Horálek, Mitarbeiter des Nestors der slowakischen Archäologie, J. Eisner, Reste einer Feuerstelle, fünf Steinäxte und Keramikbruchstücke aus der Periode der Lengyel-Kultur, insbesondere aus der Spätsteinzeit (Äneolithikum). Im Jahr 1950 knüpfte F. Proško vom Archäologischen Institut der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften (ČSAV) in Prag an die Sonde von J. Hillebrand an. Damals wurden aus der schon stark zerstörten Holozänschicht Funde aus der Neuzeit, dem Mittelalter, der jüngeren Bronzezeit, vor allem aber aus der Periode der Ludanice-Kultur gehoben. Aber nur ein Bruchteil der reichen Funde ist erhalten geblieben – im Slowakischen Naturschutz- und Höhlenforschungsmuseum in Liptovský Mikuláš befinden sich drei teilrekonstruierte Schüsseln, Keramikbruchstücke, ein Tonwirtel, beinerne Pfriemen und Spaltindustrie. Zu den wichtigen Entdeckungen gehörte das Grab eines Kindes im Alter bis zu einem Jahr, das in gekrümmter Stellung gebettet war.

In den Jahren 2002 und 2003 fand in der Höhle eine archäologische Revisionsforschung statt, die auf die ältere Steinzeit gerichtet war. Man fand neun Bruchstücke von Kupfergegenständen, ursprünglich Bestandteile von Schmuck oder schmückendes Beiwerk. Um weitere Destruktionen der holozänen Kulturschichten zu vermeiden, die das unerwünschte Interesse einer breiteren Öffentlichkeit und die mit Dreharbeiten zu Abenteuerfilmen verbundene Geländegestaltung mit sich brachten, führte das Archäologische Museum des Slowakischen Nationalmuseums in Bratislava in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum von Pezinok im Jahre 2005 eine weitere Rettungsforschung durch, in deren Rahmen drei eigene Sonden geöffnet wurden. Zwei davon belegten die deutliche Zerstörung der Höhlensedimente, teilweise bis zur Felssohle. Die wichtigsten Erkenntnisse lieferte so die Erforschung der fast 22 m2 großen Fläche C/05, aus der ein ungewöhnlich reiches Scherbenmaterial und eine Menge Tierknochen gewonnen wurden. Überraschend war der Fund von 21 Bruchstücken von Kupfergegenständen, meist Verzierungen, Schmuck oder Kleidungsteile, von denen die Reste massiver gegossener runder Armreifen und der Teil eines spiralförmigen Armbandes ganz besondere Aufmerksamkeit verdienen.

Petr Švanda

Die Burg Biely Kameň

Die Burgruine Biely Kameň befindet sich in den Kleinen Karpaten über der Stadt Svätý Jur. Die Benennung Biely Kameň (deutsch: Weissenstein) taucht im 15. Jahrhundert auf, auf einer Karte vom Beginn des 17. Jahrhunderts wird sie als arx (Burg, Festung, Schloss) bezeichnet. Über Svätý Jur gab es im Mittelalter nacheinander zwei Burgen.

Wir wissen nicht, wann die erste errichtet wurde, die vor allem eine Wachfunktion hatte. Sie stand nördlich von der heutigen Burgruine Biely Kameň. Die archäologische Untersuchungen von Ľ. Kraskovská aus dem Slowakischen Nationalmuseum in den Jahren 1957, 1958 und 1962 belegten die Existenz einer prähistorischen (Hallstatt-) Siedlung sowie Spuren des materiellen Lebens im 13. und 14. Jahrhundert. Sie bestätigte auch die Existenz einer Fortifikation (der Burg) aus dem 13. Jahrhundert im Ostteil der Lokalität. Die derzeitige, seit Sommer 2006 laufende archäologische Forschung des Kleinkarpatenmuseums (Malokarpatské múzeum) in Pezinok vermutet auch die Existenz eines mittelalterlichen Sakralbaues.

Die zweite Burg von Svätý Jur (Biely Kameň) wurde vor 1270 von Abraham I., einem Abkömmling von Sebeš I., aus dem Geschlecht Hunt–Poznan, das dem alten Adel slowakischer Abstammung angehörte, als administratives, wirtschaftliches und militärisches Zentrum seiner Herrschaft erbaut. Sie gehörte zum Wehrsystem der Burgen an der Westgrenze des Ungarischen Königreichs und kontrollierte gleichzeitig die wichtigen Handelsstraßen von Bratislava nach Trnava, Stupava und dem Záhorie. Von dem intensiven Leben in ihr bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts zeugt auch die ausgeklügelte Anlage für die fließende Trinkwasserversorgung. Die mittelalterliche Wasserleitung führte durch Rohre aus gebranntem Ton mit einem Durchmesser von 7,7 bis 13 cm und einer Länge der einzelnen Teile von 55 bis 58 cm in einer Entfernung von etwa 3 000 Metern von der Quelle im Wald bis zu einer in den Felsen gehauenen Zisterne. Die Burg wurde wahrscheinlich in zwei Etappen gebaut. In letzten Drittel des 13. Jahrhunderts entstand die Innenburg mit der frühgotischen Disposition eines unregelmäßigen Rechtecks mit Abmessungen von 45 x 30 m und zwei Türmen. Die Dominante des Burgkerns war der Donjon/Wohnturm, der inmitten eines kleinen Burghofs stand. In der zweiten Bauetappe, Ende des 14. Jahrhunderts, entstand die untere Außenburg mit einem eckigen Eingangsturm mit dem Objekt der Wache und zwei weiteren Türmen, von denen der sogenannte Wasserturm die besagte Zisterne schützte. Trotz dem progressiven Befestigungssystem wurde die Burg im 15. Jahrhundert erobert. In der groben Destruktionsschicht mit Aschegehalt fanden sich außer Keramikbruchstücken und Baueisen zahlreiche Militarien (Munitionen), zum Beispiel Eisen- und Steinkugeln für Schusswaffen, Armbrustgeschossspitzen und vor allem Silberpfennige von Friedrich III.

Mária Čelková

Kirche des heiligen Erzengels Michael in Vyhne

Die Gemeinde Vyhne, 10 km von Banská Štiavnica entfernt, wurde durch den Silber-, Gold- und später Eisenerzbergbau, durch ihre Bierbrauerei und die eisenhaltigen Heilquellen berühmt. Die erste schriftliche Erwähnung der Lokalität stammt aus dem Jahr 1326. Die Förderung und Verarbeitungder Edelmetalle ist vom 14. bis 18. Jahrhundert belegt. In diesem Zeitraum erlebte auch das hiesige Bad, das von vielen bedeutenden Persönlichkeiten des politischen und kulturellen Lebens besucht wurde, eine Blüte. Die Dominante von Vyhne ist die auf einer Anhöhe über dem zentralen Teil des Ortes errichtete römisch-katholische barock-klassizistische Kirche des hl. Erzengels Michael. Wertvolle Dokumente zur Architektur der 1776 errichteten Kirche sind die Originalprojekte von drei verschiedenen Autoren aus den Jahren 1774, 1775 und 1776, und zwar: Joseph Pircker (Pircher), Martin Sturian und Matthias Lechner. Realisiert wurde der Entwurf des aus Tirol stammendenden Maurermeisters Joseph Pircker, seit 1765 Bürger von Banská Štiavnica, der mehrere Bauten und Umbauten in der Stadt und ihrer Umgebung realisierte. Josef Pircker leitete auch den Bau der Kirche, was weitere Archivdokumente belegen.

Die Architektur der Kirche des hl. Erzengels Michael in Vyhne fällt in die Zeit des Rokokos und des barocken Klassizismus des letzten Viertels des 18. Jahrhunderts. Sie besteht aus einem Schiff, das mit dem Presbyterium abgeschlossen ist, an der Westfassade mit einem vorgesetzten Glockenturm. Die Fassade hat eine abgestufte Gliederung mit Lisenen, Eckrustika und horizontalen Streifen im Mittelteil des Turms. Den Abschluss des Turms bildet eine dreistufige Turmkuppel. Neben dem Turm befindet sich ein rundes Türmchen mit Wendeltreppe zum Chor mit Orgel. Das steinerne Eingangsportal der Kirche ist einfach, klassizistisch, in der Mitte mit einem Bergbausymbol und der Datierung 1776.

Der spätbarocke Hauptaltar ist dem heiligen Erzengel Michael, dem beliebten Patron der Bergleute, geweiht. In der Mitte befindet sich ein Bild mit dem Motiv des Sieges des hl. Erzengels Michaels über den Teufel. An den Seiten sind Holzplastiken der Apostel Petrus und Paulus, die Mensa mit dem Sanktuarium und einem knienden Engelpaar. Aufgrund einer komparativen Untersuchung vermuten wir, dass das Bild eine Kopie des gleichnamigen Altarbildes aus der Kirche Mariä Himmelfahrt in Banská Štiavnica (der so genannten deutschen Kirche), eines Werks von Anton Schmidt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts ist. Die plastische Ausschmückung des Haupt-, aber auch des Nebenaltars des hl. Anton von Padua, der Kanzel und des Taufsteins wurde im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts von einem österreichischen Bildhauer realisiert, wahrscheinlich Michael oder Franz Rässner, Dionys Ignaz Stanetti, oder auch Stanettis Mitarbeiter Georg Peter Götz. Das bedeutendste Denkmal der Kirche ist der Seitenaltar mit dem Bild Mariä Himmelfahrt des Wiener Malers Vinzenz Fischer. Es mutet wie eine Studie für den Hauptaltar in der „deutschen Kirche“ in Banská Štiavnica an. Beide Altäre entstanden zwischen 1805 – 1809 und die gleichen Themen verweisen auch auf einen Zusammenhang hinsichtlich des Donators.

Katarína Chmelinová

Gotisierende Formen in der frühbarocken Schnitzkunst

Die große Skulptur des heiligen Martin mit dem Bettler, untrennbar verbunden mit der Dauerausstellung des Ostslowakischen Museums in Košice, ist ein bekanntes Beispiel für die frühbarocke Schnitzkunst auf unserem Gebiet. Der Inschrift auf der Schnitzarbeit zufolge wurde sie 1686 von dem Bildhauer Šimon Reiter geschaffen. Wir wissen auch, dass diese Arbeit Bestandteil des nichterhaltenen Martinsaltars der Kirche des hl. Martin in Spišská Kapitula war, der bei ihrer Regotisierung Ende des 19. Jahrhunderts zusammen mit weiteren Einrichtungen aus der Kirche entfernt wurde. Hier endet die bekannte Faktographie und alle weiteren Bemühungen, das Schaffen von Šimon Reiter näher kennen zu lernen, sind bisher ohne Erfolg geblieben. Dennoch sagt das Werk selbst vieles über die Trends der frühbarocken Schnitzkunst bei uns aus. Hinsichtlich des Stils zum Beispiel belegt es für das Schaffen des 17. Jahrhunderts auch in der Zips spezifische historisierende Tendenzen, vor allem die bewusste Rückkehr zu den Formen der Spätgotik, der sich in den Gesichtstypen, in der Modellierung der Draperie, der Isoliertheit der Figuren bzw. der Neigung zum Naturalismus äußert. Bei dem Reiter auf dem Pferd, der seinen Mantel teilt, ist der Bezug zu den Formen des Spätmittelalters so überzeugend, dass er mitunter zu Überlegungen führt, ob es sich hier nicht um die Umarbeitung eines älteren Werkes und seine Ergänzung um die Gestalt des Bettlers handelt.

Die Rückkehren zu Kunstformen vergangener Epochen wurden lange Zeit von der Kunstgeschichte als Provinzialkunstäußerungen von geringerer Qualität zurückgewiesen. Das Interesse am Studium dieser Problematik in Mitteleuropa ist erst in den letzten Jahrzehnten gewachsen und die ersten Schritte zur Interpretation der gotischen Reminiszenzen hat auch die slowakische Kunstgeschichte schon hinter sich. Auf unserem Gebiet hatten sie neben dem Ausklingen der Tradition (survival) die weit interessantere und kreativere Position der bewussten Rückkehr (revival). Der heilige Martin mit dem Bettler aus Spišská Kapitula von Simon Reiter ist ein typisches Beispiel für das gotische Revival des 17. Jahrhunderts, das zudem damit zusammenhängt, dass Spišská Kapitula zu jener Zeit ein Zentrum der Rekatholisierung (Gegenreformation) des nordöstlichen Oberungarn war. Reiters Arbeit war aber nicht die erste dieser Art auf unserem Gebiet. Eine wesentlich kleinere, aber anschauungsmäßig verwandte frühbarocke Schnitzarbeit des hl. Martin befindet sich am Seitenaltar der Kirche in Žehra. Der glaubwürdige Nachweis für den direkten Zusammenhang, den gemeinsamen Autor aber erfordert weitere Quellenforschungen sowie eine genauere Einsicht in das lokale Zeitschaffen.

Zuzana Francová – Želmíra Grajciarová – Marta Herucová

Frauen im Pressburger Kunstverein

Die Pflege der Beziehung zur Kunst breitete sich im 19. Jahrhundert aus den aristokratischen in die bürgerlichen Kreise aus. Öffentliche Ausstellungen wurden zu besonderen gesellschaftlichen Ereignissen – so war das im englischen und französischen Milieu zunächst auf dem Boden der Akademien und nach der Jahrhundertmitte auch außerhalb derselben. Die Idee der „Kunstsalons“ eroberte im Rahmen Österreich-Ungarns auch das kleine Pressburg (heute Bratislava). Aristokraten und hochgestellte Bürger (nicht Künstler, wie man annehmen könnte) ergriffen die Initiative und gründeten den Pressburger Kunstverein – Pozsonyi Képzőművészeti Egyesület (1885 – 1945). Er gehörte zu den fast 4000 Vereinen auf dem Gebiet des damaligen Ungarn, in der Slowakei war er jedoch der erste seiner Art. Sein Hauptziel war es, das Kulturgeschehen der Stadt mit Ausstellungen zu bereichern, aber er wollte auch Werke nicht nur einheimischer, sondern auch italienischer, österreichischer und ungarischer Autoren und Autorinnen verkaufen. Er behielt auch die Talentförderung im Auge. Der Pressburger Kunstverein entstand in einer Zeit, als die Anerkennung der Öffentlichkeit die Domäne der Männerwelt war. Die Stellung der Frau war klar bestimmt, Bildung und Erwerbstätigkeit galten als unschicklich. Diese Ansichten wurden zwar nicht von allen akzeptiert, eine reale Änderung verspürten allerdings erst die Generationen nach dem Ersten Weltkrieg.

Zur ersten Generalversammlung, die im Stadtrathaus am 17. Mai 1885 stattfand, wurden 319 Mitglieder eingeladen, davon 70 Frauen. Vor allem Gräfinnen und Baroninnen, potentielle Bewunderinnen der Kunst, verliehen der ganzen Aktion den Stempel der Großartigkeit. Es ist nicht auszuschließen, dass wir es in ihren Personen mit Zeichnerinnen und Malerinnen zu tun haben, denn, sich diesen Tätigkeiten zu widmen, gehörte zu einer guten Erziehung. Viele Frauen stellen mit dem Verein aus, aber nicht immer ist sicher, ob sie auch Mitglied waren. Bei vielen wissen wir nur, wie sie hießen bzw. wo sie wohnten, und die Titel der Arbeiten, die sie ausstellten. An den Vereinsausstellungen nahmen auch weibliche Mitglieder der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens teil, die nach einer gewissen Zeit von Budapester Malerinnen abgelöst wurden. Die dezimierte Zahl der Männer in der Nachkriegszeit musste den Frauen eine größere Chance geben und ihnen die Tore in die Welt der Bildung und des öffentlichen Wirkens öffnen. Die Wiener Akademie der bildenden Künste begann seit dem Wintersemester 1920/1921offiziell Frauen und Mädchen aufzunehmen. Fachfrauen waren auch im reorganisierten Pressburger Kunstverein willkommen. In den 20er Jahren trat ihm die Kunsthistorikerin Dr. Gisela Leweke, geborene Weyde bei, die als einzige Frau in den Jahren 1926 – 1928 mehrere Ämter inne hatte: Sie war Sekretärin, Vizevorsitzende und schließlich Ehrenmitglied.

Zuzana Zvarová – Peter Horanský

Die alte Weinbauschule in Modra

Das Städtchen Modra liegt am Fuße des Südostteils der Kleinen Karpaten. Die erste schriftliche Erwähnung Modras stammt aus dem Jahr 1256, in der es als Dorf bezeichnet wird (villa Modur). Im Jahr 1361 erhält es Privilegien eines Untertanenstädtchens. Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts besitzt es das Mautrecht. Im Jahr 1607 wird es königliche Freistadt und in den Jahren 1610 – 1646 errichtet es Stadtmauern. Im 17. und 18. Jahrhundert brannte Modra mehrmals nieder (1631, 1647, 1730). Während des 19. Jahrhunderts geht die Bedeutung der Stadt zugunsten des nahegelegenen Pezinok (dt. Bösing) zurück.

Im Raum der einstigen Oberen Vorstadt, in der Straße Horná ulica Nr. 20 steht das solitäre Objekt der ehemaligen Weinbauschule. Vor der beabsichtigten Rekonstruktion wurde hier Anfang 2006 eine Denkmaluntersuchung durchgeführt, die interessante Erkenntnisse brachte. Das vierflügelige Gebäude hat einen Innenhof, dessen Grundriss einen unregelmäßiges Rechteck bildet. Er ist von der Südseite her durch eine schmale eingewölbte Durchfahrt zugänglich. Drei Flügel des Objekts sind zweigeschossig, der Südostflügel ist eingeschossig. In künstlerisch-architektonischer Hinsicht ist der Nordwestflügel der wertvollste. Er ist in beiden Geschossen eintraktig, Trennwände teilen ihn in eine Reihe additiv aneinander gereihter Räume. In der Mitte der Hoffassade hat er einen Portikus, den ein gemauerter Sockel mit toskanischen Säulen an beiden Geschossen bildet. Auf dem Niveau des zweiten Obergeschosses ist er Bestandteil des Laubengangs, den eine renaissancezeitliche Metallkonstruktion mit einem Metallgeländer trägt. Das Interieur dieses Flügels wird von einer Halle mit Holztäfelung und Treppe dominiert. Der Südwestflügel hat auf dem Niveau des zweiten Geschosses einen Renaissance-Auslugerker. Die Treppe in diesem Flügel führt zum Garten. Der Raum vor dem Objekt wird besonders hervorgehoben durch die Barockstatue der Pieta, die in den Portikus mit eckigen Säulen und Dach eingesetzt ist.DerGarten hat zwei Teile: einen Ziergarten mit Parkanlage und eine freie Landschaft. Darin untergebracht sind kleine Architekturen aus dem 18. – 19. Jahrhundert.

Die älteste Erwähnung des Objekts, das in den Archivquellen als Mühle charakterisiert war, stammt aus dem Jahr 1780. Während des 18. sowie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wechselte das Objekt häufig seine Besitzer. 1912 schließlich erwarb das Gebäude samt Grundstücken Ritter (später Graf) Arthur von Polzer-Hoditz, Kabinettchef des Kaisers Karls I. von Habsburg. Im Jahr 1922 kaufte der tschechoslowakische Staat das Gebäude und die Grundstücke für die Wein- und Obstbauschule ab, die im selben Jahr von Bratislava nach Modra verlegt wurde und hier bis zum Jahr 1954 angesiedelt war.

Vladimír Draxler

Funkhäuser außerhalb Bratislavas

Die Außenstelle des Radiojournals nahm am 17. April 1927 ihre Arbeit auf. Sie war in dem ungeeigneten Gebäude der alten Post untergebracht und hatte nur einen radiotelegraphischen Sender zur Verfügung. Im Jahr 1928, als Košice einen phonischen Sender bekam, begann der Bau des Funkhauses in der Moyzesova ulica (Moyzes-Straße), wo am 1. Oktober 1930 der Sendebetrieb aufgenommen wurde. Der Rundfunk Košice startete seinen Betrieb somit im selben Jahr wie Bratislava, das nach dem Münchener Funkhaus das älteste, für Rundfunkzwecke errichtete Gebäude in Europa besaß. Zudem diente das neue Gebäude in Košice ausschließlich dem Rundfunk. In ihm gab es zwei Studios, Technikräume und Arbeitsräume für das Personal der Außenstelle, die auch die ungarischen und ruthenischen bzw. ukrainischen Sendungen überdachte.

Im Herbst 1938 musste das Radiojournal als Folge des Wiener Schiedsspruchs Košice verlassen. Es zog nach Prešov um, wo es zunächst in provisorischen Räumen (Hotel Savoy, hiesiges Theater, altes Kollegium) arbeitete. Im Jahr 1944, als die Sanierung der Funkräume im Komplex der neuen Post fertig war, beschlossen die Militärorgane die Evakuierung der Filiale nach Banská Bystrica. Nach dem Ende der Okkupation kehrte der Rundfunk nach Košice zurück. Im Jahr 1948 wurde das dortige Gebäude zum Sitz des ostslowakischen Studios des Tschechoslowakischen, seit 1993 des Slowakischen Rundfunks. Mit Prešov als Rundfunkzentrum rechnete man schon nicht mehr, später wurde hier jedoch die ukrainische Sendung etabliert, die eine Villa in der Vajanského ulica (Vajanský-Straße) zur Verfügung gestellt bekam, von wo am 20. August 1948 zu senden begonnen wurde. Ein neues Gebäude wurde erst 1986 errichtet. Nach 1989 ließen sich hier auch die Mitarbeiter der neugeschaffenen Nationalitätensendungen – der Roma- und der deutschen, später der polnischen und tschechischen Sendungen nieder. Am 31. August 2003 wurde der Rundfunk Prešov aber aufgelöst.

Banská Bystrica bekundete schon in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts sein Interesse, Sitz des Rundfunks zu werden. Die Postverwaltung setzte 1936 den Sender bei Banská Bystrica in Betrieb, dessen Bestehen 1944 über den Umzug der Filiale Prešov nach Banská Bystrica entschied. Die evakuierte, im Gebäude des Evangelischen Vereins installierte technische Anlage benutzten im August 1944 die Teilnehmer des Slowakischen Nationalaufstandes für ihre Sendungen. Damit reihte sich der Rundfunk Banská Bystrica, neben dem Rundfunk Blyskawica des Warschauer Aufstandes und der jugoslawischen Widerstandssender, mit zu den wichtigsten Subjekten des europäischen Widerstandskampfes während des 2. Weltkrieges. Im Jahr 1957 errichtete hier der Tschechoslowakische Rundfunk ein provisorisches Studio, das wirkliche Rundfunkzentrum in Banská Bystrica, das bis heute funktioniert, wurde am 29. August 1962 in Betrieb genommen.  

Martina Orosová

Unbekannte Vergangenheit des Schlosses Hodkovce

Das Schloss Hodkovce (Ortsteil der ostslowakischen Gemeinde Žehra) ist allgemein nicht sehr bekannt, obwohl es sich in der Nähe der Zipser Burg befindet und in Žehra eine kleine Kirche mit einzigartigen Wandmalereien steht. Es ist ein eingeschossiges vierflügeliges Gebäude im klassischen Stil mit spätbarocker Disposition. Die Grundform des Schlosses bestimmten zwei umfangreiche Umbauten, einer im klassizistischen- und Empirestil und einer im Neostil. Den ersten Umbau verwirklichte nach 1780 Graf Emanuel Csáky, den zweiten nach 1860 Graf Koloman Csáky. Im Ost- und Südteil des Schlosses, das einem französischen Park zugewandt ist, richteten die Csákys sich ein privates Museum ein. In den Räumen verteilten sie Gegenstände, die von ganzen Generationen der Zipser Burgherren zusammengetragen wurden. Die letzte Schlossbesitzerin war Helena Csáky-Forbes. Sie ging noch vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges nach England.

Das Schloss hatte während des Krieges und danach Glück. Im Unterschied zu ähnlichen Bauten blieb es von bewaffneten Begegnungen und Nachkriegsplünderungen verschont. Mehrmals blieb es auch durch die nachdrückliche Ablehnung von Dr. Vladimír Wagner aus der Denkmalabteilung des Ministeriums für Schulwesen und Volksaufklärung vor der Einquartierung der Armee und anderen nachteiligen Eingriffen bewahrt. Bis 1948 stand es irgendwie außerhalb des Interesses der neuen Staatsorgane. Mitte 1948, im Zusammenhang mit der Konfiskation, wurde erstmals der Gedanke ausgesprochen, hier ein staatliches Museum einzurichten. Das Objekt fiel dem Ministerium für Landwirtschaft zu und am 18. Juli 1949 wurde es dem Landwirtschaftlichen Archiv in Levoča übergeben. Mitte 1950 waren die familiären Museumsammlungen und die Stilwohnungseinrichtung der Öffentlichkeit noch zugänglich. Aber durch eine Regierungsentscheidung von 1961 ging das Schloss in die Kompetenz des Beauftragtenamtes (=Ministeriums) für Arbeit und Sozialfürsorge über und es drohte die Schließung des Museums. Nach mehreren Urgenzen wurde das Schloss Hodkovce am 14. April 1951 zum staatlichen Kulturbesitz erklärt. Die nationale Kulturkommission, vertreten durch Dr. Oľga Wagnerová, übernahm es am 22. Juni 1951 in ihre Verwaltung. Das Schicksal der Kommission war jedoch bald darauf besiegelt. Ihre Agenda übernahm das Slowakische Denkmalinstitut und trotz seines Bemühens, als Mitte der 50er Jahre das Drängen auf die „soziale“ Nutzung des Schlosses, begründet mit dem schlechten Zustand des Objektes und den geringen Besucherzahlen des Museums, begann, konnte es die schrittweise Liquidation der Museumsräume nicht verhindern. 1957 belegte die Sozialfürsorgeanstalt das ganze Schloss. Das, was aus der Csáky-Sammlung und der ursprünglichen Einrichtung des Schlosses gerettet werden konnte, ist heute in Museumsausstellungen in der ganzen Ostslowakei verstreut.  

Miloš Dudáš

Holzkirchen – Nominierung für die Liste des Weltkultur- und Naturerbes UNESCO (WHL)

Im Juli 2006 reichte die Slowakische Republik ein weiteres Nominationsprojekt zur Eintragung in die Liste des Welterbes der UNESCO (WHL) ein. Sein Gegenstand war das Ensemble der Holzkirchen des slowakischen Teils des Gebirgszugs der Karpaten, das die bereits eingetragenen Standorte Banská Štiavnica, Vlkolínec, in der Zips und Bardejov ergänzen soll. Die Holzkirchen verkörpern die geistige Kultur des Schöpfers aus dem Volk, der sein natürliches Materialempfinden und praktische Erfahrungen eingebracht hat. Für die Karpatenregion ist Holz das charakteristische Grundbaumaterial. Da durch die mittleren Karpaten eine gedachte Grenze des politischen wie des religiösen Einflusses der weströmischen (lateinischen) und der oströmischen (byzantinischen) Kultur mit unterschiedlich aufgefasster Liturgie verlief, wurde dieses Territorium zum Gebiet des Vorkommens verschiedenartiger kultischer Holzbauten. Inhaltliche und formale Unterschiede in der Auffassung des Christentums spiegelten sich auch in der Architektur dieser Objekte wider. Zudem lebte in dieser Region eine ethnisch heterogene Einwohnerschaft mit eigenen religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Äußerungen. Davon gingen auch die Bearbeiter des Nominierungsprojekts aus, die sich um die Auswahl der charakteristischsten Beispiele für die Vielfältigkeit der sakralen Holzbauten in der Slowakei bemühten. Ihre Kriterien waren: Authentizität der historischen Konstruktion, der kunsthandwerklichen und künstlerischen Ausschmückung und der Originalinneneinrichtung des Objekts sowie die Authentizität der unmittelbaren Umgebung. Natürlich berücksichtigten sie auch den heutigen bautechnischen Zustand und die Nutzung des Objekts. In Betracht kamen nur Bauten, die in situ noch immer dem Liturgiebedarf der örtlichen christlichen Gemeinde dienen. In die Nominierung wurden schließlich acht Holzkirchen und Gotteshäuser dreier christlicher Konfessionen aufgenommen: die Kirche des hl. Franz von Assisi in Hervartov und die Kirche Allerheiligen in Tvrdošín (römisch-katholische Kirche), die Artikularkirchen in Kežmarok, Leštiny und Hronsek (evangelische Kirche des Augsburger Bekenntnisses) und Kirchen (cerkvi) des hl. Nikolaus in Bodružal, des hl. Erzengels Michael in Ladomírová und des hl. Michaels des Bischofs in Ruská Bystrá (griechisch-katholische Kirche).  

Daniela Zacharová

Barocke Malerei im Trinitarierkloster in Trnava

Das heutige Jesuitenkloster, im Zentrum des historischen Kerns der Stadtdenkmalzone Trnava war ursprünglich von Trinitariern – dem Orden der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, errichtet worden, der in den Jahren 1710 – 1782 in Trnava wirkte. Nach der Auflösung dieses Ordens 1784 fielen die Klostergebäude dem königlichen Gymnasium zu. 1807 übernahmen Benediktiner die Kirche und das Gymnasium, später, im Jahr 1852, erhielten Jesuiten das Kollegium zusammen mit der Kirche. Nach der Liquidation der Klöster 1950 war sein Benutzer das Staatliche Kreisarchiv Trnava. Seit 2002 ist wiederum der einzige Benutzer und Besitzer des Gebäudes die Gesellschaft Jesu.

Das Kloster, das ein nationales Kulturdenkmal ist, besteht aus mehreren Flügeln, die einen weitläufigen Block, begrenzt durch die Štefánikova und die Františkánska ulica (Stefanik- und Franziskanerstraße); in unserem Beitrag widmen wir uns dem Flügel an der Štefánikova ulica, wo im Zeitraum Dezember 2005 bis Februar 2006 eine Restaurierungsuntersuchung durchgeführt wurde. Ein größerer Raum im Erdgeschoss entzog sich dem Stereotyp der Funde. Unter einer dicken Schicht von Anstrichen in der Mitte des Gewölbes wurde eine farbige Ausmalung entdeckt – die Sondage enthüllte die Hl. Dreifaltigkeit in einem Rundspiegel. Weitere Probesonden bestätigten, dass es sich um eine original barocke Malerei in Secco-Technik handelte, die fast im gesamten Umfang des Raumes erhalten geblieben ist – d.h. am Gewölbe und an den Wänden bis zu einem Niveau von ca. 1,5 m über dem Boden. Angesichts der Außergewöhnlichkeit des Fundes beschloss der Eigentümer des Objektes, mit der finanziellen Unterstützung der Stadt Trnava, an die komplexe Restaurierung heranzugehen.

Die markanteste Komponente des Interieurs ist die bunte Pastellfarbigkeit. Expressive Flächen bilden die Unterlage für pflanzliche und figürliche Motive sowie charakteristische mit dem Trinitarierorden verbundene Themen – vor allem die Hl. Dreifaltigkeit, die Ordensgründer und Genreszenen aus ihrer Tätigkeit. Im Rahmen des Objekts ist dies der einzige Raum mit einer so prächtigen Ausschmückung, der wahrscheinlich eine gesellschaftlich übergeordnete, bislang aber unbekannte Funktion hatte. Zu dieser in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts datierte Ausmalung, ist im Rahmen der Region keine Analogie bekannt. Deutlich ist allerdings, dass sie das Ergebnis einer Kombination von Zeitgeschmack und Möglichkeiten sowie das Vermächtnis des kurzen Wirkens des Trinitarierordens in der Stadt und im Objekt selbst ist.

Tiráž
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