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Revue Pamiatky a múzeá - Resümee 4/2009

21. apríla 2012
Denkmalschutz in der SLOWAKEI IN JAHREN 1919 – 1939

Martina Orosová
Organisation des Denkmalschutzes in der Zwischenkriegszeit
Seit dem Jahre 1912, noch vor der Entstehung der Tschechoslowakischen Republik, siedelte in Prag das k. k. Landesdenkmalamt für das Königreich Böhmen mit zwei Abteilungen – tschechischer und deutscher. Mähren und Schlesien unterlagen bis 1918 der Wiener Zentralkommission für die Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmäler und die Slowakei der Ungarischen Denkmalkommission in Budapest. Im September 1918 bereiteten die Fachmänner um den Tschechoslowakischen Nationalausschuss die Konzeption des künftigen Ministeriums für Schulwesen und Volksaufklärung (nachstehend MSV) vor, welches gleich nach der Entstehung der Tschechoslowakischen Republik auch die Agenda des Denkmalschutzes übernommen hat. Es hat einige Monate gedauert bis die Situation stabilisiert war und bis sich der Minister mit Vollmacht für die Verwaltung der Slowakei, Vavro Šrobár, auch mit Kulturfragen zu befassen begann. Die Persönlichkeit, die in diesem Prozess eine unvertretbare Rolle gespielt hatte, war der Architekt Dušan Jurkovič. Er kam aus Brno, angesogen mit tschechischem Enthusiasmus, um in die Dienste der staatlichen Macht einzutreten, was viele überrascht hat. Der Minister V. Šrobár ernannte ihn am 1. April 1919 zum Regierungskommissar für Denkmalschutz. Zu arbeiten begann er schon im Mai 1919 und er erweiterte gleich auch die Kompetenz seines Amtes – des Regierungskommissariats für Denkmalschutz (nachstehend Regierungskommissariat) – auch auf die Organisation der lebendigen Volkskunst und Kunstindustrie. Zu seinen weiteren Mitarbeitern wurden mit der Zeit J. Hofman, J. Vydra, J. Marek, B. Mathesius, F. Faulhammer, J. Reichert.
Gleich am ersten Tag der neuentstandenen Republik am 28. Oktober 1918 wurde das Gesetz Nr. 11/1918 Slg. verabschiedet, womit der Staat (Tschechoslowakische Republik) alle österreichischen und ungarischen Gesetze und Verordnungen übernommen und bestätigt hat. In der Slowakei blieb nur das ungarische Denkmalgesetz Nr. XXXIX/1881 in Geltung. Neue Verhältnisse erforderten jedoch auch neue Modifikationen des Denkmalschutzes. Der beauftragte Minister verfügte in dieser Zeit über fast unbeschränkte Kompetenzen und seine Verordnungen waren mit Gesetzen gleichgestellt. Der Kunsthistoriker mit juristischer Ausbildung Jan Hofman, der in die Dienste des Regierungskommissariats am 1. Juli 1919 eingetreten ist, bereitete einen sehr progressiven Text der Verordnung zur Regulierung des Denkmalschutzes in der Slowakei, um ihn näher zu der Praxis in Böhmen zu bringen. Dem Regierungskommissariat wurde darin die Kompetenz der Ungarischen Denkmalkommission sowie der Ungarischen Museumskommission beigemessen. Das Kommissariat entschied in allen Angelegenheiten mit Einfluss auf den Denkmal- und Naturschutz und alle Staats- und Selbstverwaltungsbehörden waren verpflichtet, über diese Angelegenheiten zu informieren. Das Statut des Regierungskommissariats erfüllte somit eine fortschrittliche Funktion auch in der Entwicklung der betreffenden Legislatur. In die Kompetenz des Kommissariats gehörte auch der Schutz von immobilen Denkmälern, die Aufsicht über öffentliche, kirchliche und Zunftsammlungen, die Evidenz von Ausgrabungen (zusammen mit dem Staatlichen Archäologischen Institut), die Aufsicht über die Ausfuhr von Denkmälern und den Antiquitätenhandel. Als die Hauptaufgabe des Kommissariats betrachtete man die Gründung des Zentralkatasters von Denkmälern (Zentralliste), Dokumentation von Denkmälern (Errichtung eines Photoateliers), Teilnahme an der Lösung von künstlichen und archäologischen Fragen und die Aufsicht über Museen. Unvernachlässigbar war auch die Werbetätigkeit beruhend auf der Überzeugung, dass der Denkmal- und Naturschutz stets mit der Öffentlichkeit in Verbindung stehen muss.
Auf Grund eines MSV-Präsidiumserlasses vom 23. Mai 1922 wurde das Regierungskommissariat aufgelöst und seine Agenda überging auf die II. (Aufklärungs-) Abteilung des MSV-Referats in Bratislava, in die einige Angestellte des aufgelösten Kommissariats delimitiert wurden. In die Struktur des Referats hat man jedoch nicht die ganze Agenda des Regierungskommissariats eingegliedert. Die Angelegenheiten des Denkmalschutzes und Musealwesens wurden dem Staatlichen Inspektorat für Archive und Bibliotheken in der Slowakei zugeordnet.
Die nächste Etappe in der Geschichte der Denkmalpflege in der Slowakei repräsentierte das Staatliche Referat für Denkmalschutz in der Slowakei (nachstehend Staatsreferat, 1922 – 1939), welches eine vorübergehende Lösung vor der Transformation zum Staatsdenkmalamt in Bratislava darstellen sollte. Das Denkmalgesetz, das auch die Tätigkeit von einzelnen Denkmalämtern festlegen sollte, wurde jedoch vor dem Zerfall der Tschechoslowakei nicht verabschiedet und das Staatsreferat hat noch weitere 17 Jahre gearbeitet. In Wirklichkeit hörte es erst nach der Entstehung der Slowakischen Republik im März 1939 auf zu existieren, u. z. durch die Erlassung der Verordnung Nr. 29/1939 der Slowakischen Gesetzsammlung. Damit wurde seine Agenda in das slowakische Ministerium für Schulwesen und Volksaufklärung eingegliedert.
Das Regierungskommissariat für Denkmalschutz in der Slowakei und das Staatliche Referat für Denkmalschutz in der Slowakei waren die ersten Denkmalbehörden, die den Grund für Monumentologie als eine neue wissenschaftliche Disziplin gelegt haben.

Lukáš Svěchota
Denkmäler und der Vertrag von Trianon
In Versailles und anderen Schlössern in Pariser Vororten verhandelte man nach Beendigung des Ersten Weltkriegs über das Leben und Schicksal von neuen Nachfolgerstaaten, die nach dem Zerfall Österreich-Ungarns entstanden sind. Einer von ihnen war auch die Tschechoslowakische Republik. Die Gestaltung von Friedensverträgen war ein langwieriger Prozess, in dem man die Vorschläge, Anforderungen und Bemerkungen von allen beteiligten Parteien berücksichtigen musste. Aus der fieberhaften Tätigkeit der Diplomaten und errichteten Kommissionen entstanden schließlich mehrere Verträge. Am wichtigsten hinsichtlich der Entstehung und Existenz der Tschechoslowakischen Republik sind die Verträge von Saint‑Germain-en-Laye (10. September 1919) und Trianon (4. Juli 1920). Diese behandelten ein breites Spektrum von äußeren sowie inneren Funktionsfragen der Kriegsverlierstaaten. In einzelnen Abschnitten, Artikeln, Paragraphen und Punkten haben sich diese Länder verpflichtet, den Anforderungen bzw. konkreten Verbindlichkeiten gegen die Vertragsstaaten nachzukommen. Von größter Bedeutung für die Entwicklung in der Slowakei war der Vertrag von Trianon – Friedensvertrag zwischen den alliierten und assoziierten Mächten und Ungarn, wie sein voller Name lautet, der ständig ein Objekt des Interesses von einem breiten Kreis der Fachleute sowie Laien bildet. Die Texte dieser Friedensverträge behandelten u. a. auch die Probleme von Denkmälern und Archivdokumenten.
Die Archive und Archivdokumente sind seit alters her ein Teil der Anforderungen des Siegers an den Besiegten gewesen. Im Unterschied zu Böhmen, das seine Ansprüche auf den Verwaltungsstatus im Rahmen der ehemaligen Monarchie stützen konnte, bildete die Slowakei niemals eine selbständige Gebietskörperschaft in Ungarn. Es war deswegen nötig, Vorbereitungsschritte zu unternehmen, den Standpunkt und die Anträge auf die Auslieferung der Archiv- und Registraturdokumente zu formulieren und sie gerechtfertigt zu begründen. Mit dieser Aufgabe beauftragte das Ministerium für Schulwesen und Volksaufklärung (MSV) in Prag am 12. Mai 1919 den Inspektor für Archive und Bibliotheken in der Slowakei Václav Chaloupecký. Im Einklang mit Lösung einer ähnlichen Situation bei Friedensverhandlungen mit Österreich sind mehrere Varianten der Dokumente ausgearbeitet worden, von denen zwei grundsätzlicher Natur sind. Das erste Dokument – Denkschrift über die Auslieferung von historischen und Kunstdenkmälern durch Ungarn – knüpfte mit seinem Inhalt an die Denkschrift über das Archivwesen in der Slowakei vom Januar 1919 an, in dem sich V. Chaloupecký für den Bedarf an einem Zentralarchiv für die Slowakei ausgesprochen hat. In dieses Archiv würden beziehungsweise die Archivalien übergehen, die von der ungarischen Seite erworben wurden und gleichzeitig würde es auch Forschungs- sowie Verwaltungsaufgaben erfüllen. Das zweite Grunddokument formulierte die Anforderungen, die für einzelne Artikel des Friedensvertrags mit Ungarn vorgeschlagen wurden.
In der Endfassung des Friedensvertrags mit Ungarn, angenommen später als das Gesetz Nr. 102/1922 Slg., befassen sich mit der Auslieferung und Rückgabe der Archivdokumente, Bibliotheken, Antiquitäten und Denkmäler vor allem die Artikel Nr. 77, 175 – 179 und 249. Die Texte der Artikel sind mit ihrem Inhalt ähnlich der Fassung des Vertrags von Saint-Germain-en-Laye, bzw. den Vorschlägen von Prof. Chaloupecký. Die Verpflichtung der neuen Staaten, das Aktenmaterial nicht älter als 20 Jahre im Gegenzug zurückzugeben, war im Unterschied zu den Vorschlägen von Prof. Chaloupecký in dem selbständigen Artikel Nr. 178 verankert.
In Artikeln Nr. 177 und 249 wurde Ungarn verpflichtet, ein Freundschaftsabkommen mit den interessierten Staaten abzuschließen, falls es dazu aufgefordert wird. Auf Grund dieses Abkommens sollte es zu einer Trennung von Archiven, Akten und Denkmälern kommen. Es war eine Analogie des Artikels Nr. 196 des Vertrags von Saint-Germain-en-Laye. Ähnlich wie im Fall von Österreich haben die gemeinsamen bilateralen Verhandlungen schließlich stattgefunden. Ihr Ergebnis war die Regelung der Auslieferung von Verwaltungsakten vereinbart zwischen der Tschechoslowakischen Republik und dem Königreich Ungarn aus dem Jahre 1927. Die Regelung bemühte sich, den Beschlüssen des Friedensvertrags formal nachzukommen und die verbindlichen Regeln und Formen von deren Realisierung festzusetzen. De facto brachte sie aber keine beidseitige Trennung von Archiven und Akten in einem Umfang und Qualität vergleichbar mit den Ergebnissen der Verhandlungen mit Österreich. Trotz dem starken zeitgenössischen Unterton tragen die Friedensverträge eine dauerhafte Botschaft und deren Fassung gewährt den interessierten Staaten, einschließlich der Slowakei, Existenzgarantien.

Renata Glaser-Opitzová
Archäologisches Erbe
Nach Entstehung der Tschechoslowakei erließ das Ministerium mit Vollmacht für die Verwaltung der Slowakei im Jahre 1919 die Verordnung Nr. 155, die den Weg des Schutzes von Denkmälern und archäologischen Funden in der Slowakei in einer neuen Ära begonnen hat. Im Fall der Organisation des Schutzes von archäologischen Fundstellen hat die Praxis leider gezeigt, dass das größte Problem des Denkmalschutzes in der Tschechoslowakei in einem abweichenden rechtlichen Erbe des Nachfolgerstaates liegt. Der westliche Teil der Republik richtete sich nach Gesetzen basierend auf dem k. k. österreichischen Rechtssystem, während in der Slowakei und Karpatoukraine die ungarische Rechtstradition verankert war. Diese Zwiespältigkeit im amtlichen Verkehr erhielt sich im Grunde bis zum Zerfall der ersten Tschechoslowakischen Republik. In der Slowakei blieb nämlich zusammen mit der Verordnung Nr. 155/1919 auch das Gesetz Nr. XXXIX vom 24. Mai 1881 in Kraft. Durch die Verordnung Nr. 155/1919 übergingen alle Kompetenzen der Ungarischen Denkmalkommission auf das Regierungskommissariat für Denkmalschutz in der Slowakei. Das Kommissariat übernahm auch die Pflichten des ehemaligen Obersten Staatlichen Inspektorats für Museen und Bibliotheken (Múzeumok és Könyvtárak Országos Főfelügyelősége). Dieses Organ gelangte durch das neuangenommene Gesetz zu relativ breiten Kompetenzen in dem Bereich, wie wir heute sagen würden, des Kulturerbes. Die gesamten Staats- und Selbstverwaltungsbehörden hatten die Pflicht, das Kommissariat zu unterstützen und es auf die Angelegenheiten in Sachen des Schutzes von historischen, Kunst-, Volks- und Naturdenkmälern aufmerksam zu machen. Im Bereich der Archäologie war das Kommissariat befugt, zusammen mit dem Staatsamt für Archäologie über die archäologischen Ausgrabungen zu entscheiden. Die Situation im Gebiet des Schutzes von archäologischen Funden in den Jahren 1919 – 1939 ist jedoch, im Unterschied zum Denkmalschutz, anders gewesen. Die archäologischen Fundstellen sollten unter Zusammenarbeit des Regierungskommissariats (seit 1923 des Staatlichen Referats für Denkmäler in der Slowakei) und des Staatsamtes für Archäologie beschützt werden. Das letztere ist jedoch in der Slowakei als ein selbständiges Organ nie gegründet worden. Im Jahre 1919 entstand das Staatliche Archäologische Institut mit dem Sitz in Prag und sein erster Direktor war L. Niederle. Die unterentwickelte fachliche Forschung und die Absenz von qualifizierten Kräften in der Slowakei haben verursacht, dass der Schutz von archäologischen Funden unter einer und derselben amtlichen Agenda stand wie der Denkmalschutz. Der Staatskonservator für prähistorische und römische Denkmäler, bzw. für archäologische Denkmäler Jan Eisner, den L. Niederle ernannt hatte, arbeitete de facto in der Struktur des Kommissariats und später Referats – er benutzte dasselbe Briefkopfpapier, die Akten wurden in eine gemeinsame Registratur gespeichert und die Post wurde ebenfalls gemeinsam expediert, doch auf Briefen benutzte man den Stempel des Staatlichen Archäologischen Instituts.
Ein weiteres Problem war der Aufbau von Archäologie auf nationaler Basis. Die ungarischen Archäologen vereinigt um F. Rómer, die Zipser Archäologen und die slowakische Gruppe von Enthusiasten haben auf streng regionaler Basis gearbeitet. Die Entstehung der Tschechoslowakischen Republik und die Tätigkeit des Staatlichen Archäologischen Instituts und des Kommissariats, bzw. Referats für Denkmalschutz haben die Bemühungen dieser Gruppen letztlich in Einklang gebracht, das Nationalprinzip abgeschafft und die Professionalisierung der slowakischen Archäologie erzielt. Das größte Verdienst daran hat vor allem J. Eisner. Er hat seit Anfang seiner Tätigkeit in der Slowakei ausführliche Berichte über die vor- und frühgeschichtliche Forschung publiziert, mit dem Heimatmuseum zusammengearbeitet, an der Komensky-Universität in Bratislava Vorlesungen gehalten und mehrere entdeckerische Ausgrabungen unternommen, vor allem an den Fundstellen von Bratislava-Devín und Devínska Nová Ves. Die fruchtbarste Periode seiner Tätigkeit von 1920 bis 1933 beendete er mit der Herausgabe des anerkannten Werks „Die Slowakei in der Vorzeit“.

Bronislava Porubská
Sakrale Denkmäler
Sakralbauten bildeten die umfangreichste Gruppe von Denkmälern in Obhut des Regierungskommissariats für Denkmalschutz in der Slowakei und dessen Nachfolgers, des Staatlichen Referats für Denkmalschutz in der Slowakei. Der Schutz von diesen Objekten war eine der wichtigsten Aufgaben dieser Denkmalbehörden.
Die Reparaturen oder Umbauten von historischen Kirchen und Kapellen in kleinen slowakischen Gemeinden waren mit mehreren Problemen verbunden, z. B. mit dem schlechten Zustand dieser Objekte, chronischem Mangel an Finanzmitteln für deren Reparaturen und Instandhaltung und der Notwendigkeit einer finanziellen Unterstützung vonseiten des Staates. Oft war es nötig nach Lösungen zu suchen, die sowohl die Grundprinzipien des Denkmalschutzes als auch die Anforderungen der Kirche befolgt haben, wobei die letztere vor allem einen entsprechenden Raum für die Abhaltung der Gottesdienste benötigte. Beim Schutz der denkmalgeschützten Sakralobjekte bemühte sich das Regierungskommissariat direkt die kirchlichen Behörden zur Mitarbeit aufzurufen. Es appellierte vor allem an den hohen geistlichen sowie materiellen Wert der kirchlichen Denkmäler und die Bedeutung und Wichtigkeit deren Schutzes als des kirchlichen sowie nationalen Kunstvermögens. Um die möglichen Schaden an kirchlichen Denkmälern zu verhindern waren die Pfarrämter verpflichtet, die Reparaturen und Umbauten von Kirchen und deren Inneneinrichtung dem entsprechenden Denkmalamt oder direkt dem Regierungskommissariat zu melden. Die Konsultation mit dem Denkmalamt war nötig auch beim Verkauf oder Austausch von einzelnen Teilen des Mobiliars. Nicht nur bei Umbauten und Reparaturen von alten, sondern auch beim Bau von neuen Kirchen mussten die Erbauer Pläne ausarbeiten, die zuerst von dem Denkmalamt genehmigt wurden. Diese Bedingung war in der Regel auch in der Baugenehmigung einbezogen. Zur Verbesserung der Organisation des Schutzes von kirchlichen Denkmälern hat J. Hofman dem Referat des Ministeriums für Schulwesen und Volksaufklärung (nachstehend MSV) in Bratislava vorgeschlagen, für die Geistlichen und für Studenten von theologischen Fakultäten jedes Jahr Vorlesungen über den Denkmalschutz zu organisieren. Die Bemühung um den Schutz von kirchlichen Denkmälern ist jedoch nicht immer auf das Verständnis der Kirche gestoßen. Mehrere Beispiele zeigen, dass alte Kirchen für die Kirchengemeinde keinen kulturellen, historischen oder künstlerischen Wert dargestellt haben, sondern sie waren mehr oder weniger nur ein Zweckbau, den man, wenn er aufgehört hat seinem Zweck zu dienen, von Grund auf umbauen oder sogar völlig niederreißen und als Baumaterial für ein neues Gebäude verwenden kann. Die Aufforderungen zum Respektieren der Kompetenz des Denkmalamtes vonseiten der kirchlichen sowie Bezirksbehörden mit Befugnis zur Erteilung von Baugenehmigungen und Ausübung der technischen Bauaufsicht mussten deswegen von Zeit zu Zeit wiederholt werden, mit Hinweis auf eine regelwidrige Vorgehensweise, die eine Beschädigung des Denkmals zur Folge hatte.
Im Jahre 1935 erarbeitete das Staatliche Referat einen eigenen Vorschlag der allgemeinen Anweisungen über die Reparaturen von kirchlichen Patronatbauten, in denen es eine passende Dacheindeckung, Baumaterial oder Umgang mit Stein empfiehlt und ein großer Nachdruck wird auch auf die Erhaltung der Originalputze oder -bauelemente auf historischen Gebäuden gelegt. Trotzdem beeinflussten das Endergebnis der Denkmalrenovierung von Kirchenbauten oft verschiedene Vorstellungen der Bauherren und ihre (Un-)Willigkeit, sich nach den Anweisungen des Staatlichen Referats zu richten. Die Autorin des Beitrags erwähnt einige negative Beispiele der Rekonstruktionen von historischen kirchlichen Bauten, z. B. in Chmeľov, Beloveža, Križovany nad Dudváhom, Brezany, Lisková, Lednické Rovne u. a.

Magdaléna Brázdilová
Die Restaurierung von Denkmälern der bildenden Kunst
Im Jahre 1903 präsentierte der österreichische Generalkonservator Alois Riegl eine neue Theorie, die den Begriff des Denkmals nicht nur als einen historischen Beleg und kunsthistorischen Wert erklärt, sondern auch Gefühlspostulate hineinbringt. Ein Denkmal soll vor allem Alterswert haben und jeder Eingriff in die Oberfläche des Denkmals bedeutet eine Verletzung der Pietät dazu. Riegls Grundsätze wurden kurz nach seinem Tod im Jahre 1904 zu der Basis für eine Reorganisation der Wiener Zentralkommission für Denkmalpflege, geleitet von seinem Nachfolger, Professor Max Dvořák. In der Praxis bedeutete es, dass anstatt eines restauratorischen Projekts die wissenschaftliche Forschung antritt und anstatt der Praxis die konservatorische Instandhaltung.
Als ein selbständiger Fachbereich konstituierte sich die Restaurierung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die frühere Konzeptlosigkeit, Zufälligkeit und oft auch unempfindliche Eingriffe in die Denkmäler führten im Jahre 1930 zur Einberufung eines internationalen Kongresses über die Erhaltung und Konservierung der Denkmäler nach Rom. Man entwickelt neue Methoden der restauratorischen Theorie und Praxis als einer selbständigen Disziplin, deren Anteil an dem Denkmalschutz unvertretbar ist. Die Anforderung an die Person des Restaurators und die Versicherung des optimalen Ergebnisses seiner Arbeit wird festgelegt. Neben der Erudition, Handfertigkeit und Weitblick des Restaurators werden auch die Bildung und Orientierung in verwandten natur- und kunstwissenschaftlichen Disziplinen vorausgesetzt. Auch diese Tatsache bildete den Grund dafür, dass bisher keine einheitliche Restaurierungstheorie, Theorie der bildkünstlerischen Bedeutung des restauratorischen Eingriffs und der ästhetischen Werte des zu restaurierenden Werks oder Denkmals entstand. Heutzutage ist es üblich, dass die Restaurierung von Kunstwerken und Denkmälern eine spezialisierte bildkünstlerische Tätigkeit darstellt, die verwandte naturwissenschaftliche Disziplinen ausnutzt und durch eine ständige Korrektion der kunstwissenschaftlichen Disziplinen bedingt ist. Das Regierungskommissariat für Denkmalschutz in der Slowakei (1919 – 1922) hat sich in den Anfängen seiner Existenz mit dem Problem der Denkmalrenovierung nicht befasst. Erst nach dem Abgang des Architekten D. Jurkovič, der kein Vertreter der strengen Konservationsmethode gewesen ist, und seiner Ersetzung durch Jan Hofman, einem Denkmalpfleger und Museologen, bemühte sich das Kommissariat unter seiner Führung, die Praxis der Renovierung und Restaurierung der Denkmäler konsequent zu lenken. Das Kommissariat behandelte die Problematik der Denkmalforschung bei verlaufenden restauratorischen Arbeiten und hat auch beim Besorgen des konservatorischen Sparstoffs geholfen, die Schulungen von Konservatoren organisiert und die Fachleute für einzelne Arbeiten empfohlen. Später haben hier Vladimír Wagner und Václav Mencl gewirkt, die sich auf die Arbeit im Terrain konzentrierten. V. Wagner verarbeitete die Geschichte der slowakischen bildenden Kunst und V. Mencl wurde zu einem Experten im Bereich der slowakischen mittelalterlichen Architektur. Im Grunde hat man in der Praxis die von Riegl und Dvořák übernommenen Methoden der Renovierung und Denkmalpflege angewandt, beim Restaurieren sind jedoch auch negative Erscheinungen aufgetaucht. Die analytische Konservierungsmethode führte in einigen Fällen zur Abdeckung und Präsentation jedweder Fragmente, z. B. von älteren architektonischen Elementen und dekorativen malerischen Ausschmückungen im Rahmen der Renovierung, ohne Rücksicht auf den Gesamtausdruck des Denkmals, so wie er durch die Komposition und alle ihren Ausdruckskomponenten bestimmt wird.

Terézia Otter-Volková
Regulierung der Stadt Bratislava
Im Jahre 1919 wurde die damalige deutsch-ungarische Stadt Pressburg, Poszony oder Prešporok fast über Nacht und unerwartet zur Hauptstadt der Slowakei. Eines der Argumente für diese Wahl war außer der Größe auch die historische Erfahrung der Stadt als politischen Zentrums Ungarns zur Zeit der türkischen Okkupation von Buda (Ofen). Diese Periode hat der späteren Stadt Bratislava ein deutliches urbanes Gepräge verliehen, mit dem sie sich von den anderen slowakischen Städten unterschieden hat. Eine Menge an bereits existierenden repräsentativen öffentlichen Gebäuden und eine relativ hochentwickelte Infrastruktur waren die praktischen Gründe dafür, dass die Stadt schließlich zum offiziellen Zentrum der Slowakei wurde.
Die existierenden Gebäude haben jedoch in den nachfolgenden Jahren für die Bedürfnisse der werdenden Staatsverwaltung, der Vertretungen von verschiedenen Betrieben, neuer Schulen aller Stufen sowie wissenschaftlicher und kultureller Institutionen nicht mehr gereicht. Dazu sind noch der schnelle Anwuchs der Bewohnerzahl (von 85 000 im Jahre 1919 fast zweifach auf 140 000 im Jahre 1934) und der damit verbundene Mangel an Wohnungen hinzugekommen. Die Stadt ist schnell gewachsen, neue Viertel entstanden vor allem am Ostrand der Stadt, viele Fabriken bauten eigene Arbeiterkolonien. Einen sehr schnellen Anwuchs an Bewohnern registrieren auch die umliegenden Dörfer, vor allem Petržalka. In den Jahren 1921 – 1927 wird schrittweise eine Serie von Baugesetzen verabschiedet, die die Wohnungsnot abschaffen sollten. In Bratislava werden die Wohnungen vor allem von Baugenossenschaften erbaut, in kleinerem Maße von dem Staat. Beinahe eine Hälfte der Wohnungen gebaut vor dem Jahre 1928 ist in den Jahren 1926 – 1928 entstanden, als das Gesetz über die Steuerermäßigungen für Neubauten erlassen wurde.
Die Probleme verbunden mit dem unkontrollierten Wachstum der Stadt hat schon kurz nach seiner Entstehung auch das Regierungskommissariat für Denkmalschutz in der Slowakei vorausgesehen. Der Schutz von Baudenkmälern hängt von der Regulierung ab, schrieb Jan Hofman. Das Kommissariat begann deswegen schon im Juni 1919 an der Revision des Regulierungsplans zu arbeiten. Bis 1923 appellierte er regelmäßig an die Stadträte und erstellte eine Liste von Objekten, die bei der Genehmigung von Bauten und Bauänderungen in  der Stadt als Muster dienen sollten. Die Liste konzentriert sich vor allem auf das Areal der Altstadt, wo die meisten Denkmäler zu finden sind. Außer isolierten Denkmäler, einschließlich Gedenksäulen und geschützten Grünflächen, definiert sie die Gebiete mit limitierter Höhe von Gebäuden und geschützte Straßenbaulinien.
Die Bemühung, die Denkmäler von Bratislava mit Hilfe eines Regulierungsplans zu schützen, wird in den Jahren 1923 – 1925 von dem Nachfolger des Regierungskommissariats, dem Staatlichen Referat für Denkmalschutz in der Slowakei fortgesetzt. Die Kommission, die für den Denkmalschutz im Regulierungsplan von Bratislava zuständig war, vereinte neben den Stadtvertretern und Denkmalpflegern (J. Hofman für das Staatliche Referat) auch die Repräsentanten von Kunstvereinen und berühmte Architekten J. Grossman, F. Wimmer, A. Balán, A. Szönyi und K. Šilinger. Die Kommission befasste sich vor allem mit Erhaltung des mittelalterlichen Grundplans der Altstadt einschließlich des Höhenverhältnisses zwischen einzelnen Gebäuden und der Größe von Straßen und Plätzen. Die Gebäudehöhe wurde dabei als die durchschnittliche Höhe der damaligen Bebauung definiert. Außerhalb der Innenstadt konzentrierte sich die Initiative auf die Fragen der Regulierung der Hänge des Burghügels von der Židovská-Straße ab bis zu Podhradie (Vorburg), auf die Konzeption des Donauufers, vor allem durch die Festsetzung der Bebauungshöhe und auf den Raum des Platzes Námestie Republiky (heute Námestie SNP), wo man schon damals mit neuem Aufbau gerechnet hat. Die Hauptforderung der Regulierung lag darin, dass die künftige Entwicklung eine natürliche Fortsetzung der vergangenen Entwicklung werden sollte – schrieb Jan Hofman in der Zusammenfassung der ersten Bemühungen um die Regulierung von Bratislava als Zentrum der Slowakei.

Lenka Ulašinová-Bystrianska – Martina Orosová
Traditionelle Volksarchitektur und -kultur
Die traditionelle Sachkultur hat lange gewartet bis sie entdeckt wurde. Im 19. Jahrhundert registrieren wir die ersten Bemühungen, die Handfertigkeit und Ästhetik der Welt des einfachen Menschen zu präsentieren und auch die zeitgenössische Kunst sucht Inspiration in volkskulturellen Äußerungen. Eine beispiellos hohe Aufmerksamkeit begann man auch der Volksarchitektur zu schenken. Die Modelle von Gebäuden, die Einrichtung oder Objekte der traditionellen Sachkultur sind in mehreren internationalen Ausstellungen (London, Paris, Wien, Amsterdam, Krakau) präsentiert worden. Kurz danach als im Jahre 1891 in einem Freilichtmuseum bei Stockholm die erste Exposition von mehreren umtransportierten Denkmälern der Volksarchitektur entstand, etablierte sich auch die damalige national orientierte tschechoslowakische Gesellschaft als einer der Pioniere in Präsentation der Volksarchitektur, bzw. der ganzen Volkskunst in einer neuen Dimension. Aus der ursprünglichen Absicht, in der Landesausstellung im Jahre 1891 und in der Tschechoslawischen Ethnographischen Ausstellung im Jahre 1895 in Prag ein tschechisches Bauernhaus mit Exposition der Volkskunst aufzubauen, entstand eine ganze Serie von Repräsentationsobjekten der tschechischen und slowakischen Volksarchitektur. Die Slowakei wurde durch ein Bauernhaus aus dem slowakisch-mährischen Grenzgebiet, ein Gehöft aus Čičmany und ein Bauernhaus aus Orava repräsentiert. Der Hauptarchitekt von diesem Komplex war Dušan Jurkovič. Gerade die Persönlichkeit des ersten Regierungskommissars für Denkmalschutz in der Slowakei repräsentiert einen Markstein im Fachinteresse an dörflicher Baukultur der Slowakei. Nach der Ausstellung bemühte sich D. Jurkovič zusammen mit anderen Organisatoren, die existierenden Bauobjekte zu erhalten und später ein Freilichtmuseum für slawische Volksarchitektur zu errichten. Diese Idee konnte er jedoch seinerzeit nicht realisieren. Das Regierungskommissariat geleitet von D. Jurkovič bemühte sich im Rahmen seines Wirkungsbereichs vor allem um die Belebung von sog. Volkshandwerken und die Rückgabe der Denkmäler, die auf verschiedene Weisen außerhalb der Slowakei gelangt sind, bzw. die Verhinderung deren weiterer Ausfuhr. Außerdem hat es eine ziemlich hohe Aktivität im Rahmen der Aufklärungs- und Bildungstätigkeit, Organisierung von Ausstellungen oder Sicherung und Kontrolle der Aufträge über Erzeugnisse der Volkskunst aufgewandt. In diesem Bereich registrieren wir eine klare Bemühung um die Professionalisierung der Produktion, Erweiterung oder Erneuerung von traditionellen Herstellungstechniken. Der Bericht über die Tätigkeit des Regierungskommissariats in den Jahren 1919 – 1920 belegt, dass mehr als eine Hälfte der Aufgaben auf die Organisierung und Unterstützung von existierenden und entstehenden Werkstätten (z. B. die private Keramikwerkstatt von Ferdiš Kostka in Stupava, Keramikwerkstätten in Modra, die Staatliche Stickereiwerkstatt in Vajnory) und Schulen (z. B. die Staatliche Spitzenklöppelschule in Kremnica mit einer Filiale in Staré Hory) konzentriert war. Das Regierungskommissariat kontrollierte und lenkte die Tätigkeit von verschiedenen volkshandwerklichen Vereinen (Izabella, Lipa usw.), aber die größte Aufmerksamkeit schenkte es der Keramik- und Textilherstellung (Spitzenklöppelei, Stickerei), der Korbflechterei und Volksmalerei. Die Referenten zuständig für diesen Tätigkeitsbereich des Regierungskommissariats waren Josef Vydra und Antonín Václavík.

Miloš Dudáš
Die Erneuerung der Gemeinde Čičmany
Die urwüchsige Gemeinde Čičmany (Bezirk Žilina), deren Teil heute ein Denkmalreservat der Volksarchitektur bildet, bestand anhand der erhaltenen Karten aus dem 18. und 19. Jahrhundert aus einer locker gruppierten Bebauung entlang des Rajčianka-Flusses (Originalname Žiliňanka) mit sichtbarer Aufteilung in einzelne Gehöfte. Infolge einer relativ großen Armut und des lange überdauernden ungarischen Gewohnheitsrechts erhielt sich in Čičmany bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts in aktiver Form die sog. Großfamilie. Es war keine Ausnahme, dass in einem Haus bis zu 20 – 30 Personen gelebt haben und diese Tatsache hat das Haus von Čičmany, seine Architektur, das Interieur und die Raumgliederung  auf eigene Weise formiert.
Das ursprüngliche Haus in Čičmany war zwei- bzw. dreiräumig: Stube – Vorraum und Kammer. In der Stube hat man relativ lange den Ofen mit offener Feuerstelle benutzt, es war also die sog. Rauchstube, und zu deren Umwandlung in eine saubere Wohnstube ohne Feuer kam es allgemein erst nach dem Ersten Weltkrieg. Die Kammern benutzte man nicht nur für die Aufbewahrung von Lebensmitteln, Kleidern, Geschirr oder kleinen Handwerkerzeugnissen, sondern auch für Wohnzwecke – sie dienten vor allem den jungen, noch unverheirateten Familienmitgliedern oder den kinderlosen Neuvermählten. Wenn in dem Haus nicht genügend Raum war, entstanden die Kammern auch in Dachräumen der ebenerdigen Häuser, was ein Zwischenglied zum späteren Stockhaus gewesen ist. Aus bildkünstlerischer Sicht ist am interessantesten die dekorative Verzierung der äußeren Blockwände des Hauses. Die üppige und nirgendwo anders in der Slowakei belegte Bemalung in Form von stilisierten geometrischen Mustern ist auf ihre Art einmalig im Rahmen der ganzen mitteleuropäischen Region.
Das Dorf Čičmany wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch mehrfachen vernichtenden Brand schwer beschädigt. Im Jahre 1907 verwüstete er den Südteil des Ortes, wo die Schule und 45 Objekte (Wohnhäuser und wirtschaftliche Bauten) verbrannt waren. Im Jahre 1921 unterlagen ihm 49 Wohnhäuser, d. h. beinahe eine Hälfte des Dorfes war vernichtet und mehr als 500 Menschen verloren das Dach über dem Kopf. Der Brand im April 1945 hat 84 Objekte völlig zerstört, 59 Objekte schwer und 101 leicht beschädigt. Die Folgen von diesen Bränden haben die ursprünglichen urbanistischen und architektonischen Qualitäten von Čičmany in beträchtlichem Maße entwertet. Nach dem vernichtendsten Brand vom 8. Oktober 1921 deutet der Regierungsreferent Architekt Dušan Jurkovič auf die Einzigartigkeit dieses Ortes hin und betont, dass er dringend finanzielle Unterstützung und staatliche Subvention benötige. Schon ein Jahr nach dem Brand begann die Vorbereitung einer kompletten Erneuerung des vernichteten Dorfes. Der Staat gewährte eine Sonderunterstützung den Betroffenen, jedoch unter der Bedingung, dass die neuen Häuser in traditionellem Stil der örtlichen Holzarchitektur gebaut werden sollen. Das Regierungskommissariat hat die Vorschriften und Pläne für die neuen, durch den Staat finanzierten Bauten erarbeitet. Doch bedauerlicherweise, weder in den 1920er Jahren noch im Jahre 1945 konnte man die Grundprinzipien der Erneuerung von traditioneller Architektur des Ortes in der Baupraxis durchsetzen. Das letzte originale Stockhaus in Čičmany mit Rauchstube und mit offener Feuerstelle (sog. Petrášovce), das von den Bränden unvernichtet blieb, assanierte man im Jahre 1958, trotz der Bemühung von Organen des Denkmalschutzes. Ein Jahr später passierte dasselbe teilweise auch mit dem Haus Nr. 137 (sog. Haus von Raden) aus dem Jahre 1924. Dieses Haus wurde zum Glück im Jahre 1967 für Museumszwecke renoviert und heute gehört es, genauso wie das Haus Nr. 42, dem Museum des Waagtals in Žilina.

Miroslav Palárik
Das Musealwesen zur Zeit der Tschechoslowakischen Republik
Der Zerfall von Österreich-Ungarn und die Entstehung der ersten Tschechoslowakischen Republik bedeutete für den kulturellen Bereich neue Möglichkeiten. Die Slowakei „erbte“ nach dem Ersten Weltkrieg einige Museen, von diesen konnte man jedoch als eine ausschließlich slowakische Institution nur das Slowakische Museum in Turčiansky Svätý Martin betrachten. Die Museen waren organisatorisch unter das Ministerium für Schulwesen und Volksaufklärung (nachstehend MSV) eingeordnet, es gab jedoch kein Gesetz, das die Stellung und Kompetenzen dieser kulturellen Institutionen definieren würde. Ausbleibend war auch die Entwicklungskonzeption des Musealwesens im Land. Die meisten Museen gehörten nicht dem Staat, sondern verschiedenen Vereinen, Gauen, Städten oder Privatpersonen. Die Sammlungen und Museen (bis auf die staatlichen) wurden als Privateigentum betrachtet, deswegen hing die Annahme oder Ablehnung der Empfehlungen des MSV von der Bereitwilligkeit des Museumsbesitzers ab. Das Ministerium für Schulwesen und Volksaufklärung unterstützte deshalb die Ambitionen, eine eigene Organisation der Museumsfachleute zu gründen – die Union der Tschechoslowakischen Museen (nachstehend UTM), deren Mitglieder sich die Verbesserung der Situation im Musealwesen zum Ziel setzen könnten.
Das weitere damalige Staatsorgan zuständig für die Museumssammlungen war das Regierungskommissariat für Denkmalschutz in der Slowakei, gegründet im Jahre 1919. In seiner Kompetenz war auch die Aufsicht über den Schutz von Gebäuden gebaut vor dem Jahre 1850, beweglichen kirchlichen und Zunftdenkmälern. Es sorgte auch für die Aufsicht über die technischen und archäologischen Ausgrabungen, Museumsgegenstände und Antiquitäten. Im Bereich des Musealwesens hat es in Zusammenarbeit mit UTM die Revisionen in slowakischen Museen durchgeführt, auf Grund von welchen die staatlichen Subventionen empfohlen wurden.
Das slowakische Musealwesen kämpfte in der Zwischenkriegszeit mit vielen Nachteilen im Gebiet der Verwaltung und des Schutzes des Sammlungsbestandes und seiner Präsentation, Koordination der Museumsgründung, Lösung der Kompetenzstreite, des Mangels an entsprechenden Räumen und Arbeitskräften. Zur Zeit der ersten Tschechoslowakischen Republik kam es jedoch nicht zur Annahme eines Gesetzes, welches die Kompetenzen der Museen eindeutig definieren würde. Die Versuche um die Erlassung eines Musealgesetzes sind gescheitert. In der behandelten Periode befassten sich mit Musealwesen und dem Schutz von Sammlungsstücken nur zwei Verordnungen, nämlich die aus den Jahren 1918 und 1938, in denen die Ausfuhr von Kultur- und Denkmalgegenständen (Museumsstücken) aus dem Land unter Androhung einer finanziellen Sanktion verboten wird. An der Ausarbeitung und Annahme des ersten Musealgesetzes arbeitete man bis zu den 1960er Jahren.

Henrieta Žažová
Bibliotheken in der Agenda der Denkmalbehörden
In Materialbeständen der Denkmalbehörden in der Slowakei während der Zwischenkriegszeit, d. h. des Regierungskommissariats für Denkmalschutz in der Slowakei (1919 – 1922) und des Staatlichen Referats für Denkmalschutz in der Slowakei (1922 – 1939), aufbewahrt im Archiv des Denkmalamtes der Slowakischen Republik in Bratislava, befinden sich auch Akten über die Geschichte der Universitätsbibliothek Bratislava (nachstehend UBB) und des bibliothekarischen Schrifterbes.
Die Aufsicht über die öffentlichen Bibliotheken nach der Entstehung der Tschechoslowakei fiel unter die Zuständigkeit des Ministeriums für Schulwesen und Volksaufklärung (MSV) in Prag und seines Bratislavaer Referates. Zum Staatsinspektor für Archive und Bibliotheken in der Slowakei wurde der Archivar Václav Chaloupecký ernannt, der in dieser Funktion bis Ende 1938 gewirkt hat. Er war nur für wissenschaftliche Bibliotheken zuständig. Die Bibliothek der neuentstandenen Komensky(Comenius)-Universität in Bratislava wurde am 10. Oktober 1919 gegründet, durch den Akt der Übernahme der Bibliothek der Ungarischen Königlichen Elisabeth-Universität in die Verwaltung des tschechoslowakischen Staates. Zum Regierungskommissar und seit dem Jahre 1921 Direktor der UBB wurde der Bibliothekar der Prager Universitätsbibliothek Jan Emler ernannt. In der Zwischenkriegszeit wurde das Statut der Bibliothek nicht erlassen. Laut J. Emler hatte die UBB zweierlei Berufung: allgemeine – mit Rücksicht auf das objektive wissenschaftliche Ziel und die Bedeutung der Universität und spezielle – mit Rücksicht auf den eigentümlichen nationalen Charakter und die territoriale Lage dieser Universität. Die aufgerissene Entwicklungskonzeption setzte auch Emlers Nachfolger Jozef Schützner fort, Direktor der UBB in den Jahren 1931 – 1939.
Obwohl J. Emler vor allem ein Bibliothekar gewesen ist, zeigte er auch in Bratislava ein großes Interesse an dem Schutz von Kunstdenkmälern. Seit 1906 wirkte er in Prag als Konservator am Denkmalamt und nach der Ankunft in der Slowakei führte er eine rege Korrespondenz mit dem Kommissariat für Denkmäler in Sachen der Zuteilung von Subventionen für den Ankauf von Büchern und Zeitschriften, Konservierung von historischen Möbeln in der ehemaligen Jesuitenbibliothek, die von der UBB erworben wurde, Adaptation der Räumlichkeiten des ehemaligen Klarissinenklosters auf die Bibliothek und in der zweiten Hälfte der 1920er ersuchte er auch um die Renovierung der Gebäude und Restaurierung der entdeckten Fresken. J. Emler bemühte sich auch um die Rettung von vernachlässigten Pfarrbibliotheken.
Die umfangreichste Gruppe in der Agenda der Denkmalbehörden in Bezug auf die Bibliotheken bilden die Akten über die Ausfuhr. Es hängt direkt mit der Berufung des Regierungskommissariats für Denkmalschutz in der Slowakei zusammen, denn diese Institution hat die Ausfuhr von Denkmälern und den Antiquitätenhandel beaufsichtigt. Das größte Problem im Bereich der Ausfuhr registrierte man im Zusammenhang mit Adelsbibliotheken. In den 1930er Jahren ist das Ausfuhrgesetz unter dem Einfluss von politischen Wandlungen in Europa oft verletzt worden und trotz dem Interesse der UBB wurden auf diese Weise wertvolle Inkunabeln ins Ausland ausgeführt und in Auktionen verkauft.

Viliam Stockmann
Das Regierungskommissariat für Denkmalschutz und der Naturschutz
Die Tätigkeit des Regierungskommissariats für Denkmalschutz in der Slowakei, das sich im Jahre 1923 in das Staatliche Referat für Denkmalschutz in der Slowakei transformierte, bildet in der Geschichte des staatlichen Naturschutzes in der Slowakei zwar eine wenig bekannte, doch gleichzeitig die interessanteste Periode und auch ein selbständiges Kapitel.
Infolge des Zerfalls von Österreich-Ungarn und der Entstehung der Tschechoslowakischen Republik kam es zum Zerreißen aller Bindungen der slowakischen Denkmäler, einschließlich Naturdenkmäler, an die Staatliche Denkmalkommission in Budapest. Zur selben Zeit entstanden in Bratislava im Jahre 1919 die ersten slowakischen Denkmalbehörden auf Betreiben von zwei Persönlichkeiten – dem slowakischen Architekten Dušan Jurkovič und tschechischen Denkmalpfleger, Theoretiker und Staatsbeamten im Bereich der Denkmalpflege Zdeněk Wirth. Die selbständige slowakische Denkmalverwaltung entstand auf Grund der Verordnung des Ministers mit Vollmacht für die Slowakei Vavro Šrobár vom 20. Oktober 1919. Laut dieser Verordnung gehören in die Kompetenz des Regierungskommissariats die Amtshandlungen über bauliche und andere Eingriffe in Gebieten, die sich durch Naturdenkmäler, Fauna, Flora und geologische Gebilde auszeichnen. Der geistliche Vater der Verordnung war Jan Hofman, der künftige Chef des Regierungskommissariats. Diese progressive Verordnung bildete die rechtliche sowie praktische Basis des Natur- und Geländeschutzes in der Slowakei beinahe für die nächsten zwei Dekaden. Das bedeutet, dass man schon bei dem ersten Entwurf der Arbeiten des Kommissariats an die grundlegendsten Aufgaben der Denkmalpflege und des Naturschutzes gedacht hatte und auch an die Sicherung der Lösung von Problemen in diesem Bereich aus einer moderneren Sicht als es die vorangehende, rein konservatorische Konzeption getan hat.
In den Jahren 1919 – 1939 befasste sich das Regierungskommissariat, bzw. das Staatliche Referat mit der Problematik des Naturschutzes auf dem ganzen Gebiet der Slowakei. Es handelte sich vor allem um die Pflege um die wenigen Naturreservate, Schutz von Bäumen vor dem Fällen, Schutz von Vögeln und anderen Tieren, Schutz von Pflanzen, besonders in Hochgebirgen, Höhlen- und Parkschutz. Neben der Ausarbeitung der Grundkonzeption des Naturschutzes hat das Referat für Denkmalschutz auch die Erklärung des Tatraer Naturparks und das Gesetz über den staatlichen Naturschutz vorbereitet. Es erwarb sich auch Verdienste um das Verzeichnis der potenziellen Gebiete zum territorialen Schutz in Form von weiteren Naturreservaten.

Geschichten der Denkmäler

Veronika Kapišinská
Die Kirche in Lisková – eine Begegnung zwischen Geschichte und Moderne
Wenn man im Jahre 1934 in der nordslowakischen Gemeinde Lisková über die architektonische Gestalt der neuen Kirche entschieden hat, war das Schicksal der alten Kirche schon besiegelt. Den lange Jahre unbenutzten frühgotischen Bau, geschlossen wegen schwerer statischer Störungen und des baufälligen Zustands, wurde von Amts wegen abgerissen. Gerettet wurde nur der barockumgebaute Turm, während die Kirche dem geplanten Bau mit neuen Kapazität- und Funktionsparametern Platz machte. Die definitive Wahl des modern aufgefassten Baus aus der Werkstatt des bedeutenden Architekten der Zwischenkriegszeit Jindřich Merganc kann zweifellos als glücklich bezeichnet werden.
Die Geschichte der ursprünglichen Kirche in der Gemeinde Lisková unweit von Ružomberok reichen bis ins frühe Mittelalter zurück. Ihre Existenz ist laut der schriftlichen Quellen im Jahre 1397 belegt. Die einschiffige Kirche hatte ursprünglich keinen Turm gehabt, später ist ein hölzerner Glockenturm hinzugekommen. Vermutlich bei dem Barockumbau im Jahre 1697 wurde dazu ein gemauerter Turm zugebaut. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und in den Jahren 1706 – 1709 stand die Kirche unter der Verwaltung von Protestanten. Seit Ende des 18. Jahrhunderts registrieren wir Versuche um den Kirchenumbau, die durch erhöhte Kapazitätansprüche motiviert waren. Den umfangreichen Umbau nach dem Plan von A. Pawelka aus dem Jahre 1799 realisierte man im Jahre 1803. Über eine weitere Erweiterung der Kirche begann man im Jahre 1914 nachzudenken, doch der Aufbauprozess wurde plötzlich von dem Ersten Weltkrieg unterbrochen. Trotzdem entstand auch in den Jahren 1915 – 1918 eine ganze Reihe von Plänen, deren Autor Fridrich Schulek gewesen ist. Es handelte sich vorwiegend um monumentale Konzepte von historisierendem Charakter, die mit der Erhaltung des Barockturms gerechnet haben. Der geplante Umbau wurde schließlich nicht realisiert, genauso wie die späteren Umbauversuche in den Jahren 1922 – 1925. Die Kirche war jedoch schon seit 1927 wegen statischen Störungen amtlich geschlossen. Als im Jahre 1934 die Abbrucharbeiten begonnen haben, existierte bereits das modernistisch orientierte Projekt des Architekten Jindřich Merganc aus Bratislava, das schließlich realisiert wurde. Dadurch entstand eine einzigartige Symbiose des Fragments von historischer Architektur mit einem modern aufgefassten Sakralbau.

Jana Oršulová
Der Lüneburger Gobelin im Slowakischen Nationalmuseum
In Sammlungen des SNM-Historischen Museums befindet sich ein Gobelin (Teppich) von untypischen Ausmaßen (Länge 820 cm, Breite 104 cm). Mit diesem Renaissancewerk befasste sich zuletzt M. Janovíčková (Pamiatky a múzeá 4/1997), die das abgebildete Motiv als die Geschichte von Esther aus dem Alten Testament identifizierte. Sie machte auf ein beinahe identisches Werk aufmerksam – einen Gobelin aus dem Jahre 1559, gewebt in flämischer Technik, mit Abbildung der Geschichte von Tobias, der in der Literatur als Lüneburger Arbeit erwähnt wird. Anhand der Analogien lokalisierte sie die Herkunft des Gegenstands in die deutsche Stadt Lüneburg, die Frage von Identifikation der heraldischen Verzierung des Gobelins ließ sie jedoch offen. Unklar blieb auch der Weg, auf dem der Gobelin in die Sammlungen des SNM gelangt ist. Die neueste Forschung im Archiv des Denkmalamtes der Slowakischen Republik (Materialbestand des Staatlichen Referats für Denkmalschutz in der Slowakei) hat gezeigt, dass der Gegenstand vom Graf Johann Pálffy (1829 – 1908), dem wohl bedeutendsten Sammler dieses Adelsgeschlechts erworben wurde. Seine Privatsammlung hatte keine Parallele in Ungarn. Da er ohne Nachkommen gestorben ist und der Erbschaftsstreit ganze Jahre lang gedauert hat, gelangte der Gobelin von seinem Aufbewahrungsort (Schloss Pálffy in Pezinok) in die Sammlungen des Heimatmuseums in Bratislava (der Vorgänger des Slowakischen Nationalmuseums) erst im Jahre 1933.
Der Gobelin mit heraldischer Verzierung entstand vermutlich bei Gelegenheit der Vermählung eines von den Mitgliedern des bedeutenden Lüneburger Patriziergeschlechts von Dassel, denn dieses Familienwappen ist an der wichtigsten Stelle des Gobelins angebracht. Dank der Zusammenarbeit mit Dr. E. Michael aus dem Museum des Fürstentums Lüneburg wurde eindeutig festgesetzt, dass sich auf dem Gobelin die Wappen des Ehepaars Ludolf (III.) von Dassel (1539 – 1609) und Ilsabe von Dithmersen (1550 – 1601) befinden. Die Ehe schlossen sie im Jahre 1567 und an dieses Jahr bindet sich vermutlich auch die Entstehung des Gobelins. Ludolf III. von Dassel wurde Stadtrat im Jahre 1573 und Bürgermeister im Jahre 1692. Die Signatur des Herstellers wurde bisher nicht genau identifiziert.
Der Beitrag weist auch auf andere interessante Gegenstände aus dem Museum in Lüneburg hin, die mit Mitgliedern des Geschlechts von Dassel verbunden sind und deren Wappen einschließen. Mit Hinblick auf die existierenden Angaben der historischen Topographie der Stadt Lüneburg darf man annehmen, dass der Gobelin zu seiner Entstehungszeit offenbar den exklusiven Wohnraum des Hauses in Neue Sülze 31 geschmückt hat, das dem Ludolf III. von Dassel und vor ihm seinem Vater gehörte, oder er war später im Haus seiner Tochter Ilsabe in Neue Sülze 8 untergebracht. Diese Häuser blieben leider nicht erhalten.
Die Mitglieder des bedeutenden Lüneburger Patriziergeschlechts von Dassel haben in dieser Stadt bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelebt. Das Museum in Lüneburg bewahrt bis heute in seinen Sammlungen mehrere Gegenstände, die sich direkt auf die Vorfahren und Nachkommen von Ludolf III. von Dassel beziehen. Der Gobelin gelangte schließlich in die Sammlungen der bedeutendsten Museumsinstitution in der Slowakei und die publizierte Forschung ermöglichte es, die Details über dessen Besitzer in heutigem Deutschland festzustellen.
in der Slowakei, der komplett mit der Technologie HDTV realisiert wurde.

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Ilija, kostol sv. Egídia – detail románskeho portálu