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Revue Pamiatky a múzeá - Resümee 4/2007

21. apríla 2012

Petra Pospechová

Mariä-Himmelfahrtskirche in Pezinok

Die komplexe Rekonstruktion des Interieurs der Pfarrkirche in Pezinok (18 km nordöstlich von der Hauptstadt Bratislava) in den Jahren 2004 bis 2006 machte eine umfangreiche archäologische Forschung erforderlich. Diese richtete sich vor allem auf das südliche Seitenschiff, die Überprüfung der Existenz eines möglichen älteren Sakralbaues und die Besiedlung des Gebiets vor der Entstehung des Gotteshauses. Untersucht wurden auch die Gräber bzw. die Grabstätten der Grafen, deren Epitaphplatten sich in der Kirche befinden.

Die erste schriftliche Erwähnung der Kirche in Pezinok stammt aus den Jahren 1317 – 1320. Donator der Pfarre und Kirche war die Adelsfamilie der Grafen von Pezinok und Jur, und es ist unumstritten, dass sie schon in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts das Patrozinium der Jungfrau Maria trug. Im Jahr 1501 wurde der Umbau der Kirche in ihre heutige Gestalt beendet. Von der ursprünglichen gotischen Einrichtungsind nur noch die polygonale Cuppa des Taufsteins aus rotem Marmor und das Epitaph des Grafen Georg aus dem Jahr 1426 erhalten. 1523 kam die oktogonale frührenaissancezeitliche Kanzel mit vier Granitsäulen hinzu. An der Ostseite der Kirche ließ Palatin (Reichsverweser) Stephan Illésházy in den Jahren 1608 –1609 eine Grabkapelle (Kapelle der hl. Anna) für sich errichten. In den Jahren 1674 – 1726 gehörte die Kirche dem Kapuzinerorden. Dieser begann mit der Rebarockisierung des Innenraumes, wahrscheinlich mit Unterstützung der Familie Pálffy, aus der Thomas Pálffy 1680 in der Kirche beigesetzt wurde. Im 18. Jahrhundert entstand im Sanktuarium eine gewaltige Ziegelkrypta, an der Westfassade wurde ein Turm angebaut, neue Altäre und eine Sakristei kamen hinzu. Aus dieser Zeit stammt auch der Rokokobaldachin über der Kanzel. Im 19. Jahrhundert wurden in den Seitenschiffen neogotische Fenster eingebaut, die Seitenaltäre umgebaut, und an der Stelle des ursprünglichen Nordeingangs der Kirche entstand eine ovale Kapelle. Die archäologische Untersuchung des Innenraumes wies ein Objekt von rechteckigem Grundriss nach, das vor dem umfangreichen Umbau in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in das Seitenschiff der Kirche eingebaut worden war. In der Mitte befand sich eine Krypta mit Maßen von 2,7 x 1,9 x 1m, die seine Funktion als Grabkapelle bestimmte. Im Raum des heutigen Sanktuariums befand sich ein älterer Sakralbau des frühgotischen Typs frühestens aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und dem 14. Jahrhundert, der bei dem Aufbau der heutigen Kirche abgerissen wurde. Die wichtigste Entdeckung aber war der Fund eines Skelettgrabs (1/06), der auch vier Dukaten von Sigismund von Luxemburg (1387 – 1437) aufwies. In dem Grab aus dem ersten Viertel des 15. Jahrhunderts befanden sich die sterblichen Überreste wahrscheinlich von Klára von Hédervár, der Ehefrau von Nikolaus II. aus Pezinok. 

Ivan Gojdič

Bekannte und unbekannte Werte von Liptovský Hrádok

Die Geschichte der Stadt Liptovský Hrádok, im Norden der Slowakei in der Region Liptau gelegen, ist außerordentlich jung. Das älteste Bauwerk, mit Ausnahme der nahen Burg, ist die Kirche vom Ende des 18. Jahrhunderts. Dennoch stellt Liptovský Hrádok ein anschauliches „Lehrbuch“ der Entwicklung von Städtebau und Architektur seit dem Klassizismus, über die Neostile des 19. Jahrhunderts, bis hin zu den typischen Beispielen der Architektur der ersten und zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dar.

Die Stadt entwickelte sich um zwei wichtige Punkte – die Burg am linken Ufer des Flusses Belá, dicht vor seinem Zusammenfluss mit der Waag und die Floßanlegestelle sowie das Kupfer- und Salzlager am rechten Waagufer. Östlich von diesen städtebaulichen Einheiten entstand schrittweise eine gewerbliche Bebauung – Werkstätten, Wassersägen und ein Hochofen, der das Eisenerz aus den umliegenden Bergwerken und aus der Region Zips verarbeitete. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde hier eine Gewehrfabrik gebaut, die Einzige ihrer Art in Ungarn. Dank diesen Produktionsstätten reihte sich dieses klimatisch raue Gebiet ein in die Gebiete Ungarns mit der dynamischsten Entwicklung, was sich auch in dem planmäßigen Aufbau der Stadt spiegelte. Außer der Industrie wurde sie zu einem Zentrum der Forst- und Vorgebirgslandwirtschaft.

Der älteste bis heute stehende Bau ist die 1790 errichtete klassizistische katholische Kirche Mariä Himmelfahrt. Zum prachtvollsten Profanbau von Liptovský Hrádok wurde das zweigeschossige klassizistische Gebäude der Kammerforstschule, der ersten in Ungarn. Sie wurde 1800 fertiggestellt und fungierte bis 1815, als die Schule nach Banská Štiavnica verlegt wurde. Imselben Zeitraumwurde neben der Floßanlegestelle das sog. Casino errichtet, wo die Bürger, aber auch die Flößer von Hrádok speisten und sich vergnügten. Im Jahr 1805 erlangte Hrádok Stadtprivilegien und das Marktrecht. Südlich der Kirche und nördlich des Casinos wurden schrittweise Wohn- und Bürogebäude für die Forstverwaltung und ihre Angestellten errichtet. Bis heute wirkt diese klassizistische Bebauung, trotz späterer, häufig unpassender Eingriffe urbanistisch ausgeglichen, harmonisch eingetaucht in das Grün der alten Lindenallee. Auf halbem Wege zwischen der Floßanlegestelle und der Burg wurde an der Wende zum 19. Jahrhundert eine Kurie gebaut, in der man 1871 eine Wirtschaftsschule einrichtete. 1886 wurde die Schule in eine Forstschule umgewandelt und wurde die indirekte Fortsetzerin der ersten Forstschule. Am rechten Ufer der Waag zwischen dem klassizistischen Platz und der Ortschaft Prekážka entstand ein Gebäude mit einer ähnlichen architektonischen Lösung – der Sitz des Salzamtes. Heute beherbergt es in den adaptierten weitläufigen Dachräumen die Ausstellung des Ethnographischen Museums.  

Katarína Chmelinová

Jozef Szirinek – ein vergessener franziskanischer Bildhauer

Die ehemalige Franziskanerkirche des Allerheiligsten Namens Jesus und Maria in Nižná Šebastová wurde in den Jahren 1634 – 1636 im Auftrag von Katharina Pálffy, der Witwe des königlichen Palatins (Reichsverwesers) Sigismund Forgách erbaut. Die heutige Form des Innenraums der Kirche, die nach dem Erdbeben von 1750 Pfarrkirche des Dorfes wurde, entspricht in den Grundmerkmalen ihrer Beschreibung aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Trotz der reichen Inneneinrichtung richtete sich das kunstwissenschaftliche Interesse für das Interieur nur auf die Malerwerke (z. B. die Bestätigung der Arbeiten von Johann L. Kracker), die Bearbeitung der Architektur und Ausstattung der Kirche ging nicht über das Maß einer herkömmlichen Aufnahme mit Zuordnung zu einem unbekannten Autor und der Datierung vom 17. bis 19. Jahrhundert hinaus. Antwort auf die vielen damit verbundenen Fragen bietet uns das bislang nicht erschlossene Quellenmaterial. Sein Studium wird uns zum Beispiel auch das Bild der Entstehung der bis heute erhaltenen Kanzel und ihres Schöpfers näher bringen.

Die Kanzel schmiegt sich an die Nordseite des Triumphbogens der Kirche und ist von der Sakristei aus über eine gemauerte Treppe zugänglich. Sie stellt einen im 18. Jahrhundert erweiterten Typus einer Hängekanzel mit einem Voluten-Schalldeckel dar. Die Grundlage der Ikonographie bilden die vier Evangelisten mit den üblichen Symbolen zu ihren Füßen, das fünfte Feld in der Mitte zeigt die Szene Christi mit drei Jüngern zu seinen Füßen und rechts über ihm tritt von der Brüstung die plastische Hand des hl. Franziskus in den Raum, ein Kruzifix haltend – das traditionelle Zeichen der Franziskanerkanzeln. Mit ihren Maßen, ihrem Aufbau und ihrer Ausschmückung ist die Kanzel eine der Dominanten der Kirche. Ihr Autor, der Bruder des Dritten Ordens des hl. Franziskus und Bildhauer Jozef Szirinek, wirkte in Nižná Šebastová schon vor dem Jahr 1755, aus dem es eine Aufzeichnung des Konvents gibt, die die Renovierung der Kirche erwähnt. Die Kanzel mit etwas unförmigen Figuren in reich drapierten Gewändern war nicht seine erste Realisation für die Klosterkirche. Außer kleineren bildhauerischen Arbeiten, die im Kircheninneren untergebracht sind, war er auch der Autor des mit einem Engelschor verzierten Holztaufbeckens, das beim Bogen des Sanktuariums gegenüber dem alten Taufbecken stand. Zudem ist anzunehmen, dass das Kloster die professionellen Fähigkeiten von Jozef Szirinek auch bei anderen kleineren kunsthandwerklichen Aufgaben nutzte. Im Zusammenhang mit der Suche nach dem Wirken und Schaffen dieses Bildhauers ist auch erwähnenswert, dass in der Liste der Laienbrüder des Franziskanerklosters aus dem Jahr 1760 auch der Name Petrus Szirinek, von Beruf Bildhauer, erscheint. Bislang konnte jedoch nicht sicher bestätigt werden, ob es sich um ein- und dieselbe Person oder einen nicht näher bekannten Familienangehörigen handelt.  

Eva Križanová

Renaissanceportale in der Slowakei

Die Periode des Spätmittelalters und der aufkommenden Renaissance in der Slowakei brachte zusammen mit der regen Migrationsbewegung im europäischen Raum Veränderungen in der wirtschaftlichen, technischen und kulturellen Entwicklung mit sich. Das 16. Jahrhundert und die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts war auch eine Zeit des Eindringens neuer Gedankenströmungen und philosophischer Postulate, von denen auch das zeitgenössische architektonische Schaffen zeugt.

Renaissanceportale auf unserem Gebiet knüpfen vor allem an italienische Vorbilder an, die geschickt vor allem mit antikisierenden Bauelementen, bearbeitet zu Musterbüchern, arbeiteten. Sie wurden nach den Wünschen des Auftraggebers und den örtlichen Bedingungen angewandt und geändert.

Als der älteste Bau, an dem deutlich Renaissancemotive verwendet wurden, gilt das Rathaus in Bardejov aus dem Jahr 1505. Aus derselben Periode stammen die Renaissanceportale des südlichen Vorraums des St.-Martins-Doms aus dem ersten Dezennium des 16. Jahrhunderts. Ein Beispiel für die ostslowakische Renaissance ist auch das Eingangsportal der Kirche in Sabinov aus dem Jahr 1523, das Kirchenportal in Lipany aus der Zeit vor 1520 und das ursprünglich polychromierte Steinportal in Levoča aus dem Jahr 1530 im Interieur des Patrizierhauses Nr. 40. Die Grundkomposition wiederholt das Portal in der Kirche in Ňaršany aus dem Jahr 1540. Das Motiv des Portals mit halbrunder Archivolte wurde auch am Rathaus von Kežmarok aus der Zeit um das Jahr 1541 verwendet. Sehr zivil wirkt das Renaissanceportal in Prešov in der Durchfahrt des Bürgerhauses Nr. 106 – 108 am Hauptplatz von 1508.

Die gestalterische Lösung der Portale wird in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts rationeller. Zu den Beispielen der tektonisch gestalteten Portale gehört der Eingang zum Kammerhof in Banská Štiavnica aus dem Jahr 1550, der ein Muster für die Architektur einer staatlichen Institution wurde. Das dritte Viertel des 16. Jahrhunderts bereicherte Banská Štiavnica um mehrere Portale, deren dekorative Elemente Ausdruck der Bürgerarchitektur sind. Ähnliche Typen finden wir auch in anderen slowakischen Städten, sei es in Bratislava, Bardejov, Kežmarok, Spišská Sobota und einer ganzen Reihe mittelalterlicher Städte und Städtchen. Aufmerksamkeit verdient auch die Adelsarchitektur, zum Beispiel das dekorative Steinportal in Betlanovce aus dem Jahr 1564, ursprünglich ein polychromiertes Portal aus der Periode um 1560 auf der Burg Orava, das Portal des Schlosses in Hronsek aus dem Jahr 1576 und auch das Eingangsportal für Wagen und Fußgänger des Unteren Tors in Kremnica aus dem Jahr 1539, hervorgehoben durch Reliefs mit den Stadtinsignien und den Symbolen des Bergbaues. 

Elena Kurincová

Bilder aus dem Leben des Fräuleins Mimi

Auf der Ausstellung „Die Zeit der Noblesse: Die 1920er – 1930er Jahre in Bratislava“ über die Wohnkultur der höheren Gesellschaftsschichten Bratislavas in der Zwischenkriegszeit im Museum der Stadt Bratislava (April – Dezember 2007) werden auch kleine Dinge aus dem Alltagsleben des heranwachsenden Fräulein Mimi Redlich präsentiert. Fotografien aus zwei Familienalben und faktographische Infomationen aus den Angaben auf ihrer Rückseite lieferten viele Anregungen für eine Verallgemeinerung. Sie erfassen die Zeit von Mimis Geburt bis zur Matura (1914 – 1932) und zeugen von der Lebensart, der Ausbildung, der Kleidung und der Freizeitnutzung des Backfischs in der Zeit zwischen den zwei Weltkriegen. Neben der ethnischen (deutschen) und der konfessionellen (jüdischen) Zugehörigkeit hatte vor allem der Status der Familie, in die sie hineingeboren wurde, einen Einfluss. Der Vater Samuel Redlich war zunächst Offizier, später Beamter und Unternehmer im Baustoffhandel. Mimi studierte im Deutschen Staatlichen Lenart-Gymnasium in Bratislava. Auf Fotografien mit Mitschülern (1928 – 1932), auf Aufnahmen von den Lieblingssportarten, zu denen Skilaufen, Schlittschuhlaufen, Schwimmen, Tennis, Rudern und Touristik gehörten, aber auch auf Aufnahmen von Reisen durch Europa (Riccione, 1932) ist eine Mischung aus konservativem Lebensstil, Verhaltensmustern, aber auch gesellschaftlicher Konventionen noch aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und des modernen Stadtmilieus der 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts zu sehen. 

Ján Aláč

Das Volksornament suf Grabsteinen aus Novohrad

Ende des 19. Jahrhunderts kommt es in der Slowakei auch in der Volkskunst zu einem Aufschwung in der Verwendung von graphischen Zeichen und Symbolen. Im Nordwestteil der mittelslowakischen Region Novohrad kulminierte der ornamentale Schmuck am deutlichsten auf steinernen und Holzgrabtafeln evangelischer Gläubiger des Augsburger Bekenntnisses. Es charakterisiert sie das Bemühen um eine maximale Ausnutzung der Steinmasse, also auch der Seitenflächen und der Rückseite des Grabsteins. Paradox ist, dass die reiche ornamentale Ausschmückung auf Grabmalen in der regionalen Volksarchitektur von der Wende zum 20. Jahrhundert fehlt. Zu ihrer vermehrten Verwendung in der Volksbaukunst von Novograd kommt es erst nach dem Ersten Weltkrieg, als im Gegenteil der Umfang der Motive an Grabsteinen deutlich zurückging. In beiden Fällen geht es um einen identischen Raum, gebildet von den Dörfern Veľký Lom, Madačka, Nedelište, Ábelová, Lešť, Turie Pole, Horný und Dolný Tisovník, mit seiner charakteristischen durch Hirten und Bauern geprägten Lebensweise mit Fortbestand vieler archaischer Elemente, wozu auch die spezifische Kompaktheit bis Isoliertheit dieses Gebietes beigetragen hat.

Die volkstümlichen Grabsteine der evangelischen Gläubigen von Novohrad weisen mehrere Stilepochen und Stilen auf, am deutlichsten ist jedoch der Einfluss der Renaissanceornamentik. Ein häufig auftretendes zentrales Motiv ist der Käfer, den einige Autoren als Spinne ansehen, appliziert zusammen mit seitlichen pflanzlichen Ornamenten. Später wird er abgelöst durch Rosetten bzw. Herzen, den typischen Motiven der Volkskunstäußerung überhaupt. Weitere zoomorphe Motive auf Grabsteinen sind Vögel. Der Steinmetz konnte durch jüdische Grabsteine inspiriert worden sein, aber auch durch die allgemein verbreitete Vorstellung, dass die Seele die Gestalt eines Tieres annehmen kann. Am zahlreichsten in Formen und Menge ist die Symbolik des Kreises und des Kreuzes. Häufig sind Motive der sechsstrahligen Rosette, Stern- und Wirbelmotive, Swastika,Flechtbänder und kreisrunde plastisch ausgearbeitete Pflanzenmotive. Grundmotive, bereichert um weitere geometrische und dekorative Elemente, aber auch Verfahren der handwerklichen Gestaltung gibt es mehr als 140. Häufig verwendete Elemente sind vier- bis zwölfstrahlige Sterne, solare und lunare Motive. Zahlreich war das Motiv der Rose, gestaltet als eine in einen Kreis eingesetzte sechs- bis achtstrahlige Rosette. Typisch für den Nordwesten von Novohrad ist das Motiv des Uhrenzifferblatts, das von der genauen Todeszeit spricht. Es ist die Vergegenständlichung des traditionellen Brauchs, bei dem die Hinterbliebenen zum Zeitpunkt des Todes die Uhren anhielten. Eine umfangreiche Motivgruppe bilden pflanzliche Ornamente, von stilisierten bis zu realistischeren, in Form eines Strauchs, mit Blumen, Früchten, Zweigen und Blättern. Ein Spezifikum der Novohrader Steingrabmale dieser Periode sind anthropomorphe Motive nichtsakralen Charakters und Farbigkeit. Durch die Polychromie wurden Ornament und Text hervorgehoben, außerdem wurde der Stein vor ungünstiger Witterung geschützt.

Miroslav Čovan

Schloss Humenné

Die mittelalterliche Geschichte der Stadt Humenné (Ostslowakei) ist dreieinhalb Jahrhunderte mit der aus Italien stammenden Adelsfamilie Drugeth verbunden. Im Jahr 1317 machte König Karl Humenné als Teil des Burgdominiums Brekov Robert Philipp Drugeth zum Geschenk. Mitte des 14. Jahrhunderts ließen die Drugeths sich mitten in der Stadt einen befestigten Sitz errichten. An der Stelle des heutigen Schlosses stand ein von einem Wassergraben umgebener Fortifikationsbau. Mitte des 15. Jahrhunderts hatten ehemalige Hussitenkrieger hier vorübergehend ihren Sitz. Nachdem Matthias Corvinus sie besiegt hatte, gab er die Burg mit dem Vermögen den Drugeths zurück. Im Jahr 1619 eroberte Gabriel Bethlen die Stadt, die Stadtburg brannte bis auf die Grundmauern ab. An ihrer Stelle wurde ein vierflügeliges Prachtschloss mit einem zentralen Schlosshof und mächtigen viereckigen Ecktürmen errichtet, die eine Schutzfunktion hatten. In der Mitte der Vorderfront ist eine Fallbrücke erhalten, das einzige Denkmal an die mittelalterliche Burg. Nach dem Tode von Sigismund Drugeth im Jahr 1684, der keinen männlichen Nachkommen hinterließ, ging das Vermögen in die Hände der Adelsgeschlechter Csaky und Vandernáth über. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde das Schloss barock umgebaut, wobei die größten Veränderungen in der reichen Inneneinrichtung eintraten. Im Schlossareal befanden sich außer weitläufigen Gärten mit Lustschlösschen und verschiedenen Wirtschaftsbauten auch Gewächshäuser, in denen exotische Pflanzen gezüchtet wurden.

Der letzte, große Umbau erfolgte im 19. Jahrhundert, als Alexander Andrassy der neue Besitzer des Schlosses wurde. Das Schloss wurde vollständig umgebaut nach den damaligen Pseudoformen der französischen Barockschlösser. Im pseudogotischen Interieur entstand eine große Bibliothek mit Holzverkleidung und Kassettendecke, in die Prachträume des Südflügels wurden mächtige Kamine eingebaut und das Treppenhaus erhielt einen üppigen Stukkaturschmuck.

Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts und die mit ihr verbundenen zwei verheerenden Weltkriege hatten eine sehr negative Auswirkung auf die kunsthistorischen Denkmäler in unserem Gebiet, das Schloss Humenné inbegriffen. Im Jahr 1914 wurde darin ein Militärkrankenhaus eingerichtet, 1919 wurde das Schloss von magyarischen Bolschewiken ausgeplündert. Noch schlimmer beeinträchtigten seinen Zustand die Kriegs- und Nachkriegsereignisse in den 1940er Jahren. Angehörige der Roten Armee zusammen mit der hiesigen Bevölkerung beteiligten sich an der Verwüstung der Dominante der Stadt. Das Verderben des Baues vollendet schließlich ein Feuer am 28. Juni 1947. Das Schloss blieb in diesem desolaten Zustand bis 1963, als es zum Nationalen Kulturdenkmal erklärt und die Rekonstruktion des Gebäudes für Zwecke des regionalen Museums in Angriff genommen wurde.  

Viera Obuchová – Vladimír Dian

Stirling – eine Burg in Schottland und eine Familie in Bratislava

Die Burg Stirling in Schottland, die hoch auf dem Felsen über dem Fluss Forth thront und den Gebirgspass in die Highlands bewacht, spielte eine Schlüsselrolle im Kampf für die schottische Unabhängigkeit. Sie zählt zu den prächtigen Beispielen der Renaissancearchitektur und ihre heutige Gestalt stammt aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Zufällig befindet sich auf dem Andreas-Friedhof (Ondrejský cintorín) in Bratislava auf dem Grabmal des bedeutenden Bratislavaer Fotografen František Jánoška (siehe Pamiatky a múzeá Nr. 4/2006, S. 28 – 30) auch der Name Prof. Dr. Alexander Stirling. Besteht ein Zusammenhang zwischen dem hier beerdigten Bürger Bratislavas und der Burg Stirling? Den Angaben der Familienangehörigen zufolge, die heute in Ungarn und den USA leben, leiten die Stirlings ihren Namen tatsächlich von der erwähnten schottischen Burg ab. Zur Zeit der Religionskriege im 16. Jahrhundert flohen sie aus der Burg, die auch Maria Stuart (1542 – 1567) mit ihrem Gemahl Henrik Darnley und ihrer Tochter, die den Grafen George Stirling heiratete, bewohnte. Die Familiengeschichte war in dem Werk Album Stirling festgehalten, die ein gewisser Student des Professors direkt aus Stirling mitbrachte. Leider verbrannte das Album 1945 bei der Bombardierung Bratislavas. Im Familienbesitz ist aber zum Beispiel das stilisierte Wappen der Familie Stirling mit Datum 1666 und der Maquette der Burg Stirling erhalten.

Die Stirlings waren Katholiken, nach der Flucht lebten sie in Frankreich, in der Schweiz und ließen sich schließlich in Transsilvanien und Ungarn nieder. Einige gründeten eine Familie in Australien und in der Familie wird sogar überliefert, dass General Stirling während des Unabhängigkeitskriegs George Washington geholfen haben soll.

Die neuzeitliche Genealogie der Stirlings wickelt sich von Mihály Stirling ab, der mit seiner Ehefrau Anna, geborene Edelhofer, drei Kinder hatte, von denen Josef der Vater von Alexander Stirling (geb. 1853 in Szombathely) war. Er studierte Philosophie in Heidelberg, wirkte in Braşov und seit 1885 lehrte er am Gymnasium in Svätý Jur bei Bratislava. Im Jahr 1888 heiratet er in Bratislava Berta, geb. Hornyansky. Ihre Tochter Margita (1891 – 1981) heiratete den bekannten Bratislavaer Fotografen František Jánoška. Professor Alexander Stirling lehrte Ökonomie, Geschichte, ungarische Sprache und Literatur an der Handelsakademie in Bratislava, wo er am 9. Juli 1907 starb.  

Barbora Matáková

Die Beweinung Christi aus Bánovce nad Bebravou

Das Thema der Beweinung Christi ist in der christologischen Ikonographie nicht außergewöhnlich und seit dem 12. Jahrhundert bis zum Konzil von Trient Mitte des 16. Jahrhunderts inspirierte es viele bedeutende Maler- und Bildhauerwerke. Die Szene ist eine Synthese der Themen der Kreuzabnahme und Grablegung, die die narrative formale Seite vorherbestimmten und die Gefühlsattributionen der Pietà hinzufügten. Die Zahl der an der Handlung beteiligten Personen ist in der Beweinung durch die zeitgenössische Wahrnehmung kanonischer und apokrypher Quellen gegeben.

Die Beweinung stellt die trauernde Gruppe mit der Jungfrau Maria, dem hl. Evangelisten Johannes und der hl. Maria Magdalena dar. Die Frauen im Hintergrund gehören zur Verwandtschaft Jesu und stellen die Stiefschwestern der Jungfrau Maria dar. Im Relief aus Bánovce sind auch die Pharisäer Josef von Arimatienund Nicodemus beteiligt.

Das Relief Beweinung Christi von Bánovce, ein Werk aus der Schnitzerwerkstatt in Banská Bystrica, datieren wir in die 1480er Jahre. Wir nehmen an, dass das Relief Teil des Altarschreins in der dortigen Kirche des hl. Nikolaus war. Wir wissen nicht, wer der Donator war, aber im Hinblick auf ihre stilistische und geographische Verwandtschaft mit dem Relief Beweinung aus der Gemeinde Podlužany ( 7 Kilometer nördlich von Bánovce), das Matthias Corvinus für die romanische Burgkapelle im nahegelegenen Uhrovec in Auftrag gab, ist es möglich, dass dieser Kunstmäzen in den 1480er Jahren ebenso das Relief von Bánovce bestellt hatte. Die Beweinung ist die Arbeit eines Meisters, der die niederländische Malerei, das österreichische und deutsche bildhauerische Schaffen gut kannte, worauf die losen Zusammenhänge mit dem Schaffen von Michael Wohlgemuth und dessen Altar in Zwickau von 1479 hinweisen.

Die Restauratorin Eva Michalčíková-Bezúchová „befreite“ das Relief nach einer komplexen Untersuchung einschließlich einer dendrologischen, stratigrafischen und Pigmentanalyse buchstäblich von dem Panzer mehrerer Schichten einer weißen Monochromie und fügte es mit einer verhaltenen Farbretouche und der Eliminierung störender plastischer Partien zu einem harmonischen Ganzen zusammen entsprechend dem historischen und künstlerischen Wert des Originals. 

Gabriela Kvetanová

Renovierte Kurobjekte in Piešťany

Die Kurgebäude aus Mauermaterial wurden auf der Bäderinsel in Piešťany Ende des 18. Jahrhunderts von seinen Besitzern, der Adelsfamilie Erdődy gebaut. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden drei Kurgebäude, das Napoleon-Bad genannt, errichtet.Der Plan, neben dem Bad ein Hotel mit Balneotherapie zu errichten, wurde nach dem 1. Januar 1889, nach der Übernahme des Kurbades Piešťany durch die Unternehmerfirma Alexander Winter und Söhne von Graf Ferenc Erdödy in langfristige Pacht, umzusetzen begonnen.

Zwei Objekte mit unterschiedlicher Funktion, das Hotel Thermia Palace und die Balneotherapie Irma, wurden als ein Werk zur Zeit des Jugendstils nach einem Projekt der Budapester Architekten Ármin Hegedüs und Henrik Böhm gebaut. In dem zweiflügeligen vier- und fünfgeschossigen Hotel hat die zentrale Kommunikationsfunktion die Eingangshalle von kreisrundem Grundriss, an die alle gesellschaftliche und gastronomischen Räume des Hotels (Café, zwei kleine Salons, ein großer und ein kleiner Speisesaal), der Durchgang zum Badeobjekt durch das ursprüngliche Portal und das Haupttreppenhaus mit Fahrstuhl, der in den Hotelteil in den oberen Etagen führt, anschließen. Der dominante Raum der Balneotherapie ist ein kreisrundes Moorbad, umgeben von vier Flügeln unterschiedlicher Verwendung. Die Eingangshalle, die sich entlang des ganzen Hauptflügels erstreckt, erschließt außer allen Badebetrieben, auch den Hotelteil des Komplexes.

Die Objekte durchliefen in der Vergangenheit mehrere Renovierungen, von denen vor allem die sozialistische Renovierung in den 1970er Jahren in das ursprüngliche Interieur des Hotels eingriff. Außer dem radikalen Umbau des hinteren Flügels, des Anbaus zwischen dem Moorbad und dem Hotel und dem Aufbau an der Stelle der ursprünglichen Terrassen über dem Erdgeschoss des Hauptflügels wurden im Hotelteil fast alle historischen Möbel entfernt.

In den Jahren 2004 – 2007 fand in beiden Objekten eine Generalrenovierung statt. Bei der Renovierung der Haupträume der Balneotherapie (Moorbad, Schwimmbecken, Eingangshalle) und der gesellschaftlichen Räume des Hotels wurde die Methode der Beseitigung von unpassenden Eingriffe in das Interieur im Bemühen um die Wiederherstellung des ursprünglichen Aussehens angewandt. Außer der bauhistorischen und restauratorischen Untersuchung war dabei das Archivmaterial eine große Hilfe – die zwar unvollständige, aber umfangreiche Projektdokumentation einschließlich Interieurgestaltungen einiger Gesellschaftsräume und Zimmer. Diese, zusammen mit den Zeitfotos, gewährten Informationen über das ursprüngliche Aussehen fast aller Räume.  

Andrej Botek

Kirche der hl. Margareta von Antiochia in Kopčany

In der letzten Zeit fand die Kirche der hl. Margareta von Antiochia (9. Jh. u. Zt.), die lange vergessen inmitten der Felder hinter der Gemeinde Kopčany (Region Záhorie) unweit der Grenze zur Tschechischen Republik, in der Nähe der großmährischen Agglomeration Mikulčice stand, große mediale Aufmerksamkeit. Die Kirche steht auf einer mäßigen Geländeerhöhung und besteht heute aus einem kleineren Schiff und einem geraden Abschluss, leicht trapezförmig. Die innere Breite des Schiffes ist 3,8 m, die Länge bewegt sich von 4,7 bis 4,9 m, die Rückwand des Presbyteriums hat 1,85 m, die Seitenwände 2,3 m. Das Schiff hatte bis kurzem eine flache Decke, heute hat es einen direkten Durchblick in den Dachstuhl. Vor dem Beginn der Forschung war an der Vorderseite ein großes Bogenportal, über dem sich ein kleines Fenster befand. An der Südwand des Schiffes gab es ein Bogenfenster und der raue Außenputz trug die plastische Jahreszahl 1926.

Die Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen in der genannten Lokalität von den 1960er Jahren bis heute sind bekannt. Weniger Aufmerksamkeit wird der bauhistorischen und insbesondere der auf das Interieur gerichteten restauratorischen Untersuchung gewidmet, die vom Lehrstuhl für Restaurierung der Hochschule für Bildende Künste durchgeführt wurde. Die restauratorische Forschung stellte insgesamt 12 Etappen von Eingriffen, 8 Ausschmückungsschichten (und weitere hypothetische) und über 20 Mörtel- und Putzarten fest.

Zu den bedeutendsten Funden der Forschung gehören Fragmente zweier Fresken an der Ostwand der Kirche. Die mikroskopische Analyse der Proben ermittelte vier Farbschichten auf bordeauxroter Grundlage, was auf relativ häufige Eingriffe verweist. Die Oberschicht enthüllte auf blauem Untergrund das Fragment eines Dreiviertelprofils eines Frauenantlitzes mit Heiligenschein. Anhand der erhaltenen Reste des Frauenantlitzes in der jüngeren der Schichten können wir mit Sicherheit behaupten, dass es sich um die hl. Margareta von Antiochia handelt, da die Szenen die Funktion des Altarbildes mit dem Motiv des Patroziniums erfüllten. Die Pigmentanalyse bestimmt die Entstehung der Gemälde ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.  

František Bizub

Industrieobjekte in Kráľová Lehota und Umgebung im 18. - 19. Jahrhundert

Die ersten Maschinen wurden, außer durch menschliche Kraft und Haustiere, vor allem vom Wasser angetrieben. Es war Jahrhunderte lang die Hauptantriebskraft, die ersten Dampfmaschinen wurden in der Slowakei erst nach 1856 eingeführt. In Kráľová Lehota (Region Liptov, Mittelslowakei) und seiner näheren Umgebung gibt es an den Wasserläufen sehr gute Gefälleverhältnisse. Außerdem münden die Hauptstraßen vom Osten, Süden und Westen der Slowakei in das Tal. Deshalb gab es hier in der Vergangenheit viele Industrieobjekte. Es handelte sich vor allem um Holzsägen, von denen einige später für Dampf- bzw. Elektroantrieb umgerüstet wurden. Früher bildeten Flüsse und größere Bäche den einzigen Transportweg für Holz, aber auch andere Waren. Die Flößerei wurde eine der wichtigsten Beschäftigungen der Einwohner aus den umliegenden Ortschaften. An den Ufern der Waag gab es einen großen Floßplatz, wo große Flöße abgefertigt wurden, die bis nach Belgrad getrieben wurden.

Der Stein für die Bauten wurde im Steinbruch neben der Straße abgebaut und gebrochen. Aus ihm wurde noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts Stein gebrochen für die Strecke der Schmalspurbahn, die dicht an ihm vorbei führte. Weitere Betriebe waren Wassermühlen, Mühlen, eine Spiritusbrennerei, eine Schlosserei, eine Tischler- und Zimmererwerkstatt, die fast hundert Jahre in Betrieb war und wo später Möbel hergestellt wurden. Im Jahr 1941 errichtete man an ihrer Stelle neuegemauerte Gebäudeder Holzfabrik FIPA. Ende des 19. Jahrhunderts wurde in der Umgebung der Gemeinde Hybe eine Kalkhütte errichtet, die nach 1930 geschlossen wurde.

Die bedeutendste Produktionsstätte dieser Lokalität war die Eisenhütte mit Hochofen (6,5 m) gegründet 1771 in Maša. In ihr wurde das Eisenerz geschmolzen, das in der Umgebung der Gemeinde Važec, Hybe, Nižná Boca, Liptovský Ján, Svarín und Hrádok gefördert wurde. Im Jahr 1873 wurde die Eisenhütte wegen Unrentabilität geschlossen. Gleichzeitig gingen auch die umliegenden Hammerwerke und Eisenwerkstätten ein. Die umliegenden Wälder lieferten ausreichend Holz, aus dem man Holzkohle brannte.

In den Jahren 1804 – 1805 wurde in der Lokalität, die bis heute Fabriky heißt, eine Fabrik für Gewehre und Pistolen errichtet. Es war die einzige Fabrik dieser Art im damaligen Ungarn, sie ging 1813 ein. 

Zuzana Francová

Pokal der Maurer und Steinmetzezunft von Bratislava

Eine bedeutsame Gruppe von Zunftdenkmälern in den slowakischen Museen bilden die typologisch vielfältigen Arten der Zunftgefäße. Sie wurden meistens zum Bier oder Wein trinken bei gemeinsamen Gelagen der Zunftmitglieder benutzt. Außer den großen Kannen sind seltener auch verschiedene Pokaltypen erhalten, die besonders für festliche Anlässe bestimmt waren. Neben einheimischen Zinnmeistern oder Goldschmieden bzw. Silberschmieden wurden sie auch von Meistern aus anderen, mitunter auch weiter entfernten Städten gefertigt. Ein solcher ist auch der Pokal der Bratislavaer Maurer und Steinmetze, heute in der Sammlung der Slowakischen Nationalgalerie in Bratislava, gefertigt aus getriebenem und ziseliertem Silber und teilweise vergoldet, hergestellt in Augsburg. Die Bratislavaer Maurer und Steinmetze bestellten sich ihren Pokal im Jahr 1650. Er zählt zu der typologisch reich differenzierten Gruppe der sog. Deckelpokale undweist mehrere gemeinsame Merkmale mit den sog. Buckelpokalen auf. Auf dem Gebiet der Slowakei sind aus dieser Zeit fast keine profanen Arbeiten einheimischer Goldschmiede erhalten.Im Kontext der slowakischen Sammlungen ist daher der Pokal der Bratislavaer Maurer und Steinmetze ein außergewöhnlicher Gegenstand seiner Art und gehört so zu unseren wertvollen Zunftdenkmälern.