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Revue Pamiatky a múzeá - Resümee 4/2006

13. apríla 2012

Die Dominikanerkirche in Košice
IVAN GOJDIČ – SILVIA PAULUSOVÁ – KRISTÍNA ZVEDELOVÁ
Im Nordwestteil des historischen Stadtzentrums von Košice dominiert den Hauptplatz die monumentale Dominikanerkirche Mariä Himmelfahrt, an die sich im Norden das barock-klassizistische zweigeschossige Gebäude des Klosters anschließt. Die Ergebnisse der Untersuchungen, die in der letzten Zeit im Klosterareal stattfanden, bestätigen, dass diese Kirche von der Wende des 13. und 14. Jahrhunderts ein bedeutender Beitrag zur Geschichte der Architekturentwicklung in Mitteleuropa ist.
Die einschiffige Architektur mit dem polygonal abgeschlossenen Presbyterium und mächtigen Stützpfeilern in den Ecken trägt ein niedriges Satteldach. Sehr markant wirkt die hohe Pyramide des Turmdaches. Im Westen schließt an die Stirnseite des Schiffs die funktionalistische Architektur des heutigen Klubs und Kinos an, die teils auch die Nordfassade der Kirche verdeckt. Das Interieur dominiert der Hauptaltar im Neostil mit geschlossener Chortrennwand, hinter der zur Zeit der Kirchenerneuerung im 18. Jahrhundert eine neue Sakristei und über ihr eine an den Klostergang anschließende Kapelle geschaffen wurde. Trotz der Verkürzung des Presbyteriums stellt das durch Barockpfeiler im Schiff und gotische Rippen im Heiligtum gegliederte Interieur den größten frühgotischen Sakralraum in der Slowakei dar.
Die handwerklich hochwertige gotische steinbildhauerische Ausschmückung des Presbyteriums der Kirche weckte das Interesse der Kunsthistoriker. Ihrer Meinung nach  konnten die Architektur der Dominikanerkirche Košice sächsisch-Meißener-schlesische Einflüsse aus Krakau und Breslau mit Bindung an die Zips (V. Mencl) oder der Donauzweig mit Bindung zum Beispiel an Wiener Neustadt (J. Bureš) beeinflusst haben. Das unzweifelhafte Datum des Baubeginns der Kirche liegt im letzten Drittel des 13.Jahrhunderts (Š. Oriško). Schon die ältesten Belege nennen die Kirche Ecclesia beate Virginis. Das marianische Patrozinium der Kirche ist bis in die Gegenwart erhalten. Im Jahr 1698 begann die Generalerneuerung des Klosters und in den Jahren 1700 – 1741 der Umbau der Kirche, die eine barocke Form erhielt. 100 Jahre später kam es zur letzten, größeren Instandsetzung des Kircheninneren, wo neue Altäre errichtet wurden und Anfang des 20. Jahrhunderts erhielt sie neue Glasfenster. In den 50er Jahren hörte sie auf, dem Orden zu dienen und erst nach der zweiten Rückkehr der Mönche Ende des 20. Jahrhunderts tat sich ein Weg für die Erneuerung des Dominikanerareals auf.  

Der Eingangsturm der Burg von Kežmarok
EVA KRIŽANOVÁ
Die Zipser Stadt Kežmarok (vorm. dt. Käsmark) besitzt alle Attribute einer mittelalterlichen Stadt, insbesondere die gotische Pfarrkirche mit Glockenturm, die mittelalterliche Schule, das Rathaus auf dem Hauptplatz und das Straßennetz mit Bürgerhäusern in Reihenbebauung. Die heutige Struktur des historischen Stadtkerns ist jedoch das Ergebnis der Bautätigkeit aus der Zeit des Spätmittelalters und der Renaissance. Die umfangreiche historisch-archäologische Forschung als Teil der Erneuerung der Burg von Kežmarok, die Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts begonnen und 1985 abgeschlossen wurde, kehrte zum Thema der Lokalisierung der Stadt zurück. Ihre Lage war vor allem durch die Kreuzung wichtiger Handelswege nach Polen und in die Ostslowakei vorherbestimmt. Der älteste Stadtkern entstand auf einer älteren slawischen Siedlung im Ortsteil St. Michael, deren Dominante die Pfarrkirche  St. Michael war, heute westlich der Stadt auf einer Anhöhe über dem Bahnhof. Unter der Anhöhe, genannt  Michalské návršie, am rechten Ufer des Flusses Poprad (dt. Popper) liegt eine Siedlung, die unter dem Namen Starý trh (Alter Markt) bekannt ist. Nordöstlich von Starý trh vergrößerte sich das Territorium von Kežmarok um die sächsische Ansiedlung mit einer eigenen Pfarrkirche  St. Elisabeth aus. Im Raum der heutigen Heiligkreuz-Pfarrkirche entstand eine Stadtfläche, die im Jahr 1269 Stadtrechte erwarb. Seit 1368 hatte die Stadt eine zusammenhängende Befestigung, die Bestandteil der Burgbefestigung wurde. Die erste schriftliche Erwähnung der Burg stammt von 1463, als mit dem Bau des Fortifikationsobjekts mit einem unregelmäßigen ovalen Grundriss, einem befestigten Hof und einem gotischen Palast begonnen wurde. Fertiggestellt wurde es 1465. Damals wurde die Elisabethkirche mit Kloster bis auf die Grundmauern abgerissen. Die Architektur des Burgpalastes gehört in die Epoche der Spätgotik vom Beginn des 16. Jahrhunderts, einige Details des Eingangsturms weisen jedoch Stilmerkmale des vorausgegangenen Jahrhunderts auf. Es ist anzunehmen, dass der Turm im ersten Viertel, spätestens jedoch  in der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts als Bürgerwohnhaus bzw. Stadthaus entstanden war. Die Forschungsergebnisse bestätigen die Existenz von auf freien Parzellen stehenden Wohntürmen schon im 13.,  vor allem aber im 14. und 15. Jahrhundert, ähnlich wie auf Burgen, Kastellen und der Bürgerarchitektur in der Slowakei allgemein. Nach und nach erweiterte man sie durch den Anbau von Räumen mit Wirtschafts- und Wohnfunktionen in Richtung zur öffentlichen Verkehrsstraße, so dass sie seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts eine feste Straßenfluchtlinie bildeten.

Die Völker der Welt durch die Optik des 16. Jahrhunderts
IGOR ZMETÁK
Die Bibliothek des Slowakischen Nationalmuseums in Bratislava hat in ihren Beständen ein außerordentlich wertvolles historisches Buch Habitus praecipuorum populorum aus dem Jahr  1577, das durch seinen Inhalt und die wundervollen, handkolorierten Stiche fasziniert. Im Rahmen einer Forschung  nach seiner Erklärung zum historischen Buchdokument wurde außerdem festgestellt, dass es zu den 7 bekannten Exemplaren einer Originalausgabe gehört, die in den Beständen der Weltbibliotheken oder Museen erhalten sind. Als Eigentümer dieses Buches steht das Slowakische Nationalmuseum in Bratislava nun in einer Reihe neben der British Library in London, der Staatsbibliothek Berlin, der Universitätsbibliothek  Heidelberg, der Bayerischen Staatsbibliothek München, der Universitätsbibliothek  Bayreuth und der Bibliothek der Ludwig-Maximilian-Universität München.
Das obige Buch ist ein Komplex von 219 ganzseitigen farbigen Holzschnitten auf Blättern von 29 x 19,5 cm Größe. Den Bildteil ergänzen kurze Beschreibungen und witzige Kommentare zu den charakteristischen Zügen der betrachteten kulturellen und sozialen Kategorien. Das Werk ist eine außerordentliche ethnographische Enzyklopädie des 16. Jahrhunderts mit klar definierter mitteleuropäischer Provenienz. Nach der Zahl der Illustrationen kann man auch die Bedeutung der einzelnen Völker und Ethnien bestimmen. Deutlich ist auch das Bemühen um die Erfassung von gesellschaftlichen und sozialen Kategorien – Adelige, Bürger, Bauern, staatliche und örtliche Würdenträger, ledige Mädchen, verheiratete Frauen, Witwen. Das Werk kann man speziell auch aus der Sicht der Historie der mitteleuropäischen Mentalitäten, der Geschichte der Kleidung, der Sozialpsychologie, der Soziologie, der bildenden Kunst und der Buchillustration untersuchen. Außer bekannten Exemplaren der 1. Ausgabe von 1577 ist nur noch  eine spätere Ausgabe aus dem 17. Jahrhundert bekannt (Ulm: Görlin, 1639). Neuzeitliche Ausgaben sind das Ergebnis des Interesses an dem Werk im 20. Jahrhundert – eine kleinere von 1955 (Privatdruck für die Freunde des Verlags Hoppenstedt), eine große von 1969 (Unterscheidheim: Uhl). Die Bilder für das Buch stammen von Jost Amman, einem der besten mitteleuropäischen Illustratoren und Holzschneider  aus den Jahren 1560–1590. Autorschaft und Idee des Werkes Habitus praecipuorum populorum werden dem Herausgeber und Bildstecher  Hans Weigel Formschneider zugeschrieben..

Slowakische Nationaltracht
ELENA KURINCOVÁ
Die Nationalsymbole als wichtiges Instrument des Emanzipationsprozesses der Slowaken entwickelten sich dynamisch seit Ende des 18. Jahrhunderts mit Kulmination in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts bis zum Jahr 1918. Im Unterschied zur Nationaltracht standen Wappen, Flagge, Trikolore und Hymne von der Mitte des 19. Jahrhunderts außer Zweifel. Die Konstruierung der Nationaltracht wird jedoch vor allem ideologisch wahrgenommen und praktische Belange sind sekundär. Bei den Entwürfen für die Nationaltracht geht es überwiegend um eine Kombination der ungarischen Bürgerkleidung mit der Volkstracht. Für die Hervorhebung der Nationalität wurden die slowakischen Nationalfarben verwendet. Das belegen Berichte über die Kleidung der Teilnehmer slowakischer Bälle in Wien und Budapest, des Slawischen Kongresses in Prag 1848, aber auch anderer Veranstaltungen.
Ansätzen einer Definierung der Nationaltracht begegnet man in der Zeit der erhöhten politischen Aktivität der slowakischen Gesellschaft in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Teilnehmer der Versammlung in Martin im Jahr 1861, aus der das Memorandum des slowakischen Volkes/Nation hervorging, waren sich des Ernstes des Augenblicks bewusst und bemühten sich um eine möglichst große Publicity. Zur Demonstration des „Slowakentums“ dienten vor allem Schmuck und Gläser, aber es gab auch Bemühungen um die Durchsetzung einer slowakischen Nationaltracht. Unter der Bezeichnung „slovenské národné nosivo“ (Slowakische Nationaltracht)  wurde sie 1862 in der Zeitschrift Sokol propagiert. Die Postulanten ließen sich in Schnitt und Farbigkeit von der Volkstracht, vor allem der Landadelsfamilien von Unter-Orava inspirieren. Ein besonderes Kapitel in der Gestaltung der Nationaltracht stellen die sogenannten slowakischen Hemden dar. Sie wurden seit den 80er Jahren  des 19. Jahrhunderts bis in die 40er Jahre des 20. Jahrhunderts verwendet und als Ausdruck der Nationalisierung der Slowaken interpretiert. Der Artikel bringt auch eine Visualisierung der slowakischen Nationaltracht auf Zeitporträts des führenden  Vertreters der Nationalbewegung Ján Baltazár Jesenský-Gašparé (1825 – 1889).

Die Denkmalzone Železník
EVA ŠMELKOVÁ
Železník ist ein 814 m hoher Berg im Hügelland Revúcka vrchovina, historisch das größte Eisenerzvorkommen in der Slowakei. Limoniterz (Brauneisenstein) wurde hier wahrscheinlich schon in der Römerzeit gefördert, aber direkte Nachweise darüber sind nicht erhalten. Erste schriftliche Berichte stammen erst aus dem Jahr 1435, als die Gruben zu den Hammerschmieden der Muraner Herrschaft gehörten. Im 15. – 18. Jahrhundert wuchs die Zahl der Eigentümer einzelner Grubenfelder. Darunter waren auch Besitzer von Hammerschmieden in den Tälern Muránská und Rimavská dolina, aber auch die Landesherren Koháry. Die Grubenfelder der Kohárys gingen später durch verwandtschaftliche Beziehungen in  den Besitz des Fürsten von Coburg über. Seit 1780 wuchs der Anteil des Staates an der Förderung und 1864 erwarb auch die Heinzelman-Gesellschaft einen Förderanteil. Im Jahr 1881 wurde die Gesellschaft Rimamuránsko-šalgotarjánska spoločnosť Majoritätsbesitzer der Gruben. Das Eisenerz wurde in Likier geschmolzen, wohin es mit einer für die damalige Zeit unikalen Seilbahn von 13,9 km Länge befördert wurde. Im Jahr 1903 wurde die Förderung in den Coburg-Gruben eingestellt. Nach dem 1. Weltkrieg liquidierte die Rimamuránsko-šalgotarjánska spoločnosť die Erzschmelzung  in Likier und schränkte auch die Förderung ein. Im Jahr 1929 beendete die Firma Heinzelman die Förderung. Eine kontinuierliche Förderung wurde nur noch in den  staatlichen Gruben aufrecht erhalten, die  an die Erzverarbeitung im Hochofen in Tisovec angeschlossen waren. Železník bewahrte sich aber in dieser Krisenzeit einen zehnprozentigen Anteil an der gesamtslowakischen Förderung. Nach dem 2. Weltkrieg unternahm der Staat eine umfassende Sanierung der Förder- und Aufbereitungsanlagen. Im Jahr 1958 erreichte die Förderung ihren Höhepunkt und ging in den Jahren 1964–1966 allmählich ein. In Železník sind bis heute Teile der Grubenkolonien mit Wohn-, Betriebs-, Verwaltungs- und kultur-  und gesellschaftlichen Gebäuden erhalten. Die Häuser vom Ende des 19. Jahrhunderts sind eine der ältesten Arbeiteragglomerationen in der Slowakei und dokumentieren die ersten Ansätze eines typisierten Aufbaus. Die drei besterhaltenen aus dieser Wohnkolonie, Kríž, Ladislava und Štokovce, wurden 1990 zur Denkmalzone für die Dokumentation der Grubenarbeit und Wohnkultur vom Ende des 19. Jahrhunderts erklärt.

Der Bergbau von Železník im Museum Rožňava
JÁN HLOBIL
Die Region Gemer ist vor allem durch die Eisenerzförderung bekannt. Zu den Persönlichkeiten, die die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten in diesem Raum leiteten, gehörte der Direktor des Bergwerks in Železník Gustav Eisele, der auch eine wichtige Rolle bei der Gründung des Bergbaumuseums (Banícke múzeum) in Rožňava gespielt hat.  In diesem Museum befinden sich mehrere Kostbarkeiten. Im mineralogischen Teil  der Ausstellung „Bergbau und Hüttenwesen“ gehöre n dazu Limonit (Brauneisenstein)  aus dem Gebiet Železník und Rákošská Baňa. Der Limonit wurde wahrscheinlich schon seit der Römerzeit bzw. noch früher gefördert, als sich keltische Stämme  auf diesem Territorium aufhielten. Das Alter der Förderung bestätigt der Fund von Resten eines römischen Schmelzofens, der 1896 entdeckt wurde.
Die ältesten Dokumente der Hüttenproduktion stammen aus dem 11. – 12. Jahrhundert. Es sind zwei Feldschachtöfen aus Gemerský Sad, die das einzige Original in den Museen der Slowakei sind, und manuelles Fördergerät. Im Jahr 1627 wurde im Bergbau zum ersten Mal Schießpulver verwendet, das später von dem wirksameren Dynamit abgelöst wird, was die Entwicklung des Bergbaus beschleunigte,  ebenso wie die Mechanisierung der Bohrarbeiten Ende des 19. Jahrhunderts. Das belegen die Bohrmaschine vom Typ Marvin, die nach dem Prinzip des Elektromagnetismus mit einem Thomson-Houston-System von 1899 arbeitet, und die mit Elektromotor angetriebenen Siemens-Schuckert-Maschinen von 1905. Im Jahr 1914 wurde in Železník das Druckluftbohren eingeführt, was im Museum die hochdrehzahlige Rotations-Schlagbohrhämmer der Marke Flottman belegen.
Die Entwicklung der Grubenfördertechnik in der Ausstellung des Bergbaumuseums wird durch originale Förderanlagen dokumentiert. Der Förderwagen „Hunt“ wurde 1486 in den Gemer-Bergwerken eingeführt, 1868 wurden in den Stollen Schienen für mit Menschenkraft geschobene Eisenwaggons verlegt.
Die Grubenrettung dokumentieren Geräte zur Wiederbelebung und für den Einstieg in  Räume mit unatembarer Luft, z. B. Pulmotor Dräger von  1913. Den letzten Teil der Ausstellung dominiert das Modell des Hochofens aus Tisovec, der 1964 liquidiert wurde.

Der Bratislavaer Fotograf František Jánoška
VLADIMÍR DIAN – VIERA OBUCHOVÁ 
Leben und Werk des bekannten Bratislavaer Fotografen František Jánoška (Ferenc Janoska, 1891–1947) näher zu beleuchten war erst nach dem Erscheinen der Publikation über den Andreasfriedhof (Ondrejský cintorín) (2004) möglich, wo er einen Grabstein hat. Weitere wertvolle Dokumente über ihn lieferte unlängst sein Schwiegersohn Ing. Vladimír Dian. Es handelt sich dabei um bislang unveröffentlichte Fotografien von F. Jánoška, die er seinen Verwandten hinterließ.
Jánoška erlernte den Beruf des Fotografen,  in den Jahren 1906–1909 war er Praktikant im Atelier von Béla Mindszenti in Bratislava, wo er als Retuscheur, Gehilfe und Laborant tätig war. Bisher war nicht bekannt, dass F. Jánoška nach Ausbruch des I. Weltkrieges im Jahr 1914 an die russische Front kam. Gleich zu Beginn wurde er verwundet, später geriet er in Kriegsgefangenschaft und endete in Sibirien im Gefangenenlager Schkotowo. Die Gefangenen arbeiteten unter schweren Bedingungen am Bau der Eisenbahn. Die Familie hielt ihn für tot, bis er 1920 zu Hause auftauchte. Jánoška fotografierte auch in der Gefangenschaft. In dem Beitrag veröffentlichen wir erstmals die Fotografien, die aus dieser Zeit erhalten sind. Die Aufnahmen aus den Jahren 1914–1920 zeigen seine Mitgefangenen, das Gefangenenlager, aber auch die dortigen Einwohner und ihre Behausungen. Erhalten sind sie auch dank dem Mitautor dieses Artikels, Vladimír Dian.

Das Bratislavaer Funkhaus
VLADIMÍR DRAXLER
Während der 80 Jahre des Bestehens der Rundfunksendungen in der Slowakei verfügten die Rundfunkinstitutionen über verschiedene Räume, von den bizarrsten bis zu solchen, die den Bedürfnissen des Rundfunkschaffens entsprachen. Allein in Bratislava siedelte der Rundfunk in drei Gebäuden, das vierte dient seinem Zweck bis heute.
Als die Gesellschaft Radiojournal  Ende 1925 die Errichtung einer Filiale in Bratislava vorbereitete, wählte sie das sog. Regierungsgebäude, einen Sezessionsbau, der in den Jahren 1911–1912 von dem Wiener Militäringenieur Joseph Rittner für das Ortskommando der k. u. k. Armee projektiert worden war. Das Gebäude wurde nach der Gründung der Tschechoslowakei 1918 der Sitz des Ministeriums mit Vollmacht für die Verwaltung der Slowakei. Das Ministerium hatte ein eminentes Interesse an der Sendung aus Bratislava, und daher brachte es die Rundfunkmitarbeiter im ersten Stock des Gebäudes in der Straße Gondova ulica unter. Ein eigenes Studio, von wo am 3. August 1926 mit den slowakischen Rundfunksendungen begonnen wurde, befand sich auf der Bühne des Gesellschaftssaales (heutiger Moyzes-Saal der Slowakischen Philharmonie). Er entsprach nicht in akustischer Hinsicht und auch deshalb nicht, weil ihn der Rundfunk hin und wieder für verschiedene gesellschaftliche, ja selbst Sportveranstaltungen zur Verfügung stellen musste. Zudem flaute die innige Beziehung des Ministeriums zum Rundfunk später ab und man forderte das Radiojournal auf, den Saal zu räumen. Die Leitung der Gesellschaft suchte eine Lösung im Bau eines neuen Gebäudes.
Die Rundfunkobjekte gehörten unter das Ministerium für Post und Telegrafen, das die Radiophonie nicht anerkannte. Schließlich beschloss es, in Bratislava ein Gebäude für den Rundfunk zu errichten, wobei ein Teil der Post dienen sollte. Das Projekt des Gebäudes auf dem Platz Jakubovo námestie stammt von den Architekten Alois Balán und Jiří Grossman. Mit den Bauarbeiten wurde 1928 begonnen und am 21. Januar 1930 übernahm das Radiojournal seine Arbeitsplätze in die Benutzung. In dem 4-stöckigen funktionalistischen Gebäude befand sich der Rundfunk im Erdgeschoss, im  1. Stock und im Souterrain. Es waren einzigartige Räume, nur die zweiten in Europa, die speziell für die Erfordernisse des Rundfunks konzipiert waren (das Münchener Funkhaus wurde 1929 dem Betrieb übergeben). Im Gebäude befanden sich vier Studios, was zweifellos  ein Fortschritt war, aber sehr bald zeigte sich, dass die Postverwaltung die Belange des Rundfunks und seiner Entwicklung unterschätzte. Die Raumnot wurde ganz schlimm 1939, als der Rundfunk in der Slowakei sich verselbständigte. Damals machte die Post Räume im 2. Stock frei, und einige Arbeitsräume im 1. Stock wurden zu Studios umgebaut. Bei der Bombardierung Bratislavas im Juni 1944 traf die anglo-amerikanische Luftwaffe auch das Funkhaus. Die Leitung des Rundfunks und das Ministerium für Verkehr und öffentliche Arbeiten beschlossen im August 1944, die Arbeitsplätze an einen sicheren Ort, in die Schule in der Straße  Zochová ulica zu bringen.
Im Erdgeschoss der 1893–1894 erbauten Schule entstanden provisorische Studios, Büros und technische Räume, doch für Funkarbeit war das Gebäude ungeeignet. Die Leitung des Slowakischen Rundfunks vermutete, dass es ihr gerade deshalb gelingen würde, einen Neubau zu bekommen. Nach der Liquidation des Slowakischen Rundfunks 1948 nahm sich die Leitung des Tschechoslowakischen Rundfunks des Gedankens an, aber die Politiker entschieden anders. Die für den Bau des Funkhauses bereit gestellten Gelder wurden für den Bau von Sendern zur Störung antikommunistischer Rundfunkstationen verwendet.
Den wachsenden Sendungen genügten das Schulgebäude, aber  auch das 1953 erneuerte historische Gebäude nicht mehr. Aus dem einstigen Gesellschaftssaal des Regierungsgebäudes wurde der Konzertsaal des Tschechoslowakischen Rundfunks. Das Musikarchiv zog in das ehemalige Kapuzinerkloster ein, das nach dem Verbot der Tätigkeit dieses Ordens in den 50er Jahren konfisziert worden war. Der Bedarf eines neuen Gebäudes wurde noch akuter.
Anfang der 60er Jahre beschloss man den Neubau im Zentrum Bratislavas zwischen den Straßen Mýtna und  Žilinská ulica. Es siegte der Entwurf von Ing. arch. Štefan Ďurkovič, Ing. arch. Barnabáš Kissling und Ing. arch. Štefan Svetko – der Gebäudekomplex mit dem zentralen Hochhaus in Form einer umgekehrten Pyramide. Ende des Jahres 1984 zogen die ersten Mitarbeiter in die neuen Räume ein, vom 27. März 1985 an wurde von der Mýtna ulica aus gesendet. Im historischen Gebäude am Platz Jakubovo námestie schlug der Rundfunk eine vor, eine ständige Ausstellung des Fernsehens, Rundfunks und der slowakischen Elektronikindustrie einzurichten. Es konnte aber nur erreicht werden, dass das Gebäude 1985 in das Staatliche Verzeichnis der immobilen Kulturdenkmäler aufgenommen wurde.

Über die Tonaufzeichnung – Aus der Geschichte der Funktechnik
PETER JANÍK
Die slowakischen Rundfunkstudios erreichte weder die Ära der robusten Geräte mit Magnettonaufnahme der Firma Blattnerphone (Großbritannien, 1930), noch das erste Magnetophon des klassischen Typs AEG K1 (Deutschland, 1935). Die erste Schallaufnahme  in der Slowakei wurde 1939 auf Wachsscheiben realisiert, wobei die Aufzeichnung mit Saphierstift mittels eines elektromagnetischen Tonabnehmers in die Oberfläche eingeritzt wurde. Nach der Reproduktion wurde die Platte für die weitere Verwendung erneut abgeschliffen.
Im Jahr 1941 erwarb Bratislava einen Übertragungswagen mit einer Anlage für die Bespielung von Platten der Marke Decelith, die eine aktive Gelatineschicht auf einer harten Unterlage hatten und nach der erfolgten Aufnahme mit Spezialflüssigkeiten erhärtet wurden, wodurch ihre Abnutzung geringer war. Die Anlage wurde von einer Feder angetrieben, die häufig aufgezogen werden musste. Ein ähnliches Verfahren benutzte die Aufzeichnung auf eine Platte mit einer auf einer festen Aluminiumfolie der Firma Pyral Company of France aufgetragenen Azetatschicht.
Die ersten Magnetophone der AEG Telefunken wurden 1940 in den Betrieb des Slowakischen Rundfunks eingereiht, 1942 liefen die Aufnahmen mit der holländischen Apparatur Philips-Miller an. Die Tonaufzeichnung war mechanisch, die Reproduktion optisch. Verwendet wurde die  Mechanik der Filmaufzeichnung auf Zelluloidband. Der Vorteil dabei war, dass es im Falle eines Interpretations- oder technischen Fehlers möglich war, das Band mit Scheren durchzuschneiden und die korrigierte Sequenz in die ursprüngliche Aufzeichnung einzukleben.
In der ersten Hälfte der 50er Jahre bricht die Ära der Magnetophone der Marke Sander & Janzen aus der Deutschen Demokratischen Republik an, die etwa 20 Jahre dauerte. In der historischen Übersicht darf auch das Magnetophon, bekannt als Drahtaufnahmegerät (Drahttongerät) nicht fehlen. Der Antrieb erfolgte elektrisch oder mechanisch mit einer durch eine Kurbel betätigten Triebfeder. In der Tschechoslowakei wurden solche Geräte bei Meopta Přerov 1950 unter der Marke Paratus hergestellt.
In der zweiten Hälfte der 50er Jahre begann die Playback-Ära. Anfang der 60er Jahre kam das 4-spurige Tonbandgerät mit Filmband als Träger der magnetischen Tonaufzeichnung auf, das ein bis zu fünffaches Playback ermöglichte.
Seit 1968 kamen zu den SRK Aufnahmetischen Vier-Kanal-Tonbandgeräte der Marke Studer hinzu, wodurch die ersten stereophonen Musikaufnahmen verschiedener Genres entstanden mit Playbackmöglichkeit auf einem Qualitätsgerät. Für Außenaufnahmen wurden Wagen, ausgestattet mit Standardrundfunkaufnahmetechnik verwendet.  Reporter benutzten transportable Batterietonbandgeräte Klanggerät, Uran, Uher, seit 1970 erste Philipsgeräte mit Kompaktkassette. Bis heute sind Tonbandgeräte der schweizerischen Firma Kudelski (Nagra 3, Nagra 4 Stereo) in Gebrauch.
Das klassische Studioband kam mit dem ersten Tonbandgerät AEG Telefunken in die Slowakei. Ab 1968 ging man zu BASF- und Agfa-Erzeugnissen über, die ständig modernisiert wurden.
Die Expansion der Technik in den 70er und 80er Jahren brachte die Einführung neuer Modelle von Tonbandgeräten der Marke Studer (A 80, A 80/4 und A 80/8) mit sich. Die ungarischen Tonbandgeräte STM 200B und STM 210 wurden im slowakischen Rundfunk seit 1970 verwendet. Für die Spezialverwendung für externe Aufnahmen kamen seit  Mitte der 70er Jahre auch die halbprofessionellen Tonbandgeräte MG Revox A 77 und Revox A 700 zur Anwendung.

Im Dienste der Kunst und der Kirche – Valér A. Zavarský – Leben und Werk
MAGDALÉNA KVASNICOVÁ
In der Person von V. A. Zavarský (1905 – 1993) verband sich der Beruf eines Ordensgeistlichen und Pädagogen mit dem Kunsthistoriker, bildenden Künstler und praktischen Denkmalpfleger. Er war sich der Bedeutung der  Sakralkunst in der Vergangenheit und auch ihrer aktuellen Notwendigkeit bewusst. Nach dem Abitur am Gymnasium entschied er sich für den  Eintritt in den Orden und trotz des großen Interesses für  bildende Kunst und Architektur nach dem Philosophiestudium in Belgien  und Theologie in Innsbruck studierte er auf Entscheidung des Ordens Germanistik an der Universität in Bratislava. Er nahm aber Ästhetik und Kunstgeschichte hinzu und beendete 1940 seine Ausbildung mit dem Doktorat in Kunstgeschichte. Auf seine professionelle Orientierung hatten die Studienreisen nach Paris (1929) und München  (1936) einen Einfluss.
Als Kunsthistoriker profilierte sich Zavarský in den Jahren  1942–1947 als Assistent von Professor Eugen Dostál im Kunstgeschichteseminar an der Slowakischen Universität in Bratislava. Im Jahr 1943 gab er seine einzige Buchpublikation  „Slowakische romanische Kirchen“ heraus. Im Jahr 1948 wirkte er pädagogisch kurz in der neugegründeten Abteilung für Architektur und Bauwesen der Slowakischen Technischen Universität in Bratislava.
Als Experte für Kirchenkunst war er Leiter der Künstlerisch-technischen Abteilung der Zentralen katholischen Kanzlei (1946–1948) und nach ihrer Schließung in der Slowakischen Kirchengemeinschaft (Slovenské chrámové druzstvo) (1949–1950). Arbeitsgelegenheiten brachte die Notwendigkeit der Erneuerung der kriegszerstörten Kirchendenkmäler. Der kommunistische Umsturz im Februar 1948 und die Schließung der Klöster im Jahr 1950 bedeuteten für Zavársky eine gewaltsame Unterbrechung seiner Aktivitäten. Nach der Internierung wurde  Zavarský zusammen mit anderen verurteilt und eingesperrt. Nach der Haftentlassung 1960 widmete er sich den Aktivitäten im Bereich der Kirchenkunst nur noch sporadisch. Nach der liturgischen Reform des II. vatikanischen Konzils (1962 – 1965) und der teilweisen Lockerung des ideologischen Drucks im Jahr 1968 erneuerte Zavarský seine Tätigkeit als Experte für Kirchenkunst durch die Arbeit in der Liturgischen Kommission. Während der 70er und 80er Jahre des 20. Jahrhunderts hielt er  Vorlesungen für Studenten der Architektur und Kunst in geheimen Seminaren.

Der St. Nikolaus-Altar von Spišská Sobota
EVA SPALEKOVÁ
Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Georg in Spišská Sobota ist das bedeutendste Objekt und das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt. Besonders wertvoll aber ist ihr Innenraum, in dem fünf spätgotische hölzerne  Flügelaltäre erhalten sind. Im Presbyterium stehen außer dem Hauptaltar St. Georg aus der Werkstatt des Meisters Paul von Leutschau (Pavol z Levoče) an einem Ehrenplatz der Marienaltar, im Südteil des Presbyteriums neben dem Hauptaltar der Altar des hl. Antons des Einsiedlers, an der Stirnseite des Nordschiffs der Altar der hl. Anna, und an der Stirnseite des Südschiffs, beim Triumphbogen steht der Altar des hl. Nikolaus an seinem ursprünglichen Platz. Der Seitenflügelalter des hl. Nikolaus repräsentiert ein hochwertiges  mittelalterliches Gesamtkunstwerk. Der Altarkomplex hat architektonische Prägung, die Hauptfiguren im Altarschrein und weitere im Aufsatz sind das bildhauerische Werk eines Schnitzers, die Tafelgemälde an den Flügeln und der Predella wurden von einem Maler gefertigt, die Konstruktion von einem Tischler, die Vergoldung und dekorativen Elemente präsentieren verschiedene Arten des Kunsthandwerks. Die Altararchitektur hat einen reichen Skulpturenschmuck, die malerische Ausschmückung wird auf beiderseitig gemalten Altarflügeln angewandt.
Ikonographisch kann man den Altar der Gruppe der Zipser Nikolauszyklen, gewöhnlich in das 1. Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts datiert, zuordnen. Trotz seiner Qualitäten war er nie Gegenstand einer systematischen Forschung. Sporadisch erwähnte ihn Merklas, Myszkovszký, Divald, Wiese, Csánky, Radocsay, Homolka, Glatz und andere und ihre Ansichten gehen in den Fragen der Autorschaft und Datierung auseinander. Zuletzt bewertet den Altar,  bzw. seine Tafelgemälde János Végh, demzufolge St. Nikolaus-Altäre  in Spišská Sobota, Veľká Lomnica und in Veľký Slavkov schon einen direkten Bezug zu dem Meister der Legende des heiligen Antons haben.
Der Altar war im vergangenen Jahr Gegenstand  eines Restaurierungseingriffs, den das Gebietsrestaurierungsatelier in Levoča (Leutschau) durchführte.

Wunder der Natur  - Biodiversität der Erde
JANA UHLÍŘOVÁ
Was alles sich unter dem Begriff Biodiversität verbirgt, das zeigt die neue Ausstellung des Slowakischen Nationalmuseums – Naturwissenschaftliches Museum in Bratislava „Wunder der Natur – Biodiversität der Erde“. Die Ausstellung präsentiert wertvolle wissenschaftliche Nachweise und ist gleichzeitig eine Feier der Vielfalt der Formen und Farben der Natur...
Die Ende Februar 2006 eröffnete Ausstellung ist auf einer Fläche von 490 Quadratmetern installiert. Szenaristen und Kuratoren der Ausstellung waren Ján Kautman und  Jana Uhlířov, Autor der architektonischen Lösung war Štefan Rutzký, der Gestaltung und Realisierung Pavol Choma.
Die neue Ausstellung ist auf die Vielfalt der lebenden Natur der Erde ausgerichtet. Sie geht von  der Konvention über die biologische Diversität aus, der die Slowakei 1994 beigetreten war. Sie ist das Ergebnis einer der Aufgaben, die ein Expertenkollektiv des Naturwissenschaftlichen Museums unter der Trägerschaft des Kulturministeriums der Slowakischen Republik seit 2002 bearbeitet.  Zugleich ist sie die erste Etappe großartiger Vorstellungen über die Revitalisierung des Kontakts des Naturwissenschaftlichen Museums mit der Öffentlichkeit. Die zweite Etappe, die die Diversität der Natur der Region Westkarpaten akzentuiert, soll in der nächsten Zeit in den Räumen der alten naturwissenschaftlichen Ausstellungen im 2. Stock des Naturwissenschaftlichen Museum SNM realisiert werden. Der Trend des nichttraditionellen Herangehens an die Gestaltung der naturwissenschaftlichen Thematik soll weitergehen, zudem rechnet man mit einem höheren Maß der Ausnutzung von Elementen der Interaktivität und multimedialen Technik.

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