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Revue Pamiatky a múzeá - Resümee 2/2005

13. apríla 2012

Sebastian Majsch als Maler von Schießscheiben
ZUZANA FRANCOVÁ
Die schriftlich belegten Kontakte von Sebastian Majsch (1807 – 1859) mit dem bedeutenden Preßburger Schützenverein datieren seit 1838. Die ersten Schießscheiben, die ihm zuverlässig zuzuschreiben sind, sind mit dem Jahr 1841 datiert. Seine künstlerische Laufbahn kulminierte in den 50er Jahren dank mehrerer Aufträge für Kircheninterieure. Aus dieser Zeit sind in der Sammlung des Stadtmuseums Bratislava mindestens drei seiner Schießscheiben erhalten. Die erste davon entstand anlässlich der Feierlichkeiten zum Besuch Kaiser Franz Josephs I. in Preßburg (heute Bratislava) am 13. August 1852. Auf dunklem Grund in einer asymmetrischen Kartusche aus Blättern und Rocailles befindet sich ein Ausschnitt der Vedute von Preßburg von der Engerauer Seite aus (heute Bratislava-Petržalka) mit einer Pontonbrücke. Die Vedute ist nahezu identisch mit der Darstellung Preßburgs auf dem großen Votivbild, das Majsch in diesem Jahr aus Anlass der Jubiläumswallfahrt für die Basilika in Mariazell gemalt hatte. Die Schießscheibe, umrahmt von einer asymmetrischen Kartusche, die Residuen der barocken Malauffassung aufweist und damit etwas archaisch wirkt, gehört aber wegen ihrer malerischen Qualitäten zugleich zu den besten Schießscheiben, die wir von diesem Künstler kennen.
Aus dem Jahr 1854 stammt die Schießscheibe mit dem Reiterporträt des Kaisers in der österreichischen Offiziersuniform. Der Herrscher ist am Ufer der Engerauer Seite der Donau dargestellt; rechts im Hintergrund ist ein Teil der Vedute der Stadt mit Burg zu sehen. Dem Text auf dem Schriftband am Rand zufolge widmete der Verein die Schießscheibe seinem Gönner, dem Generalmajor und Kommandanten des Militärdistrikts Anton von Ruckstuhl anlässlich des Kaisergeburtstages am 18. August 1854. Eine Arbeit von Majsch könnte auch die dekorative Schießscheibe vom 29. Mai 1855 mit einem gekrönten zweiköpfigen Adler sein, in deren Medaillon ein Blick in ein Interieur mit Schießscheiben und dem kaiserlichen Porträt in einem großen vergoldeten Rahmen dargestellt ist. Zwei Jahre vor seinem Tod malte Majsch eine weitere Schießscheibe mit dem kaiserlichen Porträt – anlässlich seines Besuchs in Preßburg am 24. August 1857, wo der Herrscher persönlich das Kaiserschießen des Schützenvereins der Stadt eröffnete und dort auch den ersten Preis gewann. Wie aus der Inschrift am Rand der Schießscheibe zu erkennen ist (Geschossen von Seiner K.K. Apostolischen Majestät Franz Joseph I am 24-ten August 1857 zu Pressburg), handelte es sich um die sogenannte Eröffnungsschießscheibe des Kaiserschießens. Die Mitte bildete eine kleine schwarze Scheibe mit einem konzentrischen Kreis. Im unteren Teil der Schießscheibe ist in einer ovalen Kartusche das Dreiviertelporträt des jungen Kaisers im Husarenrock mit dem Generalsabzeichen, dem Orden des Goldenen Vlieses und dem Stern zum Großkreuz dargestellt. Mit der Strenge des offiziellen Porträts kontrastiert die reiche Goldumrandung des Medaillons mit volutenartig eingerollten Akanthusblättern. Beide auf Schießscheiben gemalte Porträts Franz Josephs I. gehören neben dem Altarbild „Die Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor“ aus der Erlöserkirche in Bratislava (1854 – 1859) zu Majschs jüngsten bekannten Arbeiten.
Von dem ursprünglich offenbar recht umfangreichen Schaffen von S. Majsch ist nur ein Torso erhalten geblieben. Im Lichte der heutigen Erkenntnis bilden gerade die Schießscheiben einen wesentlichen Teil des bekannten Oeuvres dieses in der Literatur als Maler sakraler Bilder bezeichneten Künstlers. Aufgrund der Erforschung der Schießscheibensammlung im Stadtmuseum können wir ihm heute die Urheberschaft oder zumindest einen Anteil an der Urheberschaft von zehn bzw. elf Schießscheiben zuschreiben. Die Forschung hat bestätigt, dass er für den Schützenverein mehr als zwanzig Jahre, praktisch bis zu seinem Lebensende tätig war. Sein besonderer konservativer Stil verlieh den Schützenfesten zweifellos Glanz. Er ist für uns eine bleibende Erinnerung an verschiedene bedeutende Ereignisse nicht nur im Leben der Vereine, sondern auch Bratislavas in der Zeit vor und kurz nach der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Kurze Aufzeichnung der Welt in slowakischen Lehrbuch aus dem Jahr 1760
MILAN MAJTÁN
Mitte des 18. Jahrhunderts (1748) erschien in Preßburg (Bratislava) die lateinisch geschriebene „Einführung in die heutige Weltgeographie“ (Introductio in orbis hodierni Geographiam…) des bedeutenden slowakischen Geographen Ján Tomka-Sásky mit einer Einführung von Matej Bel und einem Wörterverzeichnis der slowakischen geographischen Termini in einer erheblich tschechisierten Form. Das erste Geographielehrbuch für Grundschulen, das in einer verständlichen Sprache, einem slowakisierten Tschechisch, abgefasst war, war das Lehrbuch von Ladislav Bartolomeides „Geografia aneb Vypsání okršlku zemského s šesti mapami vlastní rukou jeho vyrytými“ [Geographie oder Darstellung des Erdenrunds mit sechs Karten, mit eigener Hand gestochen], die erst 1798 in Banská Bystrica erschien.
Deutlichere slowakische Züge weist ein Buch auf, das selbst nicht im Druck erschienen ist, jedoch eine der Quellen für das Historische Wörterbuch der slowakischen Sprache bildet, das vom Sprachwissenschaftlichen Institut „Ľudovít Štúr“ der Slowakischen Akademie der Wissenschaften seit 1991 im Verlag Veda herausgegeben wird. Es ist das handgeschriebene Geographielehrbuch Krátke poznamenáni sveta, to jest Malý spis krajén, mést, vód, áno y národuv rozličných. Roka Páne 1759, dokonane 1760 [Kurze Aufzeichnung der Welt, das heißt Kleine Schrift der Länder, Städte, Gewässer, ja auch der verschiedenen Völker. Anno Domini 1759, fertiggestellt 1760] (es befindet sich in der Széchény- Landesbibliothek in Budapest, Sign. Quart. Slav. 37). Es ist eine relativ freie und aktualisierte Übersetzung eines in Europa, und zwar auch in Trnava (1745 und 1755) und in Košice erschienenen lateinischen Lehrbuchs der Weltgeographie Geographica globi terraquei Synopsis, zusammengestellt aus dem Werk des deutschen Geographen und Pädagogen Johann Hübner (1668 – 1731). Der slowakische Text entstand auch nach der Trnavaer, aber älteren Ausgabe von 1745. Der Volksbildungscharakter und die Bestimmung der Arbeit werden im Vorwort an den Leser erläutert, wo das Werk als ein nützlicher Zeitvertreib dargestellt wird, der in Wort und Bild über die Welt belehrt. Hier werden Grundkenntnisse aus der mathematischen Geographie, Belehrungen über Pole, Klimazonen, Längen- und Breitenkreise, den Äquator, den Tierkreis, die Bewegungen der Erde und anderer Planeten angeführt. Die Anschaulichkeit sollen auch Bilder der Erdhalbkugeln, der Erdteile und Länder erhöhen. Der slowakische Text, obwohl im Umfeld der Universität Trnava entstanden, war nicht als Lehrbuch und schon gar nicht als Hochschullehrbuch konzipiert, sondern als popularisierendes Volksbildungsbuch, als Handbuch über das eigene Land, Europa und die Welt. Der Autor (und wohl auch der Übersetzer) kannte jedoch auch die heliozentrischen Ansichten des Kopernikus. Wie sehr der Autor bemüht war, den Text zu „slowakisieren“, davon zeugen die geographischen Namen, die tschechischen Namen kannte er wahrscheinlich nicht. Der Autor (bzw. Übersetzer) zeichnete zum Text insgesamt 28 kleine Karten. Er stammte aus der West- oder der Mittelslowakei, die Sprache des Textes ist das Kulturwestslowakisch, eine der vorschriftsprachlichen Formen der slowakischen Sprache. Wir wissen, dass der Autor im Umkreis der Universität von Trnava zu suchen isst, und dass er wahrscheinlich aus dem ehemaligen Komitat Trenčín stammt. Auf den Namen des Autors des ersten Geographielehrbuchs wird man aber noch warten müssen.

Die technische Ausrüstung eines Kartographen im 18. Jahrhundert
BOHUŠ KLEIN
Karten aus dem 18. Jahrhundert wurden unter völlig anderen Zivilisationsbedingungen und einer ganz anderen technischen Ausrüstung (Instrumentarium) erarbeitet, die mit der heute verwendeten geodätischen und kartographischen Technik kaum vergleichbar ist. Gerade im 18. Jahrhundert verzeichnen wir eine allseitige Entwicklung der Wissenschaft und Technik. Das Ergebnis des allgemeinen Zivilisationstrends im Aufklärungszeitalter war auf dem Gebiet der Kartographie die Vervollkommnung und Entwicklung neuer technischer Hilfsmittel und Geräte, deren praktisches Ziel die genauere Darstellung des Georeliefs eines Landes war. In diesem Zusammenhang muss betont werden, dass zur kartographischen Genauigkeit der Karten dieser Periode vor allem die astronomischen Messungen mit Absteckung der geographischen Koordinaten der Längen- und Breitenkreise entscheidend beitrugen. Die verbesserten und präziser gebauten Instrumente, vor allem Bussolen (Kompasse) oder Quadranten, ermöglichten wiederum das genauere Messen von Winkeln, Entfernungen und konstanten Punkten. Eines der Schlüsselprobleme der Kartographie des 18. Jahrhunderts war die allgemeine Bestimmung der Linie des Grundmeridians. Die Uneinheitlichkeit seines geographischen Verlaufs im Terrain spiegelte sich auch darin wider, dass jeder bedeutendere Staat in Europa auf seinen Karten einen anderen Meridian verwendete, wozu auch unser bedeutendster Kartograph des 18. Jahrhunderts Samuel Mikovíni (1686?, 1700? – 1750) beitrug. Er schuf den grundlegenden, den Nullmeridian, genannt auch der Preßburger /Bratislavaer (meridiano Posoniensi), der durch den Nordostturm der Burg zu Bratislava verlief. Dieser Meridian hat sich jedoch, so wie viele andere bis dahin und später verwendete Meridiane (Ferrara, Paris, Nürnberg, Bologna, Berlin, Wien, Gusterberg, Buda und weitere) nicht durchgesetzt. Mikovíni gebührt auch das Verdienst, dass er in den 30er Jahren des 18. Jahrhunderts an die Triangulation des Landes durch die Bearbeitung des trigonometrischen Dreiecksnetzes herangegangen ist. Die Stützpunkte seines Messnetzes waren die Standorte Bratislava (Burg, Nordostturm), Svätý Jur (Kirche), Nitra (Zobor), die Berge Vojšín und Sitno und Banská Bystrica. Er verband sie zu einem Dreiecksnetz mit genau bemessenen spitzen Winkeln. Die Hauptpunkte des trigonometrischen Netzes verteilte er also auf dem Gebiet der Slowakei, obwohl er auch in anderen Teilen der Monarchie Messungen durchführte. Auch damit eilte Samuel Mikovíni seiner Zeit voraus. Die Triangulation von ganz Ungarn begann wesentlich später, erst 1806, während der zweiten militärischen Kartierung.
Für die Messung der Grade und die großflächige Triangulation begann man in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in einem größeren Ausmaß Theodolite zu verwenden, bei denen die ursprüngliche Ablesegenauigkeit der Grade und Halbgrade auf eine Ablesegenauigkeit von 5 bis 2 Minuten verbessert wurde. Die technische Ausstattung der Kartographen des 18. Jahrhunderts entsprach noch nicht den Kartenerfordernissen bei der Lösung der grandiosen Aufgabe der Kartierung der ganzen österreichischen Monarchie zur Zeit der ersten militärischen Kartierung (1769 – 1785). Hinsichtlich des Kartenmaßstabs 1 : 28 800 ging es zwar um die detaillierteste Kartierung im Europa jener Zeit, sie war aber nicht mit guten geodätischen Grundlagen untermauert. Der größte Mangel dieser Kartierung bestand darin, dass es kein Triangulationsnetz der Monarchie gab. Das führte zu einem vereinfachten Herangehen der Festlegung des Koordinatensystems im Gelände, was sich wiederum negativ auf die Qualität der Karten mit allen Konsequenzen auswirkte.

Das Schwert – die wirksamste Waffe der Vorzeit
VLADIMÍR TURČAN
Erste spezialisierte Waffen entstanden erst in der Bronzezeit, die auf unserem Territorium etwa vor viertausend Jahren begann. Die Herstellung neuer Waffen war jedoch sehr aufwendig, sie wurden durch Gießen in eine sogenannte verlorene Form gefertigt. In Europa tauchten die ersten Schwerter in der mittleren Bronzezeit auf. Als älteste Funde von unserem Gebiet können die Schwerter aus Jur bei Bratislava und aus Zalaba gelten. In unserer Region war mit diesen Waffen vor allem die militärische Elite des streitbaren und expansiven Volkes der Grabhügelkulturen ausgerüstet. In der jüngeren Bronzezeit wurde anscheinend auch unser Gebiet zu einem der Zentren der Schwerterherstellung. Konkret die Nordslowakei verfügte über eine geeignete Rohstoffbasis, dank derer es hier zu einer lokalen Entwicklung der Metallurgie kam. Die Kenntnis der Eisenherstellung brachten auf das slowakische Gebiet Angehörige der Kalenderbergkultur, die aus dem oberen Donaugebiet hierher kamen. Von einer Massenverbreitung der Schwerter kann man erst im Zusammenhang mit der Expansion der Kelten sprechen. Die keltischen Waffenarsenale waren für Mitteleuropa eine Art Ouvertüre für die Ankunft der Römer.
Die Slawen begannen Schwerter offensichtlich erst im siebten Jahrhundert unter dem Einfluss des Awarenkriegertums zu verwenden. Die Awaren brachten in das Karpatenbecken östliche nomadische Schwert- und Säbeltypen, doch mit der Zeit übernahmen sie auch die Ausrüstung aus dem Arsenal ihrer westlichen Nachbarn – der Franken. Das betrifft vor allem das Sax, das gerade durch germanische Vermittlung in das Awarenumfeld gelangt war. In ihrer Ausrüstung tauchten auch schwere Schwerter aus westeuropäischen Werkstätten auf. Hinsichtlich der verwendeten Waffen spielte sich Ende des 8. Jahrhunderts eine interessante Entwicklung auf dem Territorium nördlich des Awarenkaganats, d. h. in der heutigen Slowakei, ab. Hier vollzog sich ein Prozess, in dessen Verlauf sich die slawische Machtelite formierte. Bislang bekannte archäologische Funde deuten die Bindungen zum fränkischen Milieu an, offenbar als Gegengewicht zu dem Awarendruck. Ein eindeutiges Zeugnis für die genannte Entwicklung ist das in Blatnica (Region Turiec) gefundene Prachtschwert, das in einer der westeuropäischen Spitzenwaffenwerkstätten hergestellt wurde. Das Schwert kann zu Recht als einer der wertvollsten Artefakte dieser Art im damaligen Europa gelten.
Auch in der Zeit Großmährens wurde das Schwert kein Standardbestandteil der Ausrüstung. Der Grund dafür ist nicht nur in den Möglichkeiten der herrschenden Geschlechter, sondern vor allem der Nichtvorhandensein der Schwerter auf dem Markt zu suchen. Die slawischen Schmiede waren offenbar nicht fähig, Schwerter der verlangten Qualitäten zu schmieden und ihr Import war begrenzt. Fränkische und nordische Waffenschmiede behüteten das Geheimnis der Schwerterherstellung. Das betraf vor allem die Herstellung der Schneide mit der sogenannten Damasziertechnik. Fränkische Herrscher erließen wiederholt Verfügungen, die den Händlern den Warenexport in die Länder der Slawen und Awaren untersagten.
Auch mit dem Zerfall des Großmährischen Reiches und der Entstehung der Nachfolgestaaten verschwanden mit Schwertern ausgerüstete Männer nicht von den Schlachtfeldern. Die Schwertherstellung vereinfachte sich, ihre Produktion wuchs und damit auch die Schlagkraft der Einheiten, die mit dieser wirksamen Waffe kämpften. Ihr Ruhm dauerte bis zum Antritt der Feuerwaffen.

Das Augustinerkloster in Veľký Šariš
ELENA MIROŠŠAYOVÁ – ANTON KARABINOŠ
In der Nähe der Landstraße nach Polen direkt durch die Stadt Veľký Šariš siedelten sich 1274 Mönche des Augustinerordens an. Heute ist die Fläche ein Sportareal, auch bekannt als Kaštielna terasa, also Schlossterrasse, so benannt nach dem nicht mehr existierenden Familiensitz der Rákóczys.
Historisch ist das Kloster zuverlässig belegt, ein Problem war nur seine Lokalisierung. Bei der archäologischen Grabung im Raum der Schlossterrasse, unter Leitung des Archäologieinstituts, VPS Košice, in Zusammenarbeit mit dem Bezirksmuseum in Prešov, wurden in einer Länge von vierundzwanzig Metern Fragmente einer Steinmauer entdeckt, die 120 bis 140 Zentimeter breit war. Die einheitliche Bauschuttschicht, erfasst über der Mauer im ganzen Nordprofil, deutete an, dass das Gebäude der entdeckten Mauer systematisch liquidiert und das Gelände planiert worden war. Erfasst wurden die Eckstützmauer bzw. das Fundament, errichtet aus massiven Sandsteinen. Beim Säubern des Bodens an der Innenseite kam ein erheblich beschädigtes Ziegelpflaster zum Vorschein. Das massive Mauerwerk führte zur Annahme einer Kirche oder einer größeren Fortifikationsanlage hin. Beide Objekte, Kirche und Burg, sind jedoch zuverlässig identifiziert und daher blieb die einzige Alternative, den entdeckten Trakt vorläufig als Teil des Klosterkomplexes des Augustinerordens zu definieren.
Die erste und älteste Bauphase, datiert seit der Ankunft der Augustinermönche, war die deutlichste – bei der Untersuchung wurden vier aus Steinen gemauerte quadratische Säulensockel freigelegt. In einer weiteren Sonde repräsentieren die älteste Bauphase Außenmauern, gemauerte Fundamente der Säulensockel und mit Grabsteinen gekennzeichnete Grabstätten. Der Verlauf der Außenmauern des Baues wurde komplettiert durch die Grabung der Sonde Nummer III, die seine Nordwestecke erfasste. Es ist wahrscheinlich, dass das Objekt in östlicher Richtung weiter geht, wo aber die Forschungen angesichts dessen, dass es sich um ein Privatgrundstück handelt, nicht fortgeführt werden konnten.
Das genaue Datum des Niedergangs des Klosters ist nicht bekannt. Nach einigen Indizien geschah dies irgendwann zwischen den 70er und 90er Jahren des 16. Jahrhunderts. Die Augustiner gingen später in die Abtei nach Brünn (die einzige Augustinerabtei) und der Weggang war geplant und organisiert, wovon das Minimum an Funden aus der Zeit ihres Wirkens, die bei der archäologischen Grabung entdeckt wurden, zeugt. Die Fundsituationen auf der Fläche verweisen auf die Verwendung des Baumaterials der verlassenen Gebäude und auf die Planierung der Fläche, wo die Lindenallee des Schlosses angelegt wurde. Ende des 16. Jahrhunderts erwarb die Familie Rákóczy die Burg und ließ sich im Schloss unterhalb der Burg nieder. Von dem Schloss, wo Franz II. Rákóczy 1700 wegen der vorbereiteten Verschwörung gegen die Habsburger verhaftet wurde, ist nur ein einziges Wirtschaftsgebäude (Speicher?) und ein Stein mit der goldenen Silhouette des Schlosses übriggeblieben, der zudem außerhalb der Stelle, wo das Gebäude gestanden hat, aufgestellt wurde. Noch weniger ist vom Augustinerkloster erhalten geblieben.

Hölzerne Toleranzkirchen in der Slowakei
MILOŠ DUDÁŠ
Obwohl die Bevölkerung Oberungarns um die Wende des 16. und 17. Jahrhunderts sich mehrheitlich zum Protestantismus bekannte, konzentrierte sich das Leben der evangelischen Gläubigen nur in einigen Artikularkirchengemeinden. Mit der Niederschlagung des letzten gegenhabsburgischen Aufstandes Franz II. Rákóczys verstärkte sich die dominante Stellung der römisch-katholischen Kirche. Karl III. schränkte mit zwei Dekreten in den Jahren 1731 und 1734, erneut die Rechte der Protestanten im Land ein unter anderem auch dadurch, dass die öffentlichen Gottesdienste nur an Artikularorten erlaubt wurden und nur Artikulargemeinden Prediger haben durften. Nach dem Toleranzpatent begann sich aber das öffentliche Leben der protestantischen Gläubigen im Land rasch zu entfalten.
Als Toleranzkirchen gelten allgemein Objekte, errichtet zwischen den Jahren 1782 bis 1800 und teilweise auch solche, deren Aufbau im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts vonstatten ging. Bis 1791 wurden auf dem Territorium der heutigen Slowakei 85 neue gemauerte evangelische Kirchen errichtet und bis Ende des 18. Jahrhunderts standen schon 131 in annähernd 150 neuerrichteten Kirchengemeinden. Holz war nur noch in Ausnahmefällen das Grundbaumaterial dieser Kirchen. Die hölzernen Artikularkirchen entstanden wahrscheinlich entsprechend den ökonomischen Möglichkeiten der einzelnen Kirchengemeinden und auch, weil an manchen Orten Holz noch immer das zugänglichste und billigste Baumaterial war. In der architektonischen Gesamtlösung gingen sie von älteren Artikularkirchen des ersten Drittels mit der charakteristischen Kreuzdispositionsgliederung aus. In einigen Fällen wurden sie zum Teil in Bauten mit Rechteckgrundriss mit einem schlichten architektonischen Erscheinungsbild modifiziert. Das Fundament bildete meist eine Blockhauskonstruktion ohne architektonische und gestalterische Details im Außenbereich. Dem Bau dominiertre ein relativ gewaltiges Walmdach mit einer Holzschindeleindeckung. Im Inneren, ähnlich wie in gemauerten Objekten, verlor sich der Unterschied zwischen Schiff und Heiligtum, und so wurde das protestantische Prinzip der allgemeinen Priesterschaft der Gläubigen betont. Diesem Gedanken wurde auch die räumliche Lösung der Inneneinrichtung der Kirchen angepasst. Leider ist bei uns keine einzige hölzerne Toleranzkirche komplex erhalten geblieben, die für liturgische Zwecke dient. Die einzige bisher in der Slowakei in situ bestehende hölzerne Toleranzkirche steht in der kleinen Gemeinde Dúžava unweit Rimavská Sobota, ursprünglich in Selce, wo sie 1786 errichtet wurde. Als die Gemeinde sich den Bau einer neuen, größeren Kirche erlauben konnte beschloss sie, die alte Holzkirche für 450 Gulden zu verkaufen und 1807 wurde das Objekt zerlegt und transportiert. Über die Anzahl weiterer Holzbethäuser und kleinerer Kirchen, die nach der Errichtung der Kirchengemeinden aufgrund des Toleranzpatents gebaut wurden, gibt es nur unvollständige und lückenhafte Informationen.
Es ist bemerkenswert, dass die Artikularkirchen in Oberungarn als Modell für den Bau neuer Toleranzkirchen vor allem in Mähren dienten. Nach der Verkündung des Toleranzpatents hatten mährische Protestanten nicht genügend ausgebildete Prediger. Sie begannen die Lutheraner des Augsburger Bekenntnisses und Kalvinisten aus Ungarn ins Land zu holen, die ihnen bekannte und schon angewandte Baumuster bestehender Sakralobjekte mit einer konkreten Funktions- und Raumlösung mitbrachten. In einem gewissen Maße ist anzunehmen, dass einige Artikularkirchen Oberungarns freie Vorlagen für die hölzernen Toleranzkirchen in Mähren wurden, vor allem im Gebiet der Walachei.

Schlösser in Krasňany. Zur Geschichte der Denkmalwerte
ZUZANA ŠEVČÍKOVÁ – VIERA OBUCHOVÁ
Schon im Verzeichnis der Denkmäler in der Slowakei von 1968 werden in der Gemeinde zwei eigenständige zweigeschossige Schlösser der Spätrenaissance genannt, die in einer kleinen Zeitspanne nebeneinander errichtet wurden. Das ältere Gebäude situiert in östlicher Richtung, ist 1678 datiert, das jüngere wurde Ende des 17. Jahrhunderts errichtet. Der heutige Komplex ist das Ergebnis der baulichen Verbindung der beiden Objekte. Aus der archivhistorischen Forschung geht hervor, dass die Geschichte des Baukomplexes bis in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts reicht, als die Familie Pongrácz in einer Urkunde von 1561 die ältere Feste in Krasňany zu ihrem Sitz bestimmte, die sie dann in ein neues befestigtes Schloss umbaute. Das ältere Objekt gehört zur Gruppe der Blockarchitekturen mit Türmen. Ähnlich wie andere Beispiele (Brodzany, Hájniky, Necpaly, Diviaky und weitere) hatte es gemalte tektonische Glieder, Schießscharten im Erdgeschoss und an der Attika mit Spuren ihrer Verteidigungsfunktion. In das letzte Drittel des 16. Jahrhunderts können wir die Umwandlung der Feste in einen Familiensitz datieren. Die Entstehung des zweiten und jüngeren Schlosses datieren wir in die Zeit der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, trotz der tradierten Ansicht, dass das Schloss erst nach dem Brand 1654 erbaut wurde. Der großzügige Umbau ändert die alte Konzeption: zu dem ursprünglichen Schloss mit Blockcharakter mit hervortretenden viereckigen Türmen kam die Dreiflügeldisposition mit drei runden Ecktürmen hinzu, die schon eher eine Manifestations-, als eine echte Verteidigungsfunktion hatten. Der Bau entsteht typologisch an der Grenze eines prunkvollen Adelsbaues eines neuen Typus mit U-Grundriss, mit einem zentralen Hof und einer Wehrfestung: im Erdgeschoss sind Schießscharten mit geöffnetem Gewände und geweißtem Passepartout im Putz. Das Geschoss aber erhält Fenster mit Steineinfassung und Fenstersohlbank. Der Neubau mit dem U-Grundriss, angefügt an die Masse des alten Schlosses, hat Treppenloggien, die die Obergeschosse beider Objekte zugänglich machten.
Beide Bauwerke sind charakteristisch für das Gebiet der Slowakei im 16. und 17. Jahrhundert. Der Erneuerungsentwurf geht von dem erhaltenen Zustand nach der baulichen Erneuerung im 20. Jahrhundert aus, weil keine älteren Putze, noch Ausmalungen erhalten sind. Für die Erneuerung des Außenbereichs wurden zwei Alternativen vorgeschlagen: den gegenwärtigen Zustand zu erhalten oder den ursprünglichen Festungscharakter wieder herzustellen. Die Andeutungsrekonstruktion des Dekors aus dem 20. Jahrhundert ist der Ausgangspunkt auch für die künftige Erneuerung. Für das neuere Schloss ist eine Rückkehr zum Stand um das Jahr 1700 möglich, und zwar auch in der farblichen Gestaltung.

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