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Revue Pamiatky a múzeá - Resümee 1/2008

21. apríla 2012

Zdeněk Farkaš
Die ersten Bewohner unseres Landes
Die Altsteinzeit zusammen mit der nachfolgenden Mittelsteinzeit repräsentieren die längste Periode der Menschheitsgeschichte. In der Slowakei bedeutet es den Zeitabschnitt ungefähr zwischen 500.000 und 5.600 v. u. Z. Im dessen Verlauf hat sich innerhalb des Tierreichs die Gattung Homo ausgegliedert und zuletzt ihre gegenwärtige Gestalt erreicht (Homo sapiens sapiens). Das genaue Datum, an dem der Mensch, oder besser gesagt sein Vorgänger zum ersten Mal den slowakischen Boden betreten hatte, werden wir wahrscheinlich nie erfahren. Auf Grund der verfügbaren, bisher sehr bescheidenen archäologischen Funde ereignete sich dies etwa vor einer halben Million Jahren, irgendwo während einer warmen Klimaschwankung der Mindel-Kaltzeit, bzw. in der nachfolgenden Warmzeit. Die ersten „Entdecker“ und danach auch Bewohner der Slowakei waren wohl kleine Gruppen von Jägern und Sammlern der Art Homo erectus, die hier bei ihrer Nahrungssuche angelangt sind.
Viel mehr an Denkmälern hinterließ in der Slowakei der Neanderthaler (Homo sapiens neanderthalensis). Außer Steingeräten, die oft in der Umgebung von Mineralquellen konzentriert sind, handelt es sich auch um die Skelettüberreste aus Gánovce und Šaľa. Das nachfolgende Jungpaläolithikum war bereits mit dem heutigen Menschentyp (Homo sapiens sapiens) verbunden, der eine neue Herstellungstechnik von Steingeräten auf unser Gebiet mitgebracht hat – Abspalten von langen schmalen Klingen mit parallelen Schneiden aus zu diesem Zweck vorbereiteten Kernsteinen. Damals erschienen in der Slowakei auch die ersten Wohnbauten, bestehend aus einem Zeltdach gestützt auf dünne Baumstämme und Äste und bedeckt mit Grasnarbe, Rasen und Fellen von großen Tieren (z. B. Košice, Ortsteil Barca). Der größte Aufschwung der jungpaläolithischen Zivilisation in unserem Land bindet sich an die Schöpfer der sog. Gravettien-Kultur, die etwa in der Zeit zwischen 26.000 und 18.000 v. u. Z. allmählich das ganze Gebiet der Slowakei besiedelt haben, vielleicht mit Ausnahme von hohen Gebirgen. In diese Periode gehört auch der bisher schönste und berühmteste Beleg der vorzeitlichen bildenden Kunst in unserem Land, eine nur 7,6 cm hohe Frauenfigur geschnitzt aus Mammutknochen, die in der zweiten Hälfte der 1930er in Moravany nad Váhom gefunden wurde.

Zdeněk Farkaš
Der Sieg der neolithischen Zivilisation
Die Jungsteinzeit wird oft für einen der wichtigsten Wendepunkte in der Menschheitsgeschichte gehalten. Dauerhafte Erwärmung und die damit verbundenen Wandlungen in der Naturumwelt nach dem Ausklang der letzten Eiszeit ermöglichten dem Menschen an einigen Orten der Welt, vor allem an denen mit günstigen Bedingungen, einen allmählichen Übergang zur produktiven Wirtschaft beruhend auf zielbewusstem Anbau von geeigneten Pflanzen und auf der Zucht von domestizierten Tieren.
Die ersten Bauer kamen auf slowakisches Gebiet aus dem südöstlichen Teil Europas und in der Zeit zwischen 5.600 und 4.300 v. u. Z. haben sie hier auch dank dem ziemlich gegliederten Relief unseres Landes eine ganze Reihe von Kulturen und Kulturgruppen herausgebildet (so werden die vorzeitlichen Kommunitäten von Archäologen genannt, denn sie kennen nicht ihre Sprachen und wissen auch nicht, wie sie sich selbst benannt haben). Diese unterschieden sich voneinander vor allem durch die Gestaltung und Verzierung von Keramik, die zu den zahlreichsten archäologischen Funden gehört und zugleich am schnellsten dem wandelnden Zeitgeschmack unterlag. Die Menschen der Jungsteinzeit haben als Bauer für ihre Siedlungen fruchtbare Böden der Tiefebenen und leicht gewellten Hügellandschaften in der Nähe der Wasserläufe gewählt. Besonders in der Westslowakei bestanden die Siedlungen meistens aus einigen großen oberirdischen Häusern mit hölzerner Pfostenkonstruktion, auf welcher das Satteldach beruhte. Deren Wände waren mit einer Isolationsschicht aus Lehmputz bestrichen. Auf der Silická Ebene, doch auch woanders haben jedoch die Menschen zur Zeit der Bükker Kultur, deren Gefäße zu den Höhepunkten der prähistorischen Töpferei bei uns gehören, auch zahlreiche Höhlen bewohnt (z. B. Domica bei Kečovo). In der Jungsteinzeit kann man auch die Wurzeln von vielen technischen Erfindungen suchen – z. B. von den Getreidesicheln mit steinerner Schneide, den Steinbeilen zum Fällen der Bäume und Holzbearbeitung sowie von den durchbohrten steinernen Hammeräxten. Mit der geistlichen Entwicklung der Gesellschaft kann man dann den immer stabiler werdenden Grabritus verbinden, der auf den Glauben ans Leben nach dem Tode hindeutet, oder auch die Gegenstände aus dem Bereich der bildenden Kunst verbunden mit dem Glauben an eine höhere Macht. Dazu gehören vielleicht auch die massiven Kreisanlagen aus Holz und Erde, sog. Rondelle, bekannt z. B. aus Svodín, Bučany oder Ružindol.

Zdeněk Farkaš
Kulturen des Äneolithikums
Zu den wichtigsten Merkmalen der Spätsteinzeit, die man in der Slowakei in die Zeit zwischen 4.300 und 2.300/2.000 v. u. Z. einordnen kann, gehört die Verbreitung der ersten Metallerzeugnisse aus Kupfer, Gold und Silber. Die letzteren zwei Metalle haben sich wegen ihrem relativ seltenen Vorkommen, edlem Aussehen und Weichheit vor allem als Rohstoff für damals noch sehr seltene Schmuckstücke und Prestige- oder Kultgegenstände durchgesetzt. Kupfer war jedoch auch für die beinahe serienmäßige Produktion von Geräten und Waffen verwendbar.
Seit Anfang des Äneolithikums registriert man aber auch zunehmende Belege der ersten „Mechanisierung“ der Landwirtschaft mit Verwendung von einfachem Pfluggerät – Holzhaken oder Arl. Der wurde meistens durch die Zugkraft von eingejochten Tieren in Bewegung gesetzt, vor allem Rindvieh. Rindtiere wurden anfangs auch in schwere ein- oder zweiachsige Wagen mit Ganzholzrädern eingespannt. Tonmodelle von solchen Wagen stammen z. B. aus Radošina und Pezinok in der Westslowakei, eine kupferne Statuette von eingejochtem Stier dann aus der Liskovská Höhle bei Ružomberok.
In der Spätsteinzeit hat sich unter dem Einfluss der Metallurgieentwicklung, belegt auf unserem Gebiet durch die Fragmente von Schmelztiegeln (Bratislava, Burg Devín, Biely Kostol, Slepčany), Ofensauen (Suchá nad Parnou, Senica, Slovenské Pravno) oder Überreste von Hüttenanlagen (Bratislava, Ortsteil Dúbravka), auch andere spezialisierte Handwerktätigkeit entwickelt, z. B. Steinverarbeitung, in einigen Perioden die Töpferei u. ä. Die Suche nach neuen Rohstoffsquellen, aber auch die Orientierung auf Viehzucht oder die unruhigen Zeiten verursacht durch Wanderungsbewegungen von verschiedenen Ethnika und anwachsende soziale Differentiation der Gesellschaft, widerspiegelt auch in unterschiedlicher Grabausstattung, hatten es zur Folge, dass ein Teil der Bevölkerung in die Bergregionen der Slowakei umgezogen ist. Hier begannen sich einige Gemeinschaften befestigte Siedlungen zu bauen, geschützt durch einfache Wehrmauern und Gräben. Auf Grund der archäologischen Funde kann man annehmen, dass zu dieser Zeit auch einige slowakische Kupfererzquellen bereits ausgenützt wurden, vor allem in der Umgebung von Banská Bystrica (Špania Dolina).

Juraj Bartík
Bronze – das Metall in den Händen des Menschen
Den Anfang der allgemeinen Ausbreitung von einem neuen Metall – einer Legierung aus Kupfer und Zinn können wir nicht ganz genau bestimmen, denn er ist in verschiedenen Gebieten je zu einer anderen Zeit angetreten. In Mesopotamien und Ägypten sprechen wir über die Bronzezeit bereits im ausgehenden vierten Jahrtausend v. u. Z., nördlich davon ist sie viel später erschienen. Während die Träger der minoischen und mykenischen Kultur am Anfang des 2. Jahrtausends v. u. Z. in einen direkten Kontakt mit der höchstentwickelten zivilisierten Welt gekommen sind und bereits in der Bronzezeit die Grenze der Geschichte überschritten, verblieben die nördlicher gelegenen Gebiete Europas einschließlich Mitteleuropas immer noch in tiefer Vorzeit. Deren Bewohner lebten meist in kleinen Dorfsiedlungen, die Bauer haben Feldfrüchte angebaut, die Hirten Haustiere für Eigenbedarf gezüchtet und die Handwerker vor allem für die Angehörigen ihrer eigenen Kommunität gearbeitet.
In der Slowakei blieben die Belege der Kupfererzgewinnung in Špania Dolina in der Niederen Tatra erhalten. Es ist jedoch anzunehmen, dass Kupfer auch in anderen Regionen gewonnen und verhüttet wurde. In Frage der Art von Zinngewinnung fehlt es an konkreten Angaben, deswegen nehmen wir nur an, dass es importiert oder in Form von Zinnstein – Kassiterit aus Bächen gewaschen wurde. Die Art von Distribution von Kupfer und Bronze in der Bronzezeit ist durch den Rohstoff in Form von Kuchen, Halsringen, Rippen, Stangenbarren und Fragmenten angedeutet. Für die Produktion von Bronzegeräten, -waffen und -schmuck benötigte man Blasdüsen, Schmelztiegel und Gussformen, meistens aus Stein. Diese Bestandteile vom Metallgusszubehör wurden in die Gräber von einigen spezialisierten Handwerkern gelegt, die meisten solchen Gegenstände kennen wir jedoch aus Siedlungen.

Juraj Bartík
Gräberfelder – Siedlungen – Schatzfunde
Die Slowakei bildete während der Bronzezeit keine Kultureinheit, die einzelnen Landteile gehörten zu größeren Gebieten, deren Schwerpunkt außerhalb unseres Landes lag. Die beinahe 1500-jährige Bestehungsdauer der Bronzezeit und die bergige Oberfläche der heutigen Slowakei sind die Ursachen einer ungewöhnlich bunten Besiedlung – in Raum und Zeit „wechselten“ sich hier mindestens 19 Gruppen von Denkmälern ab, bezeichnet mit einem Hilfstermin als archäologische Kulturen. Die Siedlungsdichte von einzelnen Regionen wurde offensichtlich durch Naturbedingungen wie Bodenqualität, Meereshöhe und die damit verbundene Temperatur und Niederschläge beeinflusst.
Aus archäologischer Sicht teilen wir die bronzezeitlichen Befunde in Siedlungen und Gräberfelder auf, weniger häufig ist die Gelegenheit, die Überreste von Produktionsobjekten und verschiedenen religiösen Aktivitäten zu untersuchen. Mit den letzteren zwei Kategorien verbinden sich oft, doch nicht immer die Hort- und Einzelfunde. Jede der angeführten Gruppen von Denkmälern liefert uns wichtige, sich gegenseitig ergänzende Informationen.
Für die Erkennung der Siedlungsdichte, der Größe von einzelnen Kommunitäten und Familieneinheiten sowie des Zivilisationsniveaus jeder Periode ist die Siedlungsforschung wichtig. Es gab die Siedlungen von zentraler und lokaler Bedeutung mit unterschiedlicher Hierarchie von gegenseitigen Beziehungen. Wir nehmen an, die Siedlungen und Wohnformen haben sich auf unserem Gebiet entwickelt und in einigen Perioden radikale Veränderungen erfahren. Aus formaler Sicht unterscheiden wir in der Bronzezeit offene Siedlungen (ohne Wehranlage) und geschützte Burgwälle oder befestigte Siedlungen. Ganz am Rande stehen die jung- und spätbronzezeitlichen Höhlenfunde. Wichtige Erkenntnisse über die körperliche Verfassung der Träger der bronzezeitlichen Kulturen, über deren gesellschaftliche Stratifikation, Wirtschaft, Niveau der Sachkultur, Kleidung und nicht zuletzt über die religiösen Vorstellungen der Bevölkerung liefern uns die Gräberfelder. In der Altbronzezeit praktizierte man vor allem Körperbestattung, später hat sich immer mehr der Brauch durchgesetzt, verbrannte Überreste in Urnen aufzubewahren. In der Jungbronzezeit hat sich die Geburtaristokratie mit ihrer Bestattungsweise von anderen Gesellschaftsmitgliedern abgesondert, indem sie nach dem Tod in massive Hügelgräber beigesetzt wurde. Von Siedlungen und Gräberfeldern unterscheidet sich die dritte Gruppe von Quellen – die Depots, mit anderen Worten Hortfunde oder Schätze. Die Gründe für die Einlegung von Bronze- und ausnahmsweise auch Gold- oder Keramikdepots in die Erde (oder ins Wasser) waren von wirtschaftlicher, politischer und religiöser Art. Während der ganzen Bronzezeit kann man in der Slowakei einen ununterbrochenen Entwicklungsverlauf beobachten. Obwohl es zu verschiedenen Formen von Migrationen und zur Beeinflussung aus anderen Regionen gekommen ist, wurde die biologische Kontinuität nicht unterbrochen. Der Antritt der „neuen Eisenzeit“ hat sich in der Ankunft der nomadischen Stämme aus nördlichem Schwarzmeergebiet ausgewirkt, als auch in anwachsender Bedeutung der Eisenmetallurgie.

Radoslav Čambal
Hallstattzeitliche Kulturen
Die ältere Eisenzeit – Hallstattzeit geht von der Tradition der Jung- und Spätbronzezeit aus. Die Hallstattperiode bekam ihren Namen nach der gleichnamigen archäologischen Fundstelle in Oberösterreich. Die Hallstattzeit können wir als eine Periode von Bewältigung der Eisenproduktion und -verarbeitung bezeichnen, in der die bis dahin allgemein gebrauchte Bronze durch Eisen ersetzt wurde. Die Früh- und Mittelperiode der älteren Eisenzeit ist durch eine hochentwickelte Ackerbaukultur charakteristisch.
Typisch für die Kalenderberg-Kultur (750 – 600/550 v. u. Z.) waren ausgedehnte Tieflandsiedlungen und Machtzentren in Form von befestigten Burgwällen in den Kleinkarpaten. In Hügelgräbern wurden die „Fürsten“ bzw. die damalige Gesellschaftselite bestattet. Zusammen mit eingeäscherten Überresten der Verstorbenen befand sich dort je eine Menge an Grabbeigaben in Form von reichverzierter Keramik. In den Kleinkarpaten entstehen neue Macht- und politische Zentren mit hochentwickeltem Wirtschafts- und Kultleben, z. B. der Burgwall Molpír bei Smolenice, Devín (Burghügel) oder der Bratislavaer Burghügel. Man findet hier Schmuck, Teile der Kriegerausrüstung und -bewaffnung. Einzigartig ist die Knochenplatte verziert mit Hindinnengestalten aus Pusté Úľany, erinnernd an die sog. Situlenkunst, die man aus dem Alpengebiet kennt.
Die Nord- und Mittelslowakei waren in der älteren Eisenzeit von den Trägern der Lausitzer Kultur besiedelt, die hier bereits seit der Bronzezeit gelebt haben. Für die ältere Eisenzeit wurde die sog. Orava-Gruppe der Lausitzer Kultur ausgesondert, mit ihrem Zentrum in den Regionen Orava und Liptau. Wir kennen sie bloß aus wenigen befestigten Burganlagen und aus Brandgräberfeldern. Die Lausitzer Kultur war durch die Zentren mit hochentwickelter Metallurgie bekannt. Zu wichtigen Funden gehören die Bronzegegenstände aus Istebné-Hrádok. Von den bekanntesten Fundstellen nennen wir die Siedlungen Vyšný Kubín-Ostrá skala und Vyšný Kubín-Tupá skala, die Brandgräberfelder in Oravský Podzámok, Dolný Kubín und Vyšný Kubín. Die Lausitzer Fundorte der älteren Eisenzeit in der Westslowakei sind durch die Siedlung in Pobedim und das Brandgräberfeld in Vrádište repräsentiert.
In der Ostslowakei war in der älteren Eisenzeit die sog. Kuštanovicer Kultur verbreitet, die auf der Basis der späten Gáva-Kultur und teilweise auch der späten Kyjatice-Kultur entstanden ist. Die Tieflandsiedlungen konzentrierten sich vor allem entlang der Wasserläufe Bodrog, Topľa, Hornád und Torysa. Als Machtzentren galten die befestigten Höhensiedlungen, z. B. diejenige auf dem Berg Stráža bei Obišovce, weiter Hradová hura in Šarišské Sokolovce oder Somotorská hora in Somotor. Die Gräberfelder der älteren Eisenzeit findet man in Vojnatina, Kráľovský Chlmec, Zemplínske Kopčany und es gehört dazu auch das Gräberfeld mit einzigartigen Funden in Ždaňa. Bekannt sind die Hortfunde von bronzenen und eisernen Geräten und Waffen aus Nižná Myšľa, Jasov und Terňa. Die hallstattzeitlichen Menschen lebten vor allem von Landwirtschaft, Viehzucht und Jagd. Von den Handwerken seien Schmiedehandwerk, Metallguss, Weberei sowie die Holz- und Knochenverarbeitung und selbstverständlich Töpferei genannt.
Die Bauernkulturen der älteren Eisenzeit (Kalenderberg-Kultur) schwinden in der Mitte des 6. Jahrhunderts v. u. Z. nach dem Einbruch der nomadischen Ethnika verwandt bzw. verbunden mit den Skythen, die aus dem Osten her in die westlichen Teile des Karpatenbeckens und auf das ganze Theißgebiet vorgedrungen sind. Hiesige von ihnen geschaffene Kultur nennen wir Vekerzug. Zu dieser Zeit gehen die zentralen Burgwälle unter (Smolenice-Molpír). Die deutlichsten Spuren von der Anwesenheit der Skythen repräsentieren die dreiseitigen Pfeilspitzen, da der Bogen die Hauptwaffe deren Reiter war, als auch der sog. Tierstil in der Kunst. Die Nomadengräber aus Chotín, Senec und Modrany fallen in die Jung/Späthallstattzeit (550 – 400 v. u. Z.).

Igor Bazovský
Die Kelten – Krieger der Eisenzeit
Seit Ende des 5. Jahrhunderts v. u. Z. beginnen auf unser Gebiet die Kelten vorzudringen, ein kriegerisches Volk, das innerhalb von einer kurzen Zeit riesige Gebiete besiedelte, von der Pyrenäenhalbinsel bis zum Schwarzmeer und von den Britischen Inseln bis zur Poebene. Auf Grund der archäologischen Funde lag deren Wiege irgendwo zwischen der Seine, der Moldau und den Alpen, im Gebiet der sog. westlichen Hallstattkultur. Im ausgehenden 6. Jahrhundert ist in diesem Raum die Macht von lokalen Häuptlingen angewachsen, die sich prachtvolle Residenzen bauen ließen und in Hügelgräbern bestattet wurden. Durch den Handel mit dem Süden verschafften sie sich Luxusgüter, mit denen sie ihre Sonderstellung manifestiert haben. Unter dem Einfluss der importierten Gegenstände, aber auch der Gedankenwelt der hochentwickelten Mediterranvölker entsteht im 5. Jahrhundert die Latenekultur, benannt nach der Siedlung La Tene in der Schweiz. Die ersten Keltengruppen dringen aufs Gebiet der Slowakei rund um 400 v. u. Z. vor (Stupava, Bučany, Horné Orešany). Zu einem massiveren Zustrom der Kelten ins Karpatenbecken kommt es in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts. Die Keltengruppen sind entlang der Donau vorangekommen und besiedelten vor allem die fruchtbaren südlichen Teile der heutigen Slowakei, während in bergigen Regionen das einheimische Ethnikum überlebte. Bei den Kelten herrschte anfangs der Brauch der Körperbestattung in gestreckter Lage. In Männergräbern finden wir meistens Waffen, aber auch Schmuck. Die Frauen trugen auf ihren Händen Finger- und Armringe aus Bronze, Glas und Sapropelit. Der metallene Ringschmuck wurde oft auch auf Beinen getragen. In der Schulterpartie wurde das Gewand durch Bronze- oder Eisenfibeln zusammengeklammert. Die Teille war mit einem Leder-, Textil- oder Metallgürtel umgeschnallt. Der spezifische Keltenschmuck war der Halsring. In die Frauen- sowie Männergräber hat man als Beigabe oft Gefäße gelegt. Selten finden wir dort die Gegenstände aus Knochen und Bernstein. In Siedlungen dominierten die rechteckigen Erdhütten mit einem Satteldach gestützt auf zwei Pfosten, situiert inmitten der Kurzseiten.
Den größten Aufschwung erlebte die keltische Zivilisation im 2. und 1. Jahrhundert v. u. Z. Es entstehen befestigte Stammeszentren – Oppida (Plavecké Podhradie, Bratislava). Sie waren nicht nur Zentren der Macht, sondern auch des Handwerks und Handels. Im 2. Jahrhundert v. u. Z. kommt es zu einem allmählichen Vordringen von Keltengruppen auch in die nördlicheren Gebiete. Eine der Ursachen für diesen stark werdenden Drang war auch das Interesse an Eisenerz. Durch die Vermischung der einheimischen und keltischen Elemente entsteht eine eigentümliche Kulturäußerung, die von den Archäologen als die „Púchov-Kultur“ bezeichnet wird. Charakteristisch für diese Kultur ist vor allem die Existenz von befestigten Höhenlagen in der Nähe von Siedlungen, die meistens in Talmündungen liegen. In einzelnen Regionen der Nordslowakei erscheinen auch zentrale Burgwälle, z. B. Liptovská Mara in der Liptauer Region oder Jánovce – Machalovce in der Zips. Eine relativ dünne keltische Besiedlung registriert man in südlichen Teilen der Ostslowakei, wohin die Kelten im Laufe der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts v. u. Z. vorgedrungen sind. Das wichtigste Zentrum der Kelten auf der Ostslowakischen Ebene war der Burgwall in Zemplín. Im 1. Jahrhundert v. u. Z. gerieten die keltischen Stämme im Karpatenbecken allmählich unter die Vormacht der Daker.

Vladimír Turčan
An der Grenze zum Imperium
Nach dem Untergang der keltischen Besiedlung hat sich der mitteleuropäische Raum den expandierenden Römern eröffnet. Zu deren Ankunft kam es nach den Kämpfen auf dem Balkan, als die Legionen das südliche Donauufer am Mittellauf des Flusses erreicht haben. Das erste Mal überhaupt haben die Römer die heutige Slowakei vermutlich während der Militäroperationen gegen die Daker betreten, rund um 10 v. u. Z (sog. Inschrift von Tusculum). Einen anderen Beleg deren Aufenthalts repräsentiert das Fundament eines Turmbaus auf Devín, gebaut im Zusammenhang mit einer fehlgeschlagenen Aktion gegen den Markomannenkönig Marbod regierend in Mittelböhmen. Im 1. Jahrhundert u. Z. haben die Römer an der Donau einen Grenzwall errichtet – Limes Romanus. Hinter diese Linie, nämlich zwischen die Flüsse March und Waag haben sie die germanischen Kommunitäten aus Böhmen übersiedelt und an deren Spitze den quadischen Oberhaupt Vannius gestellt. Nachdem ihn seine eigenen Verwandten beseitigt haben, wurde die Situation aber komplizierter und die Römer haben erhöhte Aufmerksamkeit dem militärischen Grenzschutz geschenkt. Die schwersten Kämpfe ereigneten sich in den Jahren 166 – 180 (sog. Markomannenkriege), als die Germanen bis zum Mittelitalien vorgedrungen sind. Dem Kaiser Mark Aurel gelang es, die Angreifer zurück hinter die Donau zu verdrängen und die Operationen aufs Gebiet der heutigen Slowakei zu verschieben. Damals ist eine Truppe bis zu der Umgebung von heutiger Stadt Trenčín vorgedrungen. Dieses Ereignis schildert eine Inschrift, erhalten an der Felsklippe der späteren mittelalterlichen Burg. Der Herrscher selbst hat an den Kämpfen persönlich nicht teilgenommen, sondern in den Marschlagern im Grantal ein Teil seines philosophischen Werks Ta eis heauton (Selbstbetrachtungen) geschrieben. Der Plan, das slowakische Gebiet als die Provinz Markomannia ins Imperium einzugliedern wurde jedoch wegen seinem vorzeitigen Tod nicht realisiert. Die Römer haben sich aus den Gebieten nördlich der Donau zurückgezogen und bauten die Donaugrenze zu Ende.
Die politische Stabilität beruhend auf einer militärisch kontrollierten Grenze führte zum Eindringen der antiken Werte ins Barbarikum, vor allem dank dem Handel. Aus technologischer und gesellschaftlicher Sicht blieben die Germanen jedoch auf einem vorzeitlichen Niveau. Bis zum Ende ihres Aufenthalts in der Slowakei haben sie keine Münzen geprägt, sie haben sich die Grundlagen der antiken Baukultur nicht angeeignet und auch die antiken handwerklichen Kenntnisse nicht übernommen, obwohl das Germanenmilieu mit zahlreichen Importen wie Keramik (vor allem Terra sigillata), Bronze- und Silbergefäßen, Schmuck u. ä. versorgt wurde. Den Romanisierungseinfluss kann man insbesondere bei der einheimischen Elite beobachten, wie es die Grabfunde bezeugen. Als wichtige Handelszentren kann man die antiken Bauanlagen in der Südwestslowakei bezeichnen (Stupava, Bratislava-Dúbravka, Pác bei Trnava, Dolný Kýr). Die Situation im Ost- und Nordteil des Landes ist im Grunde nur durch archäologische Quellen dokumentiert. Während die Ostslowakei von germanischen Stämmen besiedelt war, überlebte in der nördlichen Bergregion bis zu den Markomannenkriegen das Volk der Púchov-Kultur und die Populationsreste der Kelten. Ein Teil von ihnen wurde später nach Pannonien übersiedelt.
Die römische Kaiserzeit endete im 4. Jahrhundert, nachdem durch die untere Donau auf den Boden des Imperiums die Hunnen vorgedrungen sind.

Vladimír Turčan
An der Schwelle der slawischen Epoche
Nach vier Jahrhunderten einer unmittelbaren Berührung des slowakischen Gebietes mit antiker Zivilisation ist die Völkerwanderungszeit angetreten, in der sich grundsätzliche politische und ethnische Veränderungen ereignet haben. Die römische militärische Doktrin zerfiel nach dem Einbruch der Hunnen und der Stämme, die unter deren Druck auf den Boden des Imperiums vorgedrungen sind. Im Jahre 43 überreichten die Römer Pannonien den Hunnen und der Großteil der romanisierten Bevölkerung hat sich aus diesem Raum zurückgezogen. Rom sowie Byzanz haben den Frieden mit Geld erkauft, wovon auch das Depot von 108 Soliden aus Bíňa im Grantal zeugt.
Die slowakischen Germanen, geschwächt nach den Kämpfen gegen Rom, verließen größtenteils ihre Dörfer und haben vermutlich bloß gewisse Siedlungsinseln gebildet. Die heimischen Traditionen sind vor allem durch die Herstellung von Keramik schlechter Qualität bezeugt. In demselben Horizont ist jedoch auch andere, qualitätsvolle Drehscheibenware vorgekommen, erzeugt ebenfalls auf slowakischem Gebiet (Skalica), aber von den Einwanderern. Die veränderte Situation hat sich auch auf Gräberfeldern abgespiegelt, wo außer Brand- auch Körpergräber erscheinen.
Die Hunnen gründeten ein Nomadenreich mit dem Kern im unteren Theißgebiet, von wo sie ein ausgedehntes Territorium vom Kaukasus her bis zum Rhein beherrscht haben. Unter deren Macht gerieten auch die Kommunitäten ansässig in der Südslowakei, während die nördlichen Regionen für sie weniger attraktiv waren, obwohl auch aus diesem Landteil Funde stammen, die man mit ihnen verbinden kann (Bojná). Das dichteste Netz von Denkmälern, die man den Hunnen zuschreiben kann stammt aus der Umgebung von Levice, wo eins von den peripheren Zentren des Hunnenreiches zu voraussetzen ist. In letzter Zeit wurden interessante Funde auch in der Umgebung von Trnava (Smolenice) entdeckt.
Nach der Niederlage der Hunnen auf den Katalaunischen Feldern und nach Attilas Tod ist das Hunnenreich zerfallen. Die Südwestslowakei wurde vorübergehend vermutlich von den Herulern und Skiren besetzt. Die einheimischen germanischen Quaden bildeten nur noch einen unbedeutenden Teil der Bevölkerung der heutigen Slowakei. In der Ostslowakei ist die ursprüngliche Entwicklung vorangegangen und die bekannten archäologischen Befunde kann man mit der Tschernjachow-Kultur identifizieren. An der Wende des 4.-5. Jahrhunderts wurde wieder die Nordslowakei kolonisiert. Die Regionen Turz, Liptau, Orava und Zips besiedelte das Volk der sog. nordkarpatischen Gruppe, ethnisch den Vandalen zugeschrieben. In Poprad-Matejovce entdeckte man die Grabkammer von einem vandalischen Fürst, einzigartig auch in euroasiatischen Kontexten.
Als der letzte Stamm der Völkerwanderungszeit sind die Langobarden erschienen und sie haben die Region Záhorie eingenommen (Bratislava-Devínske jazero, Zohor). Ein ausgedehntes Gräberfeld von ihnen wurde in Bratislava-Čunovo erforscht. Im Jahre 568 sind sie jedoch aus Furcht vor den Awaren nach Norditalien umgezogen.
Im Laufe des 5. Jahrhunderts sind aufs Gebiet der Slowakei die slawischen Stämme vorgedrungen. Ihre Ethnogenese ereignete sich auf einem ausgedehnten Territorium zwischen den Flüssen Oder und Weichsel im Westen und Dnepr und Dnister im Osten. Der Kolonisationsprozess ist in schriftlichen Quellen nicht erfasst worden und somit sind wir nur auf archäologische Funde angewiesen. Im 6. Jahrhundert ist deren Anwesenheit jedoch auch in literarischen Aufzeichnungen belegt.

Katarína Tomčíková
Awaren – Slawen – Magyaren
Das Frühmittelalter repräsentiert eine Zeitspange, die mehrere bedeutende Etappen unserer Geschichte einschließt. Es ist eine Periode der slawischen Landnahme, des awarischen Kaganats, des Nitraer Fürstentums, des Aufschwungs und Niederfalls von Großmähren, bis zu der Periode der Eingliederung der Slowakei in den multinationalen Ungarischen Staat.
Zur Zeit des awarischen Kaganats, zu dem auch Südslowakei gehörte, vermutet man ein Zusammenleben von den Slawen und Awaren. Das Bild von der Lebensweise in dieser Periode wird uns vor allem durch zahlreiche abgedeckte Gräberfelder, Siedlungen und Hortfunde von verschiedenartigen Gegenständen geliefert. In nördlicher gelegenen Gebieten verlief eine kontinuierliche slawische Besiedlung.
Mit dem Untergang des awarischen Kaganats eröffnete sich für die Slawen der Raum für eine unabhängige Entwicklung. Schrittweise werden die Keime von späteren Zentren der Landverwaltung geformt. Bei den Slawen nördlich der Donau entstehen zwei einander konkurrierende Fürstentümer – das mährische und das Nitraer. Als Resultat deren Vereinigung am Anfang des 9. Jahrhunderts entsteht Großmähren. Durch die archäologische Grabung konnte man eine umfangreiche Erbauung von Burgwällen feststellen. Diese wurden zu Residenzen der herrschenden Oberschicht, zu religiösen und ökonomischen Zentren und in Kriegszeiten auch zu Zufluchtsorten für die Bevölkerung. Man registriert auch den Aufschwung von Handwerkproduktion und Handel. Die meisten Einwohner lebten in Siedlungen und ihre wichtigste Unterhaltsquellen waren Landwirtschaft, Viehzucht und Jagd. Gegen Ende des 9. Jahrhunderts kommen ins Karpatenbecken die magyarischen Stämme. Die Uneinigkeit der Slawen nach dem Tod des Herrschers Sventopluk und der wachsende Druck der Magyaren bedeuteten den Zerfall Großmährens am Anfang des 10. Jahrhunderts. Die Magyaren wurden allmählich ansässig und haben ihre nomadische Lebensweise in eine bäuerliche umgewandelt. Von den großmährischen Slawen haben sie viele Elemente der wirtschaftlich-gesellschaftlichen Sphäre beim Aufbau des Ungarischen Staates übernommen.

Klára Fűryová
Die Sachkultur im Mittelalter
Einzelne Regionen der heutigen Slowakei haben sich schrittweise in den Verband des werdenden multinationalen Ungarischen Staates eingegliedert. Nach der Krönung des Hl. Stephan im Jahre 1000 und Konsolidierung des Christentums konzentrierte sich die entscheidende politische sowie wirtschaftliche Macht in den Händen des Herrschers und des Feudaladels. Die kirchliche Organisation in unserem Land entwickelte sich weiter auf Grundlagen bestehend seit dem Großmährischen Reich und unter einer erheblichen Unterstützung des Herrschers erweiterte sie ihre Struktur. Die Basis für die Prosperität des mittelalterlichen Staatsgebildes beruhte auf Bodenschätzen. Ein Zeugnis davon liefern die Schachtöfen zur Eisenherstellung aus dem 11. – 12. Jahrhundert. Die Ritterausrüstung war im 11. Jahrhundert in Europa bereits ungefähr einheitlich, die Grundgarnitur bestand aus einer Lanze, einem Schwert und einem Dolch.
Eine wichtige Rolle in der Verbreitung des Christentums und zugleich der westlichen Kultur spielten die Benediktiner, die seit dem ausgehenden 10. und während des 11. Jahrhunderts ihre Klöster auch auf unserem Gebiet gegründet haben, z. B. in Hronský Beňadik oder in Krásna nad Hornádom bei Košice. In mittelalterlichen Klosterwerkstätten blieben die Handwerke aus der Zeit der römischen Provinzen erhalten. Nach den Benediktinern kamen weitere Orden, die das Christentum und die Bildung verbreitet haben. Die Klöster, von denen zahlreiche auch als vertraubare Plätze (locum credibilium) funktioniert haben, waren zugleich auch Zentren von hochentwickelter landwirtschaftlicher Produktion und Handwerken, deren progressive Techniken und Methoden von ihnen auch in die nähere sowie breitere Umgebung vermittelt wurden.
Diese Aufgabe wurde seit Ende des 12. Jahrhunderts allmählich durch die werdenden Siedlungen städtischen Charakters übernommen. Die Handwerke, anfangs eng verbunden mit der Landwirtschaft, konzentrierten sich in Marktzentren, herrschaftlichen Gehöften und Vorburgsiedlungen. Viele von diesen Zentren, unterstützt durch monarchische Privilegien haben sich im Laufe des 13. Jahrhunderts in autonome Städte verwandelt, die zu Zentren der Handwerkproduktion, des Handels und schrittweise auch der Bildung wurden. In solch einem Milieu konnte sich die handwerkliche Produktion immer weiter entwickeln und gleichzeitig spezialisieren.

Titus Kolník
Das germanische Grab aus Ostrovany
Die Entdeckung einer gut erhaltenen germanischen hölzernen Grabkammer aus der ausgehenden römischen Kaiserzeit im Jahre 2006 in Poprad-Matejovce erweckt das aktuelle Bedürfnis nach einer wiederholten Untersuchung und Bewertung von ähnlichen Befunden aus Ostrovany, Bez. Sabinov (Ostslowakei). In den Jahren 1790 und 1865 wurden an dieser Fundstelle bemerkenswerte goldene und silberne Gegenstände aus der römischen Kaiserzeit entdeckt. In die europäische Fachliteratur traten sie als das vermutliche Inventar der Fürstengräber I und II aus der Fundstelle mit ungarischem Namen Ostrópataka ein (der Fundort lag in damaligem Oberungarn). Die Gegenstände aus dem ersten Befund aus dem Jahre 1790 gelangten nach Wien und bis heute gehören sie zu den bewunderten Exponaten des Kunsthistorischen Museums, während die Funde aus dem Jahre 1865 einen wichtigen Teil der Exposition des Ungarischen Nationalmuseums in Budapest bilden. Die Umstände dieser beiden Befunde waren seit Anfang nicht klar. Die slowakischen Archäologen haben sich mit ihnen wegen deren Aufbewahrungsstellen bisher nur marginal beschäftigt (Kolník 1984; 1998; Novotný 1995).
Die außergewöhnlichen Funde, welche die Erforscher der römischen Kaiserzeit bereits mehr als zwei Jahrhunderte faszinieren, erweckten unlängst auch das Interesse von dem jungen ungarischen Archäologen Péter Prohászka. Im Jahre 2001 begann er sich im Ungarischen Nationalmuseum in Budapest näher für die schriftlichen Archivquellen zu interessieren, die mit den erwähnten Funden aus Osztrópataka – Ostrovany zusammenhängen. Er ist zu dem eindeutigen Schluss gekommen, dass die Funde bezeichnet als Osztrópataka I und Osztrópataka II aus einem und demselben Grabverband stammen – aus dem Grab eines Vandalenkönigs aus den Jahren 270 – 290, das auf zweimal entdeckt wurde.
Die Ergebnisse seiner Forschung hat P. Prohászka zuerst als seine Magisterarbeit an der Universität von Loránd Eötvös in Budapest verteidigt. Im Jahre 2004 hat er diese Studie Az osztrópatkai Vandál királysír  (Esztergom 2004) in ungarischer Sprache publiziert. Nachfolgend hat er sie neu bearbeitet und auf Deutsch publiziert: Das  vandalische Königsgrab von Osztrópataka (Ostrovany, SK.) (Budapest 2006).
Der Verband von goldenen und silbernen Gegenständen aus Ostrovany gehört zweifellos zu den wichtigsten frühmittelalterlichen Befunden aus der Slowakei überhaupt. Mit seiner Reichhaltigkeit und Außergewöhnlichkeit hilft er uns indirekt eine Vorstellung zu bekommen, welche Prachtstücke ursprünglich in der Ausstattung der ungefähr 100 Jahre jüngeren Grabkammer in Poprad-Matejovce vor deren Ausraubung sein konnten. Die Funde aus Ostrovany und neuestens auch das Grab aus Poprad-Matejovce bestätigen und betonen die Bedeutung des Zipser Korridors aus dem Südosten nach Schlesien an der Neige der römischen Kaiserzeit. Sie unterstützen gleichzeitig die Vermutung über die vandalische Stammesangehörigkeit der bedeutenden Mitglieder der königlichen Oberschicht, die in Ostrovany und in Poprad-Matejovce bestattet wurden.

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Ilija, kostol sv. Egídia – detail románskeho portálu