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Revue Pamiatky a múzeá - Resümee 1/2006

13. apríla 2012
Civitas munita – Das Mauerrecht der mittelalterlichen Städte

Vladimír Rábik

Die Errichtung eines städtischen Fortifikationssystems für Stadtsiedlungen im mittelalterlichen Ungarn wurde schon im 14. Jahrhundert zu einem wichtigen Moment für ihre Entwicklung. Vor allem gemauerte Stadtbefestigungen waren selbst Ende des Mittelalters noch keine urbanistische Selbstverständlichkeit, auch nicht in der höchsten Kategorie der königlichen (freien) und der Bergbaustädte (Bratislava (Vorburg), Banská Štiavnica, Nitra, Trnava, Košice, Levoča und Podolínec).

Städte mit Mauern erhöhten die Wehrfähigkeit des Landes, sie wurden zu einem wichtigen militärisch-operativen Element seiner Sicherung. Ungarische Herrscher unterstützten ihren Bau vor allem seit der Zeit der Anjous. Unter ihrer Regentschaft kamen neun Städte hinzu, wo mit dem Bau der Fortifikationssicherung begonnen wurde (Kysucké Nové Mesto, Starý Tekov, Rimavskú Sobotu, Kežmarok, Bardejov, Prešov, Skalica) und in die Zeit vor 1388 fällt auch der Bau der Befestigung der Städtchen Beckov und Nové Mesto nad Váhom. Nicht überall handelte es sich jedoch um Vorrechte, die zur Errichtung von gemauerten Befestigungen berechtigten.

Systematische Bestrebungen um die Sicherung der Städte mit Mauern verbinden sich jedoch mit der Regierungszeit Sigismunds von Luxemburg, der mit dem Kleineren Dekret von 1405 die Frage der Befestigung der Städte als eine der Prioritäten festlegte. Unmittelbar darauf bauen die Städte Žilina und Sabinov ihre Befestigungen. Wegen des hohen Kostenaufwands zögerten jedoch mehrere bedeutende Städte den Bau ordentlicher Mauern lange hinaus. Eine Änderung brachte erst die akute Gefahr von Seiten der Hussiten und der nachfolgenden räuberischen Gruppen von Hussitenkriegern. Damals bauten sich Krupina, Kremnica und Trenčín Fortifikationen, doch nur Kremnica besaß gemauerte Befestigungen. Trotz der großen Bedeutung der Stadtbefestigung im Leben der Stadtsiedlungen, sind die mittelalterlichen Schriftquellen recht karg mit konkreteren Angaben zum bautechnischen Charakter der Befestigungssysteme. 

Die Burg Šintavský hrad - Das Schloss Sereď auf Plänen aus dem 17. – 19. Jahrhundert

Rastislav Petrovič

Die älteste Erwähnung der Burg Šintava stammt aus dem 12. Jahrhundert (1177). Nach einer Beschreibung von 1423 hatte sie einen quadratischen Grundriss, und in der Mitte stand ein Donjon. Die Grafen Thurzo bauten die Burg in eine Renaissancefestung, die Esterházys zunächst in ein barockes, später klassizistisches Schloss um (1841).

Der älteste bekannte Plan der Burg aus dem Jahr 1667 entstand im Zusammenhang mit der Organisierung der Türkenabwehr in Ungarn auf Weisung des Präsidenten des Hofkriegsrats in Wien, des Feldmarschalls Hannibal Gonzag. Ein weiterer bekannter Plan der Burgbefestigung, französisch beschriftet, stammt wahrscheinlich aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Er wurde für militärische Zwecke erstellt und es ist anzunehmen, dass der unbekannte Autor ihn nach einer älteren Vorlage schuf. Zwischen den Jahren 1760 – 1770 entstand die Karte der Herrschaft Sereď Mappa universalis totius dominii Szerediensis von einem unbekannten Autor. Ihre Auftrageber war der Besitzer der Herrschaft Šintava, Graf Franz Esterházy. Ein weiterer, der Plan des zum Gebrauch des Sereder Salzamts im Jahre 1771. Pro Aerario eingelösten Terrains, stammt aus dem Jahr 1780. Auf dem Plan des dem Staat abgetretenen Terrains für den Bau des Kaiserlich-königlichen Salzamtes in Sereď erfasste der Autor auch ein kleines Detail der Burg, und zwar der südöstlichen Bastion mit Wassergraben. Künstlerisch besonders eindrucksvoll ist der Regulierungsplan der Waag (Váh) bei Sereď von 1789, der von dem Komitatsgeometer Ingenieur František Böhm, der auch in den Diensten der Esterházys tätig war, ausgearbeitet. Aus dem Jahr 1809 stammt der Plan von Sereď und der Umgebung der Waag mit einer Kennzeichnung der militärisch befestigten Orte, die im Zusammenhang mit der gegennapoleonischen Abwehr, Plan der bei Szered an der Waag angelegten Verschanzungen im Jahre 1809, entstanden waren. Er wurde von einem unbekannten Autor für militärische Zwecke, den Schutz des strategischen Punktes – des Übergangs über die Waag geschaffen. Der letzte erhaltene historische Plan ist der Plan zur Detailbeschreibung des Brückenkopfes der Umgebung der Waag bei Sereď aus den Jahren 1863 – 1864 (Plan zur Detailbeschreibung des einfachen Brückenkopfes bei Szered). Den Plan erstellte Alexis Polak für den Generalstab in Wien. Er erfasst die relativ breite Umgebung von Sereď und das Einzugsgebiet der Waag von Šúrovce (Wartasur) bis nach Váhovce (Vágha).

Die historischen Pläne dokumentieren aus architektonischer Sicht die schrittweise Verwandlung des Objekts in ein Schloss, die nicht nur durch praktische Erfordernisse der Verteidigung und des Schutzes des Gebietes, sondern auch durch gesellschaftspolitische Veränderungen und daraus folgende Trends in der Architektur hervorgerufen wurden.  

Die Renaissancebefestigung von Pezinok

Petra Pospechová – Július Vavák – Peter Wittgrúber

Der Errichtung von Befestigungen mit Steinbastionen im 17. Jahrhundert im Raum der Kleinen Karpaten spiegelt mehrere gesellschaftliche und politische Faktoren wider. Die drohenden Ständeerhebungen und Türkeneinfälle, die stürmische Entwicklung der Artillerie und vor allem das wirtschaftliche und ökonomische Wachstum von Pezinok, Modra und Svätý Jur und die damit verbundene Erteilung von Privilegien waren maßgebliche Faktoren des Baues ihrer modernen Festungssysteme.

Das Recht bzw. die Pflicht, eine Befestigung zu errichten, wurde den Einwohnern von Pezinok durch zwei Freibriefe aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts auferlegt. In dieser Zeit gipfelten die Bestrebungen der Bürger von Pezinok, das Statut einer königlichen Freistadt zu erlangen. Die in der ersten Phase als Wall-Graben errichtete Befestigung, friedete in der Endform den heutigen historischen Stadtkern ein etwa in der Form eines Rechtecks mit zwei abgeschrägten Ecken. Sie bestand aus zehn polygonalen und einer halbrunden Bastion und drei Toren, die durch eine hohe Steinmauer mit Schießscharten verbunden waren.

Gegenüber Modra bzw. Svätý Jur hatte die Befestigungsanlage in Pezinok eine großzügigere Anlage, was von der stärkeren wirtschaftlichen Stellung der hiesigen Bürger zeugte. Die Befestigungen in diesen Städten erhielten ihre endgültige Form etwa zur gleichen Zeit und sie weisen typische (wenngleich reduzierte) Merkmale der Renaissancefortifikationen, die in der Slowakei schon im Laufe des 16. Jahrhunderts zur Anwendung kamen.

Die Befestigung, wie Ermittlungen der archäologischen und Archivforschung ergaben, akzeptierte einige Elemente der modernen Bastionenbefestigung, die meisten Elemente jedoch fehlten, was die Annahme einer längeren erfolgreichen Verteidigung der Stadt gegen das reguläre Heer sehr einschränkte. Die Befestigung konnte also eher zur Abwehr kleinerer Truppenteile und plündernder Horden von Marodeuren dienen, die ein untrennbarer Bestandteil des Militärwesens des 17. bis 18. Jahrhunderts im mitteleuropäischen Raum waren. 

Die Städte des Grantals (Pohronie) auf einer Karte von Johann Adam Artner

Pavol Maliniak

Im Staatlichen Zentralen Bergbauarchiv in Banská Štiavnica wird eine Karte des Flusslaufs des Gran (Hron) zwischen Banská Bystrica (Neusohl) und Bzenica Grund Riß deß Gran Fluß Von Neusohl an biß Bszeniz Sambt allen darumb Ligenden Dorffschafften Und darein Fallenden Bächen aufbewahrt. Das Werk wurde nach Angaben in der Legende von Johann Adam Artner am 17. Juni 1734 fertiggestellt. Die Karte gehört zu den ältesten Darstellungen des Grantals im Großmaßstab. Die Genauigkeit der Darstellung und die Größe des Gebiets ermöglichten es dem Autor des Kartenwerks, eine große Menge Informationen aufzunehmen. Das Werk entstand in einer Zeit, als es zu wesentlichen Veränderungen in der Kartengestaltung kam und der Bedarf an guten Kartenunterlagen schrittweise zu einer aktuellen gesellschaftliche Forderung wurde.

Artners Karte stellt das aufgenommene Gebiet auf eine spezielle Weise dar. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts bestand weiterhin die Darstellung des Landes mit dem traditionellen Zeichensystem. Den Ausgangspunkt der Karten bildeten wichtige Wasserläufe, an die dann Städte und Burgen anschlossen. Dieser Darstellungstechnik bedienen sich Karten kleinerer Maßstäbe, die auch das Grangebiet einschließen. Zu dieser Kategorie kann man auch die Karten Ungarns ordnen, deren Autoren Jacob von Sandrart (1664), Nicolas Sanson (um 1689) und Hubert Jaillot (1696) sind.

Artners Werk stellt einen Blick auf das Grantal in einer gestreckten Ebene dar. Das zentrale Motiv der Karte ist der Lauf des Gran (Hron), der die Hauptachse der Region bildet. Die direkte Flusslinie verläuft vom linken zum rechten Rand des Kartenblattes und bildet scheinbar die Orientierung des Flusslaufs in einer einzigen, der Nord-Südrichtung. Wegen der ausreichenden Darstellung des Flusses wuchs die Kartenlänge auf drei Meter an. Der Kartenorientierung passte der Autor auch das Netz der Ortschaften an, denen er in der Legende alphabetische Bezeichnungen zuordnete. Der lange und vielgliedrige Abschnitt des Gran (Hron) zwischen Banská Bystrica (Neusohl) und Bzenica erforderte eine leichte Korrektur des Flusslaufs und vor allem der Lage der Ortschaften. Die Himmelsrichtungen sind nach der Kompassrose auf der Karte in den Richtungen Nord – Süd und Ost – West ausgerichtet. Die einzelnen Kartenteile sind in verschiedenen Winkeln gedreht. Zum Beispiel ist Banská Bystrica auf der Karte etwa um 135 Grad nach Westen gedreht. Der eingezeichnete Blick zeigt daher die Stadt gewissermaßen von der Südseite. Der nachfolgende Abschnitt des Gran von Radvaň (Burgstädtl) bis nach Zvolen (Altsohl) ist um 90 Grad nach Westen gedreht.

Artner stellte vor allem die wichtigsten Orte des aufgenommenen Gebietes detaillierter dar. Das Werk enthält Veduten der Städte Banská Bystrica und Zvolen und Ansichten dominanter Objekte in den Städtchen Radvaň und Svätý Kríž (Heiligenkreuz) (heute Žiar nad Hronom). Außer den historischen deutschen Bezeichnungen der Städte, Städtchen, Burgen und Dorfteilen passte der Autor der Karte seiner Muttersprache Deutsch auch die Transkription der Namen der übrigen Ortschaften an. Die Terminologie (Nomenklatur) der Karte spiegelt in der Administrative die noch nicht stabile Verwendung der Orts- und Dorfnamen wider. Samuel Mikovíni bevorzugte bei der Darstellung der Ortschaften im Grantal bereits slowakische Bezeichnungen.  

Der Umbau der Burg Oravský hrad durch die Grafen Pálffy

Michal Čajka

Besitzer der Burg Oravský hrad waren die Erben der ursprünglichen Besitztümer der Familie Thurzo. Das sogenannte Kompossessorat Orava, dessen Direktor ebenfalls aus den Reihen der Anteilseigner gewählt wurde, verwaltete außer dieser Burg noch weitere Gebäude und weitläufige Ländereien in der Region. Die wirtschaftliche Haupttätigkeit war der Waldbau und der Holzhandel. Im Jahr 1896 wurde der vierzehnte Direktor Graf Josef Pálffy (1853 – 1919), unter dem die letzte Stiländerung der Burg im Geiste der Romantik verwirklicht wurde. Umgebaut wurde vor allem das aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammende spätgotische Corvinus-Palais und zwei Terrassen im Oberteil des Burghofes. Das Ziel des Umbaus war es, dem Besucher einen bequemen Zugang zum ganzen Burgkomplex zu ermöglichen und dem Areal einen repräsentativen Rahmen zu geben. Das familiäre Umfeld ermöglichte es Pálffy, aus den praktischen Erfahrungen mit dem Umbau der Burg im österreichischen Kreuzenstein zu schöpfen. Der Graf entschied allein über die endgültige Form des Ganzen und der Details. Mit einer Wandmalerei wurde im Palais lediglich der Rittersaal geschmückt. Der Münchener Maler Maximilian Mann ließ sich bei ihrer Gestaltung durch die relativ gut erhaltene spätgotische Wandmalerei aus der Zeit der Herrschaft Matthias Corvinus im Wohnturm inspirieren.

Mit dem romantischen Umbau erhielt die Burg Oravský hrad die heutige Form. Es handelte sich jedoch um keinen komplexen Umbau, wie zum Beispiel in Bojnice (Weinitz) oder Smolenice (Smolenitz). Das Fehlen eines Architekten ersetzte zum Teil die Kooperation des Beamten des Kompossessorats Orava, František Fertsek, der die Projekte ausfertigte, und des Grafen Josef Pálffy, der die resultierenden Ausführungen auswählte, beziehungsweise in die einzelnen Lösungen eingriff.

Das Vorhaben, in diesem Stil auch die obere Burg umzubauen, wurde nicht verwirklicht. Nach der maximalistischen Konzeption sollte dieser Umbau die ganze Zitadelle erfassen. Sie sollte stärker hervortreten dank eines dominanten Treppenturms, eines halbzylindrischen Turms mit Laubengang und der sogenannten Kapelle. Dieses Objekt auf der höchsten Stelle des Burgfelsens, das traditionell, aber unbegründet als Kapelle galt, sollte durch eine effektvolle Treppe zugänglich gemacht werden.  

Die Bratislavaer Büchsenmacher in der Stadtsozietät

Zuzana NemcovÁ

Anfang des 15. Jahrhundert waren Schusswaffenhersteller selbständige spezialisierte Handwerker, die nicht nur die Waffen herstellten, sondern ihre Qualität und Wirksamkeit auch persönlich überprüften. In den meisten europäischen Städten arbeiteten sie in ihren eigenen Werkstätten auf Bestellung und beschäftigten Personal. Auf dem Gebiet der Slowakei entstanden mehrere Zentren, zum Beispiel in Košice, Spišská Nová Ves, Gelnica, Kežmarok, Levoča und Bratislava, von wo auch die älteste Notiz über die Tätigkeit eines Büchsenmachers auf unserem Gebiet stammt (1414).

Im Unterschied zu anderen Zentren der Schusswaffenherstellung, wo die Büchsenmacher eigene Werkstätten besaßen, arbeiteten die Büchsenmacher in Bratislava im 15. Jahrhundert in Räumen, die der Stadt gehörten. Die Meister waren Angestellte der Stadt und erhielten einen regelmäßigen Wochenlohn. Die Stadt bezahlte auch die für die Waffenherstellung erforderlichen Rohstoffe, die Produktionsinstrumente und das Hilfspersonal. Im Laufe des 15. Jahrhunderts arbeiteten für die Stadt 23 Büchsenmacher, viele aus dem Ausland, wie etwa Ján aus Brno im Jahr 1434 oder Johann Frosch aus Regensburg im Jahr 1481.

Die türkische Gefahr, die Verteidigung des Landes und der Stadt waren auch im 16. Jahrhundert höchst aktuell. In den Jahren 1501 bis 1512 arbeiteten sechs Büchsenmacher für die Stadt. Die Höhe des Solds, den die Stadt den Büchsenmachern während des 16. Jahrhunderts auszahlte, unterlag erheblichen Schwankungen. Während es in den Jahren 1526 – 1527 16 Taler waren, waren es 1535 nur noch 13 Taler. Nach 1564 kommen in den Kammerbüchern keine den Büchsenmachermeistern ausbezahlten Posten vor. Es scheint, dass in dieser Zeit die Büchsenmacherwerkstatt nicht mehr als städtische Einrichtung funktionierte. Bei Tätigkeiten, verbunden mit der Wartung der Waffen ersetzte der Waffenschmied die Büchsenmachermeister. Als die Aufträge für die Stadt nicht mehr den Hauptinhalt ihrer Arbeit ausmachten, gründeten die Büchsenmacher 1571 eine gemeinsame Zunft mit Schlossern, Uhrmachern und Gewindeherstellern. Im 17. Jahrhundert gliederten sich mit der zunehmenden Spezialisierung auch die Gewehrkolbenhersteller aus und bildeten 1661 eine eigene Zunft. Bratislava wurde im 18. Jahrhundert neben Wien zu einem bedeutenden Zentrum der Büchsenproduktion mit einer wohldurchdachten und anerkannten Struktur der Ausbildung künftiger Meister.  

Drahtbinderei in der bildenden Kunst

Monika Škvarnová

Die auf dem manuellen Binden von Draht begründete Drahtbinderei entstand wahrscheinlich vor dreihundert Jahren zur Milderung der materiellen und existenziellen Schwierigkeiten der Einwohner der kleinen Region an den Südhängen des Javornikgebirges (Javorníky) und Kysuce. Später verbreitete sie sich auch in der Nordzips (severný Spiš). Mit der Zeit wurden aus den Drahtbindern Weltenbummler. In das Blickfeld der bildenden Künstler, der Komponisten gerieten Drahtbinder nicht nur durch ihre äußere Erscheinung, das Wanderleben, sondern auch durch ihre Gewohnheiten, die untypische Art der Verwendung von Draht, also Dinge, durch die sie sich deutlich von der Umgebung abhoben. In mehreren Nachbarländern identifizierte man die Drahtbinder mit dem slowakischen Volk, wodurch diese Handwerker zu einem seiner Symbole wurden – zunächst im Ausland und um die Mitte des 19. Jahrhunderts auch im heimischen Milieu.

In den Kunstsammlungen in der Slowakei befinden sich nach unseren Informationen etwa 230 Kunstwerke mit Drahtbinderthematik. Künstler der Zeit der nationalen Wiedergeburt hielten diese Meister für einen wichtigen Faktor der nationalen Bewusstseinsbildung. Peter Michal Bohúň zeichnete sie in der Kleidung in den Nationalfarben. Sie verkörpern ideale und moralisch saubere Vertreter des Volkes.

Das Werk des zweiten des Gründerpaars der slowakischen national orientierten Malerei, Jozef Božetech Klemens, belegt die sich wandelnde Sozialstruktur der Drahtbinder in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er stellt die Figuren in eine Berglandschaft, wobei dieser Landschaftstyp in dem mit der Idee der nationalen Wiedergeburt verbundenen Schaffen der Künstler eine tiefere Begründung hat – die natürliche Umwelt galt als ein wichtiger Faktor bei der Formung von Wesensart und Charakteren der Menschen und Völker.

Die Werke der Ungarn, Österreicher, Deutschen, Engländer, Franzosen und am zahlreichsten der Tschechen zeichnen sich im Vergleich mit den heimischen Künstlern durch eine umgekehrte Einstellung zu den Drahtbindern aus. Sie nahmen sie fast als bizarres Thema wahr und gestalteten sie in Genreszenen. Fremde Künstler aus der Zeit der Klassik und Romantik idealisierten gern ihr Aussehen, was mit ihrer realistisch gezeichneten Kleidung kontrastierte. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann man sie realistischer darzustellen. Die Zeichnung der Klippen ihres alltäglichen Lebenswandels gipfelt in den letzten Jahrzehnten des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den Werken tschechischer Maler. In den Werken tschechischer Provenienz dominiert das Porträt und die soziale Problematik tritt stärker in den Vordergrund (etwa Rudolf Uherek), die Motive sind sentimentaler (Jozef Stalmach, Mikoláš Aleš). Der soziale Akzent begleitete die authentischen Bilder von Menschen, die am Rande der sich modernisierenden Gesellschaft stehen, um die Wende des 19. und 20. Jahrhunderts auch im Schaffen der heimischen Künstler. Am treffendsten repräsentieren diese Tendenz mehrere Studien von Ladislav Medňanský.

Der Drahtbinder resonierte auch im Schaffen der Maler der slowakischen Kunstmoderne. Zusammen mit dem Bauer, dem Hirten, dem Holzfäller und dem Räuber nahmen sie ihn als eines der Themen wahr, durch das sie die slowakische Eigenart darstellten und Erscheinungen kennzeichnend für den besonderen Charakter der Volkskultur und der Geschichte unseres Landes gestalteten. Ihr Schaffen war häufig begleitet von der Polarität des traditionellen Themas und des modernen künstlerischen Ausdrucks. Am intensivsten traten diese Prinzipien vor allem in den 30er und 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Erscheinung, als sich der Konflikt zwischen der bestehenden Tradition und der sich etablierenden Modernisierung steigerte, wodurch die Handarbeit der Drahtbinder immer weiter an den Rand des Interesses der Gesellschaft geriet. Die Krise dieser Handwerker brachte Miloš Alexander Bazovský auf eine besondere Weise zum Ausdruck.

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