SlovenskyEnglish RSS - Pamiatkový úrad Slovenskej republiky RSS - Elektronická úradná tabuľa

Revue Pamiatky a múzeá - Resümee 1/2005

13. apríla 2012

Minerva aus Gerulata
JAROSLAVA SCHMIDTOVÁ – JITKA JEZNÁ
Bei einer Grabung unweit des Areals des römischen Kastells Gerulata im heutigen Stadtteil Bratislava-Rusovce wurden nordwestlich des Kastells in der Maďarská ulica, der Ungarischen Straße, im Jahr 2000 Steinfundamente von baulichen Anlagen aus der Römerzeit entdeckt. Als in einer bestimmten Phase der Arbeiten der Metalldetektor heftig auf die Anwesenheit eines Buntmetalls neben einem Bleigussstück reagierte, bemerkten wir einen roten Halbedelstein mit eingravierter Verzierung – eine Gemme aus Karneol ohne Ring, 1,31 x 1,1 x 0,26 cm groß, in Form eines hohen, beiderseitig glanzgeschliffenen Ovals. Auf der Gemme ist die stehende Figur der Athene – Minerva mit Helm, Speer und Schild dargestellt. Die nächste Analogie des Fundes aus Gerulata fanden wir in der Münchner Glyptothek. Von der Beliebtheit des Athene-Motivs im nahen Carnuntum zeugt die Angabe, dass hier sogar fünf Gemmen mit diesem Motiv gefunden wurden. Die Datierung der Gemmen ist problematisch. Sehr gut und eindeutig lassen sich Material und Bildthemen auf den Gemmen interpretieren, aber die Auswertung hinsichtlich der chronologischen Aspekte ist schwierig. Gemmen sind langlebige Besitzgüter und können zum Beispiel verschenkt oder vererbt werden. Trotzdem möchten wir auf die Präsenz einer deutlich gegliederten Fibel, datiert in die zweite Hälfte des 2. Jahrhunderts, im Fundkomplex von Gerulata hinweisen. Auch ihre nächsten Analogien sind in das 2. Jahrhundert datiert.
Auch wenn bei archäologischen Grabungen aus der Römerzeit in der Slowakei in den letzten Jahren Funde von Ringen mit Gemmen gemacht wurden (Iža, Devín, Rusovce), ihre Anzahl war nicht sehr groß. Es handelte sich entweder um in Ringe gefasste Gemmen oder um Sologemmen. Der Fund der Gemme mit der eingravierten Figur der Athene – Minerva ist der erste in der Slowakei. Wenn man bedenkt, dass diese Gemme aus Funden einer authentischen römischen Provinz Pannoniens stammt, und zwar aus dem Raum der militärischen Grenzfestung Gerulata, so weist das darauf hin, dass sie entweder einem militärischen Würdenträger oder einem anderen Bürger in einer wichtigen Position gehört hat, weil das Tragen eines solchen Ringes auch in der Römerzeit Ausdruck der gesellschaftlichen Stellung und Wohlhabenheit ihres Trägers war.

Jagdgewehre in Bojnice
KATARÍNA MALEČKOVÁ
Der Sammlungsfonds des Slowakischen Nationalmuseums – Museum Bojnice umfasst auch wertvolle kunsthandwerkliche Gegenstände einschließlich einer relativ umfangreichen Sammlung von Waffen und Rüstungen. Der letzte Schlossbesitzer Graf Johann Franz Pálffy war zwar ein leidenschaftlicher Antiquitätensammler, aber nach seinem Tode zerfiel seine ganze große Kunstsammlung. Dem Verkauf entgingen einige Schwerter, Hellebarden und einzelne Rüstungsteile, die heute in den Sammlungen des Museums sind. Der Fundus umfasst aber auch noch weitere Waffen, die aus Lokalitäten im Gebiet der oberen Nitra stammen. Zu den interessantesten und wertvollsten gehören Jagdgewehre mit Rad- und Steinschlössern. Leider können wir heute nicht mehr feststellen, für wen diese Waffen bestimmt waren, da es keine Angaben über die Besitzer gibt und mitunter auch ihre Hersteller nicht bekannt sind. Ein unbekannter Meister stellte das älteste Gewehr mit Radschloss her, ausgelegt mit reich geschnitzten und gravierten Plättchen aus weißen Knochen. Der prunkvolle Schmuck dieser Jagdbüchse besteht aus mehreren größeren Medaillons, gesäumt von Rollwerk. In die Medaillons sind Frauen- und Männergesichter, eine ganze Frauengestalt, Maskarone und Löwenköpfe eingraviert. Am Lauf ist das Gewehr mit den Initialen H. G. signiert und wurde Ende des 16. Jahrhunderts auf dem Gebiet Deutschlands hergestellt. Zwei weitere Jagdgewehre stammen von Meister Heinrich Reimer, dem Begründer der Olmützer Büchsenmacherfamilie. In Olmütz (Olomouc) wirkte er um das Jahr 1691. Das Gegenstück zu den für die statische Jagd bestimmten schweren Waffen bilden in der Bojnice-Sammlung zwei subtile Gewehre, ein so genanntes leichtes Teschener und ein Damenjagdgewehr. Das Teschener wurde um die Mitte des 17. Jahrhunderts hergestellt. Wie viele andere Waffen aus dieser Produktion hat es kein Meisterzeichen. Das Damengewehr stammt aus der Zeit um die Mitte des 17. Jahrhunderts, es wurde wahrscheinlich in Italien hergestellt, doch weil das Meisterzeichen fehlt, können wir die genauere Lokalität nicht bestimmen. Zwei weitere Waffen, mit Signaturen Wiener Meister versehen, stammen vom Ende des 17. Jahrhunderts. Das Jagdgewehr ist vom Meister Jacob Koch signiert, der einer der bedeutendsten Büchsenmacher in Wien war, wo er in den Jahren 1685 – 1702 wirkte. Die zweite Wiener Waffe ist ein Jagdgewehr, signiert von Johann Entzinger, der aus Salzburg stammte und seit 1669 in Wien als Meister tätig war. Eine weitere vom Anfang des 18. Jahrhunderts stammende und von dem Wiener Meister Joseph Hamerl signierte Jagdwaffe ist der Stutzen mit einem französischen Steinschloss. Joseph Hamerl war einer der bedeutendsten Büchsenmacher in Wien, wo er etwa in den Jahren 1700 – 1730 tätig war. Aus dem 18. Jahrhundert stammen Gewehre mit französischen Steinschlössern, die von den Wiener Meistern Johann Peter Planer und F. Paver, wahrscheinlich der Sohn des Meisters Lorenz Paver, signiert sind. Beide Meister werden in Wien im 18. Jahrhundert erwähnt. Ein weiteres Gewehr mit französischem Steinschloss stammt nach der Signierung aus London, wo es Ende des 18. Jahrhunderts hergestellt wurde. Vom Beginn des 19. Jahrhunderts schließlich stammt das Jagdgewehr mit französischem Steinschloss.

Halbrüstung aus dem Museum Oravské múzeum
STANISLAV ČESNEK
Auf dem Gebiet der heutigen Slowakei sind nur sehr wenige Schutzrüstungen erhalten. Es ist hier keine einzige Waffenkammer erhalten geblieben, auch der Sammlungsfonds ist recht bescheiden und auf einige komplette Originalrüstungen beschränkt, mehr sind von den vervollständigten oder hergerichteten Rüstungen (vor allem von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts) sowie Einzelteilen der Rüstungen erhalten. Die Rüstung in den Beständen des Oravské múzeum im Schloss Oravský zámok gehört zum Typ der schweren Halbrüstung, was bedeutet, dass sie zum einen nicht mit einem Plattenschutz der unteren Gliedmaßen komplettiert ist und andererseits einen vollen Plattenschutz der oberen Gliedmaßen besitzt. Es ist nicht nachzuweisen, ob sie Bestandteil der Waffenkammer der Burg gewesen ist, dorthin dürfte sie eher aus einer nicht näher bestimmten Quelle in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelangt sein. Die Innenfläche ist geschwärzt, wobei diese Form des Korrosionsschutzes original ist. Die Rüstung ist weder geändert noch repariert worden. Original ist auch das Riemenzeug der Rüstung. Die einzelnen Rüstungsteile haben eine einfache Signierung, die bei der Komplettierung in der Produktion verwendet wurde. Das Gewicht der Rüstung ist 15 bis 16 Kilogramm. Man kann sie als Produkt einer Großproduktion, die für de breitesten Schichten einfacher Krieger bestimmt war, charakterisieren. Das äußert sich in der Signierung der Rüstung mit dem im 15. und 16. Jahrhundert verwendeten sogenannten Kontrollzeichen der Stadt Wien, das am Kragen rechts und am unteren linken Flügelrand angebracht wurde und die Garantie für die Qualität des Erzeugnisses sein sollte. An der Rüstung befindet sich kein individuelles Meisterzeichen. Das Komplet kann in die Jahre 1550 ? 1560 datiert werden.

Maria Magdalena Pálffy auf Porträts
INGRID ŠTIBRANÁ
Die Pálffy-Porträtgalerie auf der Burg Červený Kameň wurde vom Ehepaar Nikolaus II. Pálffy (1552 – 1600) und Maria Magdalena Fugger (1566 – 1646) angelegt. Im SNM-Museum Červený Kameň befinden sich momentan zwei Porträts der Maria Magdalena Fugger–Pálffy. Das erste ist ein prachtvolles Repräsentationsporträt einer Adligen, das der Linie des internationalen Hofstils im Frauenporträt folgt, das stilistisch mit dem Schaffen der rudolphinischen Manieristen zusammenhängt. Das zweite Porträt, keine sehr gute Kopie offensichtlich aus dem 19. Jahrhundert, stellt Maria Magdalena als Witwe dar.
Der Buchungsvermerk vom Mai 1613 aus der Herrschaft Stupava erwähnt die Vergabe des Porträts von Georg Fugger an Adam, den kaiserlichen Hofmaler. Der Name des Porträtisten, Herr Adam, bezieht sich auf keinen bekannten kaiserlichen Maler dieser Zeit, daher kann man von einer Verstümmelung des Namens des Künstlers im Rechnungsbuch aus der Unterschrift Hans von Aachens auf der Originalquittung ausgehen. Das Porträt Georg Fuggers wurde tatsächlich von Hans von Aachen geschaffen, und zwar noch während seines Wirkens in den Diensten Hans Fuggers in den Jahren 1591 – 1592 und die damaligen zehn von Aachens Porträts dienten auch Custos als Vorlagen für dessen erste Serie Fuggerorum et Fuggerarum Imagines. Zudem war von Aachen den Pálffys schon einmal begegnet, als er auf Order des Kaisers die Helden von Raab (Győr) Nikolaus Pállfy und Adolf Schwarzenberger um das Jahr 1599 als staatlichen Auftrag für das befreite Győr malte. Der dritte Grund, der für die Vergabe des erwähnten Porträtauftrags aus Stupava an von Aachen spricht, ist die Tatsache, dass der Maler Ende 1612 und 1613 im nahen Wien aufhielt. Die größten Übereinstimmungen weist das Porträt auf Červený Kameň mit dem von Aachen zugeschriebenen Porträt der Erzherzogin Maria Magdalena, der späteren Großherzogin von Toskana auf, das um das Jahr 1615 geschaffen wurde.

Entdeckung von Klemens-Gemälden
MARTA HERUCOVÁ
Der Prager Historiker Lubomír Sršeň interpretierte kürzlich zehn neuentdeckte Porträts tschechischer Patrioten und Patriotinnen aus dem Umkreis des allseitig gebildeten Arztes Karl Slavoj Amerling. Es handelt sich um die Porträts der Familien der drei Schwestern Reis, des Herrn Tyl mit seiner Verlobten und Maria Pospíšilová, die vor der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden waren. Für die slowakische Kunsthistorikergemeinde hat das eine enorme Bedeutung, weil sie alle Arbeiten Amerlings Freund Jozef Božetech Klemens aus Liptovský Mikuláš zuschreibt, der im Prager Milieu insgesamt über zehn Jahre verbrachte bis zum Jahr 1856, als er Prag endgültig verließ und in die Slowakei kam. Trotz mehreren Hypothesen und Indizien bereicherte Sršeň das bisher bekannte Schaffen Klemens. Seine malerischen Anhänge hält er für interessanter als die in der Slowakei geschaffenen Werke. Er vergleicht ihn mit dem älteren und erfolgreicheren Antonín Machek, dem Autor der empirenüchternen und biedermeiereleganten Porträts, die jedoch nicht allzu tief in die Seele der Porträtierten eindrangen. Klemens widersetzte sich bewusst einer solchen ideell indifferenten Manier und unter dem Einfluss des Milieus, in dem er sich bewegte, präsentierte er die Darstellung der Ideen eines engagierten patriotischen Romantizismus. Sršeň sagt mit voller Verantwortung, dass Klemens damit von allen tschechischen Malern der 40er Jahre des 19. Jahrhunderts am radikalsten um eine Reform des Porträtstils bemüht war.

Eingemauerte Krebse – Spuren des Aberglaubens
PETER HORANSKÝ – VLADIMÍR JANSKÝ – JURAJ ZAJONC
Bei bauhistorischen Untersuchungen kann man in Mauerwerk oder Putz mitunter Überresten von Tieren begegnen. Meist handelt es sich um Skelette von Nagetieren, Fröschen oder Fledermäusen, die in den Spalten Unterschlupf und einen Platz zum Überwintern gesucht hatten. Die Funde eingemauerter Krebse aber gehören zu einer anderen Kategorie. Es handelt sich um die Einbettung von Krebsen in das Mauerwerk mit einer bestimmten Absicht. 1996 wurden solche interessanten Funde in historischen Objekten in Bratislava verzeichnet. Der erste Fund stammt aus dem Jesenák-Palais in der Michalská ul., der Michaeler Gasse Nr. 3. Bei der Herrichtung des Raumes im ersten Geschoss im westlichen Hofflügel fand man in einem vertikalen Riss der Wand drei kleine Krebse, die in regelmäßigen Abständen in Hohlräumen lagen, die mit behauenen Ziegeln sorgfältig verschlossen waren. Die Fundumstände ermöglichten es, den Fund in das 18. Jahrhundert zu datieren. Bei der Rekonstruktion des Statthalterpalais auf dem Hlavné námestie, dem Hauptplatz Nr. 8 wurden in einem Raum des nördlichen Hofflügels vier Krebse entdeckt, die ebenfalls im 18. Jahrhundert in den Raumecken in einer Höhe von zwei Meter über dem Fußboden in Hohlräumen lagen, die durch das Herausnehmen eines Ziegels entstanden waren. In jeden Hohlraum wurde je ein Krebs gelegt und der Hohlraum mit einer Putzschicht verschlossen.
Mit dem Krebs waren viele Vorstellungen und Ansichten verbunden, die mit seiner Form und seiner Fortbewegungsart zusammenhingen. Er galt als Träger von Unglück, diente aber auch als Wehr- und Schutzmittel. Krebse wurden auch bei traditionellen Praktiken verwendet, deren Ziel es war, Regen herbeizurufen oder vorherzusagen. Sie fanden breite Verwendung in der traditionellen Medizin, die vor allem von den Vorstellungen von ihrer Giftigkeit oder Fähigkeit, als Gegengift zu wirken, ausging. Aus der Slowakei ist zum Beispiel die Verwendung von getrockneten, zu Pulver gestoßenen Krebsen bei der Behandlung von Tollwut durch Bestreuen der Bissstelle oder durch Konsumierung in Wein bekannt. Von der Vorstellung der negativen Eigenschaften des Krebses ging die Meinung aus, dass seine Gegenwart menschenschädliche Tiere verscheucht. Konkret mit dem Schutz von Wohnräumen ist eine Angabe aus Wien von 1875 verbunden. Danach diente ein lebendig eingemauerter Krebs als Schutz vor Wanzen. Das war offenbar auch der Grund, der zum Fund der eingemauerten Krebse in Bratislava geführt hat.
Durch Archivforschungen haben wir ermittelt, dass zu der Zeit das Statthalterpalais im Besitz von Georg Paluška war, mit dessen Namen größere Baumaßnahmen in Verbindung stehen. Ab 1762 wurde František (Franz) Žigray sein Eigentümer. Beide konnten die Krebse bestellt haben. Die Lage des Raumes deutet an, dass er als Schlafraum gedient haben konnte und für einen ungestörten Schlaf ließ man Krebse einmauern. Die Funde beweisen, dass diese Praktiken in Bratislava im 18. Jahrhundert üblich waren. Schließlich konnten sie auch einen rationellen Kern haben, die übelriechenden Krebse konnten tatsächlich ein wirksames Mittel gegen Wanzen sein.

Das Csáky-Schloss in Prievoz – das Ende einer Architekturart
IVAN GOJDIČ – KRISTÍNA ZVEDELOVÁ
Das Gebiet Prievoz, heute Stadtteil von Bratislava, liegt an der alten mittelalterlichen Donaustraße an der Stelle, wo schon Ende des 13. Jahrhunderts in schriftlichen Quellen ein Übergang – eine Furt über die Donau erwähnt wird. Die eigenständige Siedlung Prievoz formierte sich wahrscheinlich erst im Laufe des 14. Jahrhunderts. Nach der Abschaffung der Leibeigenschaft begann die Gemeinde sich zu entfalten und 1884 zählte Prievoz schon 759 Einwohner vorwiegend deutscher Nationalität. Zu der Zeit (1882) erwarb Graf Edmund Csáky im Gemeindekataster weitläufige Grundstücke, auf denen ein Forsthaus stand. Das benutzte er nicht nur während der Jagden, sondern gleichzeitig auch als Sommersitz, den er schrittweise zu einem weitläufigen Areal umbaute, was aus den Katasterkarten von 1894 und 1902 hervorgeht. Zwischen den Jahren 1900 – 1902 ließ Edmund Csáky zusammen mit seiner Ehefrau Rudolphine, geborene Stadion, am Ort des Forsthauses oder des gräflichen Sommersitzes ein neues Schloss errichten, das teilweise die Fundamente des ursprünglichen Baues nutzte. Den Bau vergab er an die Bratislavaer Firma Kittler und Gratzl. Das neostilistische, vom Grundriss und der Masse her besonders vielgliedrige Schloss dominierte einem englischen Park und dem anliegenden Nutzgarten. Dazu kamen Wirtschafts- und Wohngebäude sowie ein Pferdestall. Trotz dem komplizierten Grundriss des Baues und der Gliederung der Fassaden gelang es in Prievoz eine zwar markant asymmetrische, jedoch auch bemerkenswert ausgewogene Architektur zu schaffen, deren Vielfalt der Gestaltungselemente das Gesamtbild nicht stört. Das Gemisch der durch Renaissance, Barock und im Falle der Dächer auch Gotik inspirierten Elemente wirkt an den gegliederten Fassaden weder geschmacklos noch störend, sondern, im Gegenteil, sie bereichert die Fassadenfläche ganz natürlich und bestätigt so das ästhetische Feingefühl des Architekten. Das eklektische Csáky-Schloss in Bratislava-Prievoz stellt eines der interessantesten und besterhaltenen Bauwerke aus der Periode der zeitlichen und ideellen Überschneidung der Stile des 19. Jahrhunderts und der Sezession dar. Es gehörte zurzeit seiner Entstehung auch nicht zu den progressiven Architekturen des beginnenden 20. Jahrhunderts. Es ist ein bemerkenswertes, intaktes Zeugnis des konservativ-romantischen Empfindens und der Zeitvorstellungen von Repräsentationsresidenzen der reichsten Adelsgeschlechter Ungarns zurzeit ihres langsamen Niedergangs. Das Schloss ist das letzte Glied in der mehrere Jahrhunderte überdauernden Kette der in der Slowakei erbauten Residenzen von der Zeit an, als der schrittweise Wandel des Lebensstils definitiv die Burgen durch bequemere Schlösser ablöste.

Karte des Zvolener Besitzes von Stefan Esterházy
PAVOL MALINIAK
In den Sammlungen des Mittelslowakischen Museums in Banská Bystrica befindet sich eine Karte der Umgebung der Stadt Zvolen (dt. Sohl), des Gebietes östlich des Zusammenflusses von Hron und Slatina. Die Datierung der Karte ist möglich anhand der Beziehungen der Familie Esterházy zu Zvolen. In den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts erlangte das Geschlecht eine bedeutsame Stellung im Zvolener Komitat und sein Zvolener Zweig erhielt sich auch in der nachfolgenden Periode. Nikolaus Esterházy wurde 1618 oberster Verwalter des Zvolener Komitats. Im Jahr 1626 erhielt er als Pfand und kaufte später das Zvolener Schloss, das er gemeinsam mit seinen Brüdern besaß (Familienmitglieder verkauften die Residenz Anfang des 19. Jahrhunderts). Den Zvolener Besitz der Esterházys bildete das unmittelbare Umland des Schlosses. Die Darstellung des Zvolener Besitzes in Form einer Flurkarte verzeichnet genau die territoriale Abgrenzung. Die Entstehung der Karte war durch die häufigen territorialen Streitigkeiten zwischen der Burgherrschaft und der benachbarten Stadt notwendig geworden. Die Karte entstand vielleicht um das Jahr 1753, offenbar nach der Beendigung der Streitigkeiten und berücksichtigte den resultierenden Stand. Außer dem urbanisierten Raum verzeichnete die Karte vor allem die Flurgrenzen von Zvolen und den umliegenden Besitzungen. Das Kartenwerk von der Mitte des 18. Jahrhunderts, das ein tschechischer Landvermesser für den Grafen Stephan Esterházy erstellt hatte, bietet in mittelbarer Form eine Fülle von Erkenntnissen über diese historische Periode. Sie kann bei der Erforschung der Geschichte von Zvolen und der Region behilflich sein und zusammen mit weiteren alten Karten das Wissen über eine Gegend erweitern, an die viele historische Ereignisse gebunden sind. 

Renaissancewappen in Marianka
JANA ORŠULOVÁ  
Marianka ist ein bekannter Wallfahrtsort unweit Bratislava. König Ludwig von Anjou schenkte die Gemeinde 1367 dem Kloster der Paulaner, wo im 16. und 17. Jahrhundert der General des Ordens siedelte. Das Denkmalverzeichnis der Slowakei erfasste jedoch nicht die Säule mit der Statue des segnenden Jesus an der Wegscheide der Straßen Karpatská und Kamenná ulica. Bei dem Wappen sind die Initialen des adligen Wappenbesitzers ISFS und die Jahreszahl eingemeißelt. Den Namen des Wappenträgers kann man als Ioannes (?) Sigray de Felso Suran identifizieren, das Jahr gibt offenbar die Entstehung des Werkes an. Das Geschlecht der Sigray (Sigrai, Sikray, Zsigray, Žigray) ist ein verhältnismäßig altes ungarisches Geschlecht, das aus der Zipser Gemeinde Žehra stammt. Den Sigrays gehörten Immobilien auch in Bratislava, direkt in der Stadt, auf der Vorburg und auf dem Devín und sie hinterließen bis heute bestehende Denkmäler. An den Giebeln der Gebäude, die ihnen in Bratislava gehörten, ist keines ihrer Wappen erhalten geblieben. Ein bemerkenswertes heraldisches Denkmal befindet sich lediglich an dem einstigen Haus der weißen Mönche in der Panská ulica, der Herrengasse Nr. 17 in Bratislava. Die Benennung des Hauses zeugt davon, dass das Objekt einst im Besitz von Mönchen – Paulanern war, und zwar gerade aus Marianka. Eine Hälfte des Hauses erwarben die Ordensbrüder aus Marianka schon 1740, später gehörte es ihnen ganz. Im Hof des Objekts ist heute das Portal der ehemaligen Kapelle der Paulanerkurie eingesetzt. Diese Kapelle wurde auf Anregung von Ján Sigray im Jahr 1671 errichtet oder erneuert. Davon spricht bislang nur die existierende lateinische Inschrift und das Familienwappen der Sigrays über dem Portal. An dem recht rustikal gefertigten Wappen in Marianka (1658) sind Giebelfiguren zueinander orientiert, aber der Löwe hat deutlich nur einen Schwanz gemeißelt. Das Wappen in der Panská ulica in Bratislava (1671) ist eine wirkungsvollere, bildhauerisch anziehendere künstlerische Ausschmückung des Portals, die Löwenfigur hat hier schon zwei Schwänze. Ist es ein Irrtum oder die bewusste Arbeit des Steinmetzen, durch den sich zwei natürliche Personen unterscheiden oder sind es Entwicklungsveränderungen des Wappens? Die Initialen in Marianka und die Inschrift in Bratislava verweisen zwingend auf einen Donator, und zwar Johann Sigray († 1657). Es ist jedoch nicht so eindeutig, weil dieser Johann Sigray nach der Angabe im Siebmacher 1657 verstarb. Konnte das Wappen in Marianka ein Jahr nach Johanns Tod entstehen? Angesichts des Denkmalstyps sollte man den Donator (die Donatoren) der Wappen vielleicht auch unter den Kirchenwürdenträgern suchen. Es bietet sich Johann (1654 – 1718), der Sohn Johanns, des Besitzverwalters von Paul Pálffy, an. Er starb 1718 und wurde in Spišská Kapitula beerdigt. Aber dieser war während der Entstehung der Säule in Marianka erst 4 Jahre und 1671 erst 17 Jahre alt. Aus der Gesamtheit unserer Erkenntnisse über die Sigrays, die im 17. Jahrhundert gelebt haben, folgt, dass die Frage der Bestimmung des konkreten Donators der Säule in Marianka bislang nicht eindeutig abgeschlossen werden und Gegenstand weiterer Forschungen sein kann.

Die Lourde-Grotte in Bratislava
JOZEF HAĽKO
Die Gründungsurkunde des Objekts der Lourde-Grotte in Bratislava im Raum des verlassenen Steinbruchs neben der heutigen Straße Hlboká cesta wurde am 16. Juli 1889 von der Gräfin und Witwe Szapáry unterzeichnet. Für die Öffentlichkeit wurde die Grotte erst nach der Herrichtung des Steinbruchs eröffnet. Die feierliche Weihe der Marienstatue fand am 18. September 1892 statt. Aus diesem Jahr stammt die älteste Votivtafel bei der Höhle, die an die Anwesenheit des Erzherzogin Isabella bei der Inauguration erinnert. Außer der Analyse einiger Votivtafeln von insgesamt 4 500, die im Areal auch nach dem Zweiten Weltkrieg hinzukamen, bringt der Artikel dramatische Zeugnisse einiger Menschen, die diese anbringen ließen.

Stránkové hodiny PÚ SR centrum:

Pondelok
8:00 - 12:00 13:00 - 15:00

Streda
8:00 - 12:00 13:00 - 16:00

Podateľňa:
každý pracovný deň
8:00 - 15:00

Archív:
Pondelok až štvrtok
8:00 - 12:00 13:00 - 15:00 Piatok
8:00 - 12:00

Knižnica:
Pondelok až štvrtok
8:30 - 12:00 13:00 - 15:00 Piatok
8:30 - 12:00
Ilija, kostol sv. Egídia – detail románskeho portálu