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Revue Pamiatky a múzeá - Resümee 4/2010

21. apríla 2012
Martin Bóna – Henrieta Žažová
Die Kirche der Hl. Helena in Demandice-Hýbec
Die Gemeinde Hýbec im Komitat Hont wird zum ersten Mal in einer Urkunde aus dem Jahre 1276 erwähnt. Ursprünglich hat sie der örtlichen Adelsfamilie Hébeczy gehört, zur Regierungszeit von Ludwig I. (1342 – 1382) überging Hýbec an die Besitzer der Nachbargemeinde Demandice – die Familie Deméndy. Hýbec repräsentiert heutzutage eine der drei Ansiedlungen innerhalb des Ortsteils von Demandice genannt Osady.
Oberhalb der Ortschaft Hýbec befindet sich die römisch-katholische Kirche der Hl. Helena, ein solitärer einschiffiger Bau mit polygonalem Presbyterium, verborgen auf einem bewaldeten Hügel neben dem noch betriebenen Friedhof (139 m ü. d. M.). Als Baujahr der Kirche interpretiert man die Jahreszahl 1023, eingraviert in dem spätgotischen Pastophorium. Die Authentizität der Inschrift ANNO D İ 1023 wurde jedoch bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts von dem Rechtsanwalt und Komitatsarchivar Lajos Hőke in Zweifel gezogen. Die älteste glaubwürdige Erwähnung von der Kirche in Hýbec stammt erst aus dem 9. Februar 1526.
Nach der Schlacht von Mohács (29. August 1526) und Besetzung von Buda und Esztergom in den 1540ern befand sich die Südslowakei in unmittelbarer Nachbarschaft des Ottomanischen Reichs. Die Kirche der Hl. Helena hat verödet, aber in den 1720ern wurde sie für das Geld von dem örtlichen Landesfürsten Samuel Blaskovich (ungefähr 1680 – 1737) repariert. Die Familiengruft der Familie Blaskovich befindet sich laut István Majer vor dem Kreuz bei der Kirche in Hýbec.
In der Neuzeit wurde Hýbec zu einem Meierhof und die Kirche begann man nur als eine Kapelle zu bezeichnen. Die Wallfahrten zu ihr haben angeblich bloß am Ostermontag und am Tag der Hl. Helena stattgefunden. Auf der Karte der ersten militärischen Aufnahme aus den Jahren 1782 – 1784 ist die Kirche in Hýbec schon nur als die Rudera einer alten Kirche markiert.
Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche der Hl. Helena wieder renoviert, diesmal aus der Initiative des örtlichen Landesfürsten Ferencz Simonyi de Simony et Varsány (1761 – 1833) und seiner Ehefrau Maria Bellusi Baross. Papst Gregor XVI. erteilte der Kirche in Hýbec im Jahre 1836 ein Ablassprivilegium, das je nach sieben Jahren erneuert werden durfte. Im Laufe der Zeit hat sich die Kirche zu beliebten Wallfahrtsorten am Tag der Hl. Helena (18. August) und am Tag der Mariä Geburt (8. September) eingeordnet.
Der Außenbereich der Kapelle wurde im Jahre 1882 erneuert. Am Anfang des 20. Jahrhunderts befand sich die Kirche wieder in einem trostlosen Zustand, doch die Ungarische Denkmalkommission hat es im Jahre 1905 trotzdem abgelehnt, die Kirchenreparaturen mit einem finanziellen Beitrag aus dem Staatsbudget zu unterstützen. Seit 1950 waren die Wallfahrten verboten und die Kirche wurde nur sporadisch benutzt. In den Jahren 2000 – 2007 hat eine Renovierung der Kirche in Hýbec stattgefunden. Im deren Rahmen hat man auch eine architektonisch-historische und restauratorische Untersuchung durchgeführt, die neue Kenntnisse über die Bauentwicklung der Kirche geliefert hat.

Eva Borecká
Das Herrenhaus Killy in Častá
Während der Rekonstruktionsarbeiten im Herrenhaus Killy in Častá (Bez. Pezinok) entdeckte man Fragmente von Glasgegenständen aus dem 16. und dem Anfang des 17. Jahrhunderts, Habanerkeramik aus dem 17. und 18. Jahrhundert und Frührenaissance-Wandmalerei auf der Fassade des Objekts. Die Archivdokumente über das Objekt sind unvollständig und berichten nur lückenhaft von den vorigen Besitzern. Die Bewohner des Herrenhauses, die in den Berichten erwähnt werden, waren Angestellte bei den Besitzern der Burg Červený Kameň (Bibersburg). Der Name des Herrenhauses Killy ist vom Namen der Familie Kelio abgeleitet, die hier seit dem 17. Jahrhundert einige Generationen lang gewohnt hat. Die Nächsten Besitzer, die Pálffys, die das Herrenhaus vermutlich an Kaufleute vermietet haben, sind seit der Mitte des 19. Jahrhunderts aus Grundstückskarten bekannt. Zu dem Herrengut gehörte auch das Nachbarhaus mit dem dazugehörenden Grundstück.
Der heutige Grundriss des einstöckigen Herrenhauses entstand in der Vergangenheit durch den Anbau eines traditionellen Längshauses mit einer Schwarzküche in der Mitte zu einem älteren Steingebäude und wurde danach durch weitere An- und Umbauten modifiziert. Die Objekte sind sowohl im Untergeschoss als auch in dem oberirdischen Teil miteinander verbunden und das ganze Gebäude ist mit einem hohen steilen Satteldach überdacht, erinnernd an das sog. deutsche Dach. Bei den Grabungsarbeiten im Innenraum des Gebäudes entdeckte man Glasfragmente, unglasierte Keramik, Keramik mit brauner und grüner Glasur, Habanerfayence, einen goldenen Herrenring mit ziegelbraunem Halbedelstein und eine Tonpfeife genannt „štiavnička“. Die Erzeugnisse kann man durch einen Vergleich mit ähnlichen Funden aus dem 16. bis 18. Jahrhundert datieren, einige Stücke der Habanerfayence sind direkt mit einer Jahreszahl versehen (die jüngste ist 1760). Die Funde präzisieren die Vorstellung von damaligen dekorativen Gegenständen und Alltagszeug, der Qualität der handwerklichen Ausführung und der Tischkultur der Stadtbürger bzw. Landadligen, die direkt in der Stadt auf dem Marktplatz gelebt haben, d. h. außerhalb der steinernen Burgmauern, die den Schutz vor häufigen Raubüberfällen gewährten. Den neuesten Fund repräsentiert die Wandmalerei an der Ecke des Herrenhauses Killy, datiert an den Anfang des 16. Jahrhunderts, die bisher unter einer jüngeren Steinmauer verborgen war.

Vladimír Krupa
Die Geschichte des Stadtparks in Piešťany
Die Dominante des Kurortes Piešťany (Westslowakei) bildet der Stadtpark, früher Kurpark im Stadtzentrum. Die heutige Stadt Piešťany entstand durch die Verschmelzung der gleichnamigen Ortschaft mit dem Bad Teplice (auch Thermae oder Malé Piešťany). Im Jahre 1720 überging die Stadt Piešťany und das dortige Heilbad an den Grafen Georg Erdődy (1754 – 1824), der sie vom Kaiser Karl III abgekauft hat. Die Familie Erdődy besaß die Stadt Piešťany dann bis zum Jahre 1848 und das Heilbad Piešťany bis 1940, als es verstaatlicht wurde.
Josef Erdődy hat das Familieneigentum in den Jahren 1789 bis 1824 verwaltet. Er begann als erster mit Verpflanzung und Veränderungen des Parks im französischen Stil, den er im Raum hinter der ehemaligen Villa Franz und dem früheren Kurdirektorium bauen ließ. Zwischen diesen zwei Gebäuden befand sich der Haupteingang in den Park und ein kleiner Platz, durch welchen man den Park betreten hat. Hier stand auch die Barockkapelle des Hl. Johannes Nepomuk (heute nicht mehr existierend), die im Jahre 1760 gebaut wurde. Zu ihr gehörte ein selbständiger Glockenturm mit einer Glocke. Rund um die Kapelle erstreckte sich vor dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts ein Friedhof.
Die Parkänderungen aus der Zeit von Josef Erdődy sind auf dem Frauenfelds Plan aus dem Jahre 1824 detailliert aufgezeichnet. Am östlichen Ende des Parks stand das sog. Herrenhaus und ihm gegenüber das Haus des Kurinspektors. Diesen Teil des Parks nannte man am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts auch der Alte Park, im Unterschied zu dem neugepflanzten Neuen Park. Die beiden Parkanlagen bilden heutzutage einen einzigen Komplex – den Stadtpark, der ein unbewegliches Kulturdenkmal darstellt.
Aus dem Januar 1890 erhielt sich die Vermessung des Parks, gefertigt vermutlich auf Bestellung des damaligen Kurortbesitzers Franz Erdődy im Zusammenhang mit Vermietung des Heilbads an Alexander Winter. Die Vermessung wurde von dem Architekten Anton Pelka und dem Geodäten Hugo Pelka ausgearbeitet und von den bedeutendsten Gebäuden erfasst sie das Kurhotel mit dem dazugehörenden Pavillon, das Café, die Park-Villa, das Sommertheater Aréna, das Gasthaus und die Kapelle des Hl. Johannes Nepomuk. In den Jahren 1893 – 1894 ließ A. Winter am Rande des Parks ein polyfunktionelles Gebäude des Kursalons bauen. Es diente zum Organisieren der Kulturveranstaltungen (Konzerte, Ausstellungen), als Restaurant, Café, Weinstube, Konditorei, später auch als Kasino und das Obergeschoss bot Unterkunft für die Kurgäste. In der Nähe des Kursalons befand sich das Theater, auf der anderen Seite die Tennisplätze und der ursprüngliche Musikpavillon. Ende des 19. und anfangs des 20. Jahrhunderts realisierte man eine umfangreiche Verpflanzung im weiteren Teil des heutigen Stadtparks. Es wurde die sog. Hauptallee des Neuen Parks errichtet, führend von dem Kursalon bis zu dem Platz in der Mitte des Parks, wo heutzutage ein großer Brunnen steht.

Denis Pongrácz
Bemalte Särge aus Trstená
Die Anfänge der Pfarrkirche des Hl. Martin in Trstená sind bisher historisch nicht geklärt, sie entstand vermutlich zur Zeit als Trstená die Stadtprivilegien erlangte (1371). Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1397. Nach der Ankunft der Familie Thurzo in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde die Pfarrei evangelisch. Im 17. Jahrhundert haben die Evangelischen laut Literatur die Kirche umgebaut, andere Autoren verschieben den barocken Kirchenumbau jedoch erst in die Zeit nach 1738.
Auf Grund kanonischer Visitationen war die Kirche mit zwei Krypten ausgestattet. Im Interieur der Kirche befinden sich jedoch mit Sicherheit auch weitere Gräber, denn bei den Bauänderungen im Innenraum im Jahre 1996 entdeckten die Arbeiter der Firma, die hier die Fußbodenheizung montiert hat, unterhalb der Seitenaltäre zwei weitere Steinplatten. Die ältere der Krypten mag schon am Ende des Mittelalters entstanden sein (rund um 1500?). Sie hat einen rechteckigen Grundriss mit den Ausmaßen von 8,99 x 4,46 m. Im Innenraum befanden sich 88 Särge in fragmentarischem oder vollständigem Zustand und weitere etwa 11 teilweise verbrannte Exemplare. Die Särge waren in schlechtem physischem Zustand und buchstäblich eine über die andere geworfen, oft in 3 – 4 Schichten. Viele Körperreste befanden sich sekundär außerhalb der Särge. Die Särge stammen aus der Zeit von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum Jahre 1837. In die Krypta bestattete man die Mitglieder der örtlichen Adelsfamilien Stankovics, Kruzlics, Stas, Gasparides, Bocko, Koroda de Főlsó , Javorka-Javorek, Hattala, Stefanides und Vilcsek de Podwilk sowie prominente Bewohner von Trstená, z. B. den Notar Wrchovina u. a.
Das Spezifikum der Särge aus Trstená bildet ihre Verzierung mit gemalten floralen und votiven Motiven, oft mit angegebenem Namen und Sterbedatum der bestatteten Person. Bemerkenswert sind die farbigen – blauen und grünen – Kindersärge. In mehreren Fällen haben sich die Textilien und Schuhe sehr gut erhalten. Die meisten Särge stammen aus den Stilperioden von Spätrokoko und Empire. Die Kollektion der bersterhaltenen 27 Särge wurde von den Fachleuten in die Liste der beweglichen Kulturdenkmäler eingetragen. Sie besitzen einen hohen dokumentarischen, künstlerischen sowie ethnologischen Wert als eine geschlossene Sammlung rustikaler Funeralkunst. Dieser Verband hat in der Slowakei keine Parallelen.

Katarína Beňová
Rombauers Porträt von Ferdinand V.
Der Maler Johann Rombauer (1782 – 1849), geboren in Levoča, ein Weltenbummler lebend in Sankt Petersburg, entschied sich im Jahre 1824 nach seiner Rückkehr aus der russischen Metropole in Prešov niederzulassen und lebte hier bis zu seinem Tode. Die Šariš-Galerie in Prešov in Zusammenarbeit mit der Slowakischen Nationalgalerie (SNG) wurde zur Initiatorin eines Forschungsprojekts gewidmet dieser künstlerischen Persönlichkeit. Dessen Ergebnisse waren die Ausstellungen aus dem Werk dieses Künstlers in Bratislava (4. 6. – 29. 8. 2010) und Prešov (21. 9. – 2010 – 9. 1. 2011) und ein umfangreicher Katalog Ján Rombauer (1782 – 1849) Levoča – Petrohrad – Prešov. Die interdisziplinäre Forschung der slowakischen und ungarischen Fachleute konzentrierte sich auf Rombauer nicht nur als Maler, sondern auch als eine historische Person, am deren Beispiel es möglich ist, die bildende Kunst der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Slowakei zu dokumentieren.
Eine überraschend kurze Zeit nach der Eröffnung der Ausstellung wurden weitere Werke des Malers entdeckt. Bei der aktuellen Restaurierung der Sammlungsgegenstände im Šariš-Museum in Bardejov entdeckte man auf dem Gemälde Porträt des Herrschers Ferdinand V. gerade Rombauers Signatur. Dieses Werk gelangte in das Museum im Jahre 1953, aber die ursprüngliche Lokalität ist nicht bekannt.
Johann Rombauer gehörte zu populären Porträtisten vor allem in den Regionen Šariš und Zips. Außer Bestellungen von Mitgliedern des Prešover und Šarišer Adels und der Bürger- und Kaufmannsfamilien arbeitete er auch für die Stadt Prešov. Das Zentrum des Komitats Šariš brauchte zu Repräsentationszwecken Porträte des Herrschers, der sich in Ungarn nicht lange aufhalten konnte. Gekrönt zum König von Ungarn wurde Ferdinand V. in Bratislava am 28. September 1830. Danach erlangte er noch die Titel des Kaisers von Österreich (1835), Königs von Böhmen (1836) und Königs von Lombardei und Venetien (1838). Im Jahre 1848 überließ er die Regierung seinem Neffen Franz Joseph I. Rombauer erarbeitete auf Grund graphischer Vorlagen zwei Versionen der Porträts von Ferdinand V. Das Porträt von Ferdinand V. wurde im Jahre 1840 vom Komitat Šariš bestellt und ursprünglich im Komitatshaus untergebracht. Das Bildnis entdeckte man in der Sammlung des Slowakischen Nationalmuseums-Museums Červený Kameň als ein Porträt von Ferdinand V. in Husarenuniform, signiert Joh. Rombauer Anno 1840 pinxit. Das zweite Bildnis des Herrschers repräsentiert eine neue Entdeckung im Rahmen der Restaurierung eines Gemäldes aus den Sammlungen des Šariš-Museums in Bardejov, wo man beim Säubern die Rombauers Signatur entdeckt hat. Das Werk entstand drei Jahre früher als das Gemälde aus Červený Kameň. Der Herrscher ist in einem reich gestickten Brokat-Krönungsmantel gekleidet und im Hintergrund kann man eine unbestimmbare Landschaft beobachten. In dem Bild aus dem Museum in Bardejov kann man Kompositionsparallelen mit graphischen Blättern aus der Sammlung des Ungarischen Nationalmuseums sehen, wo der Herrscher im Interieur abgebildet ist, mit Machtinsignien und dem Krönungsmantel.

Milan Togner
Eine unbekannte Zeichnung von J. J. Keller
Der Name von Johann Julius Keller in mehreren Varianten der barocken Transkription bindet sich in slowakischer Umgebung und in kunstwissenschaftlicher Literatur an zwei Realisationen in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Als Maler Hans Keyller aus Lipník in Mähren realisierte er im Januar 1617 eine Gruppe von Wappen der Familie Thurzo auf Bestellung der Witwe Elisabeth Czobor Thurzo bei Gelegenheit der Bestattung von Palatin Georg Thurzo im Schloss Bytča. In dem zweiten Fall hat er bereits als ein Maler aus Wien an der Verzierung der Universitätskirche in Trnava teilgenommen. In der Trnavaer Kirche können wir mit dem Namen des Malers höchstwahrscheinlich das Altarbild mit dem Motiv des Martyriums des Hl. Stephan in Zusammenhang bringen, das in der Kapelle der heiligen Märtyrer angebracht ist. Mit der Originalverzierung dieser Kapelle hängt vermutlich auch die bisher unbekannte Zeichnung Kellers zusammen, die sich in der Sammlung der alten Zeichnungen des Olmützer Malers Antonín Martin Lublinský (1636 – 1690) erhielt, in einer Kollektion von Zeichnungen adjustiert in die Form des originalen barocken Albums. Die Zeichnung mit dem Motiv der heiligen Märtyrer trägt die volle Signatur Johannes Julij Kelleris delineavit Wienna Ao 1642 und in die Kollektion von Lublinský gelangte sie allem Anschein nach vor dem Jahre 1690.
Die bisher unbekannte Zeichnung weist nur ein durchschnittliches, obwohl gewissermaßen routiniertes zeichnerisches Niveau auf und betrachten können wir sie als den Entwurf zum Altarbild mit dem Motiv der heiligen Märtyrer in der Trnavaer Universitätskirche, das bisher den einzigen Beleg der malerischen Produktion von J. J. Keller in dieser Umgebung repräsentierte. Mit Rücksicht auf das Thema, die Datierung zum Jahre 1642 und die Entstehung in Wien repräsentiert das Werk vermutlich eine Vorzeichnung und es ist nicht ausgeschlossen, dass es sich um eine Kontraktionsskizze für ein weiteres Bild handelt, das in der Kapelle der heiligen Märtyrer in der Trnavaer Kirche angebracht werden sollte. Das realisierte Gemälde ist leider nicht bekannt, doch die Komposition von einem mehr oder weniger traditionellen Schema deutet an, dass es in diesem Fall um Kellers eigene Invention geht.

Ivana Fialová
Das Jagdschloss Belveder in Šaštín-Stráže
Franz Stephan von Lothringen, der Ehemann von Maria Theresia, wurde im Laufe der 1730er und 1740er zum Besitzer der Herrengüter Holíč und Šaštín in der Westslowakei, die ihm als einem modernen Ökonomen den Raum für praktische Anwendung von theoretischen Kenntnissen im Bereich der Wirtschaft geboten haben. Er hat viele Reformen und Innovationen eingeführt, die die vernachlässigten und verschuldeten Herrengüter emporbrachten und verwandelten sie in effektiv funktionierende wirtschaftliche Einheiten. Auf dem Gebiet der beiden Herrengüter fanden jedes Jahr im September große Jagden statt, wobei das Herrengut Holíč mit dem dazugehörenden Schloss zu einer beliebten Sommerresidenz der kaiserlichen Familie geworden ist.
Sehr wenig weiß man jedoch über ein weiteres, heute bereits untergegangenes Bauobjekt, das den Bedürfnissen des Wiener Hofes gedient hat, nämlich das Jagdschloss Belveder. Es befand sich auf dem Gebiet der Gemeinde Stráže (heute ein Ortsteil von Šaštín-Stráže), die in den Bezirk des Herrenguts Šaštín gehört hat. Das Gebäude wurde vor dem Jahre 1736 gebaut, d. h. noch zur Zeit als das Herrengut im Besitz der Familie Czobor gewesen ist. Historische Dokumente aus dem 18. Jahrhundert, in denen die Existenz des Schlosses erwähnt wird, sind sehr bescheiden und beschränken sich vorwiegend auf Rechnungen für seine Reparaturen in einzelnen Jahren. Es gibt jedoch auch mehrere Inventaraufnahmen der Schlosseinrichtung, dank denen wir uns wenigstens ein partielles Bild von dem Aussehen des Interieurs machen können. Zur Verfügung stehen auch einige wenige Unterlagen mit direktem Bezug zu Belveder, bzw. den Objekten in seiner Nähe.
Das Schicksal des Schlosses Belveder wurde in beträchtlichem Maße durch den Tod des Kaisers Franz Stephan von Lothringen am 26. Juni 1765 beeinträchtigt. Maria Theresia hielt es nicht mehr für nötig, dieses Objekt aufrechtzuerhalten und ließ im Jahre 1766 einen Teil des Mobiliars ins Schloss Halbturn (Burgenland, Österreich) und ins benachbarte Holíč überzuführen. Das Schloss samt Garten wurde vermietet, später hat es aber verödet und im Laufe der ersten drei Dekaden des 19. Jahrhunderts wurde es niedergerissen.

Barbora Matáková, d. J.
Laskár – das Gedächtnis der Landschaft
Laskár liegt im Obernitraer Becken, etwa 5 km südwestlich von Prievidza. Die ursprünglich selbständige Gemeinde wurde im Jahre 1941 zu einem Stadtteil von Nováky. Sie entstand am Ende des 12. Jahrhunderts durch die Abtrennung von der Ortschaft Svätý Jakub und erwähnt wird sie zum ersten Mal im Jahre 1355 im Zusammenhang mit dem Namen des Edelmannes Ján, Sohn des Laskár aus Svätý Jakub. In einem Dokument aus dem Jahre 1419 wird Laskár als Lazkarfalva erwähnt, die Ortschaft Svätý Jakub ist im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts untergegangen. Das Dorf Laskár war im Besitz der Burgherren aus Prievidza, der Landadelfamilien Majthényi, Berényi, Erdődy und Tarnóczy. In einer Urkunde aus dem Jahre 1546 erhielt sich die erste Erwähnung von der Existenz eines befestigten Baus (Castellum Lazkar vocatum). Ende des 16. Jahrhunderts wurde er im Renaissancestil umgebaut und seit 1788 war das Schloss in Laskár von zwei Mauern umgeben, zwischen denen ein Wassergraben mit Zugbrücke situiert war. Zu dem befestigten Schloss gehörte auch die Kapelle des Hl. Jakob. Durch den barocken Umbau aus dem Jahre 1799 verlor das befestigte Schloss das Aussehen einer Festung. Man baute eine Bogenbrücke hier und das Schloss war von einem Naturlandschaftspark umgeben. Das Schloss wurde auch am Ende des 19. Jahrhunderts umgebaut, als darin die Familie Tarnóczy ihr Familienarchiv errichtet hat. In der Nähe des Schlosses befanden sich mehrere Wirtschafts- und Wohngebäude: herrschaftliche Bäckerei, Speicher, Brennerei, Bierbrauerei, Schmiede, die Häuser des Büttels, Schmiedes und Braumeisters. Weiter im Dorf stand die hölzerne herrschaftliche Mühle und das Sägewerk, ein Wirtshaus befand sich am Ende des Dorfes und zwei andere dann auf dem Weg nach Nováky und Bojnice.
Grundsätzliche Veränderungen im Leben von Laskár hingen mit den Ereignissen nach dem Jahre 1918 und 1948 zusammen, als das Laskárer Schloss ein ähnliches Schicksal betraf wie viele andere Schlösser in der Slowakei – die Adelsfamilie wurde ausquartiert, das Schloss nationalisiert und als Eigentum des Innenministeriums wurde es zu einem militärischen Objekt. Den Anfang vom Untergang Laskárs bedeutete jedoch erst die Periode der 1990er, als die Obernitraer Bergwerke in Prievidza die Grundstücke der örtlichen Bewohner abgekauft haben, um hier mit dem Tiefabbau von Kohle und Lignit zu beginnen. Wegen der geplanten Unterfahrung Laskárs wurde im Jahre 1988 das Schloss aus der Zentralen Liste der Kulturdenkmäler ausgenommen, in der es seit 1965 eingetragen war. Die Assanierung des Schlosses war durch die obengenannte bauhistorische und archäologische Forschung bedingt. Seit 1997 sind die Häuser assaniert worden und an deren Stelle entstand eine Gartenkolonie. Im Sommer 1999 wurde auch das Schloss niedergerissen und heutzutage sieht man in dieser Gegend die letzten Überreste des naturlandschaftlichen Parks – etwa zweihundertjährige Platanen aus der Zeit des barocken Umbaus des Schlosses. Die einzige Gedenkstätte des Dorfes bildet heute der Friedhof in Laskár, einzigartig auch durch die Anwesenheit von steinernen Grabkreuzen aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Es ist notwendig ihn an seinem ursprünglichen Ort zu beschützen, indem man das Areal des Friedhofs als eine bedeutende kulturhistorische Lokalität in dem Bebauungsplan markiert und die Bedingungen seines Schutzes definiert.

Peter Nagy
Archäologie der Kirche der Allerheiligen in Dechtice
Auf Grund des Protokolls aus einer kanonischen Visitation, die im Jahre 1782 stattgefunden hat, kann man die Entstehung der Kirche der Allerheiligen in Dechtice (Bezirk Trnava) zum Jahre 1172 datieren. Es handelt sich um ein einzigartiges Gebäude, das man (obwohl es wie Unsinn klingen mag) als eine quadratische Rotunde charakterisieren kann. Eine Kirche mit solchem Grundriss befindet sich sonst nirgendwo anders in der Slowakei oder sogar im ganzen damaligen Königreich Ungarn, ein ähnliches Objekt findet man bloß im Dorf Hidegség auf dem Neusiedlerseeufer in heutigem Ungarn.
Die Kirche befindet sich oberhalb des Dorfes inmitten eines Friedhofs. Das Gebäude besteht aus einem quadratisch-runden Schiff, beendet mit einer länglichen halbrunden Apsis. Die Dechticer Kirche hatte von Anfang an ein schräges Satteldach, wovon die erhaltene Giebelwand auf der Ostseite zeugt. Auf der Südseite kann man bis heute den Originaleingang mit romanischem Portal bewundern, in den später ein steinerner gotischer Spitzbogen eingesetzt wurde. Im Barock hat man einen Turm mit dem neuen Eingang auf der Westseite angebaut und auch die Empore, die den runden Grundriss des Kirchenschiffs gestört hat. Ein bedeutendes Merkmal der Architektur ist das angewandte Baumaterial. Obwohl an dem Fundort eine große Menge an geeignetem Baustein zur Verfügung steht, wurde die ganze Kirche aus Ziegeln gebaut. Die Ziegelherstellung war im Mittelalter finanziell sowie zeitlich sehr anspruchsvoll und außer Rohstoffen erforderte sie auch die Arbeit eines erfahrenen Ziegelmachers. Das Ziegelmaterial erlaubte den Erbauern eine spezifische Verzierung zu gestalten; in Dechtice bestand die einmalige Dekoration aus Bändern von Ziegeln, die ursprünglich um einige Zentimeter aus dem Profil hervorgetreten sind. Vor kurzem aber wurden die Reliefelemente leider entfernt, wodurch eine glatte Wand entstand. Man konnte aber teilweise die wertvollen Wandgemälde mit Szenen aus dem Leben von Christus im Interieur der Kirche retten. Die weißen Wände verbergen möglicherweise noch weitere wertvolle mittelalterliche Wandmalereien und hinter der glatten Außenfassade befinden sich womöglich weitere Dekorationselemente. Diese Annahme kann jedoch nur durch eine künftige restauratorische Untersuchung bestätigt werden.
Das Ergebnis der im Juli 2010 realisierten archäologischen Ausgrabung in der Kirche der Allerheiligen war die Abdeckung der Konstruktion des Kirchenfundaments und eines einzigartigen Gesimses zusammengesetzt aus zwei Reihen von speziell geformten Ziegeln. Einen weiteren einzigartigen Fund lieferte der Grabungsschnitt unter dem ursprünglichen romanischen Eingang. An dieser Stelle waren drei Schichten von Ziegelböden erhalten – die unterste von ihnen war aus romanischen Ziegeln gebaut, die mit dem Baumaterial der Kirche korrespondierten. Es handelt sich um den ersten mittelalterlichen Fund von diesem Typ von Pflasterung in der Slowakei.

Zuzana Zvarová – Miroslav Matejka – Tomáš Janura
Die Fünfte Kanonie in Nitra
Das Kapitel in der römisch-katholischen Kirche bedeutete die Assoziation der Priester-Kanoniker nach gewissen Regeln – dem Kanon nach Vorbild der Mönche. Die Priester-Kanoniker zelebrierten zusammen die Heilige Messe und halfen dem Bischof die Diözese zu verwalten. Das kanonische Leben unterschied sich von dem monastischen auch dadurch, dass die Kanoniker Privateigentum besitzen durften, die kanonischen Häuser haben als selbständige Wirtschaftseinheiten funktioniert. Sie waren eingefriedet und zusammengesetzt aus dem Haus des Kanonikers und dem Dienerhaus. Der Kanoniker durfte sein Haus nicht frei verkaufen, überschreiben oder austauschen.
Das Gebiet der Oberen Stadt in Nitra war zwischen das Nitraer Siedlungskapitel und das Bistum geteilt. Das Kapiteleigentum gelangte auf vorübergehende Zeit in die Hände der Kanoniker, die über Häuser – Kanonien verfügten und zum Leben und Aufenthalt im Sitz des Kapitels verpflichtet waren. Die Zahl der Kanoniker schwankte, im Mittelalter waren sie zu zwölft, nach dem Jahre 1500 zu zehnt, in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wieder zu zwölft, im Jahre 1629 zu dreizehnt, am Ende des 17. Jahrhunderts zu neunt und im Jahre 1789 schließlich zu sechst. Jedem frischernannten Kanoniker wurde offiziell eine der Kanonien zugeteilt. Diese Kanonie benutzte er dann üblicherweise bis zu seinem Tod.
Die sog. Fünfte Kanonie auf dem Námestie Jána Pavla II. (Platz des Johannes Paul II.) Nr. 2 und 4 in Nitra wurde im Jahre 2010 untersucht. Die Forschung bestätigte, dass sie eine komplizierte Bauentwicklung erlebte und besonders wichtig ist, dass die archiv-historischen Quellen gerade zu dieser konkreten Kanonie Bezug nehmen. Das Objekt befindet sich im Zentrum des Burghügels an der Stelle des heutigen Eingangs in die Nitraer Burg von der Nordseite des Pribinovo Platzes. Die Kanonie besteht aus zwei Objekten: dem jüngeren, südlich situierten Objekt Nr. 2 und dem älteren nördlichen Objekt Nr. 4. Die zwei ältesten der 12 Bauphasen des Objektes Nr. 4 sind ins 15. und ans Ende des 16. Jahrhunderts datiert, der Überbau stammt aus dem 17. Jahrhundert. Im 18. Jahrhundert wurde das Objekt deutlich erweitert in südlicher und nach dem Jahre 1757 auch in westlicher Richtung.
Im Laufe der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand im Südteil des Areals das Objekt Nr. 2. Es hatte zwei Trakte, der Straßentrakt diente zu Wohnzwecken und der Beischlag als Kommunikationsraum. Am wichtigsten unter den Bauänderungen war der Umbau aus der Wende zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert und die zweckmäßigen Änderungen im Zusammenhang mit Beschädigung des Objekts beim Bombardieren des Burghügels im Jahre 1945.
Das Objekt der barocken Kanonie mit Einfriedungsmauer, Grünfläche und Hof repräsentiert einen hochwertigen Beleg der Architekturentwicklung in der Oberen Stadt von Nitra sowie in der ganzen Slowakei.

Peter Buday
Das Schloss in Močenok in Archivquellen
Das Studium von Archivquellen bildet einen unentbehrlichen Teil der Erkennung von Architektur des 19. Jahrhunderts, denn die Bauentwicklung von repräsentativen Beispielen aus dieser geschichtlich nahestehenden Epoche entbehrt fast immer jeglicher authentischen Belege. Nur in Ausnahmefällen – eher durch einen glücklichen Zufall als dank gezielter Bemühung – stoßen wir auf Denkmäler, die wir dank Archivalien beinahe bis zu den kleinsten Details erforschen können. Auch die Geschichte des Baus des ehemaligen Bischofsschlosses in Močenok entstand als eine Mosaik von sekundären Dokumenten, wie z. B. amtliche Akten, Korrespondenz oder Zeitungsnachrichten.
Die ehemalige Residenz der Nitraer Bischöfe in Močenok ist einzigartig, weil hier nicht nur das Denkmal selbst erhalten blieb, sondern auch die Gesamtdokumentation, die vor allem die wesentliche Bauetappe des Objekts in den 1840ern betrifft. Das Schloss entkam dem Schicksal der meisten unserer Adelsresidenzen auch deswegen, weil in ihm das vorige Regime Priester und später auch Ordensschwester, d. h. die „Staatsfeinde“, konzentriert hat. Es überlebte deswegen ohne grundsätzliche Änderungen als ein vereinzeltes Beispiel des klassizistischen Gesamtkunstwerks aus der Zeit um die Mitte des 19. Jahrhunderts.
Die sechs Dekaden zwischen den Jahren 1848 und 1911, die den Fertigbau des Schlosses und die Verlagerung des Bischofsamtes in den renovierten Burgpalast in Nitra umschließen, betrachten wir als die Blütezeit des Herrenguts in Močenok. Das Gebäude, gebaut nach einem symmetrischen H-förmigen Plan, befindet sich in einem ausgedehnten Park im historischen Kern der Gemeinde, wo auch die spätbarocke Kirche des Hl. Klement steht.
Das Schloss entstand höchstwahrscheinlich als ein Neubau an der Stelle eines älteren Objektes, das hier spätestens seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gestanden ist. Es handelte sich um eine große, relativ luxuriös eingerichtete Residenz, wie es auch die Inventare dokumentieren, die von Ján Zelenay, Direktor der Wirtschaftsverwaltung des Bistums, erarbeitet wurden. Von ihrer ungewöhnlichen Schönheit zeugen nicht nur zeitgenössische Berichte, sondern auch die bisher unerforschten reichen Archivmaterialien zugänglich im Archiv in Ivanka pri Nitre, die das Schriftgut aus den Jahren 1840 bis 1848, 1876 und 1900 – 1901 umfassen. Von den Dokumenten über das innere Aussehen des „Lustschlosses“ erfährt man auch über eine hochinteressante und einmalige Kollektion von Kronleuchtern, die vermutlich in Wien hergestellt wurden.

Ľudmila Husovská – Naďa Hrašková – Adriana Reťkovská
Ein Bürgerhaus vor den Stadtmauern von Kremnica
Die mittelslowakische Bergbaustadt Kremnica (Kremnitz) verfügte bereits im Mittelalter nicht nur über ein urbanistisches Zentrum umgeben mit Mauern, sondern auch über die Bebauung entlang der Wege in Richtung zu einzelnen Toren der Stadtbefestigung. Zu dem Barbakan und dem bis heute erhaltenen Unteren Tor führt die Dolná Straße, die an beiden Seiten mit einer zusammenhängenden Reihe von Bürgerhäusern umsäumt ist, gebaut seit dem Ende des 14. Jahrhunderts.
Das mehrstöckige Bürgerhaus Nr. 2/67 an der Nordwestecke der Dolná-Straße ist ein Nationalkulturdenkmal. Trotz seiner Bedeutung wurde hier in der Vergangenheit keine detaillierte architektonisch-historische, kunsthistorische und archäologische Forschung realisiert. Das Haus ist von den 1980ern an bis heute fast ununterbrochen repariert worden. Bei diesen Eingriffen hat man keine Fachdokumentation gemacht, im Jahre 1980 wurde nur eine geodätische Vermessung des Hauses durchgeführt als Vorbereitung für die Forschung und die nachfolgenden Arbeiten, die jedoch erst in den Jahren 2007 – 2008 stattgefunden haben. Die Entwicklung des Hauses stützt sich auf historische Angaben vor allem über den Urbanismus in diesem Stadtteil und die Umbauten im Zusammenhang mit Bränden in der Stadt sowie in der Dolná-Straße und auf die Abbildungen der Stadt auf Veduten aus dem 18. Jahrhundert. Die Forschungsleiterinnen sind auch von der Katasterkarte aus dem Jahre 1858, von historischen Ansichtskarten und von der Photodokumentation aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ausgegangen.
Die erste Bauetappe ist in die Zeit vor dem Jahre 1599 datiert. Den ältesten Teil des Hauses repräsentiert das Souterrain, das ein Zweitrakt-Parterrehaus abgrenzt, typisch für Kremnica sowohl in dem befestigten Teil der Stadt als auch in der Dolná-Straße. Die zweite Bauetappe gehört in die Zeit nach dem Brand im Jahre 1599 bis zum 17. Jahrhundert hin, als das Haus aufgestockt und mit Renaissancegewölbe überdacht wurde. Die dritte Bauetappe ist in die Zeit nach dem Jahre 1742 und nach weiteren Bränden in der Stadt datiert. Die selbständig stehenden Häuser wurden im 18. Jahrhundert offensichtlich zusammengefügt und dadurch entstand das mehrstöckige Eckhaus abgebildet auf der Vedute aus dem Jahre 1742. Wir nehmen an, der Brand im Jahre 1716 hat den Umbau des Objekts beeinflusst, denn zum Schutz vor dem Feuer entstand hier eine Ecke mit Nische mit einer Statue des Hl. Florian, des Schutzpatrons gegen die Feuergefahr. Die vierte Bauetappe des Hauses wird in die Zeit nach dem Brand im Jahre 1787 bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bzw. bis zum Jahre 1858 eingesetzt, aber diese Etappe hat nur kleinere Bauänderungen gebracht. Die fünfte Bauetappe datiert man in die Zeit von 1858 bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, was vor allem die präzise Zeichnung des Objekts auf der Katasterkarte belegt. Das Haus weist schon die heutige Form aus, mit aufgezeichnetem Anbau einer Garage mit Werkstatt und mit offener Toreinfahrt. Die sechste Bauetappe ist von den Jahren 1918 und 2007 begrenzt und meistens nur durch negative Eingriffe in das Objekt charakterisiert.

Eva Spaleková
Das Heilige Grab in der St. Georg-Kirche in Spišská Sobota
Das Regionale Restaurierungsatelier beim Denkmalamt der Slowakischen Republik in Levoča (ORA) restaurierte voriges Jahr ein in der Slowakei relativ seltenes und einzigartiges Denkmal – das Heilige Grab in der St. Georg-Kirche in Spišská Sobota. Nach Restaurierung des spätgotischen Altars, der barocken Kanzel, der cancelli, der Brüstung des Oratoriums und der bildhauerischen und malerischen Verzierung der Kirche ist dies ein weiterer Schritt zur Rettung des Mobiliars von diesem kunsthistorisch bedeutenden sakralen Interieur. Das Heilige Grab befindet sich in dem nordwestlichen Anbau der Kirche aus dem 17. Jahrhundert, der sich an die St. Joseph-Kapelle (ursprünglich St. Anna) anschließt. Am Ende des 18. Jahrhunderts, vermutlich um 1789, wurde an dieser Stelle das Heilige Grab in Form von einem hölzernen bemalten und perspektivisch zusammenlaufenden Kulissensystem angebracht.
Die Frontfläche des Grabs bildet eine Holztafel mit einer gemalten Szene mit Christus liegend im Grab im Unterteil und mit gemalten Engelköpfen auf Wolken im Oberteil. Vor der Tafel befinden sich zwei gemalte Gestalten aus dem Alten Testament, die eine große Weintraube auf einer Stange aus dem Gelobten Land tragen. Hinter ihnen sieht man die Inschrift: Ich bin der wahre Weinstock /Joannes XV, 1. Die Komposition des Heiligen Grabs entfaltet sich weiter auf einem System von sechs perspektivisch zusammenlaufenden Paneelen auf beiden Seiten des Raumes. Die Frontflächen der Paneele tragen gemalte illusorische Architektur in Kombination mit Engelfiguren, die Paneelpaare schließen sich bogenförmig an die Malereien an und machen den Raumeindruck. Auf einzelnen Kulissen ist die Figur eines sitzenden Engelchens mit Arma Christi, dem Schweißtuch der Veronika und anderen Attributen gemalt. Die figurale und illusorische Malerei erscheint in Begleitung von gemalten Rokoko-Ornamenten. In den 1920ern wurde das Heilige Grab sekundär mit elektrischer Beleuchtung ausgestattet, in die Paneele bohrte man runde Öffnungen mit Rosettenmotiven, anschließend mit Farbglas ausgefüllt, wodurch die Authentizität einen beträchtlichen Schaden erlitt.
Der Eingang ins Heilige Grab besteht aus einer zweiflügeligen, beidseitig bemalten Tür. Auf der Innenseite befinden sich Figuren von Soldaten – Grabwächtern, auf der Außenseite dann eine gemalte Szene Noli me tangere. Die Kulissen des Heiligen Grabs wurden von Josef Lerch (1751 – 1828) gemalt, einem bedeutenden Maler des späten ostslowakischen Rokokos.
Während der Restaurierung wurde die Holzmaterie des Heiligen Grabs behandelt, die unpassenden Beleuchtungsöffnungen abgeschafft, die Malereien an den Wänden und Kulissen renoviert und die Frontfläche über dem Grab rekonstruiert. Die Kammeratmosphäre des gesamten Platzes wird verstärkt durch ein neues Lichtdesign.

Rudolf Magula – Ján Brehuv
Edelopal – Gewinnung und Verarbeitung im Slanské Gebirge
Die Geschichte der Gewinnung und Verarbeitung von Edelopal im Slanské Gebirge im Kataster der Gemeinde Červenica (Ostslowakei) hängt mit der Gewinnung und Verarbeitung von Zinnober zusammen, die hier bereits im 15. Jahrhundert betrieben wurden. An Fundstätten wo Zinnober zusammen mit anderen Sulfiden erschien, befand sich auch Edelopal. Die sog. „ungarischen“ Opale betrachtete man als besonders wertvoll, da der europäische Markt im Mittelalter mit Diamanten, „farbigen“ Edelsteinen und Perlen noch nicht dermaßen überflutet war wie im 19. Jahrhundert. Die Nachfrage nach Edelopal wurde durch gesellschaftlich-ökonomische Verhältnisse im Lande beeinflusst. Die Opalgruben sind auf dem untersuchten Gebiet mit kürzeren oder längeren Pausen fast ununterbrochen bis zu dem definitiven Untergang im Jahre 1922 in Betrieb gewesen.
Der erste konkrete schriftliche Beleg stammt aus dem Jahre 1400 und laut ihm wurden im Gebiet von Červenica Quecksilbererz und Edelopal gewonnen. Die Fundstätte, wo nach dem Opal gesucht wurde, war im Besitz der Šarišer Adelsfamilie Keczer aus der Burg Lipovec. Dieser Fundort wurde jedoch im Jahre 1687 zugunsten der Monarchie konfisziert wegen der Teilnahme der obengenannten Familie an anti-habsburgischen Aufständen.
Weitere schriftliche Erwähnungen über die Suche nach Opal stammen aus der Wende zwischen dem 16. – 17. Jahrhundert. Einzelne Unternehmer begannen mit Edelopalabbau in größerem Umfang nach dem Jahre 1771, als ihn der Staat für bestimmtes jährliches Konzessionsgebühr genehmigt hat. Das Abbaurecht erlangten mehrere Privatpächter (bis 1788), später entschied sich der Staat in eigener Regie zu unternehmen (bis 1817) und dann hat er die Bergwerke wieder an die Privatunternehmer vermietet. In den Jahren 1823 – 1830 waren sie geschlossen. In der Zeit von 1830 bis 1845 waren die Bergwerke wieder im Besitz der Privatpächter, die sie allmählich emporgebracht haben. Bis zum Jahre 1896 waren sie sehr gewinnreich, aber wenn sie dann wieder vom Staat verwaltet wurden hat die Nachfrage nachgelassen und die Bergtätigkeit hat auch wegen der Ausschöpfung der Lagerstätte langsam aufgehört. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Opalgruben zum Eigentum des neuentstandenen Tschechoslowakischen Staates und das Ministerium für öffentliche Arbeiten verpachtete sie seit 1. Mai 1922 für die nächsten zehn Jahre an den französischen Fabrikbesitzer Hugo Bitter-Belangenay. Dieser ist jedoch noch in demselben Jahr von dem Mietvertrag unter ziemlich nebelhaften Umständen zurückgetreten und damit war der Edelopalabbau im Slanské Gebirge definitiv beendet. Die Opalgruben wurden nach dem Ende der Abbautätigkeit allmählich zu einem der größten und meistbegehrten Fledermaus-Winterquartiere in der Slowakei und deswegen wurden sie im Jahre 1962 zum Naturschutzgebiet erklärt
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Ilija, kostol sv. Egídia – detail románskeho portálu