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Revue Pamiatky a múzeá - Resümee 1/2016

6. februára 2017

Dušan Buran – Eva Hasalová
Luxusgewebe auf gotischen Tafelgemälden
Aus unserem Gebiet erhielten sich bis heute nur einige wenige mittelalterliche liturgische Gewänder oder Textilfragmente, was bei weitem nicht der Zahl der anderen Artefakte – liturgischen Goldschmiedearbeiten oder Altäre – entspricht. Die Beständigkeit der Materialien, aus welchen sie angefertigt wurden zusammen mit den angewandten künstlerischen Techniken schützen sie vor dem Zahn der Zeit. Die meisten historischen Textilien konnten schon allein wegen ihrer materiellen Natur und spezifischen Funktion nicht überdauern. Und trotzdem: je weniger wir sie in Wirklichkeit kennen, desto mehr warten sie scheinbar auf die Erklärung deren Abbildung auf zeitgenössischen Gemälden. Von diesen blieb nämlich eine viel höhere Zahl erhalten. Die Autoren des Artikels haben einige spätgotische Tafelgemälde von Zipser Herkunft, bzw. aus der Ostslowakei der Jahren 1450 – 1520 ausgewählt. Diese erlauben es, verschiedene Textilien und deren unterschiedliche Funktionen zu verfolgen. Die Autoren beobachten die Verwendung der Stoffe und Ornamente im Kontext der Szene und versuchen diese in der realen Welt zu identifizieren.
Das Werk des Nürnberger „Meisters des Tucheraltars“ aus der Zeit um 1450 mit der Szene des Todes von Jungfrau Maria aus Spišský Štvrtok repräsentiert einen künstlerischen Import. Zu seinen Hauptmotiven gehört auch die Bettdecke von Jungfrau Maria – vermutlich Brokatsamt italienischer Herkunft, durchwoben mit metallischen Fäden und Fasern mit dem Figuralmotiv eines Hirsches im Regen. Dieses Motiv verweist auf Psalm 42 – er handelt von der Seele, die nach Gott sucht wie ein Hirsch nach einer Wasserquelle. Aus ähnlichem Stoff wurde auch eine liturgische Kasel aus Košice hergestellt. Das Triptychon von Hl. Stephan und Hl. Emmerich aus Matejovce (nach dem Jahre 1456) bietet ebenfalls eine Menge von Textilmustern – ein von drei Engeln getragenes Gewebe, das man als Seide mit metallischen Fasern mit orientalischem Muster identifizieren kann. Als dominante Motive erscheinen hier Mohnköpfe, Blumen und Vögel. Produkte der italienischen Webereien, die sich auf Prunkstoffe wie Samt, Lampas, Diaspro und Taqueté orientiert haben, verbreiteten sich schon im Frühmittelalter über das ganze Europa. Aus dem Gebiet der Slowakei kennen wir jedoch bisher nicht mal Fragmente dieser Luxusgewebe. Obwohl wichtige Zentren der Textilproduktion derzeit auch auf unserem Gebiet existiert haben (Bratislava, Košice, Bardejov), ist die Nutzung von importierten Stoffen auf ungarischem Königshof oder unter den höchsten kirchlichen Würdenträgern hoch wahrscheinlich. Im benachbarten Böhmen, Ungarn und Polen sind sie exemplarisch erhalten. Effektvolle Strukturen der Prachtstoffe verliehen auch den weniger prunkvollen Altargemälden einen Hauch von Luxus. Belegt ist es zum Beispiel durch die mittlere Tafel des Triptychon aus Strážky aus der Mitte des 15. Jahrhunderts oder die um einige Jahrzehnte jüngeren Tafeln des ehemaligen Hauptaltars aus Spišské Podhradie, wo Brokatsamte auf Gewändern mit Motiven des Granatapfels in der Szene der Verkündigung erscheinen. Das wahre Spektrum der Nutzung von Textilmustern in spätgotischen Malereien repräsentieren die Gemälde des Hauptaltars des Doms der Hl. Elisabeth in Košice, insbesondere die Legende der Titularheiligen, die der Autor zur illusorischen Erfassung der Struktur der Luxusstoffe und deren Fältelung benutzte. Eine bescheidenere Ästhetik der Textilien auf den Altargemälden bieten die Flügel des Altars der Hl. Barbara aus Bardejov aus der Zeit zwischen den Jahren 1460 – 1470, ein Import aus dem Kreis der berühmten Krakauer Werkstatt des Meisters des Dreifaltigkeitsaltars auf dem Wawel, oder die Flügel des Altars der Mariä Verkündigung in Fričovce aus dem Ende des 15. Jahrhunderts, wo auch die opulent aufgerafften Mäntel der weiblichen Heiligen ornamentlos blieben.
Den Höhepunkt der Abbildung von Luxusstoffen repräsentiert die Szene der Anbetung der Heiligen drei Könige von dem Maria-Schnee-Altar in Levoča aus dem Jahre 1496 oder eine Tafel mit derselben Szene aus dem nicht mehr existierenden Altar der Hl. Katharina in Banská Štiavnica, die noch im 19. Jahrhundert in die Sammlungen des Palais des Beaux Arts in Lille gelangte. Einzigartige Stoffe (verschiedene Brokatarten) und vor allem Gewänder, Schmuck und königliche Geschenke wurden als Attribute der Inszenierung des unerreichbaren Reichtums deren Träger benutzt. Es ist jedoch fraglich, inwiefern wir die abgebildeten Gewebe als „Dokumentation“ der zeitgenössischen Visualität betrachten können.

Peter Keresteš
Die Brückenmaut am Fluss Waag in Sereď
Die Maut und Brücke in Sereď (ursprünglich in Šintava) bilden schon seit dem Mittelalter einen Teil der Geschichte der Stadt. Die Mauterhebung zwischen Sereď und Šintava, die vorungarischer Herkunft ist, diente zur Instandhaltung einer großen Holzbrücke über den Fluss Waag, die einst zu den größten Bauten solcher Art auf unserem Gebiet zählte und daher jedes Jahr große Investitionen forderte. Die Brücke über die Waag, von den Landesherren aus Sereď verwaltet, gewährte den Kaufleuten und Händlern schon seit dem Mittelalter nicht nur eine sichere Überquerung des längsten slowakischen Flusses, sondern unterstützte auf eine bedeutende Weise auch die ökonomische Prosperität der Stadt und ihrer Bewohner.
Die schriftlichen Dokumente der Maut in Sereď, die in der Agenda des Neutraer Stuhlbezirks erhalten blieben, machen es möglich, seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Funktionierung des örtlichen Mautrechts nachzuverfolgen und die ökonomischen Vorteile dieses Unternehmens für das Herrschaftsgut in Sereď und seine Besitzer zu beurteilen. Der Autor des Artikels befasst sich auch mit der Konstruktion der Mautbrücke, ihrer Instandhaltung und den Mautgebühren, denen in der Slowakei bisher keine Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
Das Mautrecht (jus telonii), d. h. das Recht, auf Brücken und Wegen Gebühren zu erheben, gehörte zu den sogenannten kleineren Regalienrechten der ungarischen Könige und seine Existenz ist bereits im letzten Drittel des 11. Jahrhunderts belegt. Den Mautertrag sollte man zur Erhaltung der öffentlichen Straßen und Brücken in einem guten Zustand benutzen, ein Teil der Einkommen diente auch als Rente für deren Instandhalter oder Kompensation der Kosten im Zusammenhang mit der Erbauung der Brücken über schwer überquerbare Stellen.
Die Existenz der Maut in der Stadt Sereď, die an einer Kreuzung wichtiger Handelsstraßen lag, hängt mit der Instandhaltung der Furt und anschließend auch der Holzbrücke über die Waag zusammen. Den Fluss kreuzte in dieser Gegend an der Grenze zwischen der Pressburger und Neutraer Gespanschaft die sogenannte Böhmische Straße, die Ofen (Buda) mit Mähren und Böhmen verbunden hat. Die Furt, Maut und Brücke über die Waag waren zuerst mit der Wasserburg in Šintava verbunden, wo der Burggespan siedelte. Der ursprüngliche Mautübergang durch die Waag zwischen Šintava und Sereď befand sich etwas nördlicher als die heutige Brücke in Sereď, an der Ostseite des heutigen Schlosses (der Stadtteil genannt Starý most/Altbrücke). Im 12. bis 14. Jahrhundert gelangte die Burg in Šintava und zusammen mit ihr auch die Mautstation infolge der geänderten Strömung der Waag auf die Pressburger „Seite“ von Sereď, womit die Bedeutung der Furt und Maut in Sereď als einer Transit- und Marktstelle gestiegen ist.
Während früher die Maut zwischen Šintava und Sereď an der erhaltenen Furt erhoben wurde, verbesserte sich der Transit durch diese Stelle im Mittelalter durch eine Holzbrücke, die seit dem 15. Jahrhundert als Sereder bezeichnet wurde. Zum ersten Mal ist die Existenz der hölzernen Mautbrücke über die Waag in Sereď im Register der Einkommen der Burg Šintava aus der Brücke und Maut aus dem Jahre 1508 belegt. Seit Ende des 17. Jahrhunderts kann man einige Eintragungen über die Maut und Brücke in Sereď vor allem in der schriftlichen Agenda des Neutraer und Pressburger Stuhlbezirks finden. In den 1740er Jahren wurde die Brücke in Sereď durch Eisschollen an der Waag zerstört und anstelle der Brücke begann eine Fähre zu verkehren, die den Transport über die Waag sicherte. Der Hauptteil der schriftlichen Dokumente über die Maut in Sereď in der Agenda des Neutraer Stuhlbezirks stammt aus den Jahren 1797 bis 1823. Das letzte erhaltene Dokument über die Maut in Sereď repräsentiert eine Mauttafel aus dem Jahre 1851.

Milan Thurzo – Pavol Jančovič
Verborgene Steindenkmäler des Oberen Mühltals in Bratislava
Das Mühltal (Mlynská dolina) war an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ein beliebtes Erholungsziel der Bratislavaer. Während der Südteil des Mühltals beinahe komplett durch neuzeitliche technische und bauliche Änderungen umgestaltet wurde, behielt sein Nordteil, der sich von der Roten Brücke (Červený most) bis zum Buswendeplatz beim Eisenbrunnel (Železná studnička) erstreckt und als das Obere Mühltal (Horná Mlynská dolina) und inoffiziell als Weidritzer Tal (Vydrická dolina) bezeichnet wird, bis heute einige seiner Naturschönheiten sowie wertvollen technischen Denkmälern in Form von Mühlbächen, Teichen und zwei erhaltenen und rekonstruierten Mühlen – der achten (Klepáč) und neunten.
An vielen Stellen des Tals erhielten sich steinerne Denkmäler des alten Bratislava (früher Pressburg, Pozsony) in Form von Grenzsteinen und alten Meilensteinen. Während die Meilensteine an den Straßen schon seit je ein üblicher Bestandteil der Kommunikationswege waren, wurden die Grenzsteine nur an solchen Stellen angesetzt, die ihrem Zweck entsprachen. Deren Muttergestein war meistens der “Bratislavaer Granit“ – Granodiorit.
Der Autor des Artikels beschreibt einzelne Grenz- und Meilensteine, die im Oberen Mühltal erhalten blieben. Das Tal bildete in der Vergangenheit die Grenze zwischen Bratislava und der benachbarten, ursprünglich selbständigen Gemeinde Lamač (heute ein Stadtteil Bratislavas). Die Grenzsteine mit dem Stadtsymbol oder mit Initialen SP (Stadt Pressburg) markierten nicht nur die Grenzen Bratislavas, sondern trennten voneinander die Stadtwälder und die Privatparzellen beim Bach Weidritz (Vydrica). Im Rahmen des Tals waren sie von Norden nach Süden nummeriert.
Erhalten blieben auch drei Exemplare der sogenannten Rainsteine mit der Jahreszahl 1833, mit denen die benachbarten Stadt- und Privatparzellen abgegrenzt wurden. Untypisch sind zwei Dreiländerecksteine zwischen Bratislava, Lamač und Záhorská Bystrica mit der Buchstabe G – es könnte sich um die deutschen Termine Gemarkung, Gemarkungsgrenze, Grenze, Grenzstein oder sogar Gespanschaft handeln. Interessante Steindenkmäler im Oberen Mühltal repräsentieren auch zwei Typen von Meilensteinen (kleinere abgerundete und größere eckige). Von den größeren eckigen Meilensteinen erhielten sich nur einige wenige an ihrer ursprünglichen Stelle; die ausgesonderten Meilensteine kann man auch direkt im Bach Vydrica finden.

Katarína Nádaská – Kristína Zvedelová
Die Synagoge in der Zvonárska-Straße in Košice
Das gegenwärtige Gebäude der Synagoge in der Zvonárska-Straße in Košice steht an der Stelle eines älteren Bethauses aus den 1840er Jahren, in einem freien Raum, der nach dem Abbruch der Stadtmauern entstand. Infolge des Zuwachses an orthodoxer Gemeinschaft, die sich in der Umgebung der Zvonárska-Straße konzentrierte, entschied sich die jüdische orthodoxe Gemeinde im Jahre 1883 eine neue Synagoge zu bauen. Die Autoren der Baupläne waren Ján Molnár und Jozef Novák. Der Grund für den Neubau könnte die Beschädigung des ursprünglichen Bethauses durch Feuer am 13. Mai 1883 gewesen sein. Die Pläne belegen die Synagoge als ein rechteckiges Blockgebäude, mit der Längsfassade entlang der Straße orientiert und nach orthodoxen Regeln gebaut. Die bauliche Entwicklung der Synagoge kulminierte am Ende des 19. Jahrhunderts, als das Gebäude seine heutige Gestalt erlangte. Der Entwerfer der Baupläne aus dem Jahre 1899 war Ján Balogh. Das Stadtamt erteilte am 27. Januar 1900 der jüdischen orthodoxen Gemeinde die Baugenehmigung. Am Ende hat der orthodoxe Oberrabin Simon Scharman in einem Brief aus dem 24. August 1900 dem Stadtamt den Bauabschluss bekannt gegeben und ersuchte um die endgültige Benutzungsgenehmigung. Die neugebaute orthodoxe Synagoge ist ein rechteckiges tieforientiertes Gebäude mit der westlichen Eingangsfassade, die senkrecht zur Zvonárska-Straße orientiert ist. Das Gebäude mit eklektizistischen Fassaden umfasst einen rechteckigen Hallenraum, in den von drei Seiten aus eine Galerie eingesetzt wurde. Von den existierenden architektonischen Details lässt sich der Hersteller der Gusseisensäulen identifizieren, auf denen sich die ungarische Inschrift HISNYOVIZ befindet. Sie verweist auf die Gießerei in Chyžnianska Voda. Identifizieren kann man auch den Hersteller von Bodenfliesen – die Keramit-Fabrik in Košice, die von der Oberungarischen Aktien-Baugesellschaft in Košice betrieben wurde.
Von der ursprünglichen Einrichtung erhielten sich bis heute außer den Fenster- und Türfüllungen auch das Geländer der Frauenempore, sog. Mechiza, der Toraschrein – Aron ha Qodesch, anhand dessen wir auch auf einen zentral situierten Almemor schließen – den Platz, von dem aus die Tora verlesen wird. Von der ältesten Bauetappe erhielten sich nur Fragmente der Ausmalung mit dominanten geometrisch-vegetabilen Motiven. Die Synagoge erlebte eine Entwicklung von dem Zuwachs der Gemeinde bis zu den bewegten Ereignissen der Kriegs- und Nachkriegszeit. Während der Ära des Sozialismus diente sie als Bücherlager. Im Jahre 1981 wurde sie zum Kulturdenkmal erklärt. Seit den 1990er Jahren wird die Synagoge renoviert und gelegentlich für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Maroš Semančík
Denkmalobjekte der Holzarchitektur in Tatranská Javorina
Die Gemeinde Tatranská Javorina liegt am Fuß der Beler Kalkalpen (Belianske Tatry), in der Mündung des Javorová-Tals an der Grenze zu Polen. Die historische Bebauung besteht aus ebenerdigen Blockhäusern der Arbeiter entlang der Straße; die architektonischen Dominanten dieses Forstdorfes bilden jedoch drei Denkmäler – das Jagdschloss, die Kirche und gewissermaßen auch das ehemalige Direktionsgebäude, die mit der Tätigkeit des deutschen Magnaten Christian Kraft zu Hohenlohe-Öhringen, Herzog von Ujest (1848 Öhringen – 1926 Somogyszob) verbunden sind.
Fürst Hohenlohe war der drittreichste Aristokrat in Preußen, sein Vermögen baute er auf der Entwicklung der Montanindustrie in Oberschlesien als Fortsetzer der unternehmerischen Aktivitäten seines Vaters in diesem Industriefach. Er war auch politisch engagiert, als Mitglied des Preußischen Herrenhauses. Außer den politischen und unternehmerischen Aktivitäten hatte er auch Zeit, sich seinen Hobbys zu widmen. Ende des Jahres 1879 kaufte Fürst Hohenlohe von Aladár Salamon (1839 – 1910) die Landgüter Tatranská Javorina und Lendak mit einer Fläche von 11 945,5 ha. Er wandte enorme Beträge für die Modernisierung und Einrichtung dieses ausgedehnten Waldbesitzes auf. Außer dem eigentlichen Gebiet, das ebenfalls die Bielovodská und Javorová Täler umfasste, mietete er auch mehrere umliegende Jagdreviere. Er baute allmählich einen prächtigen Wildpark auf, in dem er die einheimischen Tierarten gezüchtet hat und bemühte sich nicht sehr erfolgreich auch um die Introduktion des ortsfremden Jagdwildes.
In Tatranská Javorina siedelte die Direktion seiner ungarischen Landgüter. Die Bauaktivität in der Hohen Tatra begann er im Jahre 1883 mit Erbauung der Häuser für die Angestellten und seiner eigenen Residenz in Javorina. Das Jagdschloss wurde nach dem Projekt des Wiener Architekten Jean Leyendecker (1846 - ?) gebaut. Den Bau realisierte der heimische Baumeister Ján Lipták (1843 – 1899) aus Poprad-Veľká in Zusammenarbeit mit dem böhmischen Architekten Karel Líman. Die komplette innere Einrichtung lieferte k. k. Hoftapezierer Franz Iwinger aus Wien. Der aufwendige Bau wurde am 20. Juli 1885 feierlich abgeschlossen. Das Jagdschloss wurde zum Schauplatz pompöser Jagden und Treffpunkt der Prominenten aus den Reihen des europäischen Hochadels.
Eine weitere bedeutende Investition des Fürsten Hohenlohe war die Erbauung einer neuen Kirche. Obwohl er selbst Protestant war, als Siedlungsbesitzer und Kirchenpatron ließ er auf einem mäßigen Hang über dem Weg zum unweiten Schloss die römisch-katholische Kirche Hl. Anna bauen, die eine Kapelle aus dem Jahre 1795 mit demselben Patrozinium ersetzte. Im Jahre 1900 bestellte Hohenlohe bei dem Baumeister Ján Bliszner (1850 – 1916) aus Poprad eine neue Kirche in Tatranská Javorina, war aber mit dem ursprünglichen Entwurf nicht zufrieden und übergab diesen Auftrag an den heimischen (Breslauer) Architekten Karl Klimm (1856 – 1924), der ihn in dem erforderten schwedischen Stil umgestaltet hat. Den Altar hat Peter Meyer aus Poprad-Veľká hergestellt, die Turmuhr lieferte Paul Schwing aus Kežmarok, die Glocken wurden bei Friedrich Hönig in Arad abgegossen, die Bleiverglasung hat Karl Rockbeck aus Wien angefertigt, liturgische Gegenstände lieferte die Wiener Firma Zambach & Müller, Atelier für Kirchen Paramente. Die Kirche wurde am 24. August 1903 feierlich geweiht.
Der dritte wichtige Bau des Fürsten Hohenlohe in Tatranská Javorina war das Gebäude der fürstlichen Güterdirektion. Die Bauarbeiten verliefen im Jahre 1908 und vermutlich im nächsten Jahr wurde das Gebäude fertiggebaut und zur Nutzung überlassen.


Rastislav Molda
Die Geschichte des Denkmals von Svetozár Hurban Vajanský
Während der Existenz von Österreich-Ungarn war es so gut wie unmöglich, einen Angehörigen der slowakischen Nationalbewegung im öffentlichen Raum mit einer Statue bzw. einem Denkmal zu ehren oder nach ihm eine Straße zu benennen. Nach dem Jahre 1918 änderte sich die Situation grundsätzlich. Es hat sich ein neuer Staat – die Tschechoslowakische Republik – herausgebildet und es entstand ein neues Kollektivgedächtnis, das auch durch die Denkmäler formiert werden sollte. In die Veränderung des öffentlichen Raums hat sich aktiv auch der „wiederbelebte“ Kulturverein Matica slovenská eingeschaltet, indem er Statuen und Gedenktafeln als Erinnerung an die „berühmten Slowaken“ angelegt hat.
Der Schriftsteller und Politiker Svetozár Hurban Vajanský (1847 – 1916) war schon während seines Lebens vor allem in Martin, dem Zentrum der slowakischen Nationalbewegung, eine anerkannte Persönlichkeit. Das Vorhaben, Vajanský ein Denkmal zu bauen, erschien praktisch gleich nach seinem Tod. Der Antrag, unter anderen auch das Denkmal von S. H. Vajanský zu bauen, wurde von Matica jedoch erst am Anfang des Jahres 1923 angenommen. Angesprochen wurde der böhmische Bildhauer František Úprka, um ursprünglich nur das Grabmal für den Nationalfriedhof in Martin anzufertigen. Ein Jahr später hat die Führung von Matica einen Beschluss über die Statue gefasst, die auf dem Grab des Dichters gebaut werden sollte. Der Bildhauer Úprka hatte vor, ein relativ monumentales Grabmal anzufertigen. Da die Statue von Vajanský wegen des Widerspruchs der Familie nicht als sein Grabmal gebaut werden konnte, war es nötig, einen geeigneten Platz für sie zu finden. Der große Raum vor dem zweiten Gebäude von Matica slovenská bot außer der Möglichkeit der Einsetzung einer Statue auch genug Platz für öffentliche und Massenveranstaltungen. Die feierliche Enthüllung des Denkmals ereignete sich am 29. August 1926 im Rahmen der Slowakischen Nationalfeiertage.
Außer der Kritik des neuen Gebäudes der Institution wandte sich die Ungunst, vor allem vonseiten der Architekten und Künstler, auch gegen die Vajanský-Statue. Mit Zustimmung der Führung von Matica begann ihre Verschiebung als einer Figur auf dem Schachbrett: zuerst schmückte sie das neue Gebäude von Matica slovenská, in den 1960er Jahren wurde sie wieder verlegt – in Zurückgezogenheit, in den Hof des ersten Matica-Gebäudes, wo sie bis heute vor den Augen der Öffentlichkeit „verborgen“ bleibt. Dabei befindet sich nur einige Dutzend Meter von ihr ein großer Platz, der den Namen von Svetozár Hurban Vajanský trägt...

Ivica Krištofová
Auf den Spuren von Metallgießern aus dem Oberen Grantal
Die Tradition der Eisenhütten im Oberen Grantal (Horehronie) reicht ins Jahr 1840 zurück. Entlang des Oberlaufs des Flusses Hron (Gran) blieben bis heute mehrere Spuren von Eisenherstellung erhalten – sie überdauern nicht nur in topographischen Namen, sondern auch in erhaltenen Denkmälern.
Die römisch-katholische Kirche Hl. Stephan König aus dem Jahre 1890 in Podbrezová bildet einen Beleg für die Anwendung des eisenbearbeitenden Handwerks bei der Herstellung von sakralen Interieursolitären und dekorativen Elementen. Viele von ihnen wurden in der Gießerei Hronec hergestellt – Geländer- und Konsolenteile, Emporen oder Säulenkapitelle, vor allem aber das Hauptaltar des Hl. Stephan König aus gepresstem und geformtem Blech mit Gusseisen-Dekorationen. Die hiesigen Experten haben auch die drei ursprünglichen Glocken dieser Kirche abgegossen. Ähnlichem Nachlass der Metallgießer können wir auch in den umliegenden Kirchen begegnen – in Lopej, Valaská und Beňuša. Deutliche Unterschriften hinterließen sie auch an dekorativen oder funktionellen Details von kleinen kirchlichen und weltlichen Bauten in breiterer Umgebung (Detail der Verzierung an der Kirche Hl. Philip in Pohorelská Maša, Glockentürme in Pohronská Polhora und Vaľkovňa, Wegkreuze aus Gusseisen).
Auf dem Kalvarienberg in Hronec befindet sich ein Gusseisenkreuz mit dem Korpus des gekreuzigten Jesus aus dem Jahre 1845. Nach einiger Zeit ist ein Gusseisen-Pavillon hinzugekommen – heute können wir nur noch seine Rekonstruktion aus dem Jahre 1996 sehen, da das ursprüngliche Pavillon durch einen Wirbelsturm zerstört wurde. Im Raum der ersten Eisenhütte in Hronec steht der rekonstruierte Glockenturm aus dem Jahre 1835 mit einer Glocke, die 1850 von dem Glockengießer Adalbert Littman aus Banská Bystrica (Neusohl) abgegossen wurde. Den Gießern aus Hronec gehört das Primat im Abgießen von Brücken im Rahmen Ungarns. Davon zeugt die bogenförmige Konstruktion einer Gusseisen-Brücke aus dem Jahre 1810, die als ein Denkmal vor dem Gebäude des heutigen Gießereibetriebes steht. Entlang der imaginären Strecke auf den Spuren von Metallgießern im Oberen Grantal finden wir auch Denkmäler der Gründer der Eisenhüttenbetriebe – der Gusseisen-Obelisk ist ein Beleg für die Funktionierung des prosperierenden Betriebes in Bujakovo bei Brezno, der Text am Sockel erweist Ehre den Besitzern P. Würsching und A. E. Prihradný, genauso wie dem Verwalter der Eisenhütte in Bujakovo, G. Kellner. In Pohorelská Maša verewigt der Gusseisen-Pavillon seit dem Jahre 1841 das Andenken an Ferdinand Coburg, den Gründer des privaten Eisenverhüttungskomplexes, der im 19. Jahrhundert im Oberen Grantal gedieh.
An der Stelle der ehemaligen Eisenhüttenkolonien sowie in breiterer Umgebung blieben nach den Metallgießern aus dem Oberen Grantal weitere Denkmäler erhalten, vor allem Gusseisen-Grabmäler, Kreuze und Umzäunungen von Grabstätten in örtlichen Friedhöfen. Die Geschicklichkeit der Metallgießer aus dem Oberen Grantal repräsentiert am besten der Friedhof in Pohronská Polhora, der im Jahre 1999 in die Zentralliste der Denkmäler in der Slowakei eingetragen wurde. Das Museum des Oberen Grantals in Brezno gewinnt in seinen Sammlungsbestand schon mehr als dreißig Jahre lang zielbewusst verschiedene Gusseisengegenstände. Die Kollektion umfasst ungefähr dreihundert Sammlungsstücke und mit ihrer Zusammensetzung, Typenvielfalt, dem guten Erhaltungszustand und ästhetischen Wert zählt sie zu außergewöhnlichen Sammlungsverbänden dieser Art in der Slowakei.

Daniel Hupko – Ivana Janáčková
Die Wiederentdeckung eines Hochzeitsporträts von Natalia Vogel von Friesenhof
In Sammlungsbeständen vieler slowakischer Museen befindet sich immer noch eine große Menge an Porträts, die in der fachlichen Aufnahme als Abbildungen unbekannter Personen bezeichnet werden. Dies ist hauptsächlich auf die Umstände zurückzuführen, die den Übergang der aristokratischen Güter in die Hände des Staates nach dem Zweiten Weltkrieg begleitet haben. Die Gebäude der ehemaligen Adelssitze samt innerer Einrichtung übernahm die Slowakische Nationale Kulturkommission in ihre Verwaltung. Trotz ihres unbestreitbaren Anteils an Rettung dieser Gegenstände lag das Negativum ihrer Tätigkeit in einer unpünktlichen Aufnahme der übernommenen Gegenstände, die somit oft in Anonymität verfielen.
Bei solchermaßen „registrierten“ Porträts taucht oft die Unkenntnis der porträtierten Person auf, welche den Aussage- und Informationswert des Sammlungsstücks erniedrigt. Die Identifizierung der abgebildeten Person ist ein langzeitiger Prozess, der nicht immer erfolgreich endet. Doch im Fall des Porträts der Baronin Natalia Vogel von Friesenhof (1854 – 1937) im Slowakischen Nationalmuseum-Museum Červený Kameň in Častá ist er gelungen. Dieses Ölgemälde, das im Jahre 1983 katalogisiert und in der fachlichen Aufnahme des Museums bisher als Porträt der Braut bezeichnet wurde, verbildlicht die Figur einer jungen Frau in langem weißem Hochzeitskleid mit Schleppe und Schleier, die im Interieur einer (neo )gotischen Kirche steht. Das Porträt überführte in den Sammlungsbestand des Museums im Jahre 1975 der Städtische Nationalausschuss in Partizánske zusammen mit anderen Gegenständen, die vorher die Inneneinrichtung der gotisch-renaissancezeitlichen Feste in Šimonovany (heute der historische Stadtteil von Partizánske) repräsentierten. Ursprünglich war es also ein Teil der Gemäldegalerie der Landadelfamilie Simonyi de Simonyi et Vársány, in deren Besitz sich dieser Adelssitz befand.
Die porträtierte Frau wurde erst durch Zufall identifiziert – bei Besichtigung der Dauerausstellung der Slowakischen Nationalbibliothek-des Slawischen Museums von A. S. Puškin in Brodzany im Sommer 2010. Während dieser Führung bemerkte die Koautorin dieses Artikels an der Wand in einem der Salons ein eingerahmtes Hochzeitsporträt der Baronin Natalia Vogel von Friesenhof. Dieses Halbporträt ermöglichte es, die unbekannte Braut aus dem Sammlungsbestand des Museums auf Červený Kameň eindeutig mit Baronin Natalia zu identifizieren. Die Autoren des Artikels schildern die Umstände der Entstehung des Porträts von Natalia (es entstand vermutlich anhand eines Photos) einschließlich des Platzes, wo sich die Hochzeit abspielte (die Dreifaltigkeitskirche in Wien, 1876) und führen die Genealogie der Familie an. Zum Objekt weiterer Forschung wird jedoch die Bestimmung des bisher unbekannten Autors des Porträts.

Jozef Múdry – Peter Szalay
Das Schwimmbad Grüner Frosch in Trenčianske Teplice
Eines der bedeutendsten Denkmäler des Funktionalismus in der Slowakei – das Schwimmbad Grüner Frosch (Zelená žaba) wurde im Sommer 2015 nach 15 Jahren Verödung wieder eröffnet. Während die Öffentlichkeit über die großartige Erneuerung des Sommerschwimmbads begeistert war, blieb die Reaktion der Fachleute auf die Denkmalerneuerung verlegen. Die Autoren des Artikels beteiligten sich an Forschung und methodischem Konzept der Erneuerung, deswegen legen sie der Fachöffentlichkeit die Beschreibung der Erneuerung vor, die das Ergebnis eines komplizierten Dialogs zwischen den Denkmalpflegern und den Besitzern darstellt.
Das Schwimmbad Grüner Frosch in Trenčianske Teplice wurde im Jahre 2000 wegen eines Risses im Schwimmbecken außer Betrieb gesetzt. Trotz der Bemühung des Kreisdenkmalamtes in Trenčín hat der damalige Besitzer für die Erneuerung des Areals nichts getan, so dass sich die Jahre ohne regelmäßige Pflege in einer deutlichen Verschlechterung des bautechnischen Zustandes der Anlage auswirkten. Der neue Besitzer begann in den Jahren 2009 – 2010 eine Rekonstruktion vorzubereiten, der eine Bestandsaufnahme wertvoller architektonischer Details voranging. Das Projekt der Baugenehmigung enthielt die Bedingung der Denkmalpfleger, möglichst viele Originalelemente zu erhalten. Das Realisierungsprojekt aus dem Jahre 2013 brachte jedoch einen deutlichen Widerspruch mit sich, denn es schlug vor, die ursprünglichen Fenster, Türen, Geländer und Fußböden auszutauschen. Mit Rücksicht auf den geplanten Abschlusstermin des Baus (Juli 2015), der von den Euro Fonds finanziert wurde, begann man im Oktober 2014 mit der Erneuerung des Areals des Schwimmbads nach einem deutlichen Kompromiss vonseiten der Denkmalpfleger, laut welchem das Projekt stufenweise während der Bauarbeiten genehmigt werden sollte.
Das Negativum der realisierten Erneuerung ist eine deutliche Reduktion der originalen architektonisch-baulichen und kunsthandwerklichen Elemente, die einerseits durch eine natürliche Alterung der Materialien bis zur Grenze der Nutzungsdauer und andererseits durch die von dem Investor durchgesetzte Änderung des Sommerbetriebs in einen Ganzjahrbetrieb verursacht wurde. Positiv ist die Erhaltung der ursprünglichen Funktion des Denkmalobjektes: des Haupt- und Kinderbassins, der Außenumkleiden und hygienischen Einrichtungen, einschließlich der Erhaltung der Weinstube im Souterrain und des Restaurants mit Kaffee im dritten oberirdischen Stock. Das Gesamtpanorama des Areals, das in die Naturumwelt eingesetzt ist, wurde ebenfalls nicht gestört. Einen Erfolg der Erneuerung repräsentiert auch die Entdeckung der ursprünglichen Farbkomposition der Oberflächen des Schwimmbads, die im Einklang mit zeitgenössischen modernen Theorien vom Architekten Bohuslav Fuchs entworfen wurden.

Ľudmila Husovská
Wassersportklub Tatran – das Bootshaus in Bratislava
Im Bratislavaer Stadtteil Karlova Ves (Karlsdorf), an der Stelle, wo der Arm der Karlsdorfer Bucht wieder in den Hauptstrom der Donau einmündet, befindet sich der Wassersportklub Tatran Karlova Ves. Auf dem Uferzipfel zwischen der Bucht und dem Botanischen Garten der Comenius-Universität erstreckt sich das Areal des Klubs mit dominantem Gebäude des Bootshauses, das durch das Haus des Verwalters, den kleinen „Senior“-Klubraum und die ehemalige Kegelbahn mit Sauna ergänzt wird.
Das Bootshaus, das vorwiegend von den Mitgliedern des Wassersportklubs nach dem Projekt des Baumeisters Eduard Mikulík erbaut wurde, eröffnete man feierlich am 24. August 1935. Zum nationalen Kulturdenkmal wurde es im Jahre 2007 erklärt. Die Architektur des hölzernen Bootshauses geht von den damaligen Prinzipien des Funktionalismus aus – sie erinnert an den Bord eines historischen Seeschiffs mit utilitaristischer Anordnung. Es hat eine rechteckige Form mit den Ausmaßen von 36 x 10 m und ein Satteldach, das sich im Westen über den Balkon und die Terrasse erweitert. Auf die Terrasse führt von der nördlichen Seite eine offene Außentreppe. Das Bootshaus hat klar abgegrenzte Funktionszonen – im Erdgeschoss des Gebäudes, quasi im Schiffsrumpf, befindet sich das Lager der Kajaks und Kanus, der sogenannte Hangar, im Obergeschoss befinden sich Umkleideräume mit 200 Kabinen, die in den Frauen- und Männerteil gegliedert sind. Der gesellschaftliche Klubraum mit dem Zugang zur breiten Terrasse endet mit der westlichen Fassade. An der Ostseite befindet sich eine ebenerdige Werkstatt mit Pultdach. Das Erd- und Obergeschoss sind durch die innere Treppe verbunden.
Das Gebäude des Bootshauses ist aus Kieferholz gebaut und an einem Sockel aus Beton-Fundamentbändern angesetzt. Das Gerüst des Gebäudes bilden hölzerne Säulen und Querträger. Der Umfangsmantel besteht aus Brettern, die in horizontaler Richtung wie ein Dielenfußboden gelegt wurden, ohne weitere wärmeisolierende Schichten. Den Gebäudemantel aus lackiertem Holz charakterisieren gelbe Flächen mit hervorgehobenen roten Kontrastelementen. Die einfache innere Einrichtung ist in den Umkleideräumen durch originale eingebaute kompakte Schränke ergänzt. Die hygienische Einrichtung (WC, Duschen, Sauna, Bereitschaftsumkleiden) befindet sich im unweiten Gebäude der ehemaligen Kegelbahn, die ursprünglich als eine Zusatzfunktion des Bootshauses erbaut wurde. Das Bootshaus wurde in den Jahren 1954, 1965 und 2002 von Hochwasser betroffen. Seit dem Jahre 2010 bemühte sich der Wassersportklub, Finanzmittel für die Erneuerung zu gewinnen. Diese begann jedoch, zusammen mit der Untersuchung, erst im Jahre 2014 nach dem letzten Hochwasser (2013). Im Dezember 2015 erteilte das Ministerium für Kultur der Slowakischen Republik den Realisatoren der Erneuerung den Preis Fénix – Denkmal des Jahres 2014.

Juraj Šedivý
Das Gedächtnis der Stadt Bratislava als komplexes Gedächtnisportal
Nach dem Anfang der Digitalisierung, als getrennte Datenbanken einzelner Gedächtnisinstitutionen oder Ressortdatenbanken entstanden sind, begann man auch über eine gemeinsame Datenbank für Museen, Archive, Galerien und Bibliotheken nachzudenken. In diesem Prozess sind immer noch in nur einem kleinen Maße die Universitäts- und Akademieexperten eingeschaltet und völlig abseits stehen die Privatsammler und die Öffentlichkeit. Die zukünftigen Benutzer der Gedächtnisportale haben dabei nicht nur ihre Vorstellungen, sondern besitzen auch eine riesige Menge an Gedächtnis-Einheiten.
In der Bemühung, eine offenere Konzeption auszuprobieren entstand die Idee eines komplexen Gedächtnisportals, bei welchem den Benutzer primär nicht interessiert, wo die Gedächtnis-Einheit aufbewahrt wird, sondern er verlangt eine möglichst vollständige Information über das Objekt seines Interesses. Das vorbereitete Bratislavaer Portal PamMap, das bislang nur im Pilotbetrieb funktioniert, wird nicht nur Digitalisate mit Metadaten (Datenbank-Prinzip), sondern auch kurze Fachtexte (Enzyklopädie-Prinzip) enthalten. Das Portal ist für sämtliche Typen von historischen Quellen bestimmt und die Digitalisate sind GIS-orientiert – der Benutzer sieht direkt auf der Karte, an welchen Ort sich die Gedächtnis-Einheit bindet. Außer staatlichen, bzw. öffentlichen Institutionen kann sich auch eine Einzelperson mit 20 Photographien oder einer Urkunde anschließen.
Das Komplexe Gedächtnisportal Pamäť mesta Bratislavy (Gedächtnis der Stadt Bratislava/PamMap) bildet ein Nebenprodukt der Serie von Buchmonographien Dejiny Bratislavy 1 – 5 (Geschichte Bratislavas). Beim Erwerb des Bildmaterials überzeugte sich der Autor dieses Artikels als Haupteditor, dass die Bücher nur einen Bruchteil des aufgesammelten Materials aufnehmen können. Deswegen erarbeitete er die Idee des PamMap (ursprünglich mit dem Arbeitstitel Genius loci). Dank der Kommunitätsstiftung Bratislava gewann das Projekt die erforderlichen Finanzmittel und im August 2015 wurde es probeweise veröffentlicht: www.pammap.sk.

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Ilija, kostol sv. Egídia – detail románskeho portálu