SlovenskyEnglish RSS - Pamiatkový úrad Slovenskej republiky RSS - Elektronická úradná tabuľa

Revue Pamiatky a múzeá - Resümee 1/2015

6. februára 2017

Irena Pišútová
Das Skizzenheft von Michael Wirth und Architektur auf der Habaner Fayence
Fayence erschien in der Slowakei mit der Ankunft der Wiedertäufer – Habaner im Westteil des Landes am Anfang der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die Habaner haben sich in mehreren Handwerken ausgezeichnet, vor allem aber in der Arbeit mit Ton, in Herstellung von Krügen. Ihre Zentren waren Veľké Leváre (Großschützen), Malacky (Malatzka), Sobotište (Sobotischt) und viele andere westslowakische Orte, wo sie gelebt und gearbeitet haben, bis ihre Gemeinschaft nach 140 Jahren Tätigkeit zu verfallen begann und schließlich komplett unterging. Sie hinterließen bewundernswerte Fayence-Erzeugnisse, unter anderem auch die mit architektonischen Motiven, mit denen sich dieser Beitrag befasst.
Charakteristisch für die Habaner Keramik ist ihre einheitliche Farbenskala (Weiß, Blau, Grün und Gelb, bzw. Orange-Gelb) und spezifische Verzierung. Das Hauptmotiv der Fayence des 17. – 19. Jahrhunderts bildet der Blumendekor, es gibt jedoch auch eine breite Skala von anderen Motiven – zoomorphe, anthropomorphe, zünftige, landwirtschaftliche oder andere und in hohem Maße auch architektonische Motive. Auf unserem Gebiet finden wir verschiedene architektonische Motive auf den Habaner sog. Kardinalstellern, Schüsseln, Krügen und Plaketten aus dem Ende des 17. Jahrhunderts sowie auf Tintenfässern des 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Habaner haben malerische Behausungen und einfache Kirchen abgebildet, ließen sich aber auch von fremder profaner und kirchlicher Architektur inspirieren. Besonders in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörten zu sehr häufigen Motiven die sog. „Burgen“, stilisierte Architekturen, meistens romantische Ruinen, die z. B. bei den Krugmachern in Stupava (Stampfen) das ganze 19. Jahrhundert lang beliebt waren. Sehr erfolgreich waren sie auf weißen Krügen mit grünem und gelbem Dekor und mit Mangankonturen.
Im Oktober 2014 gelangte in die Hände der Autorin dieses Artikels ein wertvolles Skizzenheft mit Mustern der „Burgen-Architekturen“ von dem Krugmacher und Zeichner Michael Wirth aus dem Jahre 1836. In dem Musterbuch befinden sich neben Figuren und „Burgen“ auch in der Frakturschrift ausgeführte handschriftliche Eintragungen im chronikalischen Stil, mit denen der Autor seine Bekannten aus den Kreisen der Krugmacher-Keramikmaler, aber auch Freunde oder Persönlichkeiten aus höheren gesellschaftlichen Kreisen anspricht. Der Nachname Wirth ist in der Geschichte der slowakischen Habaner Fayence nicht unbekannt. Alois Wirth, ein Krugmacher aus Stupava, wird in literarischen Quellen aus den Jahren 1797–1869 erwähnt, Johann Wirth aus Sobotište dann im 18. – 19. Jahrhundert. Der letztere war mit dem Meister-Keramiker Michael Wirth verwandt, der seine Zeichnungen, die er mit seinem ganzen Namen signierte, selbstlos den Verwandten sowie Kollegen-Krugmachern geliehen hat.
Nach Restaurierung des Skizzenheftes von Wirth ist nicht nur die Veröffentlichung von weiteren Zeichnungen, sondern auch die Umschrift der Texte und deren fachliche Interpretation vorgesehen.

Richard Drška
Die Veduten von Skalica aus dem 17. – 19. Jahrhundert
Im Königreich Ungarn kann man die Entstehung der ersten Veduten mit osmanischer Expansion und dem anschließenden, mehr als 150 Jahre dauernden habsburgisch-osmanischen Kampf um die Rettung des christlichen Europa in Zusammenhang bringen. Die ersten Veduten entstanden hier in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und verbildlichen die ehemalige (Buda/Ofen) und heutige (Budapest) Hauptstadt Ungarns, das damalige Pressburg (heute Bratislava), Nové Zámky (Neuhäusl), Komárno (Komorn) und Esztergom (Gran) als wichtige gegentürkische Festungen. Die Stadt Skalica (Skalitz) in der Westslowakei befand sich hinter der Bergkette der Kleinkarpaten und war weniger von der osmanischen Gefahr bedroht. Aus diesem Grund war sie nicht so interessant für die Vedutisten. Deswegen erhielt sich aus dem 17. – 19. Jahrhundert nur eine kleine Zahl solcher graphischen Quellen.
Als die älteste Abbildung der Stadt betrachtet man heutzutage die Farbmalerei am Vorsatz des 1906 in Brünn erschienenen Werks von Bartholomäus Paprocky Štambuch slezský (Schlesisches Freundschaftsalbum), das sich heutzutage in der Jagiellonischen Bibliothek in Krakau befindet. Der Autor der zweiten Vedute, die man zwischen die Jahre 1724–1742 datieren kann, ist der berühmte Kartograph slowakischer Herkunft Sámuel Mikoviny (1686–1750). Sie erschien im Jahre 1742 im vierten Band der Notitia Hungariae novae historico-geographica... von Matthias Bel als Bestandteil der Karte des Stuhlbezirks Nitra. Auch auf dieser Vedute dominieren die mittelalterlichen Stadtmauern und kirchlichen Bauten in der Innenstadt – die Pfarrkirche Hl. Erzengel Michael, die franziskanische Sieben-Schmerzen-Kirche mit anliegendem Kloster, die Jesuitenkirche Hl. Franz Xaver mit Kloster- und Kollegiumsgebäuden, die karmelitische Dreifaltigkeitskirche und das Paulanerkloster mit der Kirche Hl. Paul Eremit. Einen Blick auf Skalica bietet auch die initiale Buchstabe N auf einer Bescheinigung der Stiefelmacherzunft aus dem Jahre 1822.
Eine weitere Vedute, die Panoramaansicht von Skalica aus der Richtung Holíč (Weißkirchen), fand am Ende des 18. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts breite Anwendung sowohl im Kopf der Zunfturkunden als auch auf Schriftstücken der Stadtverwaltung. Die Informationen über Topographie der Stadt, Anordnung der Straßen, Bebauungsdichte, Verteilung der Stadtviertel und Lage wichtiger Bauten sind im Plan von Skalica aus dem Jahre 1776 enthalten, der vom königlichen Geometer Andreas Konrad gefertigt wurde (er befindet sich im Ungarischen Nationalarchiv in Budapest). Gyula Lovcsányi veröffentlichte eine weitere Vedute von Skalica im Jahre 1881 in seiner Reisepublikation über den Fluss Váh (Waag) und dessen Umgebung.

Zuzana Zvarová – Tomáš Janura
Das Eszterházy-Schloss in Želiezovce
Das vierflügelige Barockschloss in Želiezovce, Bezirk Levice, repräsentiert eine einfachere ländliche Residenz der Adelsfamilie Eszterházy, die in diesem Herrschaftsgut die Rind- und Pferdezucht unterstützt hat. Die Eszterházys bauten hier eine Brauerei, eine Brennerei und am Ende des 19. Jahrhunderts ließen sie eine Schmalspurbahn bauen.
Das Schloss wird zum ersten Mal in einem nach 16. Juni 1789 erstellten Verzeichnis des Herrschaftsgutes Želiezovce als domus residentionalis erwähnt. Seine Entstehung steht in Verbindung mit Gräfin Theresia Erdődy (1748–1794) und ihrem Sohn, Grafen Johann Karl Eszterházy (1775–1834). Zum Herrschaftsgut und seinen Besitzungen gehörten außer dem Herrenhaus auch ein großer englischer Park, der obere und der untere Meierhof, ältere Wohnanlagen und einige Gärten.
Im Schloss befanden sich 19 Zimmer, ein kleinerer Raum, eine Kammer, ein Holzkeller und ein kleiner Handkeller. Erhalten blieb auch die Beschreibung des Inventars aus den Jahren 1868 und 1900. Nach dem Jahre 1894 wurde der Großgrundbesitz mit der Residenz zum Objekt der Erbschaft von sechs Töchtern des letzten bedeutendsten Besitzers August Breunner. Später kam es zwischen ihnen zu einer Vereinbarung und in dem Adelssitz niederließ sich die jüngste Schwester, Gräfin Ernestina Coudenhove. Die hat dann das Herrschaftsgut von Želiezovce bis zum Jahre 1944 bewohnt und bewirtschaftet.
Das Schloss diente nach dem Jahre 1945 als Sitz des Bezirksgerichts, später beherbergte es die Administrative staatlicher Besitze und seit den 1950er Jahren befand sich in dem Gebäude ein Kindergarten. Als man in den 1970ern ein neues Gebäude baute, blieb das Schloss verlassen. Am Anfang der 1990er Jahre begann eine Rekonstruktion des Gebäudes, die jedoch im Jahre 1994 unterbrochen wurde. Seitdem verödet das Schloss allmählich und wartet auf seine komplette Renovierung.

Marta Herucová
Jos. Czauczik pinxit. Die Sakralwerke von Joseph Czauczik
Joseph Czauczik (1780–1857), ein Gebürtiger aus Levoča, zählt zu den berühmtesten Zipser Malern. Sein ganzes Leben verbrachte er im Elternhaus, wo er auch seine Werkstatt hatte. In seinem Werk widmete er sich der Porträtmalerei und sakralen Gemälden. In der verfügbaren Literatur werden mehr als hundert seiner Werke mit christlichen Motiven erwähnt, die sich heutzutage im kirchlichen, staatlichen und privaten Besitz auf dem Gebiet der Slowakei befinden. Bei deren Untersuchung stößt man auf die Fragen der Inspirationsquellen und der Autorschaft, da nur weniger als eine Hälfte der Werke signiert wurden.
Czaucziks Werke weisen Ähnlichkeiten in der angewandten künstlerischen Methode auf – es sind sorgfältig aufgeteilte, wenig komplizierte Szenen, die in gedämpftem Licht dargestellt werden. Die Figuren haben gewöhnlich fein durchgearbeitete und lebhaft wirkende Gesichter. Czauczik benutzte nur wenige Details, reduzierte die traditionellen Kompositionen und bevorzugte eine gemäßigte Farbigkeit. Seine Werke lassen sich mehreren historischen Kunststilen zuzuordnen: barockem Klassizismus und Neoklassizismus, Empire, Biedermeier, Romantik und Realismus. Er stützte sich auf barocke Ausdrücke der klassizistischen Kunst des 17. Jahrhunderts, vereinzelt auf Renaissancewerke des 16. Jahrhunderts und Rokoko- klassizistische und neoklassizistische Werke des 18. Jahrhunderts.
Die Autorin untersucht ausführlich die Vorlagen von berühmten Meistern, z. B. José de Ribera (1591–1652), Annibale Carracci (1560–1609) oder Guido Reni (1575–1642), von denen sich Czauczik vor allem bei Kirchengemälden inspirieren ließ. Dort findet man oft Motive lokaler Landschaft aus heutigem Gebiet der Slowakei. Czauczik schaffte seine Sakralwerke auch für die Privatsphäre, zum Beispiel für die Adelsfamilie Andrássy aus Krásna Hôrka.

Karol Strelec
Prismatische Glasflaschen
Eine spezifische Form von kleinformatigem historischem Flaschenglas repräsentieren die sog. prisky, in Böhmen und Mähren prysky genannt, in den deutschen Ländern meistens als prismatische Fläschchen oder Schnapsfläschchen bekannt, d. h. kleine prismatische oder mehrkantige Flaschen. Das slowakische und tschechische Äquivalent priska/pryska, das sich auf die Benennung dieser originellen prismatischen Fläschchen bezeugt, stammt offensichtlich aus deutscher Glasterminologie und benutzt wird es vor allem im Gebiet der Glasherstellung und Museologie.
Prismatische Flaschen repräsentieren historisches Glas von gelegentlichem Charakter für die Bedürfnisse eines relativ breiten Konsumentenkreises aus verschiedenen gesellschaftlichen Klassen. Im Allgemeinen benutzte man sie als Trinkglas zur Aufbewahrung und zum Servieren verschiedener Spirituosen. Gewöhnlich hat man sie zur Verlobung, Hochzeit oder zu wichtigen Ereignissen im Privatleben geschenkt. Mit ihrer Form erinnern sie an einige Typen von Flaschenglas, insbesondere an die Apothekerflaschen aus dem 17. Jahrhundert, mit ihrem Dekor verweisen sie auf die Verbindung mit einigen Typen von bemaltem Renaissance- und frühbarockem Tafelglas aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Die Herstellung von prismatischen Flaschen im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts konzentrierte sich in böhmischen, österreichischen und deutschen Glashütten. Auf slowakischem Gebiet ist sie in der Fachliteratur nicht belegt, obwohl man sie voraussetzen kann. Das slowakische Gebiet repräsentierte nämlich das Zentrum von Glasherstellung im ehemaligen Königreich Ungarn.
In Sammlungsbeständen slowakischer Museen erhielten sich nur wenige Exemplare von prismatischen Flaschen. Der Autor beschreibt die Sammlungsstücke aus der zweiten Hälfte des 18. und dem Anfang des 19. Jahrhunderts aus dem Stadtmuseum von Bratislava, dem Westslowakischen Museum in Trnava und dem Gemer-Kleinhont-Museum in Rimavská Sobota. Er beschäftigt sich mit der Herstellungstechnik der prismatischen Flaschen (Blasen in die Form), mit ihrer Form, Farbigkeit, Verzierungstechnik (Bemalung mit farbigen Emails, Glasgravur) und Typologie der Motive (pflanzliche und zoomorphe Szenen mit einem Hauch von Rustikalisierung).

Vladimír Krupa
Rettung der Grabsteine aus dem Friedhof in Krakovany
Die Gemeinde Stráže (Spectaculi) wird zum ersten Mal in der Zobor-Urkunde zum Jahre 1113 als ein Wachdorf an der inneren Wehrgrenze Ungarns erwähnt. Im Jahre 1338 gewann das Dorf Stráže in seinen Besitz Thomas Rufus von der Landadelsfamilie Péchy. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde die örtliche Kirche Hl. Gallus gebaut, die heutzutage einen nationalen Kulturdenkmal darstellt. Unter Schutz stehen auch ihre Einfriedungsmauer, der Kirchenfriedhof und zwei herzförmige Grabsteine – ein spätbarocker aus dem Jahre 1781 und ein klassizistischer aus dem Jahre 1867.
In dem Kirchenfriedhof befanden sich bis vor kurzem außer diesen zwei Grabsteinen auch andere Grabsteine aus der zweiten Hälfte des 18. und dem Anfang des 19. Jahrhunderts. Einige von ihnen waren nicht mehr an ihren ursprünglichen Plätzen, sondern frei im Areal des Friedhofs verstreut. Manche waren vollständig erhalten, andere waren beschädigt unter Erhaltung aller Teile, und einige befanden sich im fragmentarischen Zustand.
Im August 2010 haben die Angestellten des Balneologischen Museums in Piešťany im Rahmen der Vorbereitung auf eine Renovierung im Interieur und Exterieur der Kirche Hl. Gallus eine archäologische Ausgrabung durchgeführt. Diese Forschung hat nachgewiesen, dass der Kirchenfriedhof während des Mittelalters und der Neuzeit, sporadisch auch noch am Anfang des 20. Jahrhunderts belegt wurde. Einen Beleg dafür liefern auch die bis heute erhaltenen Steinkreuze – das älteste aus dem Jahre 1769 und die jüngeren aus den Jahren 1828 bis 1914.
Im ersten Halbjahr 2013 stellte der Autor des Artikels fest, dass sämtliche freiliegende Grabsteine aus dem Kirchenfriedhof verschwanden. Es stellte sich heraus, dass sie auf eine Müllkippe bei der heute bereits außer Betrieb gesetzten Eisenbahnstrecke Piešťany – Vrbové hinausgefahren wurden. Durch die Initiative des Balneologischen Museums und nach einem Eingriff des Kreisdenkmalamtes Trnava konnte man unter anderem zwei wertvolle Grabsteine aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts retten, die nach ihrer Restaurierung im Museum in Piešťany aufbewahrt werden.

Milan Thurzo
Steinerne Sehenswürdigkeiten im Bergpark von Bratislava
Die meisten Bratislavaer kennen den Bergpark (Horský park) als eine beliebte Erholungszone im Stadtgrün. Weniger bekannt ist die Angabe, wie viele historische Sehenswürdigkeiten im Bergpark erhalten blieben – Grenz- und Meilensteine, Überreste von den ursprünglichen Steinbänken, die meistens in die beiden Bäche eingeworfen wurden, die durch den Bergpark fließen, oder alte Nivelliersteine.
Als der ursprüngliche Studentenwald (Študentský les) als Vorgänger des Bergparks am 2. Juni 1869 auf Beschluss des ehemaligen Pressburger (heute Bratislava) Magistrats in den Besitz der Stadt überging, wurde vermutlich auch sein Gebiet abgegrenzt. Davon zeugen die Grenzsteine, die vor allem entlang der westlichen Grenze des Bergparks eingesetzt wurden. Auf dem Avers dieser quadratischen Steine befand sich ein vereinfachtes Stadtwappen mit Abkürzung PV darunter (auf Ungarisch Pozsony Város). Sie waren aus Granodiorit gefertigt, der als „Pressburger Granit“ bezeichnet und in Steinbrüchen auf dem Gebiet Bratislavas gefördert wurde.
Interessant sind ebenfalls vier sog. Jubiläums- oder Millenniumssteine aus Granit, die im Bergpark im Jahre 1896 anlässlich des tausendsten Jubiläums der Ankunft der ungarischen (magyarischen) Stämme im Mitteldonauteil des Karpatenbeckens und Entstehung des Königreich Ungarn eingesetzt wurden.
Vereinzelt erhielten sich auch Granitbalken, die Überreste von den ursprünglichen 50 Bänken, die nach dem Jahre 1870 im Bergpark von dem Stadtingenieur Anton Sendlein auf Beauftragung des Bürgermeisters Heinrich Justi gebaut wurden. Sein Granitdenkmal aus dem Jahre 1908 repräsentiert eine besondere Sehenswürdigkeit des Bergparks. Gefertigt wurde es von dem berühmten Bildhauer Alois Rigele auf Veranlassung des Pressburger Verschönerungsvereins. Ursprünglich hat man darin am 15. März 1909 auch eine Tafel eingesetzt, auf der die Geschichte des Bergparks beschrieben wurde. Die Tafel blieb leider nicht erhalten, genauso wie das stilisierte Stadtsymbol, das ursprünglich am nördlichen Fuß des Denkmals eingesetzt wurde.

Martin Korčok
Jüdisches Arbeits- und Konzentrationslager in Sereď
Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs errichtete man in Sereď, Nováky und Vyhne jüdische Arbeits- und Konzentrationslager, von wo Deportationszüge in die Konzentrationslager auf den nazibesetzten Gebieten abgefertigt worden sind. Die Lageranlagen in Nováky und Vyhne blieben nicht erhalten, das Lager in Sereď repräsentiert deswegen das einzige authentische Arbeits- und Konzentrationslager aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der Slowakei. Das Slowakische Kultusministerium erklärte das ehemalige Arbeitslager in Sereď am 12. Mai 2009 zum nationalen Kulturdenkmal. Nach einer Rekonstruktion der fünf ursprünglichen Baracken und der anschließenden Installierung von Museumssammlungen eröffnet hier das Slowakische Nationalmuseum – Museum für jüdische Kultur in Bratislava bald das Holocaust-Museum.
Das jüdische Arbeitslager in Sereď wurde im September 1941 im Teil einer militärischen Anlage errichtet. In den Jahren 1942–1944 haben dort etwa 700 bis 1 200 Menschen gearbeitet. Im Grunde handelte es sich um ein Gefängnis, in dem die Juden komplett entrechtet wurden und zugunsten des faschistischen Regimes arbeiten mussten. Die wichtigste Betriebsanlage war eine große Tischlerei, im Lager befand sich auch eine Schlosserei und ein Betonwarenbetrieb. Die Frauen waren in einer Schneiderei angestellt, wo sie Mützen, Uniformen, Wäsche und Arbeitsmäntel genäht haben. Das Lager wurde von 55 Mitgliedern der Hlinka-Garde bewacht. Ende Februar 1942 war es klar, dass sich die Arbeitslager in Konzentrationslager für diejenigen Juden verwandeln werden, die in die nazistischen Konzentrationslager deportiert sein sollten. Die Deportationen verliefen in zwei Etappen – in der ersten Etappe, von März bis Oktober 1942, wurden 57 Transporte nach Polen abgefertigt, 38 davon in die Bahnstation Nałeczów bei Lublin und die übrigen 19 nach Auschwitz. In dem ersten Transport aus Poprad am 25. März 1942 wurden tausend junge Frauen und Mädchen ausgeführt. Danach folgten die Transporte von arbeitsfähigen Männern. Die zwei letzten Transporte waren für die unbeweglichen Patienten des jüdischen Krankenhauses in Sereď, die Geisteskranken und Körperbehinderten bestimmt. Der letzte Transport verließ die Slowakei am 20. Oktober 1942. In der ersten Deportationswelle wurden aus der Slowakei 57 752 Juden gewaltsam deportiert. Nur einige Hunderte von ihnen haben den Holocaust überlebt.
In der zweiten Etappe, nach Unterdrückung des Slowakischen Nationalaufstandes und der anschließenden Okkupation der Slowakei durch die Nazis, wurde in Sereď das Konzentrationslager errichtet. Von September 1944 bis März 1945 wurden im Lager 11 719 Juden gefangen gehalten, die grausam behandelt und ermordet worden sind. Mit der Leitung des Lagers waren die SS-Männer Franz Knollmayer und Josef Häckel aus Bratislava beauftragt. Der letzte Transport mit 360 Personen ist aus Sereď am 31. März 1945 nach Terezín ausgefahren.

Zuzana Francová
„Patriotische“ Motive auf Keramik und Glas aus den Jahren 1914 – 1918
Aus der Kriegszeit 1914 – 1918 erhielten sich in Mitteleuropa, vor allem in Deutschland und den ehemaligen Ländern der Österreichisch-ungarischen Monarchie, verschiedene Gegenstände, die außer ihrer vorwiegend primären Gebrauchsfunktion auch eine symbolische, propagandistische Bedeutung hatten. Mit ihrer Verzierung bezogen sie sich meistens auf das Bündnis zwischen Österreich-Ungarn und Deutschland. Auf Deutsch bezeichnet man sie als patriotisch und gegenwärtig zählen sie zu sehr gesuchten Sammelobjekten.
Die typologische Skala dieser Gegenstände ist relativ breit. Sie umfasst vor allem verschiedene Kriegsabzeichen, Ringe, Mörser, Sparbüchsen, Zigarettendosen usw. Die Gegenstände sind aus verschiedenen Materialen oder deren Kombinationen gefertigt. Neben Metallgegenständen (besonders Eisen oder Messing) erscheinen am meisten Keramikgefäße und in kleinerem Maße Trinkglas. Eine interessante Kollektion dieser Gegenstände befindet sich im Sammlungsbestand des Museums der Stadt Bratislava. Zu der sog. patriotischen Keramik (Steinzeug und Porzellan) gehören Teller oder Pendants größerer Speiseservice, verziert mit Porträts der Herrscher der Mittelmächte. Sie sind in Drucktechnik ausgeführt, meistens koloriert, die Details sind gewöhnlich dazugemalt und manchmal vergoldet. Die Verzierung enthält oft verschiedene Propagandalosungen oder Dedikationsinschriften. Im Sammlungsbestand des Museums befinden sich auch patriotische Teeservice, bzw. einzelne Tassen oder Mörser sowie andere Gebrauchsgegenstände aus Steingut oder Porzellan. Sie wurden massenhaft erzeugt, in Österreich-Ungarn war deren größter Produzent die k. k. priv. Wilhelmsburger Steingutfabrik in Niederösterreich. Patriotische Ware hat man auch im tirolischen Schwaz, oberösterreichischen Gmunden oder in Wien (Wiener Werkstätte, bzw. Wiener Kunst-Keramische Werkstätte) hergestellt. Aus damaligem Gebiet Ungarns erwähnt man eine Steingutfabrik in Kremnica. An einigen Porzellangegenständen finden wir das Zeichen der berühmten böhmischen Porzellanfabrik in Stará Role (Altrohlau). Gegenstände mit ungarischen Aufschriften (Világháború u. ä.) könnten entweder auf dem Gebiet Ungarns hergestellt worden sein, oder es könnte sich um österreichische Erzeugnisse gehandelt haben, die für den ungarischen Markt bestimmt wurden.
Im Unterschied zu den Porzellangegenständen ist das sog. patriotische Glas viel seltener. Im Sammlungsbestand des Museums der Stadt Bratislava handelt es sich nur um drei Artefakte von diesem Typ. Das erste ist ein Bierglas aus dickwandigem entfärbtem Glas. Seine Herkunft identifizierte man dank dem Projekt der Digitalisierung von Musterbüchern und Katalogen der Firma J. Schreiber & Neffen, die im Archiv der Glashütte RONA, a. s. in Lednické Rovne aufbewahrt werden. Die anderen zwei Glasartefakte wurden mit der Jahreszahl 1915 versehen – ein Bierglas aus gepresstem Glas, verziert mit einem Relief-Doppelporträt vom österreichischen Kaiser Franz Joseph I. und dem deutschen Kaiser Wilhelm II., und ein Kurbecher aus gepresstem Glas.

Zlata Troligová
Die Stollmanns im Museum von Banská Bystrica
Im Depositorium der Staatlichen Wissenschaftsbibliothek – des Museums für Literatur und Musik in Banská Bystrica (SWB – MLM) befindet sich auch das Material der Familie Stollmann. Ihre Mitglieder, vor allem Andreas Stollmann, Eugen Stollmann und Karl Stollmann, haben nicht nur in beträchtlichem Maße zum Kulturleben von Banská Bystrica im 19. – 20. Jahrhundert beigetragen, sondern auch die ganze slowakische Kultur jener Zeit bereichert.
Der Professor des Zeichnens aus Banská Bystrica, Andreas Stollmann (1852–1933), schaffte rund 1 500 Zeichnungen, eine Serie von Veduten, Altarbildern, Gemälden von denkwürdigen Bauten, ein Panoramabild der Stadt Banská Bystrica und seines Geburtsortes, Špania Dolina. Im Museum befindet sich eine bemerkenswerte Kollektion von Notizen und Zeichnungen der menschlichen Anatomie aus Studentenzeiten von Andreas Stollmann und verbundene Korrespondenz aus den Jahren 1860–1880. Sie enthält Briefe vor allem an seinen ältesten Bruder Daniel (1844–1969), meistens auf Deutsch geschrieben, nur einige auf Slowakisch und Ungarisch. Daniel studierte Theologie und starb in einem Alter von 25 Jahren in Basel, wo er auch bestattet wurde.
In der obenerwähnten verbundenen Korrespondenz finden wir auch Briefe vom Bruder Karl (1850–1928), von Susi (Susette), d. h. Schwester Susanne (1849–1900), und vom Bruder Michael (1855–1933). Briefe, die im Rahmen der Familie und der Bekannten im Laufe der Jahre 1880–1933 gewechselt wurden, sind ebenfalls in einem Buch mit 439 bezeichneten Seiten verbunden. Geschrieben sind sie auf Deutsch, Ungarisch, Slowakisch und Tschechisch und sie zeugen von guten Familienbeziehungen. Das Museum für Literatur und Musik erwarb diese Korrespondenz in seinen Sammlungsbestand im November 1879 von Gustav Stollmann. Ein weiteres bekanntes Mitglied der Familie Stollmann ist Eugen Stollmann (1896–1970), ein agiler Theaterliebhaber und einer der besten Amateurschauspieler in der Slowakei. Er wirkte auch als Theaterregisseur im Stadtverein von Prievidza und seit 1945 im Städtischen Theaterverein in Banská Bystrica. Seine Persönlichkeit ist in dem Sammlungsbestand des SWB – MLM reichlich durch Photographien, Bulletins und Plakate vertreten.
Andreas Stollmann mit seiner Frau, genauso wie andere Familienmitglieder, fanden ihre letzte Ruhestätte im evangelischen Friedhof in der Lazovná-Straße in Banská Bystrica.

Zuzana Ludiková – Danica Stojkovičová
Die Pietà – ein Tafelgemälde von Paul Demosch
In der Slowakei des 17. Jahrhunderts konzentrierte sich anspruchsvolle kunsthandwerkliche Arbeit, zum Beispiel der Altarbau, in einigen spezialisierten Werkstätten, wo neben Tischlern im Bedarfsfall auch andere Meister gearbeitet haben – Maler, Schnitzer, Maler-Vergolder und andere. Wichtige Zentren der Schnitz- und Malerarbeiten waren das heutige Bratislava (früher Pressburg), Trnava, Trenčín, Banská Bystrica, Levoča und Košice. Ein typisches Phänomen war die Migration der Meister und Gesellen, die ohne größere sprachliche oder ökonomische Barrieren im Rahmen des Königreich Ungarn und seiner Teile (Partia) oder des Fürstentums Siebenburgen gewirkt haben. Nur aus der Zips ließen sich in Sibiu (dt. Hermannstadt, heute in Rumänien) mehrere Meister nieder, zum Beispiel der Orgelbauer Johannes Vest, Maler Jeremias Stranovius, Goldschmied Sebastian Hann, Musiker Gabriel Reilich. Es wird angenommen, dass aus der Zips auch Sigismundus Möss stammte, ein naher Mitarbeiter des Malers Paul Demosch aus Banská Bystrica, der für einige Zeit in Levoča tätig war und dann nach Sibiu übersiedelte. Die Gemälde von Paul Demosch sind für das Territorium des Königreich Ungarn auch deswegen wichtig, weil sie signiert sind – zum Beispiel das Tafelgemälde auf dem Hauptaltar der Geburt Christi in der Kirche Hl. Apostel Matthias in Partizánska Ľupča (früher Nemecká Ľupča, dt. Deutschliptsch) aus den Jahren 1644–1654. Es besteht aus 17 Bildtafeln und unten rechts befindet sich die Tafel mit der Szene der Darstellung des Herrn, auf der Paul Demosch sein Gemälde als P(aul) Demosch | pinxit A(nn)o 1644 datierte. Nach derselben Vorlage wie das Bild der Pietà auf dem Altar der Geburt Christi in Partizánska Ľupča wurde auch das Tafelgemälde in der Kirche Hl. Georg in Stará Halič gemalt. Unten in der Mitte ist in roter Farbe die Inschrift P.D. 1644 ausgeführt – sicherlich handelt es sich um das Monogramm von Paul Demosch.
Das Tafelgemälde der Pietà aus Stará Halič wurde in kombinierter Technik (Tempera und Öl) auf einer Holzunterlage mit den Ausmaßen von 133 × 80 × 2 cm gemalt. Dieses Werk wurde unlängst im Atelier für Restaurierung von Hänge- und Tafelgemälden an der Hochschule für bildende Künste in Bratislava restauriert. Das Ziel war es, den deformierten Holzträger des Gemäldes durch ein flexibles Stützsystem zu verfestigen und die Malerei langfristig zu stabilisieren.

Katarína Haberlandová – Petra Kalová
Der Winterhafen in Bratislava
Archivmateriale über die Baugeschichte des Bratislavaer Hafens sind nur teilweise erhalten. Da die ursprünglichen Bauten (Lager) vor dem Jahre 1918 meistens nur provisorisch – aus Holz gebaut waren, betrifft die Dokumentation vor allem die Wendezeit nach dem Ersten Weltkrieg, nach dem Untergang Österreich-Ungarns und der Entstehung der Tschechoslowakischen Republik. Die Gruppe von den wertvollsten Hafengebäuden aus den Jahren 1900–1945 existiert jedoch immer noch und ermöglicht nicht nur eine tiefere Analyse der Geschichte dieses bemerkenswerten industriellen Areals, sondern auch den Schutz seiner Denkmalwerte.
Die Anfänge des Bratislavaer Hafens datieren wir in die 1890er Jahre. Erbaut wurde er von dem Königlich-Ungarischen Landwirtschaftsministerium auf einer Fläche von ungefähr 29 Hektaren. Derzeit konnten hier 250 Schiffe entlang des Ufers in einer Länge von 6 Kilometern vor Anker gehen. Nach der Entstehung der Tschechoslowakei beeinflusste die neue Staatsverwaltung die Entwicklung des ganzen tschechoslowakischen Schiffsverkehrs, einschließlich der baulichen und technischen Ausstattung der Häfen. Im Jahre 1918 befanden sich im Bratislavaer Hafen fünf Lager, drei von ihnen aus Holz gebaut. Die Grundstücke gehörten der Stadt, die sie an die Wiener und die Ungarische Dampfschifffahrt-Gesellschaft verpachtet hat. Die beiden Gesellschaften besaßen auf dem Donauufer neben den Lagern auch kleine Administrativgebäude. Die technische Ausstattung des Hafens war sehr einfach. Im entfernteren Teil des Hafens, wo in den Jahren 1897–1907 zwei Becken (das nördliche und das südliche) gebaut wurden und anfangs nur zur Überwinterung der Schiffe bestimmt waren, befanden sich weder Kräne noch andere Vorrichtungen zur Warenumladung.
Seit dem Jahre 1919 begann der Bau weiterer Lager, Werkstätten, ihrer technischen Einrichtung und die Erweiterung der Gleisanlage von den ursprünglichen ein Paar Kilometern auf eine Länge von 23 Kilometern. Dem Hafen half ein direkter Anschluss seiner Bahnstrecke an große Fabriken in der Gegend der Továrenská-Straße (Kablo), Košická-Straße (Gumon, Neolin, Apollo), später Mlynské Nivy (das neue Stadtgaswerk) oder auch an entferntere Fabriken in der Umgebung der Račianska-Straße (Siemens-Schuckert, Stollwerck, Dynamit-Nobel). Der Staat hat die Stadtgrundstücke abgekauft und sämtliche Anlagen im Hafengelände mit Elektrizität, Wasserleitung und Kanalisation ausgestattet. Ein wichtiger Bestandteil des Bratislavaer Hafens, der den Handel befördert hat, war die im Jahre 1921 gegründete Donaumesse. Im Jahre 1928 begann man ein öffentliches Lager zu bauen, weitere Erweiterung des Hafens wurde jedoch durch die wirtschaftliche Krise und später durch den Zweiten Weltkrieg verlangsamt. Eine Verschlechterung der Situation kam noch im Jahre 1944, als die naheliegende Raffinerie Apollo bombardiert wurde. Dabei sind die meisten Lager vor allem im Winterteil des Hafens rund um die Becken zerstört worden. Von mehr als zweihundert Wasserfahrzeugen blieben nur sechs erhalten. Fünf Jahre nach dem Krieg war der Hafen jedoch voll betriebsfähig und funktionierte aktiv auch nach der Verstaatlichung im Jahre 1948 bis zum Ende des 20. Jahrhunderts.

Stránkové hodiny PÚ SR centrum:

Pondelok
8:00 - 12:00 13:00 - 15:00

Streda
8:00 - 12:00 13:00 - 16:00

Podateľňa:
každý pracovný deň
8:00 - 15:00

Archív:
Pondelok až štvrtok
8:00 - 12:00 13:00 - 15:00 Piatok
8:00 - 12:00

Knižnica:
Pondelok až štvrtok
8:30 - 12:00 13:00 - 15:00 Piatok
8:30 - 12:00
Ilija, kostol sv. Egídia – detail románskeho portálu