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Revue Pamiatky a múzeá - Resümee 1/2010

21. apríla 2012
Mária Čelková – Mikuláš Čelko
Schützenvereine in Banská Štiavnica
Die Geschichte des Schützenvereins in Banská Štiavnica (Schemnitz) gehört zu den ältesten in der Slowakei, sie reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Banská Štiavnica hatte mit Rücksicht auf die Schützenvereinaktivität eine besondere Stellung, denn in dieser Stadt waren zwei solche Vereine tätig – der ältere Bürgerliche Verein (nach dem Jahre 1918 unter dem Namen Štiavnicer Schützenverein) und der jüngere Akademische Verein, der bei der Berg- und Forstakademie (1762 – 1918) entstand.
Der Schützenverein, bzw. sein Vorgänger bezeichnet als Schützenbruderschaft,  gemeinschaft oder  kollegium entstand ungefähr im Jahre 1547 beim Aufbau der Stadtwehr gegen die anmarschierenden Truppen des Osmanischen Reichs. Banská Štiavnica baute damals ein renaissancezeitliches Wehrsystem mit dem Kommandozentrum in der Festung Starý zámok (Altes Schloss; 1546 – 1559), gebaut nach Plänen der italienischen Architekten Pietro Ferrabosco und Giulio Ferrari. Die türkische Drohung lieferte auch den Anlass zu einem erhöhten Einsatz von Schusswaffen. Um sie zu bewältigen, übten die Stadtbewohner von Banská Štiavnica und die Mitglieder von bewaffneten Einheiten unter dem Kommando des Stadtkapitäns.
In den Jahren 1653 – 1654 wurde das Statut des Schützenvereins verabschiedet. Zu der Zeit befanden sich in der Stadt zwei Schützenhäuser, eins von ihnen in dem Renaissancemeierhof, gebaut von dem bedeutenden Bergbauunternehmer und Reisenden P. R. Rubigall. Später überging der Meierhof an die Stadt und bildete eine ihrer wirtschaftlichen Basen, die ebenfalls ein Brauhaus umfasste. Anfangs der 1870er Jahre wurde der Meierhof niedergerissen und an dessen Stelle baute man die Tabakfabrik (1873). Das zweite, obere Schützenhaus mit zwei Schießständen befand sich hinter dem Objekt des Alten Schlosses. Es existierte bis zum Jahre 1965, wenn es abgerissen wurde. Das Objekt des Schützenhauses beim Alten Schloss ist ebenfalls in dem ältesten Grundbuch der Stadt aus den Jahren 1751 – 1753 eingetragen. Aus den Jahren 1776 – 1785 erhielten sich in dem Archiv Schützenbücher, in denen die Organisation des Bürgerlichen Schützenvereins dokumentiert ist, genauso wie der Ablauf und die Ergebnisse von den Schießübungen im Schützenhaus, die immer als ein Wettbewerb organisiert wurden. Das Wettschießen verlief vom Juni bis Oktober und die Mitglieder des Vereins waren Kaufleute, Handwerker u. a. In Eintragungen über die Schießübungen sind auch Frauen angeführt, deren Wettkämpfe separat abgelaufen sind.
Im Fundbestand des Slowakischen Bergbaumuseums in Banská Štiavnica erhielt sich eine Kollektion von 218 Schießscheiben von festlicher sowie komischer Natur. Die Autorschaft wird meistens heimischen unprofessionellen Künstlern zugeschrieben. Nur eine der Scheiben verweist auf den österreichischen Maler A. Schmidt und eine andere auf G. Wisz, der mehrere Scheiben in Kremnica (Kremnitz) gemalt hatte. Die älteste erhaltene bemalte Scheibe stammt aus dem Jahre 1754, die jüngste dann aus dem Jahre 1939.

Ivona Kollárová
Historische Globen aus der Lyzeumsbibliothek
Die Zentralbibliothek der Slowakischen Akademie der Wissenschaften ist der Garant für Schutz und Erschließung einer der bedeutendsten erhaltenen historischen Bibliotheken in Mitteleuropa – der Lyzeumsbibliothek in Bratislava. Neben Denkmälern des schriftlichen Kulturerbes erhielt sich hier auch eine einzigartige und im Rahmen der Slowakei auch die größte Sammlung von historischen Globen.
Die Entstehung der Kollektion von historischen Globen der Lyzeumsbibliothek in Bratislava können wir im Kontext der Entwicklung des Geographieunterrichts an dieser Schule wahrnehmen. Das Evangelische Lyzeum in Bratislava betrachtet man als eins der Zentren des ungarischen Schulwesens im 18. und 19. Jahrhundert. Hier haben Spitzenpädagogen unterrichtet, unter ihnen auch der pädagogische Reformator Matthias Bel (1684 – 1749). Es war gerade er, wer u. a. den Geographieunterricht durchsetzte und im Einklang mit diesem Programm begann er dann auch die Utensilienbasis zu gestalten. Das Lyzeum, oder besser gesagt seine umfangreiche Bibliothek, begann derzeit die Atlasse, Karten und Globen anzusammeln. Die erhaltene Kollektion von 9 Erd- und Sternengloben ist von großem Wert mit Hinblick auf ihr Alter und Thematik. Der älteste Erdglobus ist Cosmotheore, hergestellt im Jahre 1707 in der Amsterdamer Werkstatt von G. Valk. Im Jahre 1716 erstellte J. L. Andreae in Nürnberg einen Globus, der die Überseeentdeckungen zusammen mit den neuesten geographischen Kenntnissen beschrieben hat. Diesen Trend repräsentiert auch der Globus mit aufgezeichneten Reisen und Entdeckungen von James Cook, zusammen mit astronomischen Beobachtungen. Der Globus Terrestris, hergestellt 1805 in Nürnberg in der Werkstatt von J. G. Klinger, gehört zu den schönsten. Die Periode des ausgehenden 19. Jahrhunderts repräsentiert Die Erdkugel nach den neuesten Quellen bearbeitet, ein Globus gefertigt im Jahre 1880 in der Berliner Werkstatt von E. Schotte. Der älteste Sternenglobus in der Kollektion ist die Amsterdamer Uranographia (1700), zwei Globen stammen aus dem 19. Jahrhundert, unter ihnen die Himmel’s Kugel aus dem Jahre 1804, die von J. E. Bode in Nürnberg hergestellt wurde. Spezielle Aufmerksamkeit verdienen zwei ungarische Globen – der Erste ungarische Erdglobus (Első magyar földteke) und der Erste ungarische Sternenglobus, die im Jahre 1840 als die ersten serienmäßig hergestellten Globen entstanden sind.
Der Zustand der Sammlung von historischen Globen der Lyzeumsbibliothek in Bratislava erforderte einen Restauratoreneingriff, der deren allmähliche Degradation stoppen und ihnen den kulturellen und ästhetischen Wert zurückbringen würde. Das Projekt Sphaera terrestris, sphaera coelestis macht sich zum Ziel, nicht nur die Sammlung zu retten, sondern auch das Interesse der Öffentlichkeit zu diesem Segment des Kulturerbes heranzuziehen. Die Internetseiten des Projekts bilden die erste Etappe von Etablierung der komplexen „Globologie“ in der Slowakei, die auf eine adäquate Präsentation, den Schutz und die allmähliche 3D-Digitalisation von historischen Globen gerichtet ist.

Silvia Lörinčíková
Sammlertätigkeit der Familie Andrássy in Dauerausstellungen des Slowakischen Nationalmuseums
Das siebenbürgische Adelsgeschlecht Andrássy wirkte in der Region Gemer von der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts an. Seine Mitglieder haben im Laufe der Geschichte die profanen Funktionen von Richtern, Gespanen sowie militärischen Würdenträgern ausgeübt, die dem Geschlecht den Grafentitel versicherten. Die Leidenschaft für Reisen und Sammeln bedeutete die Mitgliedschaft in verschiedenen Kunst- oder Kulturvereinen und Förderung vor allem der bildenden Kunst.
Bei ihrem Weggang von der Region im Jahre 1944 hinterließen sie hier bedeutendes Kulturerbe in Form des Schlosses Betliar, der Burg Krásna Hôrka und des Mausoleums in Krásnohorské Podhradie. Die beinahe intakt erhaltene Einrichtung der Burg und des Schlosses bildete den Grund für deren Erklärung für Nationalkulturdenkmäler. Die beispielhafte komplexe Denkmalerneuerung, realisiert in den Jahren1989 – 1993, führte im Jahre 1994 zur Verleihung des Prestigepreises Europa Nostra.
Von wesentlicher Bedeutung mit Hinblick auf die Sammlertätigkeit sind die Kollektionen von einzelnen Persönlichkeiten. Die Geschichte der Burgsammlungen in Krásna Hôrka ist mit dem Namen des Grafen Georg Andrássy (1792 – 1872) und seines Sohnes, Grafen Dionysius Andrássy (1835 – 1913) verbunden. Während Georg ein großer Kunstliebhaber und Gründer von wissenschaftlichen Institutionen war, kannte man Dionysius als einen sozialen Philanthropen und aktiven Künstler – Maler. Bei seinen zahlreichen Auslandsreisen entstanden Ölgemälde und Aquarelle, auf denen der Künstler seine Signatur Denis hinterließ. Aus seiner Initiative entstand im Jahre 1903 im Areal der Burg Krásna Hôrka das Pietätsmuseum der Gräfin Franziska. Für seine Sammlung von Gemälden und Plastiken ließ er in den Jahren 1908 – 1909 das Zweckgebäude der Gemäldegalerie in Krásnohorské Podhradie bauen.
Aus dem Betliar-Zweig der Familie Andrássy wurde Graf Leopold (1767 – 1824) berühmt, ein Fachmann im Gebiet des Bank- und Hüttenwesens, Reisender und Sammler. An seinen Namen bindet sich der Umbau des Schlosses Betliar in den Jahren 1792 – 1796 und die Gründung einer Geschichtsbibliothek. Das heutige Inventar des Schlosses wurde von einem anderen bedeutenden Sammler und Maler beeinflusst, dem Grafen Emanuel (1823 – 1891). Er war ein leidenschaftlicher Reisender und Autor von Reisebüchern mit eigenhändigen Illustrationen. Von seinen Reisen hat er eine große Menge an ethnographischem Material mitgebracht, aber auch verschiedene Kuriositäten, die heute in der Dauerausstellung im Schloss Betliar einbezogen sind. Emanuels um zwei Jahre jüngerer Bruder, Graf Julius (1823 – 1890), der spätere Finanzminister von Österreich-Ungarn, war ein Sammler von Gemälden der alten sowie modernen Kunst. Dank der mehrere Generationen dauernden zielbewussten Sammlertätigkeit der Familie Andrássy verfügen die heutigen Dauerausstellungen des Slowakischen Nationalmuseums – Museums Betliar über einen reichen Sammlungsbestand umfassend alle Bereiche von Kunstgeschichte, Kunsthandwerk und teilweise auch über Sammlungen naturwissenschaftlichen Charakters.

Miloš Dudáš
Der Aufbau von Artikularkirchen
Die Artikularkirchen bilden in der Slowakei eine selbständige Gruppe von Sakralbauten. Sie entstanden vor allem am Ende des 17. und im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts. Von der ursprünglichen Zahl von einigen Dutzenden blieben nur fünf erhalten, nämlich die in den Gemeinden Leštiny, Istebné, Kežmarok, Hronsek und Paludza – Svätý Kríž. Deren ungewöhnliches Aussehen verdanken sie den angewandten traditionellen architektonischen Modellen bekannt aus dem Volksbauwesen, in Kombination mit importierten Konstruktions- und Ausdrucksmitteln.
Das 17. Jahrhundert war von dem machtpolitischen Kampf zwischen dem katholischen kaiserlichen Hof und dem protestantischen ungarischen Hochadel gezeichnet. Allmählich aber ist das Problem der türkischen Drohung in den Vordergrund getreten. Der Bedarf an Vereinigung der gegentürkischen Koalition und teilweiser Beruhigung der angespannten Konfessionsfrage des Landes führte den Herrscher zu einigen Zugeständnissen gegenüber den protestantischen Gläubigen – Evangelischen des Augsburgischen (sog. Lutheraner) und Helvetischen (sog. Kalviner) Bekenntnisses, verankert in 72 Beschlüssen, sog. Artikuli, die sich auf weltliche und kirchliche Verwaltung des Königreichs Ungarn bezogen haben. Zwei Beschlüsse beschäftigten sich mit Forderungen der Protestanten nach dem Aufbau von neuen, sog. Artikularkirchen. Der Autor des Artikels befasst sich ausführlich mit dem Aufbau vor allem von Holzkirchen in einzelnen Regionen der Slowakei, aber auch von gemauerten Kirchen in freien königlichen Städten Oberungarns (Bratislava, Spišská Nová Ves, Levoča, Kežmarok, Prešov, Bardejov, Sabinov u. a.). In der Architektur von Artikularkirchen dominierte die charakteristische Disposition in Form des gleicharmigen Kreuzes. Das Interieur behielt eine relativ reiche Verzierung mit Anwendung von dekorativen Motiven und Abbildungen von biblischen Gestalten oder Zitaten aus der Bibel. Die Artikularkirchen bilden eine wichtige Komponente von unserem sowie dem Weltkulturerbe.

Viera Bernátová
Die Trenčíner Apotheker in Archivdokumenten
Die älteste bekannte Angabe über eine Apotheke in der Stadt Trenčín war bisher die aus dem Jahre 1630. Damals gewann hier M. Knogler eine Apotheke. In Archivdokumenten konnte man jedoch feststellen, dass es die Apotheker in Trenčín bereits im ausgehenden 16. Jahrhundert gegeben hat, was auch die Existenz einer Apotheke voraussetzt. In den Jahren 1598 – 1599 hat der Stadtmagistrat nämlich einen Streit zwischen zwei Apothekern, A. Leonis und S. Alman beigelegt. Im Jahre 1623 finden wir im Stadtprotokoll eine Angabe über den Apotheker G. Melzer. Seine Witwe Anna verkaufte die Apotheke an M. Knogler. Von Knoglers Witwe Maria wurde die Apotheke dann im Jahre 1643 durch M. Löhr abgekauft. Nach seinem Tod war die Apotheke im Pachtbesitz von M. Liptai. Im Jahre 1660 taucht in Trenčín ein weiterer Apotheker auf, nämlich J. G. Aizericz (Eisricz). In den Jahren 1660 und 1661 hat er vermutlich die Apotheke von M. Liptai gemietet, der das Unternehmen bis zu seinem Tod im Jahre 1670 im Besitz hatte. Liptais Erben einigten sich auf dem Verkauf der Apotheke an J. Landich. Dieser heiratete dann die Witwe von dem Apotheker M. Liptai, Katharina. Seine zweite Ehefrau war Dorothea, die Witwe von dem Apotheker F. Gemsheimer aus Skalica. Ihr Sohn J. Gemsheimer zog nach Debrezin um und was mit der Apotheke nach seinem Weggang aus Trenčín passiert ist, ist uns nicht bekannt.
Außer dieser Apotheke existierte in Trenčín noch eine andere im Jesuitenkollegium, die vermutlich größer war als die weltliche Apotheke. Nach einem Dokument aus dem Jahre 1750 hieß der Stadtapotheker in Trenčín L. Hartung. Es ist vorerst die älteste Angabe über die Apotheke in der Trenčíner Vorstadt. Nach Hartungs Tod wurde sein Haus in der Vorstadt von dem Apotheker I. Tepffer mit Ehefrau gemietet, der dann im März 1800 gestorben ist. Anhand des Testaments überging die Apotheke an seinen Sohn Joseph, doch bereits im Jahre 1801 wurde die Vorstadtapotheke in einer Versteigerung an A. Kropáč verkauft, den Apotheker in der Innenstadt.
Die Jesuitenapotheke hat gedeiht, der letzte Apotheker war P. Skorscheban, der im Jahre 1790 gestorben ist. Seine Witwe heiratete den Apotheker J. Jupita. Seit 1796 beginnen sich jedoch die Gläubiger zu melden, denn Jupita hat nicht nur Skorschebans Schulden nicht abgezahlt, sondern noch weitere gemacht. Wegen Schulden musste schließlich die ehemalige Jesuitenapotheke am 14. September 1797 verkauft werden, u. z. wieder an A. Kropáč, von dem sie dann im Jahre 1807 L. Simon abkaufte.

Dalibor Mikulik
Vergessene Besitzer der Burg Ľubovňa
Über der Stadt Stará Ľubovňa ragt schon seit mehr als 700 Jahren die Burg Ľubovňa empor, die zusammen mit den Burgen Plaveč, Dunajec und Orava das Netzwerk von Festungen zum Schutz der nördlichen Grenze Ungarns gebildet hat. Zu den bedeutendsten Ereignissen der Burggeschichte gehören zum Beispiel die sieben königlichen Besuche von ungarischen und polnischen Herrschern, das Treffen zwischen dem König Siegmund von Luxemburg und dem polnischen Herrscher Wladislaw II. Jagiello im Jahre 1412 oder das Verbergen von polnischen Krönungsjuwelen in den Jahren 1655 – 1661 während des schwedisch-polnischen Kriegs. Nach 1412 wurde die Burg für 360 Jahre zum Bestandteil des Königreichs Polen.
Die Burg war im Besitz von berühmten ungarischen und polnischen Familien wie Drugeth, Horvath, Lubomirski, Raisz oder Zamoyski. Der Autor des Beitrags befasst sich mit dem Adelsgeschlecht Raisz, welches die Geschichte und das Leben auf der Burg im 19. Jahrhundert beeinflusst hat. G. F. Raisz erwarb die Burg Ľubovňa durch eine königliche Donation und seither haben er und seine Nachkommen das Prädikat Lublóvári benutzt. G. F. Raisz, der künftige erste private Burgbesitzer, ersuchte im Jahre 1824 nach der Untersuchung der Burg und der umliegenden Güter um die Besitzschenkung. Am 6. Juli 1825 hat ihm die damalige königliche Kammer mitgeteilt, dass er und seine Nachkommen den Besitz nach Bezahlung einer gewissen Summe erhalten würden. Die Familie von G. F. Raisz nahm den Umzug auf das Landgut Ľubovňa mit keiner großen Begeisterung an. Die Ehefrau Apollonia hat vor allem das kalte Klima befürchtet, das dem kränklichen Sohn Alexander nicht behagte. Dieser erlag der Krankheit im Jahre 1829 und wurde vor der Burgkapelle St. Michael beigesetzt. Nach dem Tod von G. F. Raisz kam es zu Erbstreitigkeiten zwischen seinen zwei Söhnen Julius und Szilárd, die den Verkauf des Landgutes Ľubovňa and die Stadt Stará Ľubovňa am 1. April 1880 zur Folge hatten. Zwei Jahre später wurde die Burg von dem neuen Besitzer A. Zamoyski übernommen und im Eigentum dieser Familie war sie dann bis zum Jahre 1945.

Šarlota Drahošová
Duelle in Nitra an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert
Im Laufe der Jahrhunderte änderten sich allmählich die juristischen Ansichten und Einstellungen der Öffentlichkeit zu Gerichtskämpfen – freiwilligen Auseinandersetzungen zwischen zwei oder mehr Gegnern nach traditionell festgelegten Regeln und mit vereinbarten Waffen. Aus dem Mittelalter sind ritterliche Ehrenkämpfe zu Pferd mit Lanzen bekannt. Durch diese Art von Gerichtskämpfen sind oft auch Vermögensstreitigkeiten vor dem Herrscher gelöst worden. Während der König Ladislaus IV. selber an einem Zweikampf teilnahm, wurden solche Aktivitäten zur Regierungszeit von Maria Theresia mit Tod bestraft. In größeren Städten Ungarns haben einige Stadtbürger sogar noch im 19. Jahrhundert ihren guten Namen in klassischen Kämpfen zu Pferd verteidigt. Duelle in Anwesenheit von Sekundanten und einem Arzt haben Streitigkeiten gelöst, in denen die Ehre verletzt oder beleidigt wurde. Es handelte sich um ein gewisses Moralprinzip der Ehrenreinigung, auch zum Preis einer gesundheitlichen Schädigung oder sogar des Todes.
Im Jahre 1897 erschien in Budapest der „Duell-Kodex“ von V. Clair. Der Autor stammte aus Nitra und dortige Stadtbewohner kannten ihn als einen Teilnehmer an mehreren örtlichen Duellen. Vermutlich auch deswegen hat der Gauarchivar Ján Romhányi fünfzehn günstige Rezensionen zur ersten Ausgabe der Publikation aus Budapester Zeitungen eingesammelt und aufbewahrt. In den Nitraer Zeitungen begannen nach der Herausgabe des Duell-Kodexes verschiedene Duellanzeigen, kurze Artikel und mit der Zeit auch längere Kommentare zu Duellen zu erscheinen, die sich in größeren Städten des Nitraer Gaus abgespielt hatten. Der Anwuchs an Duellen gegen Ende des 19. Jahrhunderts im ganzen Ungarn charakterisierte diese Periode sogar als eine Duell-Manie. Als am Ende 1902 in Österreich der Verein „Anti-Duell-Liga“ gegründet wurde, fand die Bewegung einen starken, wenn auch widerspruchsvollen Widerhall auch in Ungarn. Das Resultat der Bemühung war die Gründung der „Anti-Duell-Landgenossenschaft“ im August 1903 in Budapest. Die Militärjustiz modifizierte auch die Duellregeln. Die Duelle wurden im Laufe des Ersten Weltkriegs verboten, doch ihre Tradition verhallte nur langsam. Noch im Jahre 1918 registriert man eine Forderung von der Seite der Gaubehörden, die Abhaltung von Duellen zu verhindern.

Jozef Haľko
Der Kriegsaltar im St. Martinsdom zu Bratislava
Nach dem Attentat auf den Thronfolger von Österreich-Ungarn Franz Ferdinand d’Este am 28. Juni 1914 wurde auch der Krönungsdom St. Martin in Bratislava (damals Pressburg) zu einer Stelle von häufigen Gebeten, die von dem laufenden Weltkonflikt inspiriert waren. Auf eine ungewöhnliche Art resonierte der laufende Weltkonflikt in den Domräumen im Frühling 1917. Auf Veranlassung des Grafen E. Czaykowsky – dem Pfarrer im Bratislavaer Pfarrbezirk Blumentál und seiner Mutter Risa verwandelte man den Domaltar des Heiligen Kreuzes in einen Kriegsaltar, den sie beide aus eigenen Mitteln gefördert haben. Czaykowsky wollte durch diesen Altar sein Verlangen nach Frieden inmitten des gruseligen Kriegs ausdrücken. Der Trost sollte durch fünf einheitlich aufgefasste Reliefs von Christus ausgedrückt werden, der in einem Purpurmantel gekleidet mit der typischen Geste auf sein Herz zeigt.
Die Besonderheit des sog. Kriegsaltars lag zweifellos in den geschnitzten Holzreliefs in vier Rechtecken auf den Seitenflügeln des Altars. Drei von ihnen stellen einen Soldaten in Husarenuniform dar: zuerst verabschiedet er sich von seiner Frau und Familie, dann kämpft er mit einem Kosaken und schließlich stirbt er verwundet auf dem Frontfeld, betreut von einem Priester. In dem vierten Relief im rechten unteren Rechteck betet Kaiser Franz Josef selbst vor dem Gottesherz.
Während der Kriegsaltar im Laufe des Kriegs von vielen Menschen mit Vertrauen angeschaut wurde, entwickelte sich nach dem Ende des Weltkonflikts und vor allem nach der Entstehung der neuen Tschechoslowakischen Republik eine große Empfindlichkeit gegen alles, was irgendwie an die ehemalige Monarchie erinnerte. Am 13. Februar 1920 beschädigten die Vandalen absichtlich die Altarreliefs. Die Polizei fing an zu ermitteln, an dem Fall war auch das Regierungsreferat für die Angelegenheiten der römisch-katholischen Kirche interessiert. Sein Leiter, Karol Anton Medvecký, rief das Trnavaer Ordinariat auf, die Flügel des Kriegsaltars sofort zu verhüllen, die Reliefs schnellstens zu demontieren und sie mit „Kunstwerken würdig dieser Kirche“ zu ersetzen.
Die ikonographische Modifikation von einem der Altäre der ehemaligen Krönungskirche repräsentierte in Bratislava die kurioseste Reflexion des gesamtgesellschaftlichen Geschehens in kirchlichen Räumlichkeiten.

Jiří Pajer
Die Keramikwerkstatt in Košolná
Das Studium von Keramik der Habaner (Wiedertäufer) ist in der Slowakei mit dem Namen von H. Landsfeld verbunden, der in der Zwischenkriegszeit als Keramiker und Volksmaler in Modra tätig war. Außerdem konzentrierte er sich auch auf das Studium der traditionellen slowakischen Keramikherstellung und widmete sich der Dokumentation der volkstümlichen bildenden Kunst. Im Jahre 1932 begann er mit Ausgrabungen von Habanerkeramik des 17. – 18. Jahrhunderts. Zu seinen wichtigsten archäologischen Entdeckungen gehört der Sonderfund einer Keramikwerkstatt in Košolná, die im Jahre 1663 bei dem Tatareneinbruch niedergebrannt wurde. Die Gemeinde Košolná (Bezirk Trnava) war die erste Fundstelle, wo H. Landsfeld die Überreste einer Keramik-Erzeugungsstelle freigelegt hat. Im August 1934 im Areal des Gartens beim Haus Nr. 111, dem Geburtsort von dem bedeutenden slowakischen Keramiker Ignác Bizmayer, hat er schrittweise die Fundamentmauern und Fußböden von einzelnen Räumen der Werkstatt abgedeckt, auf denen eine Menge von zerbrochenen und durch Feuer beschädigten Artefakten lag. Außer Fragmenten von bemalten Gefäßen fand man hier auch zahlreiche Halbprodukte und vier kleine Gefäße mit Resten von Pulverfarben für Fayencegeschirr. Der Fundverband befindet sich zur Zeit in Sammlungen des Westslowakischen Museums in Trnava und im Nationalinstitut für Volkskultur in Strážnica.
Am zahlreichsten unter den aufgefundenen Artefakten waren die Töpferprodukte zum Alltagsgebrauch und die repräsentativere glasierte und verzierte Keramik. Umfangreich ist ebenfalls die Kollektion von Kachelerzeugnissen umfassend die Bauelemente zur Aufstellung von Kachelöfen verschiedenster Form. Die attraktivste Komponente des Befundes bilden jedoch die Fayenceerzeugnisse, dank denen die Habaner auch am meisten berühmt wurden. Außer einer Menge an Halbprodukten aus feinem hellgelbem Ton (Krüge, Teller, Schüssel, Tassen, Vasen, Kerzenhalter u. ä.) fand man in der Werkstatt in Košolná auch bemalte Fayenceteller und Fragmente von Fayencegefäßen mit der Jahreszahl 1663, einen Nachttopf, sechskantige Kacheln mit geometrischem Dekor, aber auch technologische Werkstattutensilien (Matrizen für die Herstellung von Tellern, Fragmente von Schmelzschalen u. ä.). Der Fund der Keramikwerkstatt in Košolná bedeutete eine der wichtigsten Entdeckungen in der Geschichte der slowakischen nachmittelalterlichen Archäologie.

Daniel Hupko
Der Pálffy-Becher aus Červený Kameň
In Sammlungen der slowakischen Museen befindet sich eine große Menge an Gegenständen, deren Ursprung auch heute noch unklar bleibt. Dies betrifft auch das Slowakische Nationalmuseum – Museum Červený Kameň, das auf der gleichnamigen Burg – dem Sitz der Familie Pálffy siedelt. An dieser Stelle hat die Nationale Kulturkommission für die Slowakei nach dem Zweiten Weltkrieg die konfiszierten Gegenstände konzentriert. Dadurch wurden viele Denkmäler gerettet, die bis heute zu Spitzenbelegen der sammlerischen Aktivitäten von mehreren Adelsgeschlechtern gehören. Die eingeführten Gegenstände sind jedoch nicht gründlich nach ihren Ursprungsorten gekennzeichnet worden und die Begleitdokumentation wurde nur sehr oberflächlich erarbeitet.
Auch heute noch ist es bei vielen Gegenständen sehr schwer, den ursprünglichen Besitzer und Ort, von wo sie eingeführt wurden, zu identifizieren. Es ist daher immer mehr als erfreulich, wenn man über einen konkreten Sammlungsgegenstand mehr feststellen kann, als auf dem Katalogblatt angeführt ist. Das geschah auch im Fall des Bechers mit dem Pálffy-Wappen aus Sammlungen des SNM-Museums Červený Kameň, der in den Sammlungsbestand des Museums im Jahre 1953 eingetragen wurde.
Der Becher repräsentiert ein ausgezeichnetes Beispiel der süddeutschen Glasproduktion. Anhand der Herstellungstechnologie und Ikonographie der Verzierung kann man den Becher ins erste Drittel des 17. Jahrhunderts einsetzen, so wie es auch die Inschrift 1624 vorausnimmt. Diese Annahme unterstützt auch die heraldische Analyse des Wappens, das auf dem Becher gemalt ist. Die Jahreszahl auf dem Becher deutet an, dass es sich um einen Gegenstand handelt, der für eine konkrete Gelegenheit hergestellt wurde. Da das Jahr 1624 aber in der Geschichte der Familie Pálffy keinerlei Bedeutung hatte, ist es so gut wie unmöglich zu identifizieren, wer und warum den Becher machen ließ. Der Becher taucht erst nach 273 Jahren wieder auf, im Jahre 1897 im Zusammenhang mit M. Pálffy (1812 – 1897). Dieser Träger vom Orden des Goldenen Vlieses, Untermarschall und in 1860ern der ungarische Statthalter war seit 1865 im Ruhestand und wegen seiner Gesundheitsbeschwerden hat er Kurorte und Bergsommersitze besucht. Gerade bei einem solchen Kuraufenthalt in Tirol, wie er in einem seiner Briefe schreibt, kaufte er in einem Antiquitätenladen einen Becher für seinen ältesten Sohn. Der Becher mit dem Pálffy-Wappen wurde später zum Bestandteil der Kunstsammlungen im Schloss Smolenice, von wo er nach dem Zweiten Weltkrieg in die Sammlungen des SNM-Museums Červený Kameň gelangte.

Elena Kurincová
Der Lehrbrief eines Zuckerbäckers aus dem Jahre 1780
Dem Stadtmuseum von Bratislava gelang im Jahre 2009 eine außergewöhnliche Akquisition von dem Lehrbrief eines Zuckerbäckers aus dem Jahre 1780, der von einer interessanten Etappe des „Zuckerbäckerkunstes“ in Bratislava Zeugnis bringt. Ähnlich wie die Gesellen aus Bayern im 18. Jahrhundert der Arbeit nach Bratislava nachgegangen sind, ist auch der Lehrbrief in die Museumssammlungen „eingewandert“, auf Grund eines Angebots von einem Sammler aus der bayerischen Stadt Landberg am Lech. Ihn hat weder die repräsentative Ausführung des Lehrbriefs auf einem Pergament mit angehängtem Verbundsiegel, noch die dekorative Intitulation des Herausgebers solchermaßen angelockt, dass er die Urkunde in seine Sammlung eingliedern wollte.
Die bisherigen Informationen über die Zuckerbäcker in Bratislava im 18. Jahrhundert waren mit Nachforschungen der Historiker Eugen und Anton Špiesz verknüpft. Denen nach bemühte sich der Zuckerbäcker F. Entzler um die Mitgliedschaft in der Bratislavaer Handelsgilde. Die Gilde wollte von seiner Inkorporation gar nichts hören und berief sich auf schlechte Zeiten. Der Zuckerbäcker fand einen einflussreichen Patron im Grafen G. Erdődy, der bestätigte, dass er nur solche Produkte wie in Wien verkaufe, im Einklang damit, was er erlernt hätte. Nach dem Vorlegen der Zeugnisse wurde er am 2. Juli 1722 als ein Gildenmitglied inkorporiert. Die Forschung bestätigte in Bratislava hundert Jahre später (1828) die Tätigkeit von vier Konditoreiwerkstätten. Es wurde angenommen, dass der größte Aufschwung dieses Handwerks (nicht nur in Bratislava) am Anfang des 19. Jahrhunderts angetreten ist.
Der gewonnene Lehrbrief aus dem Jahre 1780 informiert über den Stand des Zuckerbäckerhandwerks gerade in der Zeit, zu der es bisher an jeglichen Schriftquellen gefehlt hat. Der Bürger und Stadtkonditor von Bratislava J. Hofbauer erlässt am 27. Februar 1780 als Lehrer den Lehrbrief für F. Fröschel aus Wien, der seit 1774 fleißig und vorschriftsmäßig Zuckerbäcker gelernt hat. Der zufriedene Meister bestätigt, der Lehrling hätte den Stoff begriffen, er wäre fleißig, treu, ehrenhaft, fromm und verdiene Anerkennung. Um diese Tatsache zu bekräftigen, ersuchte er auch um Äußerungen der Zeugen, Fachmänner in betreffendem Gebiet, meistens der Zuckerbäcker von örtlichen Honoratioren.
Die Akquisition des Lehrbriefs erlassen von dem Stadtkonditor J. Hofbauer repräsentiert das Beispiel einer Quelle mit hohem Aussagewert. Am Ende des 18. Jahrhunderts identifiziert er in Bratislava vier Stadtkonditoren und fünf Zuckerbäcker von örtlichen Honoratioren. Eine derartig hohe Konzentration von Zuckerbäckern in der Stadt kann man nur mit dem kulminierenden Zenith Bratislavas als einer Residenzstadt erklären. Das Jahr 1780 ist auch das letzte Wirkungsjahr von Albert von Sachsen-Teschen als Statthalter.

Vladimír Sklenka
Das Matthias-Haus
Banská Bystrica ist immer eine bedeutende freie königliche Stadt Ungarns gewesen und die Einwohner waren schon in der Vergangenheit stolz auf ihre Geschichte. Davon zeugt auch die Tatsache, dass in Banská Bystrica wenigstens schon im 17. Jahrhundert das Stadtarchiv und die Stadtrüstkammer im Areal der örtlichen Burg als Museen dienten. Wenn die Stadtbehörden aus der Burg definitiv ausgezogen waren, wurden einige aufbewahrte Kuriositäten bloß auf den Dachboden geworfen, zum Glück auch zusammen mit mehreren interessanten Urkunden. Diese entdeckte im Jahre 1819 der Unternotar J. Szumrák, der die Dokumente im Stadtarchiv und das „Alteisen“ im Stadtmuseum (!) untergebracht hat.
Die offizielle Geschichte des heutigen Mittelslowakischen Museums, damals des Stadtmuseums, begann am 12. Juli 1889, als der Stadtrat die Tätigkeit des Stadtmuseums befürwortete. Im Jahre 1891 realisierte man auch die erste Delimitation der Gegenstände aus dem Stadtarchiv ins Stadtmuseum. Zu der Zeit begann man auch über die Denkmalerneuerung des Matthias-Hauses im Burgareal für Museumszwecke nachzudenken. Die Begeisterung der Stadtbewohner von Banská Bystrica resultierte im Jahre 1893 in der Gründung der Historischen und archäologischen Gesellschaft in Banská Bystrica. Im Jahre 1907 begann man im Burgareal mit der Rekonstruktion des Matthias-Hauses, eines vierstöckigen gotischen Bauobjekts inkorporiert in die Banícka-Bastei, die zur Stadtbefestigung gehört hat.
Die erste Museumsexposition im Matthias-Haus wurde am 17. Oktober 1909 eröffnet. Im ersten Stock befand sich die ethnographische und mineralogische Sammlung, im zweiten die Geschichts- und Kunstsammlung, im dritten die kultur-historische Sammlung und das vierte Stockwerk war den Denkmälern der Kirchenkunst gewidmet. In der Dauerausstellung präsentierte man mehr als 4 500 Exponate. Den ersten Museumsführer erstellte K. Divald 1909.
Im Jahre 1958 eröffnete das damalige Kreismuseum in dem rekonstruierten Thurzo-Haus auf dem Stadtplatz eine neue Exposition und das Matthias-Haus verwandelte sich in ein Depositorium von Sammlungsgegenständen. Nach dem Jahre 2004 begann das Mittelslowakische Museum mit Vorbereitungen für die Rekonstruktion des Matthias-Hauses und den Aufbau einer Dauerausstellung gewidmet der Stadtgeschichte von Banská Bystrica. Diese wurde dann am 15. Oktober 2009 anlässlich des 100. Jubiläums von Eröffnung der ursprünglichen Exposition im Matthias-Haus eröffnet. Sie erstreckt sich auf drei Stockwerken des Matthias-Hauses und der Banícka-Bastei, auf einer Ausstellungsfläche von 470 m2. Das vierte Stock und das Dachgeschoss (300 m2) dienen weiterhin als Depositorium. Das rekonstruierte Matthias-Haus wurde somit zu einem attraktiven Bestandteil der denkmalgepflegten Zone und die Öffentlichkeit kann nicht nur den Außenraum, sondern auch das Interieur dieses mittelalterlichen Gebäudes bewundern.

Pavol Valachovič
Die letzten Büchsenmacher in Bratislava
Die Bratislavaer Büchsenmacherei erlebte im Laufe deren halbtausendjährigen Existenz die Entstehung als selbständiges Handwerk (erstes Viertel des 15. Jahrhunderts), den Aufschwung der Zunftorganisation (16. – 17. Jahrhundert) und im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erreichte sie ihren Höhepunkt. Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts bedeutete jedoch schon den allmählichen Verfall, bzw. Verdrängung der Zunfterzeugung durch die modernere Fabrikproduktion. Der Anstieg der massenhaften Fabrikherstellung von Waffen für das Militär liquidierte die zünftige Stückerzeugung und die Büchsenmacher mussten sich vor allem auf die Produktion von Jagdwaffen orientieren. Eine wertvolle Informationsquelle für die Forscher, die sich mit der Geschichte der Handwerke in Bratislava befassen, repräsentiert das Jahrbuch Pressburger Wegweiser (herausgegeben seit 1840), sozusagen ein Führer durch das Leben in Bratislava, in dem regelmäßig z. B. die Listen von wirtschaftlich tätigen Persönlichkeiten oder Betrieben erschienen sind. Sie enthalten die Namen und Adressen, wo diese Personen gewirkt haben. Später sind in den Wegweisern auch Hausbesitzer dazugekommen, bzw. Register von Stadteinwohnern angeordnet nach Straßen und Häusern. Auf Grund dieser Angaben sowie der Werbungen für Produkte der Bratislavaer Büchsenmacher können wir auch den allmählichen Untergang der Büchsenmacherei in Bratislava in der zweiten Hälfte des 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts verfolgen